Brauche ich überhaupt eine Hundeleine?

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Die Hundeleine ist das wichtigste Accessoir für jeden Hundehalter.Fragt man den Hund und könnte dieser antworten, so würde er generell dafür plädieren, dass er keine Leine braucht. Selbstverständlich ist es wünschenswert, dass der vertraute Vierbeiner seine Freiheit genießen kann und auch mal ohne Leine unterwegs ist, doch gibt es immer wieder Situationen, in denen er einfach angeleint sein muss. Dazu zählen etwa die Momente, wo man sich mit seinem Hund innerhalb verkehrsreicher Straßen bewegt oder aber solche, wo man Rücksicht auf andere Menschen und Tiere nehmen muss. Ob der Hund also nun will oder nicht, eine Hundeleine gehört einfach zum Equipment eines jeden Hundehalters. Im Handel existieren hierzu zahlreiche Modelle in unterschiedlichen Größen, aus verschiedenen Materialien sowie zu sehr unterschiedlichen Preisen. Hat man die „richtige“ Leine für seinen Hund gefunden, so muss es nicht nur eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit bedeuten, vielmehr ist das Führen an der Leine durchaus auch als eine Art Sicherheit für manche – vorwiegend ängstliche – Hunde zu betrachten: Herrchen oder Frauchen passt auf mich auf, hält mich fest.

Leinenpflicht

Generell existiert bei uns kein Gesetz zur Leinenpflicht. Jedes Bundesland jedoch hat – genauso wie jede einzelne Gemeinde – seine eigenen Bestimmungen, nach denen sich die Hundehalter richten müssen. Einige Gemeinden begrenzen sogar die maximale Länge der Leinen per Verordnung. Für Listenhunde, die auf einer so genannten Liste für gefährliche oder potentiell gefährliche Hunde stehen, gelten gesonderte Gesetze. Die einzelnen Vorschriften bezüglich der Leinenpflicht findet man mittels Hinweisschildern oder erfährt sie im Internet beziehungsweise bei den jeweiligen Behörden.
Jeder Hundehalter mit dem nötigen Verantwortungsbewusstsein weiß jedoch auch, dass er generell seinen Hund innerhalb eines Wohngebietes, in Parks sowie in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln anleinen sollte. Auch die Forderung der Jäger, Hunde im Wald anzuleinen, damit das Reißen von Wild unterbunden wird, ist nachvollziehbar.

Welche Hundeleinen gibt es überhaupt?

Die Frage nach DER Hundeleine schlichtweg kann kaum beantwortet werden, zu viele Modelle unterschiedlichen Materials, Qualität oder auch Preis befinden sich auf dem Markt. Dabei unterscheiden sich die Leinen nicht nur darin, auch ist deren Verwendungszweck verschiedener Natur. Hundeleinen kann man sowohl im Fachhandel als auch in anderen Geschäften, online oder gar in Tierarztpraxen käuflich erwerben. Neben den gängigen Leinen, die sich in ihrer Länge unterscheiden, gibt es vor allem solche, die der Größe des Hundes entsprechen. Dabei richtet sich diese wiederum nicht vorrangig nach der Widerristhöhe sondern nach dem Gewicht des Hundes. Ferner sind Leinen für einen oder auch zwei sowie mehrere Hunde gleichzeitig im Handel. Hundeleinen können mit Kette, um den Bauch, um die Schnauze oder um die Hüfte getragen werden. Es gibt sie in verschiedenen Materialien: Lederleinen, Leinen aus Nylon, aus Segeltau, aus Paracord, aus dem modernen Biothane oder auch aus anderen Materialien. Auch wer etwas ganz Besonderes, etwas Individuelles möchte, der wird fündig. Der Phantasie – und damit auch dem Preis – sind keine Grenzen gesetzt. So gibt es beispielsweise Leinen mit Licht, mit Kotbeutel, mit Taschenlampe, mit Strasssteinen oder welche, auf denen der Name des Lieblings aufgestickt wird. Zahlreiche namhafte Firmen und Modedesigner haben Hundeleinen in ihr Repertoire aufgenommen. Man findet neben Hundeleinen von Tschibo, Flexi und Trixie auch solche der Marke Glööckler und Louis Vuitton. Aber nicht nur vom Aussehen, vom Material und vom Preis her sind Hundeleinen unterschiedlich, auch gibt es sie für verschiedene Zwecke und Gelegenheiten: Man bekommt unter anderem Hundeleinen für Welpen, fürs Joggen, fürs Fahrrad, für die Reitbegleitung, fürs Nordic Walking, für Ausstellungen.

Die 3 wichtigsten Leinentypen

Bei all den verschiedenen Modellen, Längen, Materialien und Preisen kann man dennoch eine Einordnung in drei Leinentypen vornehmen: die Führleine, die Schleppleine und die Roll- oder Flexileine.
Alle drei haben ihre Berechtigung, und alle drei sind jeweils für bestimmte Zwecke idealer als die anderen. Dabei sind das Material sowie die Farbe reine Geschmackssache, berücksichtigen sollte man aber Größe und Gewicht des Hundes sowie letztendlich auch sein Gehorsam.

  • Die Führleine – Für den normalen Alltag mit dem Hund ist die Führleine nicht nur am praktischsten, sie hat sich auch am längsten bewährt. Erste wichtigste Entscheidung beim Kauf der Führleine zielt auf die Länge ab. Die traditionelle misst zwischen 1 m und 2,40 m und ist längenverstellbar. Kurze Führleinen sind für große Hunde gedacht. Dabei werden sie hauptsächlich dazu genutzt, um den Hund für kurze Situationen zu sichern, nicht, um einen längeren Spaziergang an der Leine zu machen. Auch beim Training mit dem Hund reichen durchaus Führleinen von 1 m bis 2,40 m aus. Arbeitsleinen sind in der Regel nur 1 m lang und besitzen eine praktische Handschlaufe, die viele andere Leinen ebenfalls haben. Ferner gibt es Verlängerungsleinen, die man der jeweiligen Situation anpassen kann, indem man mittels Karabinern und Ringen mit anderen Leinen verlängern kann. Gleichgültig, für wie viel Meter Leine man sich entscheidet, ausschlaggebend ist, dass weder der Hund noch der Mensch permanent über die eigene Leine stolpert oder sich darin verheddert.
  • Die Schleppleine – So genannte Schleppleinen fangen bei einer Länge von 6 Metern an und enden in der Regel bei 15 Metern, können jedoch auch bis zu 30 Metern lang sein. Die gebräuchlichste Länge ist 10 Meter. Oft sind Schleppleinen aus Nylon, Biothane oder Gurtband. Sie sind fürs Training gedacht, jedoch nicht alltagstauglich. Dabei sind Sinn und Zweck dieses Leinentyps, dass sich der Hund frei fühlt, sein Herrchen oder Frauchen ihn jedoch kontrollieren und beispielsweise Rückrufkommandos oder andere trainieren kann.
    Besonders geeignet sind Schleppleinen für Hunde mit Jagdtrieb, für ängstliche sowie gefährliche Hunde. Eine Schleppleine darf nur am Geschirr, niemals am Halsband befestigt werden. Diese Leinen haben meistens keinerlei Handschlaufen, damit der Hund nicht im Gebüsch oder anderweitig hängen bleibt. Damit man sie jedoch besser halten kann, sollte man einen Knoten ins offene Ende machen. Ferner empfiehlt sich das Tragen von Handschuhen, da ein rasches Vorschnellen des Hundes schnell zu Verletzungen an der Hand führen kann. Generell ist der Umgang mit einer langen Schleppleine nicht ganz einfach und will geübt sein.
  • Die Rollleine/Flexileine – Unter einer Flexi- oder auch Rollleine versteht man eine Hundeleine, die sich selbst in Form eines dünnen Seils oder aber auch eines schmalen Gurtbandes auf eine bestimmte Länge ein- beziehungsweise ausrollt. Gleichzeitig lässt sie sich natürlich auch bei einer jeweils bestimmten Länge arretieren. Diese Leinen sind in der Regel mittels eines großen Griffs gut in der Hand zu halten. Manche erreichen ausgezogen eine Länge von bis zu 8 Metern. Für kleinere Hunde reichen dünnere, bis zu 3 Meter lange Flexileinen, große Hunde sollten eine längere und vor allem stabilere Rollleine bekommen. Während sich die Seilleinen leicht ausziehen, bedarf es für den Hund einer Gurtleine eines größeren Kraftaufwandes. Gleichzeitig ist natürlich auch das Gehäuse – also der Griff – bei der Gurtleine wesentlich größer. Diese Art von Leinen bietet dem Hund wesentlich mehr Freilauf als die Führleine. Im Vergleich zur Schleppleine, die dem Hund ebenfalls viel Auslauf gewährt, ist sie leichter zu handhaben. Rollleinen sind jedoch nicht ganz unproblematisch. Gerade die dünnen Seilleinen sind nicht immer leicht zu erkennen und können somit eine Gefahr für andere – beispielsweise Radfahrer und ältere Menschen – darstellen. Ferner kann es leicht zu Verletzungen kommen, wenn man beispielsweise den Griff unverhofft loslässt, weil der Hund blitzartig nach vorne schnellt: Der Hund kann durch das Gehäuse, in dem sich die Leine extrem schnell und unkontrolliert einrollt, verletzt werden. Aber auch ein unbedachtes „Abhaken“ des Hundes von der Leine mit zurückschießender Schnur Richtung Mensch führt zu bösen Wunden. Flexileinen gehören also auf gar keinen Fall in die Hände von Kindern, vor allem dann nicht, wenn „am anderen Ende“ ein größerer Hund ist. Auch Rollleinen sollten nicht am Halsband – sondern an einem Geschirr – befestigt werden, da ein abruptes Stoppen des Leinenendes ein schmerzhaftes Ziehen beim Hund verursachen kann. Für Welpen sind Flexileinen völlig ungeeignet. Auch als Erziehungsleine eignen sie sich nicht.

