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Kuvasz

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Kuvasz – der “Bären”-Hund

Allgemeines

Der Kuvasz ist ein recht großer, weißer Hirtenhund, der eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Bären hat. Ähnliche Hunde gab es bereits etwa 400 Jahre nach Christi. Hunderasse_Kuvasz1Bei den Vertretern dieser Hunderasse handelt es sich um große Individualisten, die sehr intelligent, sehr selbstständig aber auch sehr treu sind. Sie lieben es, ihre „Herde“ zu beschützen, benötigen aber unbedingt ein eigenes Rückzugsgebiet. Der Kuvasz ist kein Anfängerhund!

Geschichte und Herkunft

Archäologen fanden bei Ausgrabungen im alten Sumer – das ist südlich von Akkad in Mesopotamien – Tontafeln, auf denen Hunde zu sehen waren, die dem heutigen Kuvasz sehr ähnlich sehen. Auch der Name, der ihnen damals gegeben wurde – KU-AS-SA –, kann eine gewisse Ähnlichkeit mit unserem „weißen Riese“ nicht leugnen. Also ist davon auszugehen, dass zumindest Kuvasz ähnliche Hunde bereits zu Beginn des Jahres 375 n. Chr. zu Zeiten der großen Völkerwanderung die Begleiter der Magyaren waren, die sie aus Asien nach Ungarn brachten. Der Name „Kuvasz“ entstammt diesem türkisch-asiatischen Raum und leitet sich von dem Wort „Kawash“ oder „Kawass“ ab, was so viel wie „Bogenschütze“ oder „bewaffneter Sicherheitswächter“ bedeutet. Hirten hielten sich in früheren Zeiten den mutigen, zähen und klugen Kuvasz, um ihre Herden vor den wilden Tieren sowie vor Dieben zu schützen. Nachdem die Viehzucht immer mehr nachließ und der Ackerbau Vorrang bekam, wurde der Kuvasz „arbeitslos“ und nur noch zum Bewachen des Hofes eingesetzt. Auch heute noch ist er in Ungarn als Haus- und Hofbewacher zu finden Im 15. Jahrhundert dann kam der Kuvasz an den Königlichen Hof Ungarns, wo er zur Wolfs- und Bärenjagd verwendet wurde. Nicht selten diente er zudem als Geschenk in den Kreisen des Hochadels. Erst 1905 begann man mit der gezielten, überwachten Zucht des Kuvasz‘. Zur Zeit des 2. Weltkrieges allerdings fand die Kuvaszzucht – wie so viele anderen auch – ihren Tiefstand, und erst nach Kriegsende gelang es einigen wenigen Züchtern, die Existenz dieser Rasse wieder aufleben zu lassen. Heute wird er bei uns in Deutschland weniger als Hüte-, denn mehr als Familien- und Begleithund gehalten.

Erscheinungsbild

Der Kuvasz – auch unter der Bezeichnung Ungarischer Hirtenhund bekannt – zählt zur Gruppe 1, der Hüte- und Treibhunde, sowie zur Sektion 1, den Schäferhunden. Die FCI-Standard-Nummer ist die 54. Mit einer Widerristhöhe von 71 – 76 cm beim Rüden sowie 66 – 70 cm bei der Hündin ist er ein wahrer Riese unter den Hunden. Er wiegt zwischen 37 und 62 kg und hat eine Lebenserwartung von bis zu 13 Jahren. Sein Fell ist weiß, die Haut stark pigmentiert und schiefergrau. Ballen, Lefzen, Lidränder und Nasenspiegel hingegen sind schwarz. Während der Kopf, die Ohren und die Pfoten mit kurzem, geradem Haar bedeckt sind, ist das übliche Fell lang und gewellt bis hin zu richtig gelockt. Dieser, allein durch sein Erscheinungsbild beeindruckende Hund hat dunkle, wachsame Augen, denen man kaum wiederstehen kann. Sein Körper ist muskulös und dennoch elegant.

Wesen/Charakter des Kuvasz

Der Kuvasz, dessen Erziehung in die Hände erfahrener Hundebesitzer gehört, hat eine sehr ausgeprägte Persönlichkeit. Er ist ein extrem zuverlässiger, wachsamer Hund, der jedoch ein enormes Rangordnungsempfinden hat. Das kann besonders dann zu Schwierigkeiten führen, wenn der Mensch ihm nicht eindeutig zeigt, wer der Rudelführer ist. Fremden gegenüber ist der Kuvasz eher misstrauisch. Dieses temperamentvolle, hochintelligente Tier gilt als Herdenschutzhund und agiert daher am liebsten selbstständig. Dadurch bewacht er ohne besondere Befehle auch Haus und Hof besonders gut. Hunderasse_Kuvasz2Er liebt und bewacht seine Familie zuverlässig, allerdings braucht er unbedingt auch eine Ecke, in die er sich bei Bedarf zurückziehen kann. Dieses gilt besonders dann, wenn Kinder mit zum „Rudel“ gehören. Kann man nicht garantieren, dass die Kinder den Hund in Ruhe lassen, wenn dieser das will, so sollte man – zum Schutz beider Parteien – auf die Haltung eines Kuvasz‘ verzichten. So groß wie der Hund ist, so groß ist auch seine Sensibilität. Er sucht den Kontakt zum Menschen und fühlt sich nur wohl, wenn er in dessen Leben mit eingebunden wird. Der Kuvasz liebt es, sich im Freien aufzuhalten. Dank des üppigen Haarkleides mit der dichten Unterwolle machen ihm selbst Minustemperaturen nichts aus. Er ist aber keineswegs ein Hund, der im Zwinger gehalten werden sollte. Dieser Herdenschutz- und Wachhund kann mit etwas Mühe und Einfühlungsvermögen durch einen erfahrenen Hundeausbilder auch die Begleithundprüfung ablegen. Selbst die Ausbildung zum Rettungs- und Fährtenhund erscheint nicht unmöglich. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass dieser Individualist unter den Hunden nie zum absoluten Gehorsam taugt. Deshalb ist auch von einer Ausbildung zum Schutzhund abzuraten. Ein Kuvasz verträgt sich nicht unbedingt mit anderen Hunden, und auch eine Haltung als reiner Stadthund ist nichts für ihn.

Auslauf/Pflege

Diese Hunderasse liebt das Leben im Freien, sie braucht viel Bewegung, die sie auch durch regelmäßige, ausgiebige Spaziergänge bekommen sollte. Wenn es nicht zu heiß ist, so läuft der Kuvasz auch gerne neben dem Fahrrad her, wobei 15 Kilometer – bei Übung sogar mehr – kein Problem darstellen. Falls man ihn als Welpen daran gewöhnt, neben einem Pferd herzulaufen, so kann man ihm auch auf diese Art die notwendige Bewegung verschaffen.
Das dichte Haarkleid des Kuvasz‘ muss regelmäßig gebürstet werden. Man muss zudem wissen, dass er zu bestimmten Zeiten viele Haare verliert. Ohren und Pfoten sollten regelmäßig untersucht und gepflegt werden

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