West Highland Terrier
West Highland Terrier – der „Rattenbeisser“ aus Schottland
Allgemeines
Früher war der Westie, wie der West Highland White Terrier auch liebevoll genannt wird, ein Rattenbeißer, der für die Jagd von Niederwild zum Einsatz kam, heute hingegen ist er in erster Linie ein Begleithund. In den 1990er Jahren wurde er bei uns – bedingt durch die Werbung – zu einer Art Modehund, was die Nachfrage steigerte und viele Züchter zu unüberlegten Zuchten trieb.
Zuvor jedoch war er bereits in Schottland ein „bekannter Hund“: Das Schottische Bahnbetriebswerk in Glasgow benutzte ihn als eine Art „Wappentier“, und auch auf einigen Lokomotiven war er zu Werbezwecken zu sehen. Geht man noch weiter in die Geschichte zurück, so begegnen einem auf Gemälden des 19. Jahrhunderts immer wieder Hunde, die dem heutigen West Highland White Terrier ähneln.
Geschichte und Herkunft
Die erste Linie der West Highland White Terrier geht auf die Malcom Familie zurück, die der Rasse auch ihren Namen gab. Damals wurden die Hunde ausschließlich für die Jagd gezüchtet, wobei man das weiße Fell als besonders wichtig empfand, da der Hund somit zwischen Gestrüpp und Felsen gut erkennbar war. Besonderes Augenmerk legte man darauf, dass der West Highland White Terrier widerstandsfähig und mutig war, da seine Aufgabe darin bestand, in Dachs- und Fuchsbauten einzufahren.Der Westie in seiner heutigen Form ist bereits 1839 auf Bildern des Tiermalers Edwin Landseer zu sehen. 1905 gründete man den ersten West-Highland-White-Terrier-Club in Schottland, und der erste Rassestandard wurde festgestellt, der sich bis in die heutige Zeit kaum verändert hat. Noch bis ins Jahr 1924 hinein wurden weiße Welpen aus Cairn Terriern als West Highland White Terrier eingetragen.
Erscheinungsbild
Der West Highland White Terrier trägt die FCI-Standard-Nummer 85 und wird der Gruppe 3 der Terrier sowie der Sektion 2 – Niederläufige Terrier – zugeordnet. Zwar lautet der offizielle Rassename West Highland White Terrier, dennoch findet man diesen Hund auch unter den Bezeichnungen West Highland Terrier, Weißer Hochlandterrier und Westie. Er hat eine Widerristhöhe von 25 – 28 cm und zählt damit zu den kleineren Hunden. Sein Idealgewicht beträgt 7 – 10 kg. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei bis zu 14 Jahren. West Highland White Terrier haben einfarbig weißes, dichtes, welliges sowie „doppeltes“ Fell, das aufgrund der Wetterbedingungen in den Highlands – wo der Hund herstammt – extrem wetterbeständig ist. Der Nasenschwamm ist schwarz und die Augen sind dunkel. Seine Rute trägt dieser selbstbewusste Hund aufrecht.
Wesen/Charakter des West Highland Terrier
Dieser kleine Hund ist sehr gelehrig aber auch zuweilen recht eigensinnig, was man Terriern im Allgemeinen sowieso nachsagt. Trotz seiner geringen Körpergröße kann er an Aktivität mit so manchem großen Hund mithalten. Ebenso ist er wachsam und mutig wie seine großen Artgenossen.Die meisten West Highland White Terrier sind verspielt und ausgesprochen fröhlich. Er sieht sich gerne bei Spiel und Arbeit herausgefordert. Es ist daher besonders wichtig, diesem kleinen, quirligen Geselle geistige wie körperliche Aufgaben zu geben. Dabei muss darauf geachtet werden, dass er weiß, wer sein Rudelführer ist, denn gerne nehmen diese selbstbewussten Hunde die Zügel in die Hand. Daher ist auch ihre Erziehung nicht ganz einfach. Im Umgang mit anderen Artgenossen kann es schon mal zu Dominanzkämpfen kommen. Wichtig ist deshalb eine frühe und gute Sozialisierung.Als Familienhund ist der West Highland White Terrier ein sehr charmanter Hund, der seine Familienmitglieder um den Finger zu wickeln weiß. Bei genügend Auslauf kann man ihn auch gut in einer Stadtwohnung halten. Dennoch darf man die Eigenheiten eines Westies nicht unterschätzen. Ganz im Gegenteil, man sollte sich bestimmte Wesenszüge zu eigen machen und den Hund fordern sowie fördern. Als Sportart bieten sich dabei Flyball oder Agility an. Auch so genanntes „intelligentes“ Hundespielzeug sollte dem West Highland White Terrier angeboten werden.
Da wegen der großen Beliebtheit in vergangener Zeit (zu) viele Zuchten auf dem Markt waren, sollte man beim Kauf eines Westies besonders auf die Herkunft achten: Hunde aus „Zuchtfabriken“ neigen – entgegen dem Naturell der West Highland White Terrier – vermehrt zu Empfindlichkeit und Krankheiten.
Auslauf/Pflege
Diese recht lebhafte Hunderasse benötigt genügend Auslauf, wobei man ihn weniger als Begleiter beim Rad fahren oder Joggen benutzen kann. Vielmehr liebt er als Jagdhund das Herumstöbern. Hierbei sollte man mit ihm spielen. Wer sich einen Westie anschafft, der muss wissen, dass ihm Wind und Wetter nichts ausmachen, vielmehr liebt er die Kälte, meidet aber zu große Hitze. Entgegen vieler Meinungen braucht der Westie eine regelmäßige und intensive Fellpflege. Da das abgestorbene Deckhaar nicht von selber abfällt, muss es ausgezupft werden. Regelmäßiges Trimmen ist wichtig. Je häufiger dieses gemacht wird, desto schöner wird sein Fellkleid. Im Sommer sollte man seinen Hund scheren lassen.