Welche Leine für welchen Hund?

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Hundeleinen - Es gibt Führleinen, Schleppleinen und Rollleinen.Zwar würden die Hunde allgemein am liebsten ohne Leine gehen, dennoch sind diese notwendig. Bleibt aber die Frage offen, welche Leine wohl die ideale Leine für den jeweiligen Hund ist. Die Antwort ist nicht ganz einfach: Zum einen ist es sicherlich eine Geschmacksfrage, zum anderen kommt es auf Größe, Gewicht und Temperament des Hundes sowie auf die jeweilige Situation an.
Die optimale Länge lässt sich rechnerisch feststellen: Der Hund sollte sich eine ganze Körperlänge von seinem Führer bewegen können, ohne dass die Leine spannt. Ferner muss die Leine natürlich bezüglich ihrer Stabilität zum Gewicht des Hundes passen: Je größer der Hund, desto schwerer darf und stabiler muss sie sein. In der Regel stehen auf den meisten Verpackungen die entsprechenden Gewichtsangaben, zudem bekommt man im Fachhandel Beratung. Wenn der Hund fortwährend angeleint sein muss, sind Rollleinen empfehlenswert, die ihm mehr Freiraum gewähren. Generell sind bei Spaziergängen außerhalb des Siedlungsbereichs Leinen von mindestens 3 Metern angebracht. Beim Kauf einer Leine für Welpen sollte man ruhig eine etwas billigere wählen, da diese mit Sicherheit schnell zerkaut sein wird. Rollleinen – vor allem solche mit Seil – sind dabei gleich aus mehreren Gründen nicht gut für Welpen und junge Hunde. Für temperamentvolle Hunde – wie etwa Jagdhunde -, aber auch für solche, die den Menschen beim Radfahren oder Joggen begleiten, ist ein Ruckdämpfer empfehlenswert, der zwischen Geschirr und Leine installiert wird und für die Sicherheit von Mensch und Tier gedacht ist. Bezüglich des Materials findet man nicht unbedingt die ideale Leine: Es bleibt eine Frage des Geschmacks sowie der praktischen Handhabung.

Aus welchem Material sollte eine Hundeleine bestehen?

Jedes Material hat seine eigenen Vor- und Nachteile, hinzu kommt, dass es teils auch eine Geschmacksfrage ist. Die meisten farbenprächtigen Leinen sind aus Nylon. Hier findet man vom dezenten Grau über das grelle Neongelb gepaart mit bunten Borten, Mustern und Applikationen beinahe alles im Handel, was das Herz begehrt. Steckt man es in einen kleinen Sack oder in einen Kopfkissenbezug, so kann man diese Leinen sogar in der Waschmaschine waschen. Je nach Qualität fransen sie jedoch schnell aus. Bei Nässe werden sie schwer. Leinen aus Kunstleder hingegen saugen sich nicht bei Regen mit Wasser voll und lassen sich ebenfalls leicht reinigen. Wer sich für eine Leine aus echtem Leder entscheidet, der muss ein wenig tiefer in die Tasche greifen, erhält aber dafür ein sehr haltbares, unempfindliches Produkt. Bei Biothane handelt es sich um ein recht neues, lederähnliches Material, das extrem belastbar, leicht sowie sehr unempfindlich gegen UV-Licht und Nässe aber auch antimikrobiell ist.

Was kostet eine gute eine Hundeleine?

Diese Frage kann nicht generell beantwortet werden, da es sich erstens nach dem Modell, also nach dem Hersteller, zweitens nach dem Material und nach der Größe – also auch der des Hundes – sowie nach der Qualität aber auch nach der Quelle, wo sie bezogen wird, richtet. In so genannten Billigshops erhält man schon mal Leinen unter 10 €. Generell kann man jedoch davon ausgehen, dass sie zwischen 20 und 60 € kosten. Nach oben sind keinerlei Grenzen gesetzt.

Hundeleinen und weiteres Equipment

Im Handel findet man zahlreiches anderes Equipment, das in Verbindung mit der Leine genommen werden muss oder kann. In erster Linie steht da natürlich das Halsband zur Auswahl, an welchem viele der Leinen befestigt werden. Halsbänder sind ideale für Führungsleinen. Sie sollten gut sitzen: Nicht zu eng aber auch nicht zu locker sowie mehr als eineinhalb Halswirbel breit sein. Nicht selten sind sie in einer Farbe, in einem Stil als Kombination mit der Leine erhältlich. Bei Schlepp-oder Rollleinen, die länger als 3 Meter sind, bietet sich das Brustgeschirr an. Auch dieses darf weder zu weit noch zu eng anliegen. Für Hunde, die gerne an der Leine ziehen, eignen sich Brustgeschirre besser als ein Halsband. Es schont den Kehlkopf, die Halswirbel und entsprechend die Wirbelsäule des Hundes. Besonders schwere Hunde können ein Kopfhalfter – ein so genanntes Halti – angepasst bekommen.

Leinenführigkeit trainieren – So gewöhnen Sie den Hund an die Leine

Wichtig ist es, den Hund so früh und so sanft wie möglich an die Leinenführung zu gewöhnen. Dazu gehört auf jeden Fall neben Geduld auch positive Verstärkung in Form von Leckerli und/oder liebevollen Worten, die der Hund zwar als solche nicht versteht, aber hier gilt: Der Tonfall macht die Musik. Vor dem ersten Anleinen sollte man den Hund sich zunächst erst einmal ohne Leine auspowern lassen. Anschließend sollte das Anleinen stets in Verbindung mit einer Belohnung stehen, damit der Hund die Leine als etwas Positives betrachtet. Ist ein ausgewachsener Hund nicht an eine Leine gewöhnt und soll dies nachgeholt werden, so benötigt diese Prozedur ebenfalls jede Menge Geduld, denn zunächst wird sich der Hund heftigst sträuben. Für den Anfang ist eine einfache, etwa 1 m lange Leine ratsam. Idealerweise geht der Hund bald „bei Fuß“. Aber auch hier gilt: Positive Verstärkung! Ist der Hund groß, stark und/oder widerspenstig, so ist ein Kopfhalter in Verbindung mit einer Leine empfehlenswert Die ersten Schritte an der Leine – egal ob beim Welpen oder beim ausgewachsenen Hund – sollten jeweils nur über einen kurzen Zeitraum geübt werden. Die Trainingszeit muss sich allmählich verlängern.

Der Hund an der Leine

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Welpen und Hundeleinen

Viele Hundezüchter versehen ihre Welpen mit einem weichen, farbigen Halsband, um die einzelnen Hunde zu unterscheiden. Dadurch sind sie bereits früh an das Tragen eines Halsbandes gewöhnt. Wenn dann – etwa ab der 8. Woche – die ersten Gehversuche draußen gemacht werden, bekommen die Hunde in der Regel ein anderes Halsband, und man kann langsam beginnen, den Welpen an eine Leine zu gewöhnen. Hierfür sollten entsprechende Leinen ausgewählt werden.