Welpenkauf
Welpenkauf – eine Entscheidung mit Herz und Verstand
Kaum jemand wird widerstehen können, wenn ein süßer Welpe mit flauschigem Fell und großen Augen mit tapsigen Schritten näher kommt. Aus Verantwortung gegenüber dem Welpen und seinen Menschen, sollte ein Welpenkauf jedoch niemals spontan erfolgen. Er ist kein Handelsobjekt, das bei Beanstandung wieder zurück gegeben werden kann, sondern ein Lebewesen, dem die Nähe zum Menschen viel bedeutet. Mit dem Welpen muss die gesamte Familie einverstanden sein. Seine Rasse, Charakter und speziellen Bedürfnisse müssen zu den Lebensgewohnheiten und Voraussetzungen des Besitzers und seiner Familie passen. Am besten sollte der Lieblingswelpe einige Male beim Züchter besucht werden, um ihn näher kennenzulernen und auch der Züchter sicher sein kann, dass sein kleiner Vierbeiner ein passendes, liebevolles Umfeld erhält.
Der Hundewelpe – Teil der Lebensplanung
Jedes Geschöpf, jeder Welpe ist einzigartig. Mit einem Welpenkauf ist eine große Verantwortung verbunden und er bedarf einer sorgfältigen Analyse der eigenen Lebensbedingungen. Der Welpe wird ein neues Familienmitglied und ist ca. zehn – fünfzehn Jahre Bestandteil des gemeinsamen Lebens. Um die Veränderungen, die so ein kleiner Vierbeiner mit sich bringt, abschätzen zu können, ist ein Gespräch mit anderen Hundebesitzern (evtl. der gleichen Rasse) empfehlenswert. Vor einer Entscheidung sollten verschiedene Züchter besucht werden, die am bestem einem Rasseverband (VDH Verband Deutscher Hundezüchter) angehören sollten. Auf keinen Fall sollte ein Welpe von Hundehändlern, im Ausland oder auf Bestellung zu erwerben.
Kann den Bedürfnissen des Welpen entsprochen werden?
Vorbeugend sollte abgeklärt werden, ob die Hundehaltung im eigenen Wohnumfeld erlaubt ist und wer sich im Fall von Unfall, Krankheit oder anderen längeren Abwesenheiten um den Hund kümmert. Wichtig ist auch zu überlegen, ob der Tagesablauf drei bis vier Stunden Zeit für den Hund zulässt und man über das notwendige Durchsetzungsvermögen verfügt, denn Hunde sind Rudeltiere. Zu den notwendigen Voraussetzungen gehören Zeit für die aufwändige Welpenerziehung und finanzielle Ressourcen für Tierarzt, Futter, Steuern und Haftpflichtversicherung sowie die Welpenschule. Schön wäre es auch für den Welpen, wenn er mit in den Urlaub fahren könnte. Passt der Welpe zu seinem menschlichen Rudel, ist er wundervoller Spielkamerad und später ein treuer Gefährte.
Die Qualität der Aufzucht und der Auswahl
Eine gute Aufzucht der Welpen ist essenziell. Auch wenn der Hundezüchter dem Rasseverband angehört, sollte der zukünftige Welpenbesitzer Zeit investieren, um einen Eindruck vom Umfeld des Welpen gewinnen zu können. Es sollten nicht mehrere Hunderassen gleichzeitig gezüchtet werden und genug Zeit für den einzelnen Welpen aufgebracht werden. Positiv auf die Entwicklung des Welpen wirkt sich eine familiäre Aufzucht sowie Auslauf im Garten aus. Der potenzielle Welpenbesitzer sollte auch die Hundemutter sowie die Wurfgeschwister des Welpen kennenlernen. Ein gutes Zeichen ist auch, wenn nach einer ersten Scheu, die Welpen auf fremde Personen zukommen. Es sollten nur Welpen mit einem Mikrochip zur Identifizierung, einem Nachweis der erfolgten Entwurmungen und einem Impfpass gekauft werden. Der Bauch des Welpen sollte sich weich anfühlen, denn ein harter Bauch kann auf eine Fütterung mit minderwertigem Zusatzfutter hinweisen.
Unterstützung, damit Welpe und Mensch zusammenpassen
Wichtig ist, dass der Züchter mit den Welpeninteressenten Gespräche über Ihre Motive des Welpenerwerbs führt. So kann er abschätzen, welcher Welpencharakter am besten passt. Einem Sportbegeisterten wird dann nicht der ruhigste Welpe aus dem Wurf empfohlen, sondern ein eher quirliges, neugieriges Hundenaturell. Einem Anfänger-Hundebesitzer ist nicht zu einem dominanten Rüden, sondern eher zu einer Hündin zu raten. Der Züchter kann auch wertvolle Information zu den Eigenschaften und Bedürfnissen der speziellen Hunderasse sowie zu rassespezifischen Erberkrankungen geben.
Das frühe Umfeld prägt den Welpen
Der Welpe wird vom Züchter in der Regel in der achten bis zehnten Woche an neue Besitzer abgegeben. Ein wesentliches Entscheidungskriterium für die Wahl eines Welpen ist die Art wie er aufwächst. Zu einer guten Frühsozialisation gehört, dass er von Anfang Familienanschluss (nicht nur Zwinger) und viel körperliche und geistige Abwechslung (Wasser, Ausflüge und Autofahrten) hatte. Die Welpen, die nicht schlafen, sollten einen interessierten und lebensfrohen Eindruck machen und nicht ängstlich auf den Züchter reagieren. Diese frühe Phase ist prägend und Versäumnisse in dieser Zeit können kaum mehr nachgeholt werden.
Eine sorgfältige Auswahl – ein Glück für Welpe und Besitzer
Auch wenn die eigenen Kinder unbedingt einen kleinen Hund haben wollen oder der Züchter zeitlichen Druck aufbaut, sollte man sich auf keinen Fall zu einem schnellen Kauf überreden lassen. Hier sind Spontanentscheidungen besonders kritisch, da dem kleinen Vierbeiner großer Schmerz zugefügt wird, wenn man ihn nach kurzer Zeit wieder abgibt. Bei einem guten Züchter, kann es sein, dass gerade kein Welpe verfügbar ist. Aber die Wartezeit lohnt sich. Wenn der Welpe nicht reinrassig sein muss, ist ein Welpe aus dem Tierheim für einen erfahrenen Hundebesitzer eine gute Entscheidung. Als Unterstützung der Welpenerziehung empfiehlt sich eine Hundeschule mit Welpenkursen, damit der kleine Vierbeiner es von Anfang an richtig lernt. Kinder müssen beherzigen, dass der Welpe kein Kuscheltier ist und im Schlaf seine Ruhe braucht. Ein Chow-Chow ist z.B. ein sehr sensibler Hund, der schnell Ablehnung und Willkommensein registriert.


