Wandern mit Hund


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Das Wandern mit dem Hund gehört mit zu den schönsten Freizeitbeschäftigungen.
Wandern, eine der schönsten und gesündesten Freizeitgestaltungen, die der Mensch kennt, bedeutet: Eins mit der Natur, gesunde Bewegung, interessante Panoramen, idyllische Einkehrmöglichkeiten, alleine oder in der Gruppe. Dabei ist es die freie Entscheidung eines jeden, ob man eine Wanderung von einigen Stunden, eine Tages- oder gar eine Mehrtageswanderung unternehmen möchte. Die Touren können individuell gestaltet oder aber als organisierte Gruppenevents gebucht werden. Wie aber sieht es mit uns Hundefreunden beim Wandern aus? Ganz einfach: Hund und Herrchen beziehungsweise Frauchen gehen dabei den gleichen Interessen nach, denn auch für den Vierbeiner gibt es nichts Schöneres, als durch die Natur zu streifen und mit seinem Besitzer oder im Rudel mit mehreren Artgenossen zusammen zu sein. Lediglich die Aspekte der schönen Aussicht und der guten Einkehrmöglichkeiten tangieren den Hund weniger.
Vor Antritt der Wanderung sollten Sie jedoch einige wichtige Dinge hinterfragen, damit ein paar stressfreie, konfliktarme und schöne Stunden oder gar Tage vor Ihnen liegen.

Wanderungen mit dem Hund unternehmen – Für & Wider

Wenn man das Wandern mit dem Hund gut plant, kann es zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.Im Prinzip spricht wesentlich mehr dafür als dagegen, dass Sie mit Ihrem Hund auf Wanderschaft gehen, dennoch müssen drei Fragen vorab geklärt sein: Wer? Wie lange? Wo?
Zunächst kommt es natürlich auf Ihren Hund an. Grundsätzlich benötigen alle gesunden Hunde Bewegung; der eine mehr, der andere weniger. Jedoch sind die Fähigkeiten, sich lange und viel zu bewegen auch ein wenig abhängig von Größe, Alter, Rasse und Gesundheit des Tieres. Dazu kann ich das beste Beispiel aus meiner Familie liefern: Während der 8 Jahre alte Cocker Spaniel vom Laufen nicht genug bekommt und sogar bei der mehrtägigen Alpenüberquerung Abends immer noch Blödsinn im Kopf hatte, reichen unserem etwas gemütlicherem 5-Jährigen Border Collie mittlere Wanderungen, um kaputt zu sein. Kaum zu glauben, aber der kleine, gleichaltrige Shih Tzu kann mit seinen kurzen Beinen sowie seinen Atemproblemen ziemlich gut mithalten.
Keinesfalls sollte man Welpen, kranke und alte Hunde auf Wanderungen mitnehmen. In diesen Fällen reichen entsprechende Spaziergänge vollkommen aus. Wer unsicher ist, fragt seinen Tierarzt.

So viel zum „Wer“; jedenfalls was die Vierbeiner angeht. Die Entscheidung, ob Sie alleine, mit Freunden oder Familie, in einer Gruppe oder gar mit weiteren Hunden wandern wollen, liegt ganz bei Ihnen. Dem Hund jedenfalls, der bekanntlicherweise ein Rudeltier ist, tut die Sozialisierungs-Chance in einer Gruppe mit mehreren Hunden auf jeden Fall gut.
Die Frage nach der Zeit und somit nach den zu laufenden Kilometern, kann ebenfalls nur von Ihnen und Ihren Möglichkeiten abhängen. Mehrtagestouren sind für sportliche, vitale Hunde und Menschen ein Genuss, jedoch geht das nicht ohne Übung. Ferner sind weitere wichtige Dinge wie Übernachtung und Gepäck in die Vorüberlegung mit einzubeziehen.
Last but not least: Wo soll man wandern? Das liegt ebenfalls ganz im Interesse des Menschen, dem Hund ist es relativ gleichgültig, ob er am Strand, auf den Klippen, im Mittel- oder im Hochgebirge wandert. Hauptsache, er kann schnüffeln, entdecken und mit seinem Besitzer zusammen sein. Mögliche Gefahren und vermehrte Stresssituationen für Hund und Mensch sind jedoch möglichst auszuschließen. Bergwanderern gebe man zu bedenken: Hunde sind keine Kletterer! Und auch Wanderwege, die häufig entlang stark befahrener Straßen führen, machen weder den Zwei- noch den Vierbeinern Freude.
Wenn Sie nun sämtliche Für und Wider abgewägt haben, kann es losgehen. Beinahe jedenfalls…

Was sollte man beim Wanderurlaub mit dem Hund unbedingt beachten?

Wandern mit Hund sollte nach bestimmten Grundsätzen und Regeln passieren, damit Mensch und Tier sich wohl fühlen. Dazu gehört Folgendes:

Sicherheit

Die Sicherheit für beide Teile sollte an erster Stelle stehen! Extrem steile, steinige und mit Kletterleitern versehene Touren sollten mit Vierbeinern vermieden werden – nur wenige Hunde sind wirklich dafür geeignet. Gleiches gilt für Wege mit vielen Treppen, hohen Brücken, Gitterrosten sowie extrem schmalen und häufig frequentierten Pfaden, auf denen Ihnen andere Wanderer – eventuell gar mit Hund – entgegenkommen. Wanderstrecken neben stark befahrenen Straßen, entlang Rad- und Reitwegen machen ebenso wenig Freude wie reine Touren durch den Wald. In all diesen Fällen müsste der Hund stets an der Leine geführt werden, um Gefahrenquellen auszuweichen.

Gesundheit

Denken Sie beim Wandern nicht nur an Pausen für sich, sondern auch an die für den Hund. Dabei muss er unbedingt Wasser saufen können – sei es aus einem Bach oder Fluss oder einer Wandertrinkflasche. Die Faustregel, spätestens alle 3-4 Kilometer eine Trinkpause einzulegen, sollten Sie beherzigen. Und ab und zu ein Leckerli kann nicht schaden. Jedoch darf der Hund nur so viel gefüttert werden, dass dessen Magen nicht überfüllt ist. Größere Hunde neigen dann nämlich schnell zu gefährlichen Magendrehungen, wenn sie anschließend herumtoben.
Ebenso wichtig wie Wasser ist die Außentemperatur: Bei sehr großer Hitze sollte man lieber auf lange Wanderungen verzichten. Zwar bekommen die wenigsten Hunde einen Sonnenbrand, jedoch ist ein Hitzschlag nicht selten.

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Sozialisierung

Gehen Sie nie auf Wandertour in einer Gruppe mit mehreren Hunden, wenn Sie nicht sicher sein können, einen relativ verträglichen Hund zu haben. Sollten sich alle Teilnehmer an diesen Grundsatz halten, kommt es so gut wie nie zu Macht- höchstens mal zu kleineren „Imponier“-Kämpfen. Permanente Rüpeleien und Aggressionen bedeuten Stress für Mensch und Tier.

Rast

Wie bereits erwähnt, sollte man mindestens alle 3-4 Kilometer eine Rast einlegen, damit der Hund saufen kann. Ideal sind Rastplätze am Wasser, wo sich das Tier ebenfalls bei einem kühlen Bad erfrischen kann. Rastplätze inmitten von Wald sind weniger geeignet, weil der Jagdinstinkt Ihres Vierbeiners dort eher zum Tragen kommt.

Verantwortungsbewusstsein

Neben vielen Dingen wie Trinkflasche gehören vor allem auch Hundekotbeutel ins Handgepäck beziehungsweise in die Hosentasche. Verantwortungsvolle Hundebesitzer beseitigen nämlich die Hinterlassenschaften ihrer Tiere entlang der Wanderwege. Im Wald sowie in Naturschutzgebieten gehören Hunde ebenso wie an der Straße und an Radwegen zur Sicherheit der Wildtiere und anderer Verkehrsteilnehmer an die Leine. Wer an einem See, am Meer oder entlang eines Baches oder Flusses wandert, sollte Badestrände meiden. Oft bieten sich andere – ebenso schöne – Stellen an, wo der Hund baden, trinken und ruhen kann.

Übernachten

Mehrtägige Touren ziehen Übernachtungen mit sich. Wo und wie übernachtet wird, sollten Sie zuvor ausgiebig planen. Nicht in jeder Pension, in jeder Berghütte sind Hunde erlaubt.

Das richtige Equipment für das Wandern mit Hund


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Bei Wanderungen mit dem Hund sollte auf das richtige Equipment geachtet werden.Für kleine, kurze Wanderungen genügen für den Menschen – neben dem Rucksack, in dem das Nötigste verstaut wird – entsprechende Kleidung und für den Hund Geschirr sowie Leine. Ideal ist die Mitnahme einer zusammenklappbaren Trinkflasche nebst einer gefüllten Wasserflasche. Wer weiß, dass er unterwegs auf sauberes Wasser stößt, der kann auf Letztere verzichten.
Bei längeren Wanderungen jedoch muss man mehr mitnehmen und bedenken. Im Folgenden gehe ich auf die Dinge ein, die den Hund betreffen. Während wir Menschen uns bei unsachgemäßem Schuhwerk leicht Blasen oder Druckstellen holen, ist auch der Hund vor ähnlichen Problemen nicht geschützt. Je nach Untergrund und Empfindlichkeit, kann er sich wunde Pfoten laufen. Vorsorglich sollten Sie daher entsprechende Creme sowie passende Hundeschuhe bereithalten. Läuft der Hund auf Schnee und Eis oder auf Felsen, sollten Sie auf jeden Fall 4 Hundeschuhe im Gepäck haben oder diese dem Hund bereits zu Beginn anziehen. Ideal ist, wenn man das Tier schon daheim an das Tragen dieser Schuhe gewöhnt.
Überhaupt gehört in jeden Rucksack eine Art „Notfallapotheke“, die nicht nur dem Menschen vorbehalten ist. Für den Hund sollten dort folgende Dinge zu finden sein:

  • Eventuell mitnehmen:
  • Schutzschuhe
  • Creme für wunde Pfoten
  • Augentropfen (bestimmte Rassen haben empfindliche Augen)
  • Unbedingt mitnehmen:
  • Verbandsmaterial
  • Pinzette
  • Schere
  • Zeckenzange
  • Kochsalz-Lösung zum Ausspülen einer Wunde

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Wandern mit Hund im Sommer .Wer sich das Tragen mit seinem Hund teilen möchte, der kann eine Art Tragetasche für den Hunderücken im Fachhandel erstehen. Hier hinein könnten Sie die Erste-Hilfe-Tasche aber auch Futter und Trinkflasche packen.
Am allerwichtigsten jedoch dürfte das Geschirr sein: Es muss so sitzen, dass der Hund in seiner Bewegungsfreiheit nicht einschränkt wird. Für den Hundebesitzer sollte es schnell und leicht anzuziehen und mit einer entsprechend leicht erreichbaren Vorrichtung zur Fixierung des Hundes versehen sein. Was die Leine anbelangt, sind gerade auf Wanderungen längere Modelle oder Flexileinen zweckmäßig, um den Aktionsradius des Tieres bei Leinenpflicht auf gut einsehbarem Gelände ausreichend vergrößern zu können. Wer mitdenkt, sorgt für eine Ersatzleine. Ich schlage diese deshalb vor, weil ich aus eigener Erfahrung heraus weiß, wie schnell man mal eine verliert oder bei der Rast liegen lässt. Auf einigen meiner Wanderungen habe ich eine spezielle Jogging- oder Bauchleine mitgenommen. Die hatte den Vorteil, dass ich die Hände – etwa zum Fotografieren – frei, den Hund jedoch fest hatte. Nachteil: Manchmal lief er mir zu sehr vor den Füßen herum. Eine weitere Alternative, um freie Hände zu haben, ist ein Karabinerhaken, den man am Rucksack einhakt, um dort die Leine zu befestigen.
Von großem Vorteil ist eine – hier bereits mehrfach erwähnte – ausklappbare Wasserflasche. Ergänzt werden kann das Ganze durch eine ebenfalls falt- oder klappbare Futterschüssel. Beide sollten wenig Gewicht haben.
Ferner gehört in Ihren Rucksack kalorienreiches Futter in ausreichender Menge. Bitte achten Sie auf entsprechende Verpackung: Trockenfutter darf nicht nass werden, Dosenfutter muss sich proportionieren und wieder verschließen lassen. Ich empfehle Probepackungen von Hundefutterherstellern, die stets für eine Mahlzeit ausreichend und gut verpackt sind. Leckerlis kann man in den Jacken- und Hosentaschen verstauen.
Letztendlich gehören eine Hundedecke für Rast und Übernachtungen sowie ein Hundehandtuch zum Abtrocknen und Säubern ins Gepäck. Über die Notwendigkeit von Regen- und Windschutzbekleidung für den Hund kann man sich streiten. Ich persönlich meine, ein „normaler“ Hund ist ein Hund und braucht das nicht!

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die richtige Verpflegung beim Wandern mit Hund

Um den Hund bei Laune zu halten, ihn zu locken und zu loben, benötigt Belohnungen, also Leckerlis. Gerade bei Wanderungen ist es jedoch unbedingt wichtig, dass der Hundemagen nicht zu überladen wird. Daher sollten Sie sich kalorienreduzierte Hundeleckerlis, wie etwa Gemüseknöchelchen oder spezielle Light- Produkte, besorgen. Wichtig ist, dass der Hund – ebenso wie der Mensch – viel trinkt.
Zur täglichen Essensration, die man idealerweise einmalig am Abend füttert, ehe sich der Hund zur Ruhe begibt, sollte nährstoffreiches, hochwertiges Futter dienen.

Rechtliches zu Wanderungen mit dem Hund

Es erscheint Ihnen sicherlich merkwürdig, dass zum Thema „Wandern“ Rechtsgrundlagen angesprochen werden, und im Prinzip dürften Ihnen die rechtlichen Aspekte bekannt sein, dennoch möchte ich die wichtigsten hier anführen:

  • Wer mit Hund wandert, führt ihn sozusagen in der Öffentlichkeit und muss entsprechend für die Sicherheit anderer Personen Sorge tragen. Während dieses im Tierhalterecht verankert ist, besagt das Tierschutzrecht, dass nur derjenige einen Hund halten und führen darf, der die entsprechende Tauglichkeit und Fähigkeit besitzt (§ 12 Absatz 1). Streng genommen kann bereits das Anspringen einer Person als rechtswidrig gelten.
  • Laut Gesetz herrscht an allen öffentlichen Örtlichkeiten, zu denen auch Wanderwege, Almen und Wald gehören, Leinen- beziehungsweise Maulkorbpflicht. Wer dies nicht beachtet, macht sich strafbar und muss mit hohen Geldbußen rechnen.
  • Laut § 60 Stmk Jagdgesetz liegen gegen wildernde Hunde jagdrechtliche Gründe vor. Das geht sogar so weit, dass Hunde, die beim Wildern angetroffen werden, von autorisierten Personen erschossen werden dürfen.
  • Gerade bei Wanderungen im Alpenbereich wird man nicht selten mit Weidetieren konfrontiert, die ohne Abgrenzungen grasen, sowie mit Wanderwegen, die durch genau dieses Gebiet führen. Hier ist auf das richtige Verhalten des Hundes besonders zu achten.
  • Wer in ein Gasthaus oder in eine Schutzhütte einkehrt, muss seinen Vierbeiner nicht nur an der Leine führen, sondern auch dafür sorgen, dass dessen Aktionsradius nicht zu groß ist und dass er andere Gäste nicht belästigt.
    Kommt es dennoch mal zu einem Fehlverhalten oder gar zu Hundebissen, welche Folgen wie Behandlungskosten und Schmerzensgeld nach sich ziehen, ist es ratsam, zuvor eine ausreichend gedeckte Tierhaftpflicht abgeschlossen zu haben. Dennoch muss der Hundehalter mit strafrechtlichen Konsequenzen – Körperverletzungsdelikte gemäß §§ 83 ff. StGB – rechnen. Selbst wenn Ihr Hund einen Menschen am Weitergehen hindert, kann nach deutschem Recht – § 99 StGB – eine strafbare Freiheitsentziehung vorliegen.

Ideale Wandergebiete für das Wandern mit Hund

Es gibt viele Wandergebiete, in denen man ausgedehnte Wanderungen mit dem Hund unternehmen kann.Prinzipiell bieten sich beinahe alle Regionen Deutschlands als Wandergebiete an. Besonders gerne werden Wanderungen in Bayern, etwa im Fichtelgebirge, Touren auf dem Eifelsteig oder von Koblenz bis Mainz auf dem Rheinsteig unternommen. Die Sächsische Schweiz und die Lüneburger Heide weisen dabei eine fantastische Landschaft inmitten einmaliger Natur vor. Aber auch Touren durch den Harz, den Westerwald, den Vogelsberg oder den Teutoburger Wald kann man nur empfehlen. Und wer glaubt, die Deutsche See wäre zum Wandern uninteressant, der irrt: Wie wäre es mit Klippenwandern auf Rügen oder mit Wanderungen durch Dünen sowie Watt auf Sylt?
Auch das Ausland bietet fantastische Wanderrouten mit Hund an. Sehr empfehlenswert sind der Stevenson-Weg in Frankreich, die zahlreichen Wanderrouten im Dordognetal oder in den Cevennen.
Für Sportliche und Abenteuerlustige bietet sich eine Alpenüberquerung von der Alpennordseite bis Meran auf dem E5 an. Hier gibt es sogar geführte Wandertouren in Gruppen mit Hund.

Autor: Esther Vergenz