Der Afghanische Windhund – eine langhaarige, exotische Hundeschönheit

Schnell wie der Wind, mutig wie ein Löwe und treu bis in den Tod – das zeichnet den Afghanen aus


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Afghanischer WindhundDer Afghanische Windhund (kurz „Afghane“ genannt) ist eine anmutige und stolze Erscheinung, die eine fernöstliche Unergründlichkeit ausstrahlt. Die aus Afghanistan, dem Hochland des Hindukusch stammende alte Windhundrasse, wird in Afghanistan als Thasi bezeichnet. Der Afghanische Windhund besitzt den Status eines Nationalhundes und wurde in den 30er Jahren von der FCI als Hunderasse anerkannt. Er zählt zur Gruppe 10 (Windhunde), Sektion 1 (langhaarige oder befederte Windhunde) und besitzt die Standard-Nr. 288. Unter den dreizehn Windhundrassen erfreut sich der Afghanische Windhund weltweit der größten Beliebtheit. Mit seinem langen, seidigen Fell und seinem eleganten Gang ist er eine beeindruckende Erscheinung. Dieser selbstbewußte und freiheitsliebende Hund spricht jedoch nicht unbedingt auf konventionelle Hundeerziehungsmethoden an. Während er sich im Haus ruhig verhält, kann im Freien der Jagdtrieb mit ihm durchgehen. Der Afghane ist freundlich zu Kindern und Artgenossen. Schön charakterisiert ein afghanischer Spruch diesen Windhund: „Schnell wie der Wind, mutig wie ein Löwe und treu bis in den Tod.“

Geschichte und Herkunft

Steckbrief Afghanischer Windhund

  • Ursprungsland: Afghanistan
  • Standardnummer: 228
  • Widerristhöhe: Rüden: 68-74 cm, Hündinnen: 63-69 cm
  • Gewicht: 23 bis 34 Kilogramm
  • Verwendung: Windhund
  • FCI-Gruppe 2: Windhunde
  • Sektion 1: Langhaarige oder befederte Windhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Es gibt keine exakten Hinweise auf den Ursprung des Afghanischen Windhundes. Jedoch bereits auf 4000 Jahre alten Malereien sind Hunde zu sehen, die dem Afghanischen Windhund im Aussehen schon sehr ähneln. Ebenso bilden seine Umrisse griechische Wandteppiche ab. Man vermutet, dass ein Hund aus dem Nahen Osten nach Afghanistan kam und die Nomaden mit ihm den Vorfahr des heutigen Afghanischen Windhundes züchteten. Die früh eingewanderten Hunde besaßen bereits ein langes Fell, das sie gegen die kalte Gebirgsluft schützte. Der „Afghane“ hat Ähnlichkeit mit dem Persischen Windhund „Saluki“ und dem kirgisischen Windhund „Taigan“. Es wurden zwei Varianten des Afghanischen Windhundes gezüchtet, wobei sich der Gebirgs-Typus (Ghazni) gegenüber dem Wüsten-Typus (Bell-Murray) durchsetzte. Der Afghanische Windhund war früher ein Begleiter des Adels. Die mutigen und selbständigen Afghanischen Windhunde wurden zum Bewachen der Schafherden und zur Jagd von Hasen, Gazellen und sogar Schneeleoparden eingesetzt. Mit ihrem „königlichen Aussehen“ wurden sie auch vom Afghanischen Adel als Begleithund sehr geschätzt und zur Jagd mit dem Falken mitgenommen. Aufgrund eines Verbotes, den Afghanischen Windhund zu exportieren, gelangte er erst mit den Offizieren im 19.Jahrhundert nach England. Als Captain Barff auf einer Ausstellung im Crystal Palace von London seinen „Zardin“ ( was für ein aussergewöhnlicher Hundename ) präsentierte, stieß diese exotische Hunderasse auf lebhaftes Interesse. Auch Königin Victoria begeisterte sich für den wunderschönen und repräsentativen Afghanischen Windhund.

Afghane beim Coursing Training

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Erscheinungsbild

Die elegante Erscheinung des Afghanischen Windhundes wird ergänzt durch seinen leicht federnden Gang. Die Rüden des Afghanischen Windhundes besitzen eine Widerristhöhe von 68 bis 74 Zentimetern. Das Gewicht von Rüden und Hündinnen liegt zwischen 23 und 34 Kilogramm. Die Lebenserwartung des Afghanischen Windhundes liegt erfahrungsgemäß bei 10 bis 13 Jahren. Sein langes, gerades Fell besteht aus dicken Haaren mit einer herrlich seidigen Struktur. Die Fellfarben des Afghanischen Windhundes umfassen die Nuancen Creme, Silber, Sandgelb und Schwarz. Die Haare sind im Gesicht und am Rücken etwas kürzer. Die Gesamterscheinung des Afghanischen Windhundes besitzt ein exotisch-orientalisches Flair.

Zwei Afghanen in Action

Wesen und Charakter des Afghanischen Windhundes


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Afghanischer Windhund Hunderasse

Eine sehr selbstbewußte Hundepersönlichkeit – In seinem Ursprungsland war der Afghanische Windhund ein Einzelgänger, der aber im Spielen mit Artgenossen sein lebhaftes Temperament offenbart. Auch der heutige Afghanische Windhund zeigt ein stolzes und unabhängiges Verhalten, das zuweilen auch eigensinnig sein kann. Es kann vorkommen, dass er durch Personen, die er nicht mag, gelangweilt hindurch sieht. Daher ist beim Erwerb eines Welpen oder erwachsenen Tieres dieser Hunderasse darauf zu achten, dass „die Chemie zwischen Hund und Besitzer stimmt“. Da die Afghanischen Hunde sehr sensibel sind, sind sie nicht unbedingt die richtige Wahl für Anfänger in der Hundehaltung. Bringt der Besitzer jedoch genügend Verständnis für das oft ungewöhnliches, orginelle Verhalten auf, gilt diese Hunderasse als leicht zu erziehen. Vernachlässigen sollte man diesen stolzen und anhänglichen Hund aber nie. Ein stolzes, eigensinniges und anhängliches Wesen – Wenn die Afghanischen Hunde auch überhaupt nicht zur Aggressivität neigen, es ist eine große Hunderasse bei der die Kinder auch bereits eine gewisse Größe haben sollten. Blinden Gehorsam und Unterordnung sollte man einem Afghanischen Windhund nicht zumuten, er wird sich nie wie ein abgerichteter Wach- und Schutzhund verhalten. Mit seinem unnahbaren Gesichtausdruck täuscht er über seine Empfindsamkeit hinweg. Seine Verträglichkeit mit fremden Personen und anderen Hunderassen ist nicht sehr hoch. Mit dem Menschen zeigt er jedoch eine enge, liebevolle Verbundenheit.

Auslauf/Pflege

Der Afghanische Windhund wurde früher zur Jagd schneller Tiere eingesetzt. Dies bedeutet, dass er einen angeborenen Hetztrieb besitzt und im Freien an der Leine zu führen ist. Ein Afghanischer Windhund wird kaum auf ein Pfeifen und Rufen umkehren. Seinem Bewegungsdrang kann man gut mit der Windhunderennbahn gerecht werden. Ein Afghanischer Windhund kann es dort durchaus auf Geschwindigkeiten von 80 Km/h bringen. Eine Bewegungsalternative ist die Begleitung des Besitzers beim Laufen, Radfahren oder Reiten. Die Vertreter dieser Hunderasse sind davon begeistert, viel und über große Entfernungen zu rennen, wenn sie auch eher Sprinter als Dauerläufer sind. Beim Laufen und Spielen zeigt er seinen temperamentvollen Charakter, der oft von einem ruhigen Verhalten überdeckt wird. Das Fellkleid benötigt viel Pflege – Der Afghanische Windhund ist insgesamt eher pflegeleicht, jedoch beansprucht seine seidige Haarpracht einige Zeit für das regelmäßige Durchkämmen, Bürsten und Baden. Ein ungepflegter Afghanischer Windhund ist nicht nur ein erbärmlicher Anblick, auch der Hund selbst leidet darunter. Seine seidigen Kopfhaare werden fachmännisch als „topknot“ bezeichnet. Wer einen Hund kaufen möchte, wird um die 800 Euro anlegen müssen.  Aus dem niedlichen Hundewesen entwickelt sich der erwachsene Afghanische Windhund mit seiner besonderen Anmut und faszinierenden Ausstrahlung.

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Afghanen in Not

Legt man sich einen Afghanischen Windhund zu, sollte man bedenken, dass diese Hunde sehr viel Auslauf brauchen. Ein seriöser Afghanen Hundezüchter wird immer genau prüfen, ob der potentielle zukünftige Hundebesitzer wirklich in Frage kommt. Trotzdem passiert es, dass  Afghanen in Not geraten, weil der frischgebackene Hundebesitzer feststellt, dass er gar nicht die Zeit für den benötigten Auslauf aufbringen kann. Daher sollten die Fürs und Widers unbedingt genau abgewogen werden, wenn man einen Hund kaufen will.  Ein Afghanischer Windhund wird  am glücklichsten sein, wenn man mit ihm regelmässig die Windhundrennbahn besucht; für einen Hundesport wie Agility ist der Afghanische Windhund weniger geeignet.