Der Bullmastiff  – schwere Zeiten für Wilddiebe im England des 19.Jahrhundert

Der Bullmastiff ist auch als Polizeihund im Vereinigten Königreich beliebt.


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Hunderasse _Bullmastiff1

Dass der Bullmastiff überhaupt existiert, haben wir den englischen Wildhütern aus dem 19. Jahrhundert zu verdanken, die für das Stellen der immer mehr werdenden Wildhüter einen entsprechenden Hund benötigten. Das war deshalb so wichtig, weil die Wilddiebe auch vor dem Mord an den Wildhütern und Landlords nicht zurückschreckten.Als diese Notwendigkeit nicht mehr bestand, kamen im 20. Jahrhundert andere Aufgaben auf den Bullmastiff zu. Allein die psychologische Wirkung dieses massigen, beeindruckenden Hundes prädestiniert ihn als Diensthund bei einigen Behörden weltweit.In einigen Bundesländern wird er bei uns als Listenhund geführt.

Geschichte und Herkunft

Steckbrief Bullmastiff

  • Ursprungsland: Grossbritannien
  • Standardnummer: 157
  • Widerristhöhe: Rüden 64-69 cm, Hündinnen 61-66 cm
  • Gewicht: Rüden 50-59 kg, Hündinnen 41-50 kg
  • Verwendung: Wachhund
  • FCI-Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
  • Sektion 2.1: Molossoide, doggenartige Hunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Wie bereits erwähnt, entstand die Hunderasse der Bullmastiffs aus der „Not“ der englischen Wildhüter des 19. Jahrhunderts. Er ist eine Kreuzung aus Old English Mastiff und Old English Bulldog und wurde speziell für die Wildschützer der damaligen Zeit als Schutzhund gezüchtet. Obwohl die Wilderei mit der Todesstrafe belegt wurde, schreckten die Wilddiebe – die sich zu diesem illegalen Geschäft häufig aus sozialer Armut heraus entschlossen – auch nicht vor einem Mord zurück. Während andere Jagdhunde die Wilderer teils verletzten oder gar töteten, schafften die großen, massigen Bullmastiffs es, kontrolliert, lautlos und mutig vorzugehen und die Wilddiebe meist unverletzt zu stellen. Sie warfen den Dieb zu Boden und hielten ihn fest, bis der Wildhüter kam und den Verbrecher zur öffentlichen Hinrichtung als Abschreckung bringen konnte. Eine spätere Einkreuzung des Bloodhounds, der dem Bullmastiffs seinen enormen Geruchssinn vererbte, verbesserte die Fährtengängigkeit noch um ein Vielfaches.Am Heiligabend des Jahres 1924 wurde die Anerkennung der Hunderasse des Bullmastiffs vollzogen. Nachdem sich die Lage in den Besitzungen sowie in der Sozialstruktur Englands allgemein geändert hatte, wurde der Bullmastiff „arbeitslos“ und bekam „nur noch“ die Aufgabe des Begleithundes zugeteilt. Er avancierte zum Policedog – zum Polizeihund – in England und ist heute dort wie auch bei uns ein beliebter Begleit- und Familienhund. Sicher ist bei der Namensgebung für einen Bullmastiff ein englischer Hundename nicht die schlechteste Wahl.

Video zur Rasse des Bullmastiff

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Erscheinungsbild

Der Bullmastiff ist mit der FCI-Standard-Nummer 157 ein anerkannter britischer Rassehund. Er gehört der Gruppe 2 – Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde und andere Hunderassen – sowie der Sektion 2 – Molossoiden – an. Seine mittlere Lebenserwartung liegt bei 10 – 12 Jahren.Der Rüde erreicht eine Widerristhöhe von 63 bis gar beinahe 69 cm, die Hündin hingegen ist etwas bis wesentlich kleiner. Diese Hunderasse bringt ganze 40 bis knapp 60 kg auf die Waage und beeindruckt somit schon allein wegen seiner Körperform. Er existiert in den Farbschattierungen rot, gestromt oder rehbraun mit schwarzer Maske. Sein Fell ist kurz, glatt anliegend, wetterbeständig und hart. Die V-förmigen Ohren sind zurückgefaltet. Der Kopf hat eher eine quadratische Form und verleiht dem imposanten Aussehen des Hundes noch einmal einen weiteren Nachdruck.Typisch für den Bullmastiff ist, dass er, wenn sein Interesse durch irgendetwas geweckt wird, seine Stirn in deutliche Falten legt.

Wesen/Charakter des Bullmastiff


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Hunderasse _Bullmastiff2Dieser doch recht intelligente und mutige Hund besitzt eine sehr hohe Reizschwelle, die zum Glück verhindert, dass er grundlos Menschen und Tiere angreift. Dennoch gilt er in einigen Bundesländern als „Kampfhund“.Die Optik dieser Hunderasse kann so manchem Gegenüber Respekt – wenn nicht gar Angst – einflößen, in Wirklichkeit aber ist er, bei richtiger Sozialisation und Welpenerziehung, ein anpassungsfähiger, gelassener und ruhiger Hund. Allerdings kann er auch manchmal ein wenig stur und eigenwillig sein, was wiederum eine konsequente und gewaltfreie Hundeerziehung verlangt. Der Bullmastiff ist kein Anfängerhund. Einen absoluten Gehorsam kann man von ihm nur schwerlich erwarten. Daher und wegen des hohen Reizschwellenpotentials ist der strenge Schutzhundesport nur unter besonderen Bedingungen möglich.Entgegen der herkömmlichen Meinung kann man diese Hunderasse durchaus gut als Familienhund halten. Er ist anhänglich sowie treu und hat einen ausgeprägten Sinn für Wachsamkeit. Zudem ist er sehr kinderlieb. Da Kinder aber manchmal „unberechenbar“ sind, sollte man den Hund nie unbeaufsichtigt mit ihnen lassen. Besonders ausgeprägt sind Gehör und Geruchssinn. Während der Bullmastiff im Haus eher ein ruhiger Vertreter ist, kann er im Freien sehr lebhaft sein. In der Begegnung mit anderen Hunden zeigt er in der Regel Nervenstärke und Gelassenheit und lässt sich nicht so schnell provozieren. Allerdings ordnet er sich auch kaum oder nur schwer unter. Beim Hundekauf sollte man unbedingt darauf achten, dass er eine gute Sozialisierung hatte und diese auch weiterhin bekommt. Sprechen Sie den Bullmastiff Hundezüchter Ihres Vetrauens am besten direkt daruf an!

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Auslauf/Pflege

Das kurze und wetterbeständige Haar des Bullmastiff erfordert ebenso wie der gesamte robuste Hund nur wenig Pflege. Regelmäßiges – etwa wöchentliches – Bürsten sowie die Kontrolle von Ohren, Augen und Pfoten sollten eine Selbstverständlichkeit für jeden Hundebesitzer sein.Sein Bewegungsdrang ist mittelmäßig, dennoch liebt er Spaziergänge mit seinem Besitzer, wie jeder Hund. Problematisch ist dabei, dass der Bullmastiff zu Magendrehungen neigt. Um dieses zu verhindern, sollte man dafür sorgen, dass er nach dem Fressen eine entsprechende Zeitlang Ruhe hat.

Bullmastiff in Not

Wie schon oben erwähnt, ist beim Bullmastiff eine frühe und gute Sozialisierung wichtig. Gerät ein Bullmastiff in Not und wird in einem Tierheim abgegeben, hängt das oft damit zusammen, dass sein Hundebesitzer mit der Erziehung überfordert ist. Hat man Probleme mit einem Bullmastiff, sollte man zunächst einen Hundetrainer aufsuchen, um vorhandene Defizite in der Erziehung in den Griff zu bekommen.