Der Podenco – Nachfahr einer uralten in Ägypten verbreiteten Hunderasse

Für die Kaninchenjagd prädestiniert – der Podenco Ibicenco verfügt über einen sehr guten Geruchssinn und ein feines Gehör


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Die Vorfahren des Podenco kommen wahrscheinlich aus Ägypten.Als „Podenco“ werden in Spanien Laufhunde, in manchen Regionen gar allgemein Jagdhunde bezeichnet. Die Schreibweise in der spanischen Region Galicien sowie in Portugal ist „Podengo“.
Während es hierzulande noch recht wenige Hunde dieser Rasse gibt, sind sie in ihrer Heimat Spanien sehr häufig vertreten. Dabei werden sie dort weniger nach den Rassestandards als vielmehr nach den regionalen Bedürfnissen gezüchtet.
Trotz ähnlichen Körperbaus zählen Podencos nicht zu den Windhunden, weil sie keine reinen Sichtjäger sind. Ursprünglich wurden sie vorwiegend zur waffenfreien Kaninchenjagd eingesetzt. Dank eines ausgeprägten Geruchssinns in Verbindung mit einem feinen Gehör konnten sie sowohl bei Tag als auch bei Nacht sowie an dicht bewachsenen Orten die Kaninchen aufstöbern und apportieren. Dabei jagen sie fast ausschließlich konfliktfrei in einer Meute, die normalerweise aus einem Rüden und bis zu 10 Hündinnen besteht. Die Aufgabenverteilung hierbei obliegt den Hunden selber. So genannte Podenqueros stehen der Meute jedoch hilfreich zur Seite.
Obwohl Podencos keine Windhunde sind, werden sie in den meisten europäischen Ländern von Windhunde-Rasseclubs betreut und dürfen am Windhundesport teilnehmen.
Die bekanntesten Podenco –Varietäten sind der Podenco Canario, der Podenco Ibicenco sowie der Podengo Português. Wenig bekanntere – und nicht von der FCI anerkannte – sind der Podenco Andaluz. Aber auch außerhalb der spanischen und portugiesischen Grenzen sind verwandte Rassen zu finden. Zu diesen mediterranen Verwandten zählen der Cirneco dell‘ Etna von der italienischen Insel Sizilien, der Pharaonenhund – Kelb tal-Fenek – aus Malta oder der Kritikos Lagonikos von der griechischen Insel Kreta.

Geschichte und Herkunft

Steckbrief Podenco Ibicenco

  • Ursprungsland: Spanien
  • Standardnummer: 89
  • Widerristhöhe: Rüden: 66 – 72 cm, Hündinnen: 60 – 67 cm
  • Gewicht: 20 – 29,5 kg
  • Verwendung: Jagdhund (Kaninchenjagd)
  • FCI-Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp.
  • Sektion 7: Urtyphunde zur jagdlichen Verwendung. Ohne Arbeitsprüfung.

Die robusten Podencos sind wahrscheinlich Abkömmlinge der ältesten noch erhaltenen Rasse und somit Nachfahren des Tesem, einer uralten Hunderasse, die bereits in den ägyptischen Grabmalen als Statuen oder Gemälde gefunden wurden. Darstellungen aus der Zeit um 3800-3600 vor Christi zeigen windhundartige Hunde mit Stehohren und Ringelschwanz, die dem heutigen Podenco nicht ganz unähnlich sind. Einige Quellen behaupten, dass Karthager und Phönizier als Seefahrer der Antike für die Verbreitung dieser Rasse verantwortlich zeichneten.
Da sich die genaue Abstammung jedoch nicht wissenschaftlich belegen lässt, ist es auch denkbar, dass sich die Rasse des Podencos aus den zahlreichen unterschiedlichen Mittelmeerhunden und den in Afrika verbreiteten Pariahunden entwickelt hat.
Eindeutig dagegen ist, dass der Podenco der jüngeren Zeit aus dem spanischen Raum, etwa von den Baleareninseln Ibiza, Formentera, Menorca und Mallorca kommt. Hier waren sie ursprünglich unter der Bezeichnung „Ca Eivissec“ bekannt. Aber auch ein breites Vorkommen in Katalonien, in der Gegend um Valencia herum, sowie in Frankreich in der Provence und im Roussillon lassen Vermutungen der Herkunft zu. Dort werden sie als Charnegue, Charnegui, Mayorquais, Mallorqui, Xarnelo oder Balearen-Hund bezeichnet.

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Erscheinungsbild

Der Podenco Ibicenco ist eine von der FCI anerkannte Hunderasse mit Heimatland Spanien bzw. Portugal und hat die FCI-Standardnummer 89 zuerkannt bekommen. Dabei wird er der Gruppe 5 – Spitze und Hunde vom Urtyp – sowie der Sektion 7 – Urtyp, Hunde zur jagdlichen Verwendung – zugeordnet. Seine Lebenserwartung liegt – je nach Varietät – bei 10 bis 14 Jahren. Rüden haben bei einem Idealgewicht von rund 20-29,5 kg eine Widerristhöhe von 66-72 cm. Die Hündinnen sind mit 60 – 67 cm ein wenig kleiner und sollten zwischen 18 und 26 kg wiegen.

Weitere Varianten des Podenco sind der  Podenco Andaluz ( nicht FCI anerkannt), der Podenco Canario (FCI Standardnummer 329), sowie der eher honigfarbene Podengo Português (FCI Standardnummer 94)

Allen Varietäten gemein sind die auffallenden, fledermausähnlichen Stehohren, die sehr beweglich sind, sowie die schlanke, muskulöse Körperform, die eine klare Linie erkennen lässt und harmonische Proportionen vorzuweisen hat. Der Kopf ist lang und schmal und im Vergleich zum restlichen Körper eher als klein zu bezeichnen. Die kleinen, schrägen Augen sind bernsteinfarben. Podencos haben eine tief angesetzte Rute, die in Bewegung wie eine Sichel nach oben getragen wird, in Ruhestellung jedoch hängt.

Sehr unterschiedlich ist das Fellkleid dieser Hunde: Es gibt sowohl rau- als auch glatthaarige, wobei letztere gehäuft vorkommen und sowohl lang- als auch kurzhaarig sein können. Auf keinen Fall haben sie Unterwolle. Was die Farbe anbelangt, so gibt es einfarbig weiße oder rote Podencos, allerdings sind auch Kombinationen möglich.
Hunde dieser Rasse wirken von ihrem gesamten Erscheinungsbild her edel, wobei ihr Blick Intelligenz aber auch Misstrauen sowie Ängstlichkeit verraten kann.

Wesen/Charakter des Podenco


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Podencos sind selbständige und lauffreudige Hunde.Wer jemals mit einem Podenco in Berührung gekommen ist, der wird schnell merken, dass dieser ein ganz „besonderer“ Hund ist. Er ist sensibel, verschmust, sauber – so leckt er beispielsweise sein Fell häufig rein – und eigensinnig wie eine Katze, hat das Temperament und die Schnelligkeit eines Wildpferdes und besitzt einen ausgeprägten Freiheits- und Jagddrang wie ein Hund. Ferner sind Podencos sanft, aber auch sehr stur, eigenständig und intelligent. In der Regel hören sie nicht aufs 1. Wort, sondern testen aus, wann und wo der Mensch ihnen Grenzen setzt.
Podencos sind – als Meutetiere – sehr sozial. Vorausgesetzt natürlich, sie werden entsprechend erzogen und gehalten. Sie lieben es, mit Artgenossen zu toben sowie mit anderen Hunden in Ruhestellung zu kuscheln. Daher sollte ein Podenco am besten mit mindestens noch einem weiteren Hund gehalten werden.
Keinesfalls unterschätzen darf man die Selbstständigkeit sowie die Lauffreudigkeit dieser Hunde. Während ein Podenco im Haus eher ruhig ist und am liebsten erhöht – etwa auf Sofas – kuschelt, zeigt er draußen sein enormes Temperament. Dabei darf man nie vergessen, dass diese Hunde für die Jagd gezüchtet wurden. Zudem muss man sich darüber im Klaren sein, dass man einen rennenden Podenco niemals einholen kann. Bereits beim Start legt er ein enormes Tempo vor, ferner kann er bis zu 2 Meter weit springen und dabei noch die Richtung wechseln.
Podencos bedürfen einer extremen Geduld und Konsequen sowie viel Zeit bei der Erziehung, wobei mit positiver Verstärkung gearbeitet werden muss. Sie eignen sich nicht als reine Begleit- und Familienhunde, die den größten Teil ihres Lebens im Haus gehalten werden. Als eine Art „Jagdersatz“ sollte man ihnen Coursing – eine Simulation einer Sichthetzjagd in natürlichem Gelände – oder aber das Rennen auf Windhundrennbahnen ermöglichen.

Auslauf/Pflege

Ein Podenco hat einen beinahe permanenten Bewegungsdrang, daher müsste er unbedingt nur bei aktiven Menschen mit viel Zeit leben. Normale Spaziergänge von kurzer Dauer sind keinesfalls ausreichend, vielmehr sollten diese Hunde die Möglichkeit bekommen, frei rennen zu können – am besten mit anderen Hunden.
Diese Hunde mit ihrem hohen Bewegungsdrang haben einen schnellen Stoffwechsel und benötigen entsprechende Ernährung: Keinesfalls sollte man am Futter sparen, vielmehr ist auf ausgewogene Inhaltsstoffe zu achten.
Bei der Fellpflege braucht man auf nichts Besonderes Acht zu geben, Podencos halten sich teilweise selber sauber.