Bordeaux Dogge
Portrait Bordeaux Dogge – ein sensibles Kraftpaket mit faltenreicher Stirn
Allgemeines über die Bordeaux Dogge
Die Bordeaux Dogge (synonym Dogue de Bordeaux) wirkt, mit ihrem massiven Körperbau und der in Falten gelegten Stirn, auf viele Mitmenschen einschüchternd. Dabei ist sie mit einer liebevoll-konsequenten Erziehung ein anhänglicher Familienhund. Die Entscheidung für eine Bordeaux Dogge sollte von ganzem Herzen getroffen werden, denn ihre Beziehung zu ihrem Besitzer gestaltet sich sehr intensiv.
Der amerikanische Film Scott & Huutsch, in dem eine stürmische Bordeaux Dogge die Wohnung des peniblen Polizisten (Tom Hanks) auf den Kopf stellt, hat die Sympathie für diesen sensiblen Hunderiesen auch außerhalb Frankreichs gesteigert. Die Besitzer der Bordeaux Dogge müssen zwar nicht sehr lauffreudig sein, aber das stürmische „Kraftpaket“ bändigen können.
Geschichte und Herkunft der Bordeaux Dogge
Die Bordeaux Dogge – ein Prototyp des Schutz- und Wachhundes
Im Ursprungsland Frankreich ist die Bordeaux Dogge eine der ältesten Hunderassen. Ein sehr früher Vorfahr ist vermutlich der Altanerhund. Bei der Rückverfolgung der Abstammung trifft man auf die Doggen des antiken Roms, die Molosser (Schutz- und Kampfhunde). Der im Mittelalter gehaltene Metzgershund wurde auch als „Saupacker“ bezeichnet. Diese Hunde wurden mit anderen kraftvollen Hunden, z.B. aus Nordspanien gekreuzt, was die genetische Basis für die heutige Bordeaux Dogge geliefert haben könnte.
Neues Züchtungsziel – Friedfertigkeit und Anhänglichkeit – Ursprünglich wurde die Bordeaux Dogge auf Schärfe und Kampfbereitschaft hin gezüchtet. Diese Hunde besaßen eine beeindruckende Körperkraft und mussten Kämpfe mit Bullen bestehen. Wenn auch diese Hunderasse kontinuierlich auf friedlichere und sanftmütige Eigenschaften hin gezüchtet werden, zählen sie in einigen Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Brandenburg) zu den Listenhunden. Die Bordeaux Dogge besitzt die FCI-Standard-Nr. 116 und zählt zur Gruppe 2 (Pinscher, Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennhunde) und der Sektion 2.1 (doggenartige Molosser). Die ehemalig vorhandene Brutalität wurde heraus gezüchtet, aber dennoch ist eine konsequente Erziehung ein Muss.
Erscheinungsbild
Charakteristisch für die Bordeaux Dogge ist der breite, mächtige Kopf, dessen Gesichtshaut sich bei Stress in parallel verlaufende, tiefe Falten legt. Der Knochenbau ist außergewöhnlich kräftig. Der Gang der Bordeaux Dogge ist für einen Molloser erstaunlich harmonisch. Das Hundehaar ist kurz und fühlt sich weich an. Die Fellfarben umfassen die Farbnuancen fahlgelb, goldfarben und mahagonifarben. Das Gesicht hat oft keine Maske, kommt aber auch mit schwarzer oder brauner Maske vor. Die Schulterhöhe des Rüden beträgt zwischen 60 bis 68 Zentimeter und bei der Hündin 58 bis 66 Zentimeter. Der Rüde hat in der Regel ein Gewicht von mindestens 50 Kilogramm, auch die Hündin wiegt ca. 40 Kilogramm.
Wesen/Charakter der Bordeaux Dogge
Die Bordeaux Dogge – kein Hund für Halbherzigkeit – Aufgrund ihres Molossererbes ist die Bordeaux Dogge sehr nervenstarker, aber auch ihr Besitzer sollte es sein. Eine konsequente Erziehung (mit wirksamer Stimmlage) ist wichtig bei einem Hund, der lieber selbst entscheidet, ob und wann er dem Kommando folgen soll. Wenn auch das Sabbern durch die Züchtung zurückgegangen ist, ganz verschwunden ist es nicht. Wer darüber hinwegsehen kann, hat viel Freude an dem einfühlsamen und freundlichen Hund, der auch Kindern ein guter Kamerad sein kann. Artgenossen gegenüber ist er allerdings gar nicht wohlwollend. Ihrem Besitzer bringt die Bordeaux Dogge viel Wertschätzung entgegen.
Ferien – nur mit Bordeaux Dogge – Wenn das Ferienziel geplant wird, sollte es auch für die Bordeaux Dogge geeignet sein, denn sie will gerne bei ihrer Familie bleiben. Die Unterbringung in einer Tierpension setzt dem sensiblen Hund zu und Freunden fehlt oft der Mut für die Kurzzeitpflege dieses kraftvollen Tieres. Ist eine Bordeaux Dogge gut erzogen, kann man sie vom Jagen und Streunen abhalten. Ihr Temperament umfasst Mut und Entschlossenheit. Die Sensibilität des Tieres lässt sich erkennen, wenn die Bordeaux Dogge mit großer Freude auf ihr Heimkommen reagiert.
Auslauf/Pflege
Eine Bordeaux Dogge braucht Platz sowie Bewegungsfreiheit in einem Haus und einem großen, umzäunten Garten. Die Lauffreude dieser Hunderasse hält sich in Grenzen. Dennoch sollte ihr Halter jeden Tag einen Spaziergang mit seiner Bordeaux Dogge unternehmen. Neben dem Fahrrad herlaufen ist nichts für die schweren Gliedmaßen des Hundes.
Die Bordeaux Dogge ist ein geeigneter Begleiter für den eher mäßig aktiven Hundebesitzer. Die Bordeaux Dogge liebt das Wasser und schwimmt gerne. Im Sommer sollte sie vor zu viel Hitze geschützt werden.
Die Bordeaux Dogge – keine preiswerte Leidenschaft – Da verschwindet einiges an Hundefutter im Magen der kräftigen Bordeaux Dogge. Außerdem ist die Steuer für die in einigen Bundesländern als Listenhund geltende Hunderasse höher. Dafür ist die Fellpflege einfach mit einem Hundehandschuh zu bewerkstelligen, wenn bereits im Welpenalter damit begonnen wurde. Die Haut (Parasiten), Ohren und die Zähne (Zahnbelag) sollten regelmäßig geprüft werden. Durch den wohltuenden Massageeffekt beim Bürsten wird die Beziehung zum Hund intensiviert. Leider beträgt die Lebenserwartung der Bordeaux Dogge in der Regel nur 8 bis 10 Jahre, was viele Besitzer des „liebenswerten Ungestüms“ als viel zu kurz empfinden.


