Langhaardackel, Kurzhaardackel, Rauhaardackel…

 

Der Dackel ist ein beliebter Jagd- und Familienhund

 


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Der Dackel ist eigentlich eine Jagdhund Rasse, wird heute aber bevorzugt als Familienhund gehalten.Der Dackel – Sie heißen Lumpi, Waldi oder Wastl. Bereits Pablo Picasso und Andy Warhol porträtierten ihn. Der Dackel ist ein beliebter Jagd- und Familienhund. Der legendäre Schauspieler Gustl Bayrhammer ließ sich als grantelