Border Collie
Der Border-Collie – ein hochintelligenter Hund
Allgemeines
Der Border-Collie zählt zu den intelligentesten Hunden überhaupt und ist von Haus aus ein Arbeits- und Hütehund. Es handelt sich dabei um eine von der FCI anerkannte Hunderasse der Gruppe 1, Sektion 1 mit der Standard Nr. 297. Das bedeutet, dass der Border-Collie offiziell zu der Gruppe der Hüte- und Treibhunde – und mit der Sektion 1 zu den Schäferhunden – zählt. Populär ist der Border-Collie bei uns unter anderem durch den Film „Ein Schweinchen namens Babe“ oder durch Rico, der im Fernsehen auftrat und weit über 250 Wörter den entsprechenden Gegenständen zuordnen konnte.
Geschichte und Herkunft
Bereits um 800 nahmen die Wikinger aus dem damaligen Britannien Hirtenhunde mit in ihre Heimat. Im England des 15. und 16. Jahrhunderts spezialisierte man sich damals aufgrund der großen Schaf- und Ziegenherden auf Hütehunde, die harte Arbeit verrichten konnten, sich nicht durch Jagen abhalten ließen und die dem rauen Klima gewachsen waren. Erstmalig beschrieb der Leibarzt der Queen – John Caius – im Jahre 1570 die Arbeitsweise des heutigen Border-Collies. Die englische Züchtervereinigung „International Sheep Dog Society“, die es seit 1906 gibt, legt ihren Schwerpunkt bis heute weniger auf das Aussehen denn mehr auf die Arbeitsqualität der Tiere, so dass es auch keinen Rassestandard gibt. Die Fédération Cynologique Internationale – die FCI – erkennt den Border-Collie seit 1976 an. Bei uns wurde diese Rasse erstmalig 1978 ins Zuchtbuch des Clubs für Britische Hütehunde eingetragen. Seinen Namen – der erst seit 1910 benutzt wird – erhielt der Border-Collie aufgrund seiner Hütetätigkeit im Grenzland (Broder Line) zwischen England und Schottland.
Erscheinungsbild
Der Border-Collie hat eine Widerristhöhe von etwa 52-55cm, wobei die Hündinnen etwas niedriger sind. Je nach Größe hat der Border ein Idealgewicht von 18-25kg, kleinere Hündinnen wiegen um die 14kg. Da beim Züchten bislang weniger Wert auf Äußerlichkeiten gelegt wurde, variieren sowohl Größe als auch Haarkleid. Das Fell des Borders ist meist mäßig lang oder stockhaarig. Aber auch kurzhaarige Varianten sind zu finden. Dichtes Deckhaar mit dichter Unterwolle und mittlere Textur zeichnen den Border-Collie ebenso aus wie reichlich Haarkleid an Hals, Rute und Hinterläufen bei mäßig langhaarigen Hunden. Auch bezüglich der Farbe kann der Border-Collie sehr unterschiedlich sein. Es sind viele Farben – entweder zwei- oder dreifarbiger Art – erlaubt, allerdings sollte Weiß nie vorherrschen. In Frankreich findet man häufig Border-Collies mit schwarz-weißen Sprenkeln an den Läufen. Die Augen sind – außer bei Blue-Merles, bei denen ein oder gar zwei Augen blau sind – braun. Die Ohren stehen entweder aufrecht oder sie sind nach vorne gekippt. Manche der Border-Collies haben ein aufrechtes sowie ein gekipptes Ohr. Je nach Arbeitseinsatz wird diese Rasse 15-16 Jahre alt.
Charakter und Wesen des Border Collie
Der Border-Collie ist nicht nur ein sehr intelligenter sondern auch ein sehr sensibler Hund. Seine Bewegungen sind fließend und anmutig. Er lernt sehr schnell und will beschäftigt werden. Der Hüteinstinkt ist besonders ausgeprägt, und wer einmal Border-Collies beim Hüten beobachten konnte, der wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Schnell unterscheidet er zwischen rechts und links, er umkreist seine Herde, kann einzelne Tiere aus der Gruppe herausholen und fixiert sie mit den Augen. Häufig arbeitet er in geduckter Haltung, indem er den Kopf senkt und die Rute bis unter den Bauch zieht. Bellen bei der Arbeit ist dem Border völlig unbekannt. Der Border-Collie ist sehr kinderlieb. Überhaupt ist er ein sehr freundlicher Hund und freut sich nahezu über jeden Gast.
Auslauf und Pflege
Der agile Border-Collie bedarf der Arbeit, er will sowohl körperlich als auch geistig gefordert werden. Hat er dies nicht, so weist er schnell merkwürdige Verhaltensweisen auf und „hütet“ Fahrräder, Autos oder andere, sich bewegende Dinge. Keineswegs ist ein Border-Collie ein Hund für eine Stadtwohnung oder aber für vollberufstätige Hundefreunde. Ein Border-Collie arbeitet gern und viel, manchmal sogar bis zur Erschöpfung. Sportarten wie Flyball, Discdog oder Agility sind die ideale Beschäftigung für ihn. Auch zum Rettungshund lässt er sich gut ausbilden.
Was die Pflege anbelangt, so sollte er selbstverständlich regelmäßig gebürstet, untersucht und geimpft werden. In der Regel ist der Border-Collie ein recht robuster Hund, dennoch tritt vermehrt der MDR1-Defekt auf, wobei es zu einer mangelhaften oder fehlenden Synthese eines bestimmten Proteins kommt, was eine Überempfindlichkeit gegenüber einigen Arzneistoffen führt. Auch die vererbbare Augenerkrankung – Collie Eye Anomaly (CEA) – tritt vermehrt auf. Da bei Merle-Hunden sehr häufig Blind- und Taubheit auftraten, wurde diese Zuchtvariante verboten.


