Die Englische Bulldogge – Ein kinderlieber Hund mit Tradition

 

Kann auch auf stur schalten: Liebevolle Konsequenz ist beim English Bulldog das A&O in der Erziehung

 


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Englische Bulldoggen setze man früher im Kampf gegen den Bullen ein. 1835 wurden Hundekämpfe in England verboten.

Die Englische Bulldogge – auch „English Bulldog“ genannt – ist in England eine Art Nationalhund mit einer langen Tradition. Diese Hunderasse ist wohl eine der wenigen, die sich im Laufe der Jahre in ihrer Existenz am meisten gewandelt hat. Wurde die Englische Bulldogge einst als „Bullenbeißer“ – daher auch der Name – eingesetzt, so ist sie heute zum gemütlichen Familienhund avanciert. Bulldogs wurden als Hunde für den Kampf Hund gegen Bulle gezüchtet und man trimmte sie auf Mut und Aggressivität.

 
 

Geschichte und Herkunft der Englischen Bulldogge

 

Steckbrief Englische Bulldogge

  • Ursprungsland: Großbritannien
  • Standardnummer: 149
  • Widerristhöhe: ca. 30 – 40 cm
  • Gewicht: Rüden: 25 kg, Hündinnen: 23 kg
  • Verwendung: Begleithund
  • FCI-Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
  • Sektion 2.1: Molossoide, doggenartige Hunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Schon im 6. Jahrhundert vor Christus kreuzten Kelten im heutigen Großbritannien ihre doggenartigen Hunde mit den von Phöniziern mitgebrachten Molossern. Zunächst wurde die Rasse im 13. Jahrhundert als „Bonddog“ oder „Bolddog“ bezeichnet. To „bond“ bedeutet soviel wie fesseln, „bold“ bedeutet übersetzt „mutig“.

Den heutigen Namen „English Bulldog“ findet man in Aufzeichnungen zum ersten Mal im 17. Jahrhundert. Damals wurde auf breite Kiefer sowie eine zurückgenommene Nase Wert gelegt, damit sich der Hund im Kampf in die Nase des Bullen verbeißen konnte und dennoch genügend Luft bekam.

Im Laufe der Zeit hetzte man den Bulldog auf weitere Tierarten. Auch der Kampf Hund gegen Hund wurde sein Metier. Als die Hundekämpfe 1835  verboten wurden, verschwand auch die Rasse der Englischen Bulldogge beinahe vollständig.

Im Jahre 1864 wurde der „Bulldog Club“ gegründet, der erstmals Rassenstandards festlegte. Elf Jahre später übernahm der „Bulldog Club Incorporated“ die Regie über die Zucht der Englischen Bulldoggen. Dabei wurde vermehrt Wert auf Friedfertigkeit gelegt; der Kampfhund war out. Das ist prinzipiell bis heute so geblieben und der ehemalige Bullenbeißer hat sich heute zum gutmütigen und kinderlieben Familienhund gewandelt.

2009 gab der United Kennel Club bekannt, dass die Rassestandards überarbeitet wurden. So ist man heute bemüht, Qualzuchten entgegenzuwirken und legt einen gesteigerten Wert auf die Gesundheit des Hundes. Auf übertriebene Rassemerkmale wie extrem große Köpfe, kurze Nasen, enorm faltige Gesichter und zu kurze Läufe wird heute bei der Zucht verzichtet.

 

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Video zur Rasse der Englischen Bulldogge

 
► Englische Bulldogge [2018] Rasse, Aussehen & Charakter
 

Aussehen der Englischen Bulldogge

 

Die Englische Bulldogge trägt laut FCI die Standard-Nummer 149 und gehört der Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde) sowie der Sektion 2.1 – Molossoide/doggenartige Hunde – an.

Die FCI gibt keine Größen vor, in der Regel erreichen Bulldogs je nach Geschlecht eine Widerristhöhe von etwa 30 – 40 cm. Das festgelegte Gewicht liegt bei 23 bis 25 kg. Die Lebenserwartung beträgt etwa 8 bis 10 Jahre, wobei eine britische Studie von 2004 sogar nur ein Durchschnittsalter von 6 Jahren und 3 Monaten dokumentiert.

Das Fell dieser Rassehunde ist dicht, kurz, glatt und fein. Laut Rassestandard ist die Englische Bulldogge in einfarbig gelb, rot, rehbraun oder weiß, gescheckt oder gestromt und mit oder ohne schwarze Maske zugelassen. Schwarz ist unerwünscht. Die Nase muss zudem pigmentiert sein. Der Kopf des schweren, massigen Hundes ist im Verhältnis zu seinem Körper überproportional groß.

Er zeichnet sich durch eine kurze Schnauze, hoch über den Augen angesetzte kleine, dünne Ohren und einen recht grimmigen Blick aus.

Charakteristisch sind die breite Brust und das recht schmale Hinterteil mit der tief angesetzten Rute, die am Ende nach unten gebogen ist. Einige Hunde dieser Rasse besitzen Korkenzieherruten, welche gesundheitliche Probleme verursachen können.

 

Wesen, Charakter und Erziehung der Englischen Bulldogge

 


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Englische Bulldoggen haben einen gutmütigen Charakter. Sie brauchen aber eine konsequente Erziehung.

Trotz ihres recht grimmigen und missmutigen Aussehens hat die Englische Bulldogge einen geselligen und freundlichen Charakter.

Im Laufe vieler Jahrzehnte hat sich der English Bulldog von der früheren Kampfmaschine zum kinderlieben Familienhund entwickelt. Wurde die Englische Bulldogge früher auf ein aggressives und mutiges Verhalten hin gezüchtet, so kennzeichnet die drollige Fellnase heute ein friedfertiges und ruhiges Naturell. Als Überrest der einstigen Zucht hat der Bulldog allerdings seinen Mut und eine relative Schmerzunempfindlichkeit behalten.

Trotzdem ist die Erziehung des sehr selbstbewussten Vierbeiners nicht ganz einfach, und so sollte die Englische Bulldogge auch nur in erfahrene Hände geraten. Bulldoggen sind gleichzeitig sensibel, extrem anhänglich und doch müssen sie auch sehr konsequent erzogen werden, wobei ein absoluter Gehorsam der manchmal auch sturen und eigensinnigen Hunde nicht erwartet werden kann.

Auf sinnlose und laute Kommandos wird die Bulldogge eher begriffsstutzig reagieren, besser ist es, in der Erziehung mit liebevoller Konsequenz und entsprechenden Belohnungen (Achtung bei Leckerklis: Bulldoggen sind verfressen!) das Herz der Englischen Bulldogge zu erobern.

Obwohl ihr Wesen eher phlegmatisch ist, kann die Bulldogge bei Missfallen oder besonderen Reizen auch sehr massiv reagieren, wobei sie eine große Beharrlichkeit an den Tag legt. Bei richtiger Sozialisation ist die Englische Bulldogge aber ein liebenswerter und vor allem treuer Hund, der auch in der Familie mit – am besten größeren – Kindern leben kann.

 

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Auslauf, Pflege und Haltung der Englischen Bulldogge

 

Wegen der kurzen Nase, und den damit verbundenen Atmungsproblemen, ist Hundesport für diese Rasse nicht geeignet. Aufgrund der Hitzeempfindlichkeit sollten bei hohen Temperaturen längere Spaziergänge und ausgelassenes Toben vermieden werden.

Ist man doch mal etwas länger bei sommerlichen Temperaturen unterwegs, sollte man dafür sorgen, dass der Hund genügend zu trinken bekommt, bzw. einen Napf und Wasserflasche nicht vergessen. Geben Sie Ihrer Bulldogge während des Trinkens am besten auch gleich ein schattiges Plätzchen zum Verschnaufen.

Wegen ihrer Neigung zu Fettleibigkeit sollte man einer Bulldogge dennoch stets genügend (moderate) Bewegung bieten und auf ein besonders gesundes und ausgewogenes Futter mit vielen Vitaminen und eher wenig Kohlenhydraten achten.

Die Fellpflege des Bulldog ist einfach: Der Hund genießt eine gelegentliche Pflege seines kurzen Haarkleids mit einem speziellen Hundehandschuh oder einer dafür geeigneten Bürste. Auch dankt er seinem Besitzer eine tägliche Reinigung seiner Augen und Nasenfalten, um Entzündungen vorzubeugen.

 

Rassetypische Krankheiten bei der Englischen Bulldogge

 

Englische Bulldoggen zählen zu den brachycephalen Rassen und können zu Hüftdysplasie, Herzproblemen, Allergien, Augenerkrankungen, Diabetes mellitus und Epilepsie neigen. Leider gibt es auch heute noch viele überzüchtete Exemplare, was eine große Anfälligkeit für Krankheiten und ein hohes Potential an Überempfindlichkeiten zur Folge hat. Damit die Hunde das eher optimistisch hoch angesetzte Alter von 8 bis 10 Jahren erreichen, sind regelmäßige Untersuchungen beim Tierarzt und eine gute Ernährung ganz besonders wichtig.

Die Brachycephalie (Kurzköpfigkeit) bedingt oftmals starke Atemprobleme, die ihrerseits aufgrund mangelnder Sauerstoffversorgung bei physischer Überlastung und Übergewicht zu Herzproblemen führen können. Zudem hat man bei brachycephalen Rassen festgestellt, dass vermehrt Welpen mit einem Hydrozephalus (Wasserkopf) geboren werden. Es wird vermutet, dass diese Rassen auch eine verstärkte Disposition zur Ausbildung eines Hirntumors haben.

Zu den rassetypischen Erkrankungen zählt auch das Cherry Eye (Nickhautdrüsen-Vorfall): Manche Hunderassen, so auch die Englische Bulldogge, haben neben dem unteren und oberen Augenlid ein drittes Augenlid, auch Nickhaut genannt. Die Nickhaut wird durch eine Knorpelschicht geschützt und befindet sich im inneren Augenwinkel. Sie besitzt eine Tränendrüse, die man auch als Nickhautdrüse bezeichnet. Diese Drüse kann anschwellen und erzeugt dann in Form eines Nickhautdrüsen-Vorfalls ein rötliches, Kirschartiges (daher der Begriff Cherry Eye) Gebilde am Auge.

 
 

Zunächst empfindet der Hund einen starken Juckreiz an dem betroffenen Auge und das Auge tränt. Hat sich dann das Cherry Eye entzündungsbedingt ausgebildet, stoppt die Tränenproduktion, da die Tränendrüse nicht genügend Tränenflüssigkeit produzieren kann. Jetzt leider der Hund permanent unter trockenen Augen. Man vermutet, dass das Entstehen des Cherry Eye erblich bedingt ist. Auch andere kurznasige Rassen sind davon betroffen. In der Regel tritt die Krankheit bereits in einem Alter bis zu zwei Jahren auf.

Normalerweise kann das Cherry Eye nur operativ behandelt werden. Dabei werden zwei kleine Schnitte gesetzt, die Nickhautdrüse wieder am richtigen Ort positioniert und eingenäht. Danach ist die Gabe einer antibiotikahaltigen Augensalbe notwendig und der Hund sollte eine Halskrause tragen, um den Heilungsprozess nicht durch unkontrolliertes Kratzen zu gefährden.

Alte und übergewichtige Bulldoggen erkranken oft an Arthritis. Dabei sind meist Knie, Hüfte, Wirbelsäule, Ellenbogen und Schultern betroffen. Bei dieser infektiösen Gelenkentzündung sind verschiedene Ursachen möglich: Neben Verschleiß durch Überbelastung der Gelenke kann auch eine nicht ausgeheilte Borreliose die Ursache sein. Arthritis kann bei der Bulldogge aber auch erblich bedingt entstehen. Symptomatisch dafür sind steife Läufe, Probleme beim Bewegungsablauf insgesamt, und beim Aufstehen.

Typisch sind auch Schwellungen und eine erhöhte Körpertemperatur an den betroffenen Stellen. Eine Arthritis muss unbedingt behandelt werden, da sonst die Gelenkknorpel zerstört werden können, was in der Folge zu weiteren starken Schmerzen und einer kompletten Bewegungsunfähigkeit führt.

Die starke Faltenbildung am Kopf kann zu Infektionen der Haut führen. Bei manchen Qualzuchten passiert es, dass die Welpen per Kaiserschnitt geboren werden müssen. Dies ist meist durch den großen Kopf der Welpen bedingt, die durch das vergleichsweise schmale Becken ihrer Bulldoggen-Mama keine Chance haben, auf natürliche Weise das Licht der Welt zu erblicken.

Fazit: Wie man sieht, muss man speziell bei der Englischen Bulldogge sehr genau auf potentielle Rassekrankheiten achten und dafür sorgen, dass man einen Hund aus einer gesunden Zucht bekommt. Achten Sie beim Kauf eines Englische Bulldogge Welpen also unbedingt auf einen seriösen Züchter, der sich an die heutigen Rassestandards hält.

 
 

Bulldoggen in Not

 

Hat eine Englische Bulldogge keine gute Welpenerziehung erfahren, kann dieser Hund schon auch mal Probleme bereiten. So geschieht es dann schnell, dass sich ein Hundebesitzer von seinem Hund trennt und eine Bulldogge in Not gerät.

Somit kann ein Besuch im nächstgelegenen Tierheim durchaus sinnvoll sein, denn manchmal findet man auch hier eine Englische Bulldogge, die vielleicht auch schon länger auf ein harmonisches Zuhause wartet. Wer einen Welpen sucht, findet vielleicht auch einen Mischlingswelpen, was den Vorteile hat, dass Probleme durch Überzüchtung einer reinrassigen Englischen Bulldogge minimiert bzw. ausgeschlossen werden können.

 

Häufig gestellte Fragen zur Englischen Bulldogge

 
Ist die Englische Bulldogge ein Kampfhund?

Auch wenn die Englische Bulldogge früher ein Kampfhund war und im England des 18. Jahrhundert in den Arenen im Kampf gegen Bullen antrat, ist der Hund heute ein friedlicher Vierbeiner. Im Laufe der Jahre bevorzugte man bei der Zucht ein friedliches Wesen, was bis heute so geblieben ist. Die Englische Bulldogge kann in allen Bundesländern ohne Einschränkungen gehalten werden und wird auf keiner Rasseliste der „gefährlichen“ Hunde geführt. Englische Bulldoggen sind als Familienhunde sehr gut geeignet und zeichnen sich auch durch einen besonders kinderlieben Charakter aus. Eine konsequente Erziehung sollte aber trotzdem erfolgen. 

Wie teuer ist eine Englische Bulldogge?

In der Regel kostet eine Englische Bulldogge mit Stammbaum und Papieren beim Züchter zwischen 1.000 € und 1.600 €. Englische Bulldoggen erreichen eine Größe zwischen 30 und 40 cm. Sie haben ein kurzes und glattes Fell, das in vielen Farben erlaubt ist. Da die Englische Bulldogge zu den brachycephalen Rassen zählt, kann man sie durchaus zu den „Qualzuchten“ zählen. Bei der Haltung einer Englischen Bulldogge ist daher Einiges zu beachten und der Kauf des Hundes sollte unbedingt bei einem seriösen Züchter erfolgen.