Der Billy – Aus 3 mach eins…

Billys lieben die Sonne und das Faulsein – auf der Jagd entwickeln Billy Hunde allerdings durchaus Ehrgeiz


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Billy RasseDer Billy, welcher seinen Namen aus dem Heimatort seines Erstzüchters hat, entstand aus drei nunmehr ausgestorbenen Hunderassen, nämlich den Larryes, den Céris und den Montaimboeufs. Beinahe hätte ihn nach dem 2. Weltkrieg das gleiche Schicksal ereilt. Man findet diese Hunderasse kaum außerhalb der französischen Grenzen.

Geschichte und Herkunft

Steckbrief Billy

  • Ursprungsland: Frankreich
  • Standardnummer: 25
  • Widerristhöhe: Rüden: 60-70 cm, Hündinnen: 58-62 cm
  • Gewicht: 25 bis 30 kg
  • Verwendung: Laufhund
  • FCI-Gruppe 6: Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen
  • Sektion 1.1: Große Laufhunde. Mit Arbeitsprüfung.

Die Hunderasse des Billys entstand erst Ende des 19. Jahrhunderts, und man kann diesen Hunden eine gewisse Ähnlichkeit mit den Weißen Königshunden, welche ihren Ursprung wahrscheinlich im 16. Jahrhundert haben, nicht absprechen. In Billy, einem Ort im französischen Poitou, züchtete einst Hublot du Rivault aus den mittlerweile nicht mehr existenten Hunderassen Montaimboeuf, Céris und Larrye die Hunderasse Billy, wobei einige Quellen behaupten, den genetischen Hauptanteil hätten die Poitevins beigetragen. Der 1. Welpe dieser Hunderasse kam übrigens 1877 zur Welt. Nach dem 2. Weltkrieg war denn auch diese Hunderasse vom Aussterben bedroht, da lediglich 2 Exemplare überlebten. Anton, dem Sohn des Erstzüchters, gelang es schließlich in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die Hunderasse aufleben zu lassen. Eine seiner Hündinnen – Blondinette – brachte gar 78 Welpen zur Welt. Heute gibt es wieder mehrere Billy-Zuchten in Frankreich. Hunde kaufen kann man also am besten bei unseren westlichen Nachbarn. Wer einen Namen für seinen Billy sucht, wird ihm aufgrund der Herkunft vielleicht einen französischen Hundenamen geben wollen.

Erscheinungsbild

Der Billy läuft bei der FCI unter der Standardnummer 25, wobei er der Gruppe 6 – Lauf- und Schweißhunde sowie verwandte Hunderassen – und der Sektion 1 – Laufhunde – angehört. Gleichzeitig gilt er als Vertreter der Untersektion 1.1 – Große Laufhunde. Bei einer Widerristhöhe von 58 bis 70 cm sowie einem Gewicht von 25 bis 30 kg zählen diese Hunde zu den zwar großen aber dennoch sehr grazilen Hunden. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 11, teils sogar 12 bis 13 Jahren. Das Fell dieses französischen Laufhundes, auf das bei der Züchtung durch Hublot du Rivault akribisch geachtet wurde, ist glatt mit kurzem Haar und in den Farben Rein- oder Milchkaffeeweiß oder auch Weiß mit zitronen- beziehungsweise hellorangefarbenen Flecken. Typisch sind die schwarz umrandeten Augen und der dunkle Nasenschwamm sowie die mittellangen Hängeohren. Der Billy ist schlank, besitzt jedoch ein sehr stabiles Skelett.

Wesen/Charakter des Billy


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Als Jagdhund besitzt der Billy eine ausgesprochen gute Nase, die ihn vor allem auch größeres Wild aufspüren lässt. Während der Jagd handelt er besonnen und ruhig; er ist also keineswegs ein nervöser Hund. Er ist sehr schnell und bewegt sich dabei hauptsächlich im Galopp. Der Billy ist extrem einsatzfreudig, sehr geschickt und clever, zu Kindern wie zu Erwachsenen ist er ein sehr freundlicher Hund. Als Wachhund ist diese Hunderasse ganz und gar nicht geeignet. Auch sind sie weniger ideale Begleithunde. Vielmehr fühlt sich der Billy durchaus in einem Zwinger unter seinesgleichen sehr wohl. Der Billy liebt Sonne, wobei er Stundenlang in der Sonne auf der faulen Haut liegen kann. Wird die Hitze zu groß, zieht er sich jedoch gerne in den Schatten zurück. Leider ist der Billy gegenüber erbbedingten Hundekrankheiten sehr anfällig.

Auslauf/Pflege

Als Jagd- und Laufhund benötigt der Billy natürlich jede Menge Auslauf. Er sollte keineswegs in einer Stadtwohnung, vielmehr eher in einem Zwinger mit mehreren Hunden gehalten werden. Dabei ist tunlichst darauf zu achten, dass der Zwinger sauber gehalten wird, also spätestens alle 14 Tage zusätzlich mit Chlorwasser gereinigt wird. Das kurze Fell benötigt nicht viel Pflege, regelmäßiges Bürsten reicht durchaus aus. Wenn der Hund auf die Jagd geht, sollte er zusätzlich regelmäßig auf Parasiten hin untersucht werden. Auch seine Sohlenballen müssen untersucht und notfalls gereinigt und gepflegt werden. Innenohren sowie Gebiss sollten ebenfalls hin und wieder kontrolliert und gereinigt werden.

Billy in Not

Der Billy ist bei richtiger Haltung ein recht anspruchsloser Hund. Dennoch geschieht es, dass Hunde in Not kommen, weil ein Hundehalter aus verschiedensten Gründen den Hund in einem Tierheim abgibt. Entscheidet man sich für einen Billy aus dem Tierheim, sollte man sich das Tier genauer ansehen und prüfen, wie gut der Hund sozialisiert ist, bzw. ob auch der Besuch beim Hundetrainer vonnöten ist, um den Hund erfolgreich zu resozialisieren.