Pudel
Der Pudel – eine elegante und lebhafte Hundepersönlichkeit
Allgemein
Man sieht es der heutigen edlen Erscheinung des Pudels nicht mehr an, dass er vor seiner Züchtung Ende des 19.Jahrhunderts ein Jagdhund war, der die Beute aus dem Wasser holte. Heute ist der Pudel als Großpudel, Klein- und Zwergpudel sowie als Toy Pudel (unter 28 Zentimeter) ein Gesellschaftshund und beliebtes Familienmitglied. Mit seiner Intelligenz, Anhänglichkeit und gut gelauntem Wesen ist er eine Bereicherung für sein Umfeld. Sein Einfühlungsvermögen machen den Pudel zu einem idealen Kameraden für Kinder, Alleinstehende, Anfänger und alle, die lernfreudige Hunde mit mittlerem Bewegungdrang lieben.
Geschichte und Herkunft
Vom Wasser in den Salon – Der Pudel ist ein Vertreter einer der ältesten Hunderassen. Als Ursprungsland wird Frankreich genannt. Die Herkunft des Pudels ist nicht genau zu benennen. Einer seiner Vorfahren könnte der Wasserhund sein, aber auch die Abstammung von einem Hütehund ist möglich. In der Anfangszeit waren die Pudel apportierfreudige Jagdhunde, die auf die Wasserjagd trainiert wurden. Auf diese Zeit verweist auch die Redensart „wie ein begossener Pudel“ dastehen. Einen Hinweis auf diese Zeit gibt noch das wollige gekräuselte Haarkleid. Man vermutet, dass der Begriff Pudel auf das altdeutsche „puddeln“ (im Wasser planschen) oder auf „Pfudel“ (Wasserpfütze) zurückgeht. Der Pudel entwickelte sich in Schritten vom Gebrauchshund zum Gesellschaftshund.
Der Pudel wird gesellschaftsfähig – Die Fähigkeit des Pudels sich elegant zu präsentieren machte ihn bei den Damen des Adels beliebt. Mit der Zeit fand auch das Bürgertum Gefallen an ihm. Bevor Ende des 19.Jahrhunderts mit der Züchtung begonnen wurde, gab es den Pudel in den Farben schwarz, weiß, braun und in nur in einer Größe (Großpudel). Bald gesellten Klein- und Zwergpudel dazu. Der Jagdtrieb verlor sich bei den meisten Pudeln, aber die Freude am Apportieren blieb.
Erscheinungsbild
Der Pudel – eine elegante Schönheit – Der harmonische Körperbau, ein fest-gelocktes Haarkleid und seine typische leicht tänzelnde Gangart charakterisieren den Pudel. Seine Erscheinung ist elegant und harmonisch und die Augen blicken intelligent und wachsam. Im Straßenbild sehen wir schwarze, weiße, silber- und apricotfarbene Pudel mit schwarzen oder tief dunkelbraunen Augen. Pudel zählen zur FCI-Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 2 (Pudel) und besitzen die Standard-Nr. 172.
Pudel verschiedener Größe – Die Widerristhöhe beträgt bei Großpudel, die auch als Königspudel bezeichnet werden, bei Rüden und Hündinnen mehr als 45 bis 55 cm und das Körpergewicht liegt bei 28 bis 30 kg. Die Kleinpudel messen über 35 bis 45 cm, die Zwergpudel 25 bis 35 cm. Der erst im Jahr 1945 zugelassene Toy Pudel ist unter 28 Zentimeter groß und wiegt bis 5kg. Der einzige Unterschied zwischen den verschiedenen Pudeln ist die Größe. Der Pudel ist weltweit verbreitet und besitzt als Rassemerkmal eine hohe Lebensdauer von 12 – 15 Jahren oder auch darüber.
Wesen und Charakter des Pudel
Treue kein Fremdwort für einen Pudel – Die Gesellschaft des verspielten und lebhaften Pudels ist erfrischend. Da der Pudel kein Machtgebaren an den Tag legt, ist seine Erziehung nicht aufwändig. Kleinen Pudeln ist manchmal etwas Ruhe beizubringen. Der Pudel verträgt sich auch mit Kindern gut, da er in ihnen Spielgefährten sieht und nicht zu ihnen in Konkurrenz tritt. Zu anderen Hunden verhält sich der Pudel verträglich, ist aber eher als Einzelhund zu halten.
Ein gelehriges Mulitalent – Der Pudel ist seinem Besitzer oder dem Familienkreis mit ganzer Seele zugetan, was manchmal fast besitzergreifende Züge annehmen kann. Er will es den Familienmitgliedern recht machen und ist in der Lage, auch Gefühle wie z.B. Vergnügtsein und Trauer zu zeigen. Er möchte als Persönlichkeit wahrgenommen werden. Fehlt es dem Pudel an Sicherheit, kann er ziemlich launisch werden. Publikum macht ihn glücklich und der gelehrige Pudel führt auch gerne Kunststücke vor. Auf grobe Behandlung reagiert der Pudel nicht. Nicht von ungefähr verbinden wir mit dem Begriff „pudelwohl“ Wohlbefinden, das sich in einem ausgeglichenen fröhlichen Wesen zeigt.
Gelehrig – aber nicht für jede Ausbildung – Der Pudel besitzt ein wachsames Naturell, eignet sich aber nicht zum Wachhund. Großpudel absolvieren eine erfolgreiche Ausbildung als Katastrophen – und Blindenhunde, was man gar nicht mit ihrem Aussehen in Verbindung bringt.
Auslauf/Pflege
Bewegungsfreudig, aber kein Dauerläufer – Dem Bewegungsdrang des Pudels ist mit regelmäßigen Spaziergängen entsprochen. Sein Besitzer sollte aber genug Zeit haben, sich oft mit ihm zu beschäftigen. Der Pudel liebt es, aufgrund seiner Abstammung, im Wasser zu waten oder zu schwimmen.
Der Pudel fühlt sich in verschiedenen Wohnsituationen in der Stadt und auf dem Land wohl. Es ist aber für seine Gesundheit wichtig, in Bewegung zu bleiben. Auch bei einem dreistündigen Fußmarsch zeigt der Pudel keine Schwäche. Bei dem neugierigen Toy Pudel ist es ratsam, den Balkon ausreichend zu sichern.
Die Haarpracht des Pudels – Bei den Pudeln ist eine intensive Haarpflege wichtig. Dazu gehört das monatliche Baden, da der Pudel keine Haare verliert. Die lockige Haarpracht sollte öfter geschoren werden, aber nicht zu gesundheitsgefährdenden Formen wie z.B. “Beinfreiheit”. Der Pudel konnte und kann einige Prominente wie Ludwig van Beethoven, Thomas Mann, Winston Churchill und die Jacob Sisters zu seinen Besitzern zählen.


