Der Tibet Spaniel – ehemals ein begnadeter Rattenfänger im Himalaya

Der wetterfeste Tibet Spaniel ist besonders wachsam und eigenständig


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Tibet Spaniel gehören zu den ältesten Hunderassen der Welt.Gemeinsam mit dem Lhasa Apso, dem Do Khyi und dem Tibet Terrier bildet der Tibet-Spaniel die Gruppe der Tibetischen Hunde, wobei er der kleinste der vier Arten ist. Alle jedoch unterscheiden sich vollkommen in ihrem Aussehen. Der Tibet-Spaniel hat sich im Laufe der vielen Jahrhunderte so gut wie gar nicht verändert. Wer kein Kenner dieser Rasse ist, hält einen Tibet Spaniel leicht für einen Pekinesen- oder Lhasa-Apo-Mischling.
Die Tibetischen Hunde – und somit auch der Tibet Spaniel – sind wohl mit die ältesten Hunderassen der Welt. Sie stammen vom „Dach der Welt“ – aus Tibet – wo die durchschnittliche Höhe bei 4000 Metern und mehr liegt, was eine karge Landschaft mit kaum Vegetation zur Folge hat. Dies wiederum prägt nicht nur die Bewohner sondern auch die Hunde, welche sich den rauen Gegebenheiten anpassen mussten und konnten. Der Tibet-Spaniel wird in seiner Heimat „Jemtse Apso“ genannt, was übersetzt so viel wie „geschorener Apso“ heißt und auf sein kurzes Fell hindeutet. Obwohl er die Zusatzbezeichnung „Spaniel“ trägt, ist der Tibet-Spaniel keineswegs ein Spaniel. So besitzt er zum Beispiel keinerlei Jagdtrieb, welcher für Spaniel typisch ist. In früheren Zeiten hatte der Tibet-Spaniel im hohen Himalaya-Gebirge die Aufgabe, Haus und Hof von Mäusen und Ratten frei zu halten sowie Fremde zu melden, aber auch als Luxushund zu dienen.

Geschichte und Herkunft

Steckbrief Tibet Spaniel

  • Ursprungsland: Tibet (China)
  • Standardnummer: 231
  • Widerristhöhe: ca. 25 cm
  • Gewicht: 4 bis 7 kg
  • Verwendung: Begleithund
  • FCI-Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde
  • Sektion 5: Tibetanische Hunderassen. Ohne Arbeitsprüfung.

Tibet-Spaniels gehören zur Gruppe der Tibetanischen Hunde und somit zu den ältesten Rassen weltweit. Sie mussten sich den rauen und vegetationsarmen Bedingungen des Himalaya-Gebirges anpassen und konnten sich ihre Robustheit sowie die Ursprünglichkeit bis heute bewahren. So ganz genau kann man den Werdegang des Tibet Spaniels nicht nachvollziehen. Das liegt unter anderem daran, dass der Zutritt nach Tibet Fremden, vor allem denen, die aus dem Westen kamen, lange Zeit verwehrt beziehungsweise nur unter erschwerten Bedingungen erlaubt war. Selbst der Kontakt zu Nachbarländern – mit Ausnahme von China – war nicht immer gegeben. Man nimmt jedoch an, dass Hunde, die der Rasse der Tibet Spaniel ähneln, bereits im 1000. Jahrhundert vor Christi in der zentralasiatischen Region anzutreffen waren. Erste Nennungen gehen auf die Zeit der Chin-Dynastie (225-206 v. Chr.) zurück, die ersten Niederschriften aus Tibet sind um das Jahr 630 nach Christi zu finden, als die tibetische Schrift aufkam. Hunde dieses Typs sind auch auf Keramiken und als Bronzestatuen zu finden, die auf die Jahre 1100 bis 1644 datiert sind. Wie es zur Verbreitung der Tibetischen Hunde – speziell der Tibet-Spaniels – in Europa kam, ist auch nicht konkret nachweisbar. Man nimmt jedoch an, dass sie schon früh über die Seidenstraße zu uns gekommen sind und eventuell sogar die ersten Vorfahren unserer Zwerg- und Kleinhunde waren. Berichten zufolge kam 1895 der erste Tibet Spaniel in Begleitung eines Seemanns aus Indien nach Großbritannien. Zudem geht der erste nachweislich vorhandene Wurf eines Tibet Spaniels auf unserem Kontinent (England) ebenfalls auf das Jahr 1895 zurück. Erst 1934 jedoch wurde der erste Rassestandard veröffentlicht, und ab da begann die eigentliche Züchtung dieser Rasse. Mit dem 2. Weltkrieg reduzierte sich der Bestand der Tibet-Spaniels enorm, und man importierte Hunde dieser Rasse aus Tibet, um praktisch wieder bei null mit der Züchtung anzufangen. Der Standard wurde 1959 erneuert, und die FCI erkannte die Rasse zwei Jahre später an. Nach Deutschland kamen die ersten Tibet Spaniels erst 1969.
Ursprünglich soll der Tibet Spaniel als Wachhund sowie in höher gestellten Familien als Familienhund gehalten worden sein. Vor allem in den tibetischen Klöstern wurde er gezüchtet und war heimisch. Dort wurden diese Hunde von den Mönchen zum Drehen der Gebetsmühlen – daher auch der Beiname „Gebetshund“ – sowie zum Erwärmen der Schlafstätten eingesetzt. Außerdem sollten sie die Klöster bewachen und Alarm schlagen, wenn sich Eindringlinge näherten. Auch heute noch sind Tibet Spaniel bei den dortigen Mönchen beliebte Begleiter.

Tibet Spaniel: Großer Hund im kleinen Körper

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Erscheinungsbild

Die Fédération Cynologique Internationale – abgekürzt FCI – hat den Tibet Spaniel als eigene Rasse anerkannt und ihm die Standard-Nummer 231 zugeteilt. Er ist der Gruppe 9 – Gesellschafts- und Begleithunde – sowie der Sektion 5 – Tibetanische Hunderassen – zuzuordnen. Als Ursprungsland gilt Tibet, als Patronat jedoch Großbritannien. Tibet Spaniels haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren.
Mit einer Widerristhöhe von etwa 25 cm sowie einem Gewicht von 4 bis 7 kg zählen Tibet Spaniels zu den kleinen Hunderassen. Sie haben seidiges, am Körper mittellanges, recht glatt anliegendes Deckhaar mit dichter, feiner Unterwolle. Am Gesicht sowie an den Vorderseiten der Beine ist das Haar kurz. An den Ohren sowie an den Rückseiten der Läufe wartet der Tibet Spaniel mit einer guten Befederung auf. Auch die Rute ist mit langem Haar bedeckt. Laut Standard sind alle Farben sowie deren Mischung erlaubt.
Vom Körper her ist der Tibet Spaniel etwas größer als die Schulterhöhe hoch ist. Die Ohren sind hängend und nicht am Schädel anliegend.

Wesen/Charakter des Tibet Spaniel


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Der Tibet Spaniel ist auch ein guter Wachhund.Der Tibet Spaniel ist ein urtümlicher, robuster und zäher Hund, der aufgrund seiner Herkunft absolut wetterfest ist. Er ist zurückhaltend, jedoch sehr wachsam und eigenständig. Ferner handelt es sich um einen intelligenten, stets fröhlichen, glücklichen, sehr sensiblen und intelligenten kleinen Hund, der jedoch auch sehr eigenwillig sein kann. Tibet Spaniels sind nicht nur sehr wachsam, sie sind zudem mutig und meldefreudig. Zu seinem Besitzer pflegt der Tibet Spaniel in der Regel eine sehr innige Beziehung und ist ihm ein treuer Gefährte. Fremden gegenüber ist er nicht besonders aufgeschlossen. Diese Hunde besitzen ein gutes Gedächtnis, was bei der Erziehung – die liebevoll jedoch auch konsequent sein sollte – unbedingt berücksichtigt werden sollte, denn einmal gemachte negative Erfahrungen, vergisst der Tibet Spaniel nie. Auf Druck und Zwang reagieren diese Hunde mit Ignoranz.Der kleine, quicklebendige, temperamentvolle Tibet Spaniel ist stets mit flottem Gang unterwegs und liebt es, zu spielen sowie „Kunststücke“ vorzuführen. Er ist ausgesprochen kinderlieb.

Auslauf/Pflege

Aufgrund ihres Temperaments wollen Tibet Spaniels viel bewegt werden. Dabei lieben sie es, wenn Herrchen oder Frauchen mit ihnen spielen. Ein Tibet Spaniel kann durchaus auch in einer Stadtwohnung gehalten werden, wenn man seine Größe berücksichtigt, allerdings kann seine Wachsamkeit und die damit verbundene Bellfreudigkeit durchaus auf Missfallen in der Nachbarschaft stoßen.
Regelmäßige Fellpflege – etwa einmal wöchentlich – ist angebracht, um dem Haarkleid seinen seidigen Glanz zu erhalten. Besonders im Frühling und im Herbst ist intensives Bürsten und Kämmen beim Fellwechsel angesagt.