Der Mittelschnauzer – Ein selbstbewusster Hund mit Schnauzbart

Der Mittelschnauzer vereint Kinderliebe mit einem mutigen und ausdauerndem Charakter


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Mittelschnauzer hiessen einst auch Stallpinscher.

Lange Augenbrauen und ein Bart kennzeichnen den Mittelschnauzer: Dere erste Mittelschnauzer Club wurde bereits 1895 in Nordhausen gegründet.

Typisch für den Mittelschnauzer sind auch bei ihm – wie bei seinen Verwandten, den Zwerg- und Riesenschnauzern – die dichten Augenbrauen sowie der kräftige Schnauzbart. Während er einst “Stallpinscher“ und „rauhaariger Pinscher“ hieß, erhielt er im 20. Jahrhundert seinen jetzigen Namen.

Geschichte und Herkunft

Steckbrief Mittelschnauzer

  • Ursprungsland: Deutschland
  • Standardnummer: 181
  • Widerristhöhe: 60 – 70 cm
  • Gewicht: 35 – 47 kg
  • Verwendung: Gebrauchshund, Begleithund
  • FCI-Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
  • Sektion 1: Pinscher und Schnauzer. Mit Arbeitsprüfung.

Der Mittelschnauzer ist der älteste der drei Schnauzertypen und existiert bereits seit mindestens 500 Jahren. Wie seine großen und kleinen Brüder stammt auch er wahrscheinlich aus Deutschland, wobei seine genauere Heimat in Bayern und Baden-Württemberg lokalisiert werden könnte. Früher bewachte er sowohl Haus und Hof als auch Reisende, denn er zeigte schnell und sicher durch Bellen an, wenn sich jemand näherte, der nicht an diese Stelle gehörte. Und so kam es, dass dieser Pinscher – damals auch Stallpinscher genannt – so manchen Dieb sowie Ratten und Mäuse in die Flucht trieb. Nahezu jeder Ort im Süden Deutschlands besaß im 19. Jahrhundert solch einen, nicht immer schönen, jedoch klugen und robusten Hund. 1895 wurde der 1. Rasseclub in Nordhausen gegründet, und sämtliche Schnauzer mit hartem Fell wurden als „rauhaarige Pinscher“ tituliert. In München wurde 1907 der Bayerische Schnauzer-Club gegründet, und der Mittelschnauzer erhielt – in Abgrenzung zum Zwerg- und Riesenschnauzer – seinen Namen. Zunächst war der Mittelschnauzer hierzulande wesentlich beliebter als seine großen und kleinen Artgenossen, doch in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gewann der Riesenschnauzer an Popularität. Nach dem 2. Weltkrieg drängte sich der Zwergschnauzer auf der Beliebtheitsskala nach vorne. 1956 bekam der Mittelschnauzer einen neuen Standard zugesprochen: Fortan sollte er einen länglichen Kopf, einen nicht mehr geraden Rücken sowie eine höhere Widerristhöhe haben. Auch andere Farbvarianten wurden zugelassen. In Deutschland gibt es etliche Mittelschnauzer Hundezüchter, die sich auf die Zucht dieser Rasse spezialisiert haben. So sollte es nicht allzu schwerfallen, einen gesunden Mittelschnauzer Hundewelpen zu kaufen.

Video zur Rasse des Mittelschnauzer

Erscheinungsbild

Der Mittelschnauzer erhielt die FCI-Standardnummer 182. Dabei gehört er der Gruppe 2 – Pinscher & Schnauzer, Molossoide und Schweizer Sennenhunde – sowie der Sektion 1 – Pinscher & Schnauzer – und darin der Untersektion 1.2 – Schnauzer – an. Diese Hunderasse kann bis zu 15 Jahre alt werden. Bei einer Widerristhöhe von 40 bis 50 cm sowie einem Gewicht von ca. 14 bis 20 kg zählt der Mittelschnauzer – wie sein Name bereits verrät – zu den mittelgroßen Hunden. Prinzipiell ähnelt er seinem großen Bruder, sieht man einmal von der Größe ab. Er hat einen kompakten, mittelgroßen, quadratischen Körperbau mit einem kräftigen, langgestreckten Schädel. Der Rücken fällt nach hinten ab. Typisch dabei sind die starken Augenbrauen sowie der kräftige Schnauzbart. Ferner hat der Mittelschnauzer hochangesetzte, V-förmige Klappohren. Sein Fell ist drahtig, hart und dicht. Dabei hat dieser Hund eine dichte Unterwolle sowie ein gut anliegendes Deckhaar. Letzteres ist rau, sollte jedoch weder gewellt noch struppig sein. Die Fellfarbe kann stark variieren. Es gibt den Mittelschnauzer in rein Schwarz sowie in Pfeffer-und-Salz-Farben. Zulässig sind ferner Farbnuancen vom dunklen Eisgrau über Mittelgrau bis hin zu Silbergrau.

Wesen/Charakter des Mittelschnauzer


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 Mittelschnauzer sind zuweilen stur und brauchen Geduld bei der Hundeerziehung.

Mittelschnauzer sind auch gut als Familienhunde geeignet. Er liebt Hundesportarten wie Obedience oder Agility.

Der Mittelschnauzer gilt als sehr lebhafter und dennoch in sich ruhender Hund. Er ist – ohne ein Kläffer zu sein – wachsam und nie aggressiv. Zudem werden diesem kinderlieben Hund zu Recht Eigenschaften wie Mut, Ausdauer, Widerstandsfähigkeit und Klugheit nachgesagt. Hunde dieser Hunderasse benötigen neben viel Bewegung und Auslauf auch Aufgaben. Bei seiner Hundeerziehung benötigt man häufig viel Geduld, da der Mittelschnauzer bisweilen ein etwas stures sowie eigenwilliges Verhalten an den Tag legt und über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein verfügt. Besonders wichtig bei seiner Hundeerziehung ist die Konsequenz, denn der Schnauzer neigt nur allzu gerne dazu, dominant zu sein. Wenn man ihm dann jedoch erfolgreich die wichtigsten Dinge beigebracht hat, erweist er sich als idealer Begleithund. Neben seinem Bedarf an Beschäftigung und Bewegung prädestiniert ihn die große Ausdauer zu Hundesportarten wie Agility und Obedience. Bei der Fährtenarbeit oder beim Mantrailing kann man ihn ebenfalls erfolgreich einsetzen. Während der Mittelschnauzer Fremden gegenüber eher abweisend oder wenigstens vorsichtig reagiert, ist er seiner Familie treu ergeben und sucht deren Nähe. Er ist also der ideale Familienhund. Ferner eignet er sich als Wachhund; selbst als Rettungshunde werden die Mittelschnauzer eingesetzt.

Auslauf/Pflege

Mittelschnauzer benötigen neben geistigen Aufgaben auch viel Bewegung und sehr viel Auslauf. Wenn er all dies bekommt, kann man ihn sogar in einer Stadtwohnung halten. Allerdings sollte man bedenken, dass er bei dem kleinsten Geräusch anschlägt, was nicht immer in einer Mietwohnung erwünscht ist. Der Mittelschnauzer haart kaum, was ihn als angenehmer Genosse in der Wohnung werden lässt. Das drahtige, harte Haar muss jedoch 2 bis 3 mal im Jahr professionell getrimmt werden. Bart und Pony – auch „Spinne“ genannt – sollten regelmäßig gekämmt werden.

Mittelschnauzer in Not

Wie Hunde anderer Rassen auch, können auch  Mittelschnauzer in Not kommen, wenn sich unvorhergesehen die Lebensumstände des Hundebesitzers ändern und kein Weg gefunden wird, um ein weiteres Zusammenleben von Hund und Hundebesitzer zu ermöglichen. Dabei sollte man immer bedenken, dass der Zeitmangel aus beruflichen Gründen das kleinste Übel darstellt, denn gerade in und um Großstädten herum sind inzwischen viele Hundesitter unterwegs, die ihre Dienstleistung professionell anbieten und dann gleich mit mehreren Hunden Gassi gehen. Manchmal geraten auch schon Welpen in Not, wenn z.B. eine Hündin einen großen Wurf hat und der Besitzer nicht weiss, wohin mit den kleinen Hunden. In der Regel werden dies aber eher Mischlingswelpen sein.