Hundebeauftragter der Gemeinde Binningen
STEFAN K. WITTLIN
Kynologe-Hundetherapeut-Tierpsychologe-Buchautor
CH-4102-Binningen-BL
0041 61 421 03 92

Zur Psyche des Hundes – Tipps des Hundetrainer Stefan K. Wittlin

Inhaltsverzeichnis

„Im Gegensatz zum Menschen, hat beim Hund alles, was er tut einen Grund“ ©swi03

Kommunikation mit dem Hund


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wittlin_fotoDer Mensch kann also vom Hund lernen? Ja richtig, aber dazu muss er sich die Mühe und Zeit nehmen, den Hund auch verstehen zu wollen! Als Hundetrainer kommuniziere ich mit Tieren, was heißen will, dass ich eben die Gestik, Haltung, Psyche etc. eher „deuten“ kann, als ein Laie auf diesem Gebiet. Sie werden von mir  nie hören, dass ich sagen würde: „Der Hund oder der Laubfrosch hat mir dieses oder jenes gesagt“! Nein, höchstens sage ich, dass mir die Haltung oder Gestik des Tieres zeigt, dass es dieses oder jenes mag, hat, nicht will und, und, und. Auch hier also keine große Glaskugel die mir sagt, dass der Frosch mal König war!? Menschen, die behaupten, wirklich mit Tieren zu reden, gehören für mich also klar in die Kategorie Nepper, Schlepper und Bauernfänger! Nicht mehr und nicht weniger!

Bachblüten und Ähnliches

Ja, und was ist denn z.B. mit Bachblüten für Tiere? Lassen Sie es mich diplomatisch sagen: Bachblüten für Tiere (und Menschen) überzeugen mich persönlich in keiner Weise! Dies aus dem einfachen, aber enorm wichtigen Grund, dass es zu weit über 90% der Mensch ist der das Problem ist! Der Mensch als Auslöser, wenn es dem Hund nicht gut geht respektive Verhaltensstörungen auftreten. Solange der ausschlaggebende Grund der Mensch/Halter ist, gibt es keine Medikamente, Pillen oder eben Bachblütentropfen, die dem Tier helfen könnten! Die einzige „Medizin“ ist in solchen Fällen die Änderung des Verhaltens beim Menschen und Besitzer des Hundes/Tieres!

Homöopathie oder „richtige“ Medizin?

Anders sieht es für mich mit homöopathischen  Mitteln aus. Nicht alles, aber ein nicht kleiner Teil hat in der heutigen Medizin (Human wie Veterinär) sicherlich seine Berechtigung. Aber auch hier gilt es klar zu diagnostizieren, was dem Hund wirklich fehlt.  Oft wird nämlich sehr viel (überlebenswichtige) Zeit verloren, wenn nicht früh genug mit „richtiger“ Medizin geholfen wird. Zu viel Zeit wird dann mit irgendwelchen nett gemeinten Sauerampferwickel „verdoktert“ anstatt mit richtigem „Geschütz“ einzufahren. Meine Arbeit mit Hunden und vor allem mit den Besitzern, lassen mich diese These doppelt bis dreifach unterstreichen! Wie erwähnt ist es Tatsache, dass in weit über 90% der Patienten nicht der Hund, sondern der Mensch „zuständig“ und nicht ganz „unschuldig“ ist!

Hunde sind keine Sachen

Die Realität sieht für (zu) viele Hund nicht gut aus. Zahllose Tiere leiden still vor sich hin und haben eben niemand, der sich für sie und ihre artgerechte Haltung stark machen würde. In all den Jahren meiner intensiven Studien über den Hund (und Mensch!) habe ich Zustände, Vorkommnisse erlebt und gesehen, die nicht nur mich manchmal fast zur „Weißglut“ bringen. Man sieht meist hilflos zu, wenn ein Tier falsch gehalten wird. Fakt ist dann eben auch, dass Anzeigen gegen solche Menschen meist „im Sande verlaufen“ weil das Gesetz die Tiere immer noch nicht als das ansehen, was sie sind, nämlich Lebewesen und keine Sache!

Warum tut mein Hund das?

Vorausgesetzt, dass Ihr Hund gesund ist, muss über die Ursache eines Fehlverhaltens zuerst in seiner engsten Umgebung „gesucht“ werden! Da der Vierbeiner eigentlich nicht mehr im Rudel und Wald lebt, ist es nötig das „Leben in & mit seinem Menschenrudel“ zu durchleuchten. Liegt der Fehler wirklich beim Tier? Ich sage aus Erfahrung als Hundetrainer, dass der „Knackpunkt“ bei weit über 90% der Fälle erwiesenermaßen die Umgebung resp. der/die Halter „schuld“ ist/sind.“ Dabei könnte es soooo einfach sein. Unzählige Besitzer sind sich nicht im Klaren (meist nicht böswillig), dass sie und ihr Verhalten ausschlaggebend sind für das Fehlverhalten bei ihrem Haustier! Ich rede hier nicht nur von Hunden, sondern explizit allen Arten von Haustieren. Ausgenommen natürlich die Hausflöhe, auf die einzureden „fast keinen Zweck hat“!

Versetzen Sie sich in die Situation Ihres Hundes

Aber nun Spaß beiseite! Es ist sehr traurig zu sehen in und unter welchen Bedingungen Hunde zu leben haben. Sie werden in (zu) vielen Fällen 24 Stunden am Tag mehr oder weniger missverstanden. Leider viel zu wenige Besitzer nehmen sich die Mühe, dies auch zu wollen. Da kommen Antworten wie: „Für was soll ich den Köter denn verstehen? Der hat zu gehorchen und auf das Haus aufzupassen…“! Traurig, aber solche Aussagen sind nicht selten! Anstatt sich mit dem Hund zu beschäftigen, lässt man das Tier in „der Schwebe“. Damit meine ich, dass der Hund nicht weiß, wo er schlussendlich steht in seinem „neuen“ Rudel. Dabei ist er doch nun auch Mitglied dieser Gemeinschaft und will wissen wer was, wann und weshalb zu sagen oder zu tun & zu lassen hat!

Weisen Sie Ihrem Hund einen Platz in der Rangordnung zu

Es ist dem Hund absolut egal, wenn er den letzten Platz in der Hierarchie erhält. Was für ihn zählt, ist die Tatsache, dass er als vollwertiges Wesen ein Teil dieser Rangordnung ist. Ist dies nicht der Fall, kommt es sehr, sehr schnell zu psychischen Auffälligkeiten bei ihm! Oder auf der anderen Seite (wenn er das sagen hat!) kommt es zu „Rangkämpfen“ zwischen Mensch und Tier. Ist der Besitzer nicht konsequent genug, dann übernimmt der Hund das Ruder und spielt sich auf wie der König im Schlaraffenland. Ich könnte Ihnen Geschichten erzählen von Hunden die sagen wo es lang geht, da kann man dann nur den Kopf schütteln und sich fragen, wie etwas so weit kommen konnte?

Bei aller Liebe und Zuwendung die man seinem Hund gibt (oder geben sollte!) darf man (der Mensch) nie vergessen, dass es sich dabei um ein Tier handelt. Natürlich ist jedem Besitzer freigestellt, wie weit er mit der „Hundeliebe“ gehen möchte aber, dass der Hund dem Meister schlussendlich psychisch „überlegen“ ist sollte wohl nicht sein. Je nach Größe des Hundes kann es also durchaus sein, dass dieser die psychische wie die physische Oberhand führt. Der Mensch macht dem Tier damit aber in keiner Weise einen Gefallen, sondern eher einen „Bärendienst“! Der Hund wird auf diese Art große Probleme haben/bekommen, mit seinem sozialen Verhalten. Sei dies nun im Verhältnis zu anderen Hunden oder dann auch gegen Menschen die nicht dem (seinem!) Rudel angehören.

Bereits wärend der Welpenerziehung mit der Sozialisation beginnen

Dabei ist gerade dieses soziale Verhalten immens wichtig, um sich im „Hundeleben“ behaupten zu können. Der Vierbeiner muss vom Welpenalter an lernen, was sich gehört und was er besser nicht oder nie tut. Der Welpe muss unbedingt Kontakt mit anderen, fremden Welpen haben. Fast noch wichtiger ist aber das Verhalten einem erwachsenen Hund gegenüber. Der junge Hund wird vom erfahrenen Tier gezeigt bekommen, was man darf und was eben nicht. Alles andere muss der Welpe von seinem „Ersatzvater / Ersatzmutter“ erklärt und gezeigt bekommen. Er möchte alles sehen, schmecken, riechen, auf- oder anbeißen, herunterziehen usw.! Sie als Besitzer sind aber genau da als Lehrer gefragt. Wieder liegt es also am Mensch, ob der Hund die Welt zu Gesicht bekommt oder nicht.

„Verhätschelung“ kleiner Hunde

So unwahrscheinlich viele Hunde haben leider, leider keine Ahnung vom sozialen, anständigen Verhalten gegenüber seinen Artgenossen! So leid es mir tut, muss ich da (wieder einmal) wieder mal die Besitzer der kleinen bis winzigen Hunde ansprechen. Ein viel zu großer Prozentsatz dieser Hundebesitzer „schotten“ ihr Tier regelrecht von dem Rest der Hunde- & Menschenwelt ab. Sie haben tagtäglich und hinter jeder Ecke das Gefühl buw.  die Angst, dass ihr (womöglich) „kleines Püppchen“ von einem anderen Hund angegriffen und gefressen wird. Solche regelrecht „auf den Arm genommenen“ Hunde entwickeln so und in kürzester Zeit eine psychische Störung. Dieses Fehlverhalten zeigt sich dann zuerst mit dem ankläffen von anderen Hunden und fremden Menschen. Dieses (nervtötende!) unaufhaltsame Kläffen ist nicht etwa ein Zeichen von Stärke oder Bosheit sondern nichts anderes als pure Angst! Der Hund versucht sich, auf diese Art Respekt zu verschaffen. Und wissen Sie, was mich persönlich dann noch doppelt stört? Das sind die Besitzer, die den Kläffer gar noch loben oder alles ins Lächerliche ziehen! „Ach ist er nicht drollig der Kleine?! Ein ganz kleiner, großer Wauwau, gell mein Püppchen“!? Sie glauben es nicht, aber in solchen Momenten könnte ich (zumindest) in die Luft gehen! Vor allem deshalb, weil diese Leute dann bei einem anderen, größeren Hund ganz andere Maßstäbe anlegen. Da heißt es dann, dass dieser große, schwarze, böse Hund gebellt hat! Lassen Sie mich zu dem Thema „kleine“ Hunde noch das eine oder andere sagen oder gar richtig stellen: Ein Thema das mir sehr am Herzen liegt. Dies nicht zuletzt, weil wir selbst (nebst den beiden Riesen!) einen „Miniatur“ (Kleiner- Kaninchen- Rauhaar- Dackel!!) Hund haben.

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Auch kleine Hunde sollten wie Hunde behandelt werden

Ein viel, viel zu großer Teil der kleinen & winzigen Hunde wird als alles andere behandelt, nur nicht als Hund! Dabei muss man ganz klar wissen, erkennen, dass ein Hund, wenn auch noch so klein, ein Hund ist und auch als solcher behandelt, erzogen und gehalten werden will/muss! Es „graust“ mich und ich empfinde großes Mitleid mit so vielen kleinen Hunden. Die leiden da vor sich hin und niemand will es sehen oder wahrhaben! Ich sage es aber immer und immer wieder, dass auch der kleinste Hund die gleiche Intelligenz, die selben Bedürfnisse hat! Der Hund will nicht getragen werden! Der will wie ein Großer laufen und umhertollen! Der Hund will für voll genommen und nicht als doofes Hundchen dargestellt werden! Der kann und will all die Dinge, die ein größerer Verwandter von ihm auch kann und darf! Absolute Märchen, Erfindungen, Ausreden und nochmals Ausreden, die man hört wenn man solche Hundehalter zur Rede stellt. Wenn die wüssten was ihr Hund von all dem Herumtragen hält.

Das „Hundemäntelchen“ kann die Gesundheit sogar schädigen

Und zur Krönung der ganzen Tragödie wird dem „armen Püppchen“ womöglich noch ein Mäntelchen angezogen?! Eine fast schon „lebensgefährlicher Schnickschnack“ denn, wie ich schon erwähnt habe, hat der Hund eine höhere Normaltemperatur als der Mensch. Diese Temperatur sammelt sich dann unter diesem Mäntelchen (womöglich noch aus Lack!!??) an und es entsteht so eine regelrechte (ungewollte!) Sauna für den Vierbeiner! Resultat ist ein schwitzender Hund, der mit der Zeit anfällig wird für diverseste Hundekrankheiten und eventuell an einem Hitzestau elendig eingeht! Harte Worte, ich weiß, aber es ist auch wirklich mehr als unmöglich, wie weit es Menschen mit ihrer falsch verstandenen Hundeliebe treiben! Und alles nur, weil die Besitzer leider keine Goldfische, sondern einen Pudel gekauft haben! Schlimm, einfach schlimm! Ich möchte Ihnen noch eine wahre Begebenheit erzählen die sich mir mal geboten hat.

Hündchen in der Tasche

Da lief ich eines Tages mit meinen drei Hunden (an nichts Böses denkend) durch eine ruhige Strasse in unserem Dorf. Schon von weitem her sah ich, dass uns da zwei Personen plus ein kleiner Hund entgegen kamen. Es ging nicht lange und die Dame hob in aller Eile ihr „Püppchen“ in die Höhe und von da… Schwupps in eine Tasche! Als wir etwa auf gleicher Höhe waren, konnte ich mich einfach nicht mehr „zügeln“ und fragte die Dame ganz höflich ob sie eigentlich wisse, dass sie ihrem Hund keinen Gefallen macht. Plus, sie sehe ja, dass meine drei Vierbeiner anständig sind und trotz schwarzer Farbe keine „Kampfhunde“ seien….! Sie meinte dann darauf wörtlich: „Sie müssen mich in Sachen Hunde bestimmt nicht belehren! Ich kenn mich aus, und das seit Jahrzehnten! Und eines ist ja klar, dass der Grosse da schon sicher ein Kamphund ist!“ Ich hatte wieder einmal zwei Möglichkeiten um zu antworten:

1. Sehr laut und ausfällig. 2. Ruhig und den Punkt treffend.

Ich entschied mich für die Variante Nr.2! Ich fragte sie also nochmals, ob sie das gut fände, ihren Hund in der Tasche zu transportieren? Daran hängte ich gleich noch eine zweite Frage dran: „Und, es geht mich ja nichts an, aber ist der „eher kleinere“ Herr da ihr Gatte?“ Sie meinte ganz stolz, dass dies sicherlich ihr Göttergatte sei. Ich konnte dann nicht anders und musste zum Abschluss der Sache noch Folgendes loswerden: „Gehe ich recht in der Annahme, dass sie größer sind, als ihr Ehemann? Wenn ja, warum tragen sie „den Kleinen“ denn nicht auch in einer Tasche?!“ Darauf wusste die Dame keine Antwort mehr und verließ den „Hundeschauplatz“ in doch eher gereizter Stimmung. Als Nachtrag muss ich noch eines richtig stellen: Nämlich, dass der/mein von der Dame als „Kampfhund“ betitelte Hund ein Neufundländer ist! Diese Tatsache benötigt wohl keine weitere Erklärung!?

Es gibt keine Kampfhunde- nur Kampfbesitzer

Nun möchte ich für Sie ein paar Beispiele aufzählen und Ihnen das eine oder andere Verhalten Ihres oder eines fremden Hundes erklären. Und bitte denken Sie immer daran, dass alles was der Hund macht oder auch nicht macht, seinen Grund hat. Für grundloses Tun ist immer der Mensch zuständig.

Bellen, Wimmern und Knurren

Warum bellt der Hund? Das Bellen ist eine der eigentlich wenigen „verbalen“ (hörbaren) Ausdrucksformen des Hundes. Er bellt aus Freude, Angst, Wut, Aufmerksamkeits- Drang, etc. In den meisten Fällen ist jedoch Angst ein Hauptgrund für das Bellen. Der Hund bellt, weil er alleine gelassen wurde. Er bellt, weil er auf sich aufmerksam machen will. Unter dem Motto: “Hallo, ich bin doch auch noch hier! Lass mich gefälligst nicht alleine! Und überhaupt habe ich nämlich Angst alleine!“ So oft (zu oft!) sieht und hört man scheinbar sinnlos bellende Hunde vor einem Ladengeschäft. So ganz sinnlos ist dieses Bellen jedoch nicht. Er bellt, weil ihm der Meister bis Dato nicht beigebracht hat, dass er eben nicht bellen mus,s wenn er (Besitzer) in den Laden geht. Das Resultat ist dann eben ein unangenehm, dumm bellender Hund, der die anderen Kunden nur nervt. Und klar, dann werden wieder einmal alle Hunde und deren Besitzer in einen Topf geworfen in dem gesagt wird: „Siehst du, da ist schon wieder so ein aggressiver Sauköter vor dem Laden angebunden!“ Müsste alles nicht sein!

Bringen Sie dem Hund das Alleinsein bei

Lernen Sie mit dem Hund das Alleinsein! Alleine in der Wohnung, im Haus oder dann eben vor einem Laden oder Geschäft etc. Alles ist ganz einfach und schnell lernbar. Für die Psyche des Hundes ist das Bellen ein wichtiger Teil. Er kann sich auf diese Weise mit seinen Rudelmitgliedern „unterhalten“, seien dies nun Hunde oder auch seine Rudel- Menschen!

Versuchen Sie, die Sprache Ihres Hundes zu verstehen

Nur verstehen muss der Mensch, welches nun welches Bellen ist und was es genau bedeutet. Ist es ein freudiges Bellen? Ist es ein warnendes, ein aggressives, lustig- spielerisches etc.? All dies lernt der Besitzer zu verstehen, wenn er sein Haustier beobachtet und auch verstehen will! Es ist wirklich so, dass der Hund nichts „einfach nur so“ tut. Alles hat seinen ganz speziellen eigenen Grund. Und genau diesen heißt es für den Besitzer herauszufinden! Dies geht nicht von Heute auf Morgen, klar. Aber täglich verstehen Sie Ihren Vierbeiner besser und besser. Wenn Sie nur wollen! Das Ziel soll und muss sein, dass Sie Ihres Hundes Bellen alleine am Ton erkennen. Erkennen, dass es 1. Ihr Hund ist und 2. was es genau zu bedeuten hat. Lassen Sie mich nochmals betonen, dass es an Ihnen (und Ihrem Einsatz) liegt, wie schnell Sie Ihren Hund „verstehen“! Genau so ist es dann eben auch mit dem Bellen des Hundes!

Die Rute ( Schwanz ) und der Körper als Kommuniktionsmittel

Der Hund hat ja immer den Schwanz eingezogen, wieso? Was kann uns die Haltung der Rute (Hundeschwanz), sowie die gesamte Körperhaltung über das Befinden des Tieres sagen? Alles der Reihe nach… Wieso zieht ein Hund den Schwanz ein? Ganz einfach geantwortet wäre, weil der Hund Angst hat. Ich berichte aber nicht einfach über den Hund, sondern gerne exakt und detailliert!
Was viele Menschen gar nicht wissen ist die Tatsache, dass die Hunde auch beim Kotabsetzen markieren!

Auch beim Kot absetzen markiert der Hund

Sie tun dies mit den Analdrüsen die sich links und rechts/leicht unterhalb vom Rektaleingang befinden. Bei jedem Kotabsatz leeren sich diese Drüsen und haben klar auch eine Markierungsfunktion. Rutscht Ihr Hund mal scheinbar sinnlos auf seinem Hintern umher, hat er Probleme mit diesen Drüsen. Es kommt vor, dass sich diese Drüsen einwenig verstopfen. Dieses Umherrutschen (das „Schlittenfahren“ genannt wird!) dient dem Hund dazu, die Drüsen auf diese Art zu entleeren oder sich vom entstandenen Juckreiz zu befreien. Tut er dies (Schlittenfahren) jedoch öfters oder gar täglich, müssen Sie zum Tierarzt. Dieser entleert diese Drüsen dann manuell und verschafft dem Tier somit eine wohltuende Erleichterung. Wichtig im Zusammenhang mit diesen Drüsen ist auch der Kot resp. dessen Festigkeit. Hat der Hund viel Durchfall oder zu weichen Kot, dann werden die Drüsen nicht von selbst oder unzureichend geleert! Soll heißen: Richtiges Hundefutter ist mehr als wichtig!

Das Analdrüsen Sekret enthält wichtige Informationen für andere Hunde

Wie erwähnt, ist dieses Analdrüsen- Sekret ein Duftstoff, der für die Tiere sehr wichtige „Informationen“ enthält. Dies ist auch mit ein Grund, wieso sich die Tiere bei der ersten Begegnung schon in diesem Körper- Bereich als erstes beschnuppern. Der Hund dreht sich dann meist so zu seinem Gegenüber, dass sein Hinterteil (genannt: Analgesicht!) vor dessen Schnauze/Nase steht. Es folgend nun zwei Dinge, die man wissen muss. Erstens bekommt der „riechende“ Hund auf diese Weise Informationen vom anderen und zweitens signalisieren Hunde mit dieser Stellung, dass sie friedliche Absichten haben. Sie schauen sich nicht direkt in die Augen und wollen so einer aggressiven Begegnung aus dem Weg gehen. Ihr Hund wird dieses Verhalten auch oft mit Ihnen oder anderen Menschen zeigen. Gerade bei Menschen, die er noch gar nicht oder nur flüchtig kennt, zeigt er zuerst sein „Analgesicht“ um einem Zwist aus dem Weg zu gehen.

Die Bedeutung des „Schwanz einziehens“

Ja, aber was hat dies nun mit dem Schwanz einziehen und Angst zu tun? Kluge Frage! Es ist so, dass der Hund via diesen Drüsen „geheime“ Infos von sich Preis gibt. Jetzt kommt es (egal welcher Grund) z.B. zu einer Situation, in der das Tier Angst hat oder sich bedrängt fühlt. Was nun kommt, ist auch bei Menschenkindern sehr, sehr beliebt! Der Hund zieht seine Rute/Schwanz ein, um zu verhindern, dass man ihn „erkennt“! Er verdeckt seine Analdrüsen und meint, dass der „Angreifer“ ihn dann nicht „sieht“ bzw. seine Informationen „lesen“ kann! Bei unseren Kindern ist es doch auch so, dass Kleinkinder meinen, wenn sie die Hände vor die Augen halten, sie niemand „sieht oder erkennt“. Wieder ein Beweis für mich, dass sich Hundeerziehung und Kindererziehung sehr, sehr ähnlich sind!

Die T-Stellung

Ein ähnliches Verhalten zeigen Hunde untereinander auch, wenn sie in der so genannten „T-Stellung“ stehen. Lassen Sie mich diese Stellung kurz erklären. Hunde die unsicher sind oder Tiere die sich das erste Mal treffen, stellen sich oft so hin, dass man ein –T- daraus sehen kann. Ein Hund steht mit seinem Hinterteil so zum Körper des anderen, dass er ihn mit diesem (Hinterteil) dessen Bauchseite berührt. So nehmen sie Kontakt auf ,ohne, dass sie sich wieder direkt anschauen müssen. Sie signalisieren sich so, dass sie nur gute Absichten haben und keinen Konflikt wollen.

Autorität zeigen durch direkten Blickkontakt

Oft wird von verschiedensten Seiten davon geredet, dass der Mensch einem Hund ja nicht in die Augen sehen darf/soll. Ich bin da nicht der gleichen Meinung und sage aus jahrelangen Erfahrungen, dass dem nicht so ist. Wenn der Mensch genügend Autorität besitzt (die der Hund sofort erkennt und akzeptiert!) kann, nein, soll er sogar sehr streng in die Augen des Hundes schauen. Ich habe diese These in unzählbaren Versuchen mehr als bestätigt gesehen. Nochmals muss aber betont werden, dass der Mensch ein autoritäres Auftreten gegenüber dem Vierbeiner zeigen muss. Dann ist das „einander in die Augen schauen“ kein Problem, sondern sogar eine schnelle Art zu zeigen, wer das Sagen hat.

Lernen Sie, die Körpersprache Ihres Hundes zu deuten und zu verstehen

Der Hund ist sehr gut mit seiner Körpersprache „berechen- und lesbar“! Natürlich spielen dann auch die individuellen Gesten eines jeden Einzeltieres eine zusätzliche Rolle. Aber die ureigenen Gesten sind bei Jedem Hund die Selben! Pfote geben/hinhalten zum beschwichtigen. Die Zähne zeigen um zu Lachen, (!!) oder dann um zu drohen. Jaulen, Fipsen, um etwas zu bekommen oder um auf sich und seine eventuellen Schmerzen aufmerksam zu machen. Haare aufstellen bei Gefahr oder Verteidigungshaltung. Sich auf den Rücken legen um zu zeigen, dass man entweder aufgibt im Kampf, oder beim Menschen, dass er so zeigt, dass er dem Menschen voll vertraut. Er zeigt dem Menschen oder Gegner seine verwundbarsten Stellen am Körper. Kehle, Bauch, Geschlechtsteil. Es gibt so unendlich viele Gesten und Körpersignale mittels denen das Tier kommuniziert. Der Mensch/Besitzer muss sich nur die Zeit nehmen, um diese Zeichen zu sehen und schließlich auch zu verstehen. Der Hund muss eigentlich gar nicht „reden“ können, wie es so viele Besitzer sich wünschen. Denn, er redet ja mit uns, täglich aber eben ohne Worte (also nonverbal um das Fremdwort zu benützen). Es liegt da voll und ganz wieder einmal beim Menschen diese Zeichen zu sehen und richtig zu deuten! Nehmen Sie sich bitte täglich ein wenig Zeit und lernen Sie so mit Ihrem Tier zu „sprechen“! Sie werden sehen, dass sie zusammen viel zu „bereden“ haben! Unendlich ist die Liste der kynologischen Zeichensprache! Und man muss sich klar sein, dass es absolut unwichtig ist, welche Sprache dies nun ist. Ich meine damit, dass Sie mit genügend Autorität und Zeichensprachenkenntnis problemlos mit einem französischen, spanischen oder russischen Hund umgehen können!

„Ich kann Dich nicht riechen!“ – Stressituationen unter Hunden und Menschen

Ein wirklich interessantes Verhalten möchte ich Ihnen noch etwas näher beschreiben und erklären. Ich bin sicher, dass Sie den Spruch kennen: „Ich glaube, ich verziehe mich besser, denn hier herrscht dicke Luft“. Der Ausdruck –dicke Luft- benützt man so oft und hat eigentlich wenig Ahnung was damit gemeint ist. In die gleiche Kategorie gehört: „Ich kann diesen Herrn Müller nicht riechen!“ Beides Sprüche die ihren wahren Hintergrund haben. Lassen Sie es mich in wenigen Worten erklären: Vor Jahren kam ich mit einem meiner Hunde (Sennenhund) in eine unangenehme Situation. Wie waren nur zu zweit unterwegs, also nur der Bernersenn und meine Wenigkeit. Auf dem Weg, den wir gingen, kam es zu einer Verzweigung. Genau an diesem Ort standen auf einmal etwa 5 große Hunde beieinander. Alle Halter, wie alle Tiere waren erschrocken, da man die Verzweigungen vorher nicht genau einsehen konnte. Auf einen Schlag standen sich 5 große, unbekannte Hunde gegenüber. Man spürte regelrecht, dass es für alle (Rüden) Hunde sehr unangenehm war. Keiner wusste richtig, was er mit der Situation anfangen soll. Die 5 Tiere (wie erwähnt, richtige Kaliber!) schlichen umher und um den jeweils nächsten Hund. Keiner war angeleint und keiner wurde von seinem Besitzer zurückgerufen.Auch die Halter (inkl. mir!) waren nämlich genau so erschrocken, als auf einmal eine solche Ansammlung geballter Kraft zusammenstand. Es wurde in einer ganz komischen Ambiance umher geschlichen und alles wurde nervös. Nun kam der Moment, den ich nie mehr vergessen werde: Ich konnte auf einmal einen sehr strengen Duft riechen der von den 5 Hunden abgesondert wurde. Es war wirklich und ohne Zweifel „dicke Luft“ vorhanden! Auf einmal wurde mir klar, dass die Hunde in solchen Situationen einen Duft absondern, der den Gegner verwirren und warnen soll, nicht näher zu kommen. Für uns Menschen hieß es nun zu versuchen, die Ruhe zu bewahren. Es herrschte wirklich mehr als „dicke Luft“. Es war eine ganz unangenehme Stille vor dem Sturm! Ich empfahl, dass nun jeder der Besitzer langsam zu seinem Tier gehen und es zügig vom „Kampf- Platz“ führen soll. Gesagt getan… Sobald als jeder der Besitzer seinen Hund am Halsband packte, entstand nochmals ein Schwall mit diesem Duft! Zum großen Glück gelang es allen, ihenr Hund zu packen und das Weite zu suchen. Man spürte richtig, dass da jetzt ein recht langer Augenblick sehr „dicke Luft“ herrschte! Den Geschmack werde ich wohl nie vergessen. Ab diesem Tag wusste ich um die Bedeutung der Sprüche „Dicke Luft & einander nicht riechen können“! Es gäbe noch so viele Zeichen zu erklären, die uns die Hunde mitteilen. Der Platz auf dieser Infoseite ist aber leider nicht endlos. Darum habe ich mir gedacht, ich werde noch ein paar Körper- und andere Signale in Stichworten aufzählen. Dazu resp. dahinter folgt dann in kurzen Sätzen die Erklärung:


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  • Rute (Schwanz) in die Höhe strecken: Alarmsignal (kurz vor Angriff, Nervosität etc.)
  • Anbellen von unbekannten Menschen, speziell Nachts: Übertragung von Mensch auf Tier! Empfindet der Mensch jemand als „komisch“ oder gar angsterregend reagiert der Hund genau so.
  • Im Schlaf jaulen, fipsen, hell bellen, zucken etc.: Der Hund träumt! Ganz einfach träumen! Es kann auch vorkommen, dass der Hund Zuckungen hat und sein Körper richtiggehend zittert. Auch dies ist nicht weiter schlimm, sondern nur wg. dem träumen!
  • Ohren stellen: Er zeigt höchste Aufmerksamkeit.
  • „Analgesicht“ zeigen: Hund will Frieden und nichts Böses.
  • Pfote heben / entgegenstrecken: Aufmerksamkeit erregen oder Schlichtungsgeste als Entschuldigung.
  • Eines anderen Hundes Schnauze in seinen Fang nehmen: Höchste Form von Zuneigung zw. Hunden! Dasselbe gilt für das Abschlecken des menschlichen Gesichtes.
  • Am Hinterteil eines anderen Hundes riechen: Sich informieren über den Hund via Analdrüsen.
  • Auf den Rücken legen mit allen Beinen von sich gestreckt: Ich vertraue dir 100%! Oder nach einem Kampf zw. Rüden das Zeichen der Aufgabe. Rüden hören dann auf. Weibchen kennen dies nicht, da sie kämpfen bis zum Tod der Rivalin!
  • Mit Hinterteil auf dem Boden hin und her rutschen: Juckreiz wegen evtl. vollen Analdrüsen. Oder Leerung derselben.
  • Knurren: Je nach Knurrlaut kann es heißen: Achtung ich greife an, ich warne dich, komm nicht näher etc. Kann aber auch ein lustiges, freundliches Knurren sein!
  • Zähne zeigen: Im Zusammenhang mit Knurren, höchste Alarmstufe! Kann aber auch ein bei allen Hunden vorhandenes freudiges Lachen sein! Heraufziehen der Lefzen und eben nicht zeigen der Zähne! Je nach Hunderasse mehr oder weniger. Viel Haut oder wenig.
  • Kopf schütteln, oft und immer wieder: Etwas ist mit seinen Ohren nicht in Ordnung! Tierarzt!
  • Sich zu Hause vom Menschen absondern: Jeder Hund will und braucht dringend Ruhe und Zeit für sich alleine.
  • Demolieren von Gegenständen: In den meisten Fällen ein „Hilferuf“ wegen Unterbeschäftigung oder Liebesentzug! Zu wenig Zeit für den Hund!
  • Anbellen, anknurren, angreifen von anderen Hunden: Zeichen von Angst! Auch meist übertragen vom Meister! Hat der Meister Angst vor anderen oder z.B. schwarzen Hunden,hat dies der eigene Hund auch!
  • Anknurren von Besitzer oder jemand aus der Familie: Der Hund hat klar ein Problem mit der Rangordnung. Diese scheint nicht klar geregelt zu sein. Der Hund muss und will wissen, wo er im Rudel steht. Dies muss ihm klar gezeigt werden. Er ist ohne diese Regelung unzufrieden und knurrt sogar den Besitzer an. Klare Rangordnung schaffen und der Hund ist zufrieden und wird nie mehr knurren!
  • An Menschen empor springen:  Ein Liebesbeweis vom Tier zum Menschen. Der Hund möchte seinem Meister resp. dessen Gesicht nahe sein, so dass er dieses abschlecken kann. Sollte dem Tier abgewöhnt werden, weil dies nicht alle Menschen gerne haben. Speziell Bei großen Hunderassen kann es auch gefährlich sein.
  • Nach dem Markieren mit Urin, mit Hinterbeinen scharren:  Speziell Rüden haben diesen Drang. Man ist sich unter Fachleuten nicht sicher, ob dies nur ein Machogehabe ist, oder, dass der Hund seine Markierung noch weiter verteilen will. Ich glaube, dass es eine Mischung aus beidem ist.
  • Der Hund dreht sich mehrmals um seine eigene Achse, bevor er sich irgendwo hinlegt:  Ein instinktiver „Versuch“ ein „Nest“ zu bauen auf/in dem er sich dann wohl fühlt.
  • Der Hund „sabbert“: Verschiedene Ursachen. Eigentlich sabbern alle Hunderassen. Nur, dass es bei großen Tieren ausgeprägter ist. Entweder ist es ein Zeichen der Vorfreude auf etwas Essbares (genau wie beim Menschen wenn Wasser im Mund zusammenläuft!) oder dann ein Zeichen, dass er (bei Rüden) Witterung von einer „heißen“ Hündin aufgenommen hat. Ebenso entsteht Sabber beim riechen von weiblichem Urin.

Es gäbe noch unzählige Beispiele aber nicht genügend Platz…
Ich bin sehr gerne und immer bereit Ihnen Rede und Antwort zu stehen, wenn bei Ihnen resp. Ihrem Hund ein Problem auftaucht das Sie nicht „deuten“ und/oder lösen können. Der Mensch (sowie der Tierpsychologe!) muss aber auch eingestehen, dass man eben nicht immer restlos alles logisch resp. psychologisch deuten/erklären kann! Es gibt Dinge, bei denen man einfach nicht weiß, warum es ein Hund nun so oder so macht. Ich für meinen Teil sage dann auch offen, dass auch ich keine Erklärung habe und man versuchen muss, den Hund so zu nehmen wie er ist. Zum Glück sind nicht alle Tiere gleich!

Jeder Hund ist einzigartig

Zum Glück ist jeder Hund doch noch so „einzigartig“, dass man nicht von einer Fliessbandproduktion reden kann. Leider gibt es aber immer noch Menschen, die meinen (und dies auch so wollen!), dass jeder Schäferhund, jeder Pudel die oder die Veranlagung haben muss. Hat er diese nicht, dann taugt er in den Augen solcher „Hundeliebhaber“ nichts. Diese Eigenarten/Fehler werden dann in den Zuchtprogrammen nicht geduldet und der Hund wird ausgeschlossen! Nicht zuletzt aus diesen oder ähnlichen Gründen bin ich in keiner Weise ein Freund von Zuchtvereinen, die nur eingleisiges/monorassisches Denken haben. Ob Sie mir es nun glauben oder nicht, unter den wirklich „angefressenen“ Hundehaltern herrscht nicht wenig „Rass-Ismus“!! Da herrscht das Denken, dass es nur eine zu gebrauchende Hunderasse geben kann. Alle anderen Hunderassen werden ausgelacht und regelrecht geächtet. Ich bin kein 100% Gegner von Rassehunden, aber wenn mit gewissen Hunderassen Missbrauch betrieben wird, bin ich vehement gegen solche Machenschaften. Sie glauben ja nicht, was für Preise verlangt werden für 100%-rassereine- Schäferhunde! Deckrüden mit irgendwelchen hochtrabenden Gütesiegeln und Auszeichnungen kosten sehr schnell 30’000.—Fr. bis hinauf zu 6-stelligen Beträgen!! Jetzt schauen wir aber einmal den heutigen Rassestandard von Deutschen  Schäferhunden an. Für mich sind das hochgezüchtete arme Kreaturen, die körperliche Defekte haben, die aber angeblich rassebedingt und gewollt sind!

Ich bevorzuge Mischlinge

Ich bevorzuge da lieber Mischlingshunde und habe selbst zwei von dieser „Hunderasse “. Es ist ganz klar erwiesen, dass Mischlinge weit weniger anfällig auf Hundekrankheiten jeglicher Art sind! Sie sind robuster im Körperbau und neigen niemals so oft zu Defekten im Bereich der Knochen und Gelenke, wie dies bei Rassehunden der Fall ist. Alles in allem haben doch alle Hunderassen und alle Mischlinge ihre Berechtigung! Wichtig erscheint mir einfach, dass verantwortliche Hundehalter ihre Tiere nicht bei Scharlatanen kaufen. Es muss darauf geachtet werden, dass nicht überzüchtet wurde und die Tiere 100% (und mehr!) artgerechte Haltung genießen konnten. Zu wünschen wäre, dass den vielen Profit- Hundezüchtern endlich das Handwerk gelegt würde! Solange es aber Käufer gibt, denen dies alles nicht wichtig ist, wird es ewig Schwindler und Betrüger auf dem weltweiten Hundemarkt geben. Leider Gottes ist es vom Gesetz her immer noch so, dass die Tiere zu wenig Unterstützung bekommen. Angeklagt (wenn überhaupt!) wird z.B. bei Tierquälerei in den meisten Ländern nur eine Sachbeschädigung und nicht eine Körperverletzung. Dass diese „Sache“ jedoch ein intelligentes Lebewesen ist, wird vergessen!

Es liegt mir fern den Hund oder das Tier im Allgemeinen, dem Menschen gleich zu stellen! Hunde sind und bleiben Tiere! Es käme mir nicht in den Sinn, sie in einer Tasche zu tragen, sie mit Toblerone zu füttern, sie zu fleischgewordenen Püppchen zu machen, ihnen Mäntelchen zu kaufen oder ihnen eine Dauerwelle zu verpassen, sie sind und bleiben Hunde!

Nie darf vergessen werden, dass der Hund der beste Freund des Menschen sein kann! Immer vorausgesetzt, der Mensch „versteht“ die Sprache des Hundes! Ich versuche mich, mit meiner Arbeit als „Dolmetscher“ zwischen Hund und Besitzer zu fungieren. Für eines braucht es jedoch keinen „Übersetzer“. Für die Erkenntnis, dass:

Es keine dummen Hunde gibt! Nur dumme Besitzer!“ ©swi03

Ich bin immer und immer wieder erstaunt, wie wenig der Mensch dem Hund zutraut. Manchmal habe ich wirklich das Gefühl, dass Halter das Wissen eines Hundes mit dem eines Goldfisches gleichsetzen. Logisch wäre dann ja eigentlich auch, dass diese Menschen lieber Goldfische gekauft hätten. Selbst ich, der seit so vielen Jahren 24 Stunden am Tag mit Hunden zusammenlebt, bin immer wieder positiv überrascht, wie intelligent und einfühlsam die Vierbeiner sind. Sie haben ein Potenzial, das nie und nimmer ausgeschöpft wird/werden kann. Meine drei eigenen Hunde verblüffen mich so oft, dass ich auch nie müde werden kann, diese Art Tier zu studieren. Ich verlange in keiner Weise, dass sich alle Hundebesitzer als Tierforscher betätigen. Was ich aber einfach nie verstehen werde, ist die leidige Tatsache, dass so viele Menschen einen Hund (oder Tier gleich welcher Art) besitzen und absolut keine Ahnung haben, zu was dieses Geschöpf alles fähig ist. Der Hund wird meist „seinem Schicksal“ überlassen. Damit meine ich, dass ein solch großer Teil der Halter weder von Erziehung noch von richtiger Haltung  Ahnung hat.

Haltung und Erziehung eines Hundes will gelernt sein

Kein Mensch würde als Anfänger in einem Auto sitzen, ohne vorher Fahrstunden genommen zu haben. Kein Mensch würde ins Wasser springen, obwohl er nicht schwimmen kann. Es gäbe noch so viele Beispiele, die man benennen könnte. Was ich sagen will ist, dass es einfach traurige Tatsache ist, dass Menschen ein Tier kaufen & halten können (dürfen) ohne, dass sie auch nur die geringste Vorahnung haben. Tagtäglich habe ich Begegnungen mit anderen Hundehaltern, über ich mich nur maßlos ärgern kann. Die haben ein „denkendes Lebewesen“ am anderen Ende der Leine und wissen darüber nichts bis gar überhaupt gar nichts! Leider Gottes ist der Hund ja ein solch gutes Wesen, dass er sogar solches mit sich geschehen lässt. Ich weiß nicht ob ich es schon gesagt habe, aber eines ist mir so was von zuwider. Nämlich die immer wieder erlebten Situationen bei denen folgendes abläuft:

Bei manch kleinem Hund nimmt man es mit der Erziehung weniger genau

Da trifft ein kleiner Hund auf einen großen Vierbeiner. Der kleine Hund bellt wie wild und scheint zu allem entschlossen (aus lauter Angst). Die dabeistehenden und dazugehörenden Hundhalter lachen und meinen: „….ach, ist er nicht süß der Kleine!? Er ist halt ein lustiger Schreihals.“ Würde die gleiche Situation entstehen, aber mit dem Unterschied, dass der große Hund bellt, würde Folgendes zu hören sein: „Halten sie ihre Bestie zurück, dieser Kampfhund bellt meinen kleinen Putziwutzi an und will ihn sicherlich gleich fressen….“ Für mich eine Situation zum schreien und zum heulen. Tatsache ist nun leider mal, dass ein großer Teil der Kleinhunde- Besitzer ihren „Besitz“ überhaupt nicht kennen, geschweige denn erziehen. Und schuldig sind dann natürlich wieder die ach so bösen Großhunde und deren Besitzer.

Lassen Sie mich betonen, dass ich in keiner Weise ein Kleinhundehasser, oder was auch immer in dieser Richtung bin. Kann ich ja gar nicht sein, da ich ja selbst (neben meinen zwei Riesen) einen Miniaturhund habe. Was ich da nicht täglich für hoch- qualifiziert- doofe Fragen gestellt kriege. „Ja machen die Grossen dem Kleinen nicht weh? Gehen die nicht auf den wehrlosen, kleinen Putzi- Dackel los und zerfetzen ihn wohl gleich noch?“ Bitte glauben Sie mir, genau solche Fragen höre ich fast täglich. Meine Antwort darauf ist meist die folgende: „Haben sie Kinder zu Hause? Wenn ja, wieso geht denn die größere Tochter nicht mit fletschenden Zähnen auf ihren kleineren Putzi- Bruder los?“ Traurige Tatsachen aber eben leider absolut der Wahrheit entsprechend.

Ob groß ob klein, jeder Hund braucht Erziehung

Ob nun Dackel, Schäferhund, Windhund, Terrier oder Neufundländer, alle wollen unbedingt erzogen werden. Sie wollen wissen, wo sie stehen. Werden sie vom Halter einfach ihrem „Schicksal überlassen“, entwickeln sie Macken die bis zu schweren, psychischen Störungen ausarten können. Und wer hat Schuld? Der Hundezüchter? Die anderen, meist großen Hunde? Nachbars Katze? Sicher nicht! Es gibt da nur einer, der zur Rechenschaft gezogen werden sollte. Einzig und alleine der Besitzer ist zuständig und schuld für das Tun oder Nichtstun seines Hundes! Der Hund ist nun einfach immer nur so gut, oder schlecht wie dies sein Halter zulässt! Wie soll aber jemand etwas erziehen, wenn er davon keine Ahnung hat? Eine traurige Tatsache, die wohl leider auch beim „Kindermachen und Kinderkriegen“ eine nicht unwichtige Rolle spielt. Ich vertrete auch ganz vehement die These, dass man jemand, der nie sozialisiert wurde, auch nicht resozialisieren kann. Es müsste demnach bei Null angefangen werden. Bei Hunden ist dies zum Glück möglich und ohne Probleme machbar. Bei den Kindern/Menschen eben leider „eher nicht“!

Millionen von Haustieren werden vermenschlicht. Wann geschieht dies endlich auch mit den Kindern dieser Welt?

Ich bin der festen Überzeugung, dass man jeden Hund ohne größere Probleme von seiner psychischen Auffälligkeit „heilen“ kann. Jedes, aber auch wirklich jedes Problem ist mit Sicherheit zu beheben! Natürlich immer vorausgesetzt, dass dem Tier nichts Medizinisches fehlt. Ist es aber gesund, gibt es keinen Grund, dass es nicht funktionieren sollte. Die Prämisse dabei ist aber eben, dass der Mensch und Halter zu 100% mitmacht. Er muss schlussendlich alles das umsetzen, was ihm der Tierpsychologe/Hundetrainer rät.

Es ist immer wieder schön zu sehen/erleben, wenn Menschen auf einmal merken, dass all dies ja gar keine „Hexerei“ ist. Mann muss nur logisch denken und dem Tier eben auch etwas zutrauen. Wenn es niemand wirklich verdient hat, aber der Hund als bester Freund des Menschen hat es verdient!

„Im Gegensatz zum Menschen ist jeder Hund grundehrlich. Dies von ganzem Herzen und nicht, weil ihm das jemand beigebracht hat“ ©swi03

Nutzen Sie also all die Vorteile, die ein Hund einem Menschen geben kann. Und bitte glauben Sie mir, der Hund gibt so viel, dass man es gar nicht richtig beschreiben kann. Ich hoffe nun, dass ich Ihnen ein klein wenig beschreiben konnte, wie es denn so ist, wenn man mit einem Vierbeiner zusammenlebt! Glauben Sie mir, dieses Zusammenleben ist „unbeschreiblich“ schön!

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Vierbeiner wunderschöne, gemeinsame Jahre! Und immer daran denken, der Hund versteht mehr, als Sie ahnen!

Alles Gute für Sie und Ihren Freund!
Stefan K. Wittlin