Der Landseer – Ein Koloss mit Herz

Anhänglich, sanft und sensibel – der Landseer ist der ideale Hund für die Familie


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Die Herkunft des Landseer kann nicht eindeutig belegt werden - Sowohl Nordspanien, als auch Neufundland kommen in Frage.

Der Landseer ist ein Hund mit äusserst gutmütigem Charakter – die Herkunft des Landseer ist nicht ganz klar. Sowohl Neufundland, als auch Nordspanien werden als mögliche Ursprungsländer dieser Hunderasse genannt. Hierfür spricht die Tatsache, dass der Landseer dem spanischen Pyrenäenhund recht ähnlich ist.

Einst aus dem Newfoundland Dog hervorgegangen, besteht der etwas größere, gewandter wirkende Landseer heute neben dem Neufundländer als eigene Hunderasse . Er gehört zu den Hunden, die aufgrund ihres Aussehens Respekt einflößen, die aber von ihrem Wesen her eher sensibel und sanft sind.

Geschichte und Herkunft

Steckbrief Landseer

  • Ursprungsland: Deutschland
  • Standardnummer: 226
  • Widerristhöhe: 60 – 80 cm
  • Gewicht: 50 bis 75 kg
  • Verwendung: Wachhund, Begleithund
  • FCI-Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
  • Sektion 2.2: Molossoide, Berghunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Bezüglich der Herkunft des Landseers findet man unterschiedliche Auskünfte. Festgestellt werden kann jedoch, dass dieser Hunderasse ihr Ursprung in Neufundland zugedacht wird. Sie sollen später von britischen Fischern nach England gebracht worden sein. Andere Quellen wissen zu berichten, dass die Landseer lange vor der Anwesenheit der Engländer in Neufundland existiert haben sollen: Basken wohnten nämlich einst zur Überwinterung – noch vor den Briten – im Norden Neufundlands. Sie führten große Hunde aus Nordspanien mit sich auf den Schiffen, welche nicht selten zurückgelassen wurden. Die Tatsache, dass der Landseer dem spanischen Pyrenäenhund gleicht, spricht für diese letzte Theorie. Somit hätte die Hunderasse der Landseer ihren Ursprung in der so genannten „Alten Welt“. Der ursprüngliche Name bei den Engländern war „Newfoundland Dog“. Dieser Hund wurde vorzugsweise vom Adel sowie von Menschen des Großbürgertums gehalten. Der bekannte englische Tiermaler Sir Edwin Henry Landseer erkor den weiß-schwarzen Hund zu seinem Lieblingsmotiv, was den Bekanntheitsgrad des Hundes steigerte. Letztendlich bekam er sogar den Namen des Künstlers und hieß fortan „Landseer Dog“. 1860 – andere Quellen sprechen von 1886 – gründete man in England den „Newfoundland Club“. Während auf der britischen Insel seither vorwiegend der schwarze Landseer gezüchtet wurde, züchtete man auf dem Kontinent andere Farben. 1960 wurde der heutige Landseer von der FCI als eigene Hunderasse anerkannt. Sicher ist zudem, dass die Vorfahren des Landseers in den Bergen als Wach- und Hütehunde bei Herden eingesetzt wurden. So beschützten sie beispielsweise „ihre“ Herde vor Wölfen und Bären. Seit dem 19. Jahrhundert ist auch bekannt, dass der Landseer ganz ohne Aufforderung Menschen vor dem Ertrinken gerettet haben soll.

Video zur Rasse des Landseer

Erscheinungsbild

Mit der FCI-Standardnummer 226 gehört der Landseer zur Gruppe 2 – Pinscher & Schnauzer, Molossoide und Schweizer Sennenhunde – sowie zur Sektion 2 – Molossoiden. Als Untersektion wird ihm die Ziffer 2.2 – Berghunde – zugeordnet. Als Herkunftsländer werden häufig die Schweiz, Deutschland aber auch Kanada genannt. Bei einer Größe von 60 bis 80 cm und einer Größe von 50 bis 75 kg kann der Landseer bis zu 11 Jahre alt werden. Er ist von eher kräftiger, muskulöser Statur und besitzt einen breiten Schädel mit einem deutlichen Stop. Seine dreieckigen Ohren sind dicht anliegend und hoch angesetzt. Die kräftige Rute sollte höchstens bis zum Sprunggelenk reichen. Das leicht gewellte Deckhaar des Landseers ist weich, dicht und fein mit dichter Unterwolle. Am Kopf ist das Haar kürzer. Dabei kommt diese Hunderasse in der Grundfarbe Weiß mit unregelmäßigen schwarzen Abzeichen sowie schwarzer Maske vor. Laut Vorgabe müssen hierbei sowohl der Hals als auch der Bauch, die Vorbrust, die Rute und die Läufe weiß sein, während der Kopf schwarz ist.

Wesen/Charakter des Landseer


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Der Landseer wird auch als Therapiehund und Wasserrettungshund eingesetzt

Der Landseer ist als ehemaliger Hütehund ein Hund mit vielfältigen Eigenschaften: Unter Anderem wird der Landseer auch als Lawinensuchhund, sowie als Wasserrettungshund und Therapiehund eingesetzt.

Von seinem Wesen her ist der imposante Landseer sanft, anhänglich sowie sensibel – all das, was man ihm aufgrund seiner Größe nicht auf den ersten Blick zutraut. Nicht selten sind diese Hunde besonders einfühlsam sowie behutsam im Umgang mit Kindern. Der Landseer besitzt eine sehr hohe Reizschwelle und ist so gut wie nie aggressiv. Zudem ist er sehr lernfreudig. Diese Hunderasse liebt das Zusammensein mit „ihren“ Menschen, Fremden gegenüber sind diese Hunde eher zurückhaltend. Typisch für den Landseer sind der Hüteinstinkt sowie die Tatsache, dass er als ehemaliger aktiver Hütehund oft seine eigenen Entscheidungen trifft. Keineswegs ist diese Hunderasse im Zwinger zu halten, vielmehr sollte man den Landseer so häufig wie möglich bei sich haben und ihm einen eingezäunten Garten gönnen, wo er freien Auslauf hat. Dieser vielseitige Hund wird genauso vielseitig eingesetzt: So arbeitet er häufig als Therapiehund oder als Wasserrettungshund im Küstengebiet. Auch als Lawinensuchhund eignet sich der Landseer. Natürlich ist er ebenso nach wie vor fürs Hüten geeignet und kann als idealer Familienhund – bei entsprechender Auslastung – gehalten werden. Als Schutzhund eignet er sich weniger, da er teilweise Probleme mit dem Unterordnen hat. Egal wie, der Landseer muss unbedingt gefordert werden, und sei es auch nur durch kleinere Aufgaben, wie etwa das Bringen von Gegenständen etc. Wichtig ist eine konsequente aber durchaus auch liebevolle Hundeerziehung. Dabei sollte der Landseer von Klein auf lernen, wer wirklich der Rudelführer ist, da besonders dominante Rüden gerne die „Macht“ an sich reißen. Diese Hunderasse ist anfällig für die, die Hüfte betreffende, HD (Hüftgelenksdysplasie) sowie für Knorpelerkrankungen. Wenn Sie einen Hund kaufen wollen, so befragen Sie also auch dazu genauestens Ihren favorisierten Landseer Hundezüchter.

Auslauf/Pflege

Der Landseer liebt, wie die meisten Hunde, lange Spaziergänge, er fühlt sich aber auch in einem eingezäunten Garten wohl, wo er sich frei bewegen kann. Wichtig ist ihm auf jeden Fall, dass er in der Nähe seines Rudels ist. Bei den Spaziergängen widmet er sich aufmerksam seiner Umwelt und freut sich, wenn „sein Mensch“ mit ihm spielt. Das dichte Fell sollte regelmäßig gebürstet werden, tut man das nämlich nicht, kann es zu Verfilzungen kommen. Mit einer besonders ausgewogenen Ernährung ist es möglich, der Anfälligkeit des Hundes bezüglich seines Bewegungsapparates ein wenig vorbeugen.

Landseer in Not

Wie kann es passieren, dass ein Landseer in Not kommt? Wer sich einen Landseer anschafft, sollte dies nur tun, wenn er dem Hund wirklich genügend Auslauf geben kann und ihn auch zu beschäftigen weiß. In der Regel beherzigt der veranwortungsvolle Hundehalter dies auch, doch manchmal gibt es unverhofft Veränderungen im Leben von Herrchen oder Frauchen, die es mit sich bringen, dass für den Hund nicht mehr genügend Zeit zur Verfügung steht. Das muss aber nicht bedeuten, dass ein Landseer deswegen gleich im Tierheim abgegeben werden muss. Manchmal kann auch ein Hundesitter eine gute Lösung sein, um dem Hund den nötigen, täglichen Auslauf zu garantieren. In jedem Fall und wie bei jeder Hunderasse gilt auch beim Landseer: Bitte vor der Anschaffung eines Hundes genau prüfen, ob man sämtliche Anforderungen erfüllen kann!