Der Australian Shepherd – ein Unikat in Farbe und Zeichnung

Intelligent, lebhaft und aufmerksam – der Australian Shepherd hat einen ausgeprägten Herdentrieb


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Erst seit dem Jahre 1996 ist der Australian Shepherd eine von der FCI anerkannte Hunderasse . Entgegen dem Namen ist das Ursprungsland der Aussies – wie sie liebevoll genannt werden – nicht Australien sondern die USA. Hierzulande ist diese zu den Hütehunden gehörende Hunderasse beinahe eine Art Modeerscheinung geworden, was leider auch mit sich bringt, dass der Australian Shepherd nicht richtig gehalten und dass bei der Züchtung nicht selten mehr auf Quantität als auf Qualität geachtet wird. Wer also einen Hund kaufen will, sollte daher den Australian Shepherd Hundezüchter genauestens unter die Lupe nehmen.

Geschichte und Herkunft

    Steckbrief Australian Shepherd

  • Ursprungsland: Vereinigte Staaten von Amerika
  • Standardnummer: 342
  • Widerristhöhe: Rüden: 51-58 cm, Hündinnen: 46-53 cm
  • Gewicht: 16 bis 32 kg
  • Verwendung: Hütehund
  • FCI-Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
  • Sektion 1: Schäferhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Es gibt mehrere Theorien über die Herkunft des Australian Shepherds. Man kann es jedoch als gesichert bezeichnen, dass diese Hunderasse aus den USA stammt, wo sie ihren Namen nach den Schafen erhielt, die sie hütete. Genauer betrachtet kann man feststellen, dass sich um 1800 in Nord-Amerika verschiedene europäische und australische Hütehunderassen von Immigranten mit denen der baskischen Schafhirten, welche ihre Hunde ebenfalls bei der Einwanderung nach Amerika mitbrachten, vermischten. Zur gleichen Zeit fand der Export von Merinoschafen von Europa über Australien nach Amerika statt. Dort nannte man sie „Australien Sheep“, und in Anklang an sie ihre Hütehunde Australien Shepherds. Aufgrund seiner Intelligenz und seines Wesens erfreute sich der Australien Shepherd nach dem 2. Weltkrieg in den USA besonderer Beliebtheit. Er war von den amerikanischen Farmen und Ranches nicht mehr wegzudenken. Und so sorgten die dortigen Hundezüchter  dafür, dass die Weiterentwicklung der Hunderasse unter Berücksichtigung der Vorteile vorangetrieben wurde. Erst in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kamen die Australian Shepherds nach Europa, und auch erst dann wurde ein Zuchtbuch eröffnet. Die erste offizielle Registrierung fand 1971 statt. 1977 trat der erste Hunderasse standard des ASCA und 1993 ein weiterer, eigener Hunderasse standard des AKC in Kraft. Heute ist diese Hunderasse eine Art Modehund geworden und wird nur noch selten ihrem ursprünglichen Wesen gerecht.

Video zur Rasse des Australian Shepherds

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Erscheinungsbild

Beinahe jeder einzelne Hund dieser Hunderasse weist ein individuelles Erscheinungsbild bezüglich Farbe und Zeichnung auf. Dennoch haben die Hunde bestimmte gemeinsame Merkmale. Der Australian Shepherd gehört mit der Standard-Nummer 342 zur FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde) und dort zur Sektion 1 (Australian Shepherd). Er hat – je nach Geschlecht – eine Widerristhöhe von 46 bis 58 cm sowie ein Gewicht von 16 bis 32 kg. Der Australian Shepherd kann unter idealen Bedingungen durchschnittlich 12 bis 13 Jahre alt werden. Bezüglich seiner Fellfarbe wird er in die Grundfarben schwarz, rot, blue-merle und red-merle unterschieden. Dabei können diese Farben für sich alleine existieren oder aber mit weißen und/oder kupferfarbenen Abzeichen kombiniert sein. Die Hundezüchter sprechen von 16 möglichen Farbvarianten. Ferner verlangen die Standards, dass Weiß nicht am Kopf vorherrschen darf und dass die Augen komplett von Pigment und Farbe umgeben sein müssen. Blue-merle Australian Shepherds werden mit zunehmendem Alter dunkler. Was die Fellstruktur anbelangt, so hat diese Hunderasse halblanges, wetterbeständiges Fell mit einer dichten Unterwolle, welche sich entsprechend des Klimas verändert. Das Deckhaar ist entweder glatt oder leicht gewellt. In der Vergangenheit verlangte man bei dieser Hunderasse eine kupierte Rute. Da das in einigen Ländern aber verboten ist, sind unkupierte Hunde zugelassen. Einige der Australian Shepherds kommen mit einer Stummelrute zur Welt. Charakteristisch für den Australian Shepherd sind die mandelförmigen, zumeist blauen, braunen oder bernsteinfarbenen Augen. Er besitzt ferner dreieckige, an den Spitzen abgerundete Kippohren. Der Körper ist gut proportioniert. Australian Shepherds sind gut bemuskelt und bewegen sich raumgreifend sowie geschmeidig.

Wesen und Charakter des Australian Shepherd


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Der sehr intelligente, aufmerksame und lebhafte Australian Shepherd verfügt über einen ausgesprochen gut entwickelten Herdentrieb. Wurde er deshalb früher ausschließlich als Schäfer- bzw. Hütehund genutzt, so fällt ihm heute vielfach der Aufgabenbereich eines Begleithundes zu. Weitere charakteristische Eigenschaften dieser Hunderasse sind sein Bewachungsinstinkt sowie seine enorme Ausdauer und Treue. Das macht seine Haltung sowie seine Hundeerziehung sowohl einfach als auch gleichzeitig kompliziert: Seine enorme Anhänglichkeit lässt ihn zu einem beliebten Weggefährten werden und erleichtert seine Hundeerziehung, sein Bewegungsdrang und seine Ausdauer hingegen verlangen nach Arbeit bzw. sportlicher Betätigung. Daher gehört ein Aussie auch nur in die Hände von Menschen, die ihnen genügend Zeit, Zuwendung, Aufgaben sowie sportliche Betätigung bieten können. Diese Hunde bedürfen sowohl der körperlicher Beschäftigung als auch der Kopfarbeit. Werden sie nämlich nicht genügend gefordert, so suchen sie sich schnell „Ersatzbeschäftigungen“, die nicht immer im Sinne ihres Besitzers sind. Neben ausgiebigen Spaziergängen, Wanderungen oder Radtouren sollte der Australian Shepherd unbedingt auch zum Hundesport geführt werden. Obedience, Flyball, Discdogging, Dogdancing oder natürlich Agility sind einige der Sportarten, die den Hund in ausreichendem Maße physisch wie auch kognitiv auslasten können. Ist der Hund derartig beschäftigt und gefordert, dann kann man ihn auch als Familienhund halten. Wer sich einen Australian Shepherd zulegen möchte und noch nach dem richtige Hundenamen sucht, findet übrigens in unserem Namensverzeichnis auf Hunde-fan.de viel schöne, ausgefallene und klangvolle Namen für seinen Liebling. Australian Shepherds lernen gerne und schnell, was aber auch eine große Konsequenz seitens des Halters verlangt, denn aufgrund seiner hohen Intelligenz weiß der Aussie sehr rasch Hundeerziehungsfehler und -lücken auszunutzen. Am liebsten begleitet er sein Herrchen oder sein Frauchen immer und überall hin, wobei er sehr wachsam und aufmerksam ist. Des Weiteren kann der Australian Shepherd als ausgeglichen, friedlich und gutmütig bezeichnet werden, der bei der Kontaktaufnahme zunächst erst einmal reserviert ist. Gerne setzt man den Aussie zur Fährtenarbeit sowie zum Aufspüren von Drogen, im Rettungswesen oder aber bei Feuerwehr und Polizei ein. Aufgrund mancher „Überzüchtungen“ werden die an sich so robusten Hunde immer empfänglicher gegenüber Hundekrankheiten und Defekten. Mit dem in Deutschland ausgesprochenen Verbot, Merle-x-Merle-Verpaarungen vorzunehmen, konnte man der genetisch bedingten Blind- und/oder Taubheit entgegenwirken. Weitere, noch vorhandene Probleme und Hundekrankheiten sind HD, Autoimmunerkrankungen, Allergien, Epilepsie und einige weitere.

Auslauf/Pflege

Prinzipiell ist der Australian Shepherd ein eher anspruchsloser Hund, was Pflege und Haltung anbelangt, wenn man folgende Dinge berücksichtigt: Neben den üblichen Tierarztbesuchen mit Impfungen, Entwurmungen etc. benötigt er – wie bereits erwähnt – enorm viel Auslauf, sowie sportliche Betätigung neben Kopfarbeitsangeboten. Ferner braucht das Fell regelmäßige Pflege durch Kamm und Bürste.

Australian Shepherd in Not

Der Australian Shepherd ist ein durchaus anspruchsvoller Hund, was seine Beschäftigung anbelangt. Dies wird von manchen Hundebesitzern übersehen. So passiert es immer wieder, dass ein Australian Shepherd in Not kommt, weil sich der Hundehalter nicht über die Anforderungen im Klaren ist und/oder die Zeit für den Hund nicht aufbringen kann. Bevor man den nächstgelegenen Australian Shepherd Hundezüchter aufsucht, lohnt daher der Besuch im Tierheim. Hier findet man auch etliche Welpen in Not, wobei Rassewelpen eher selten sind.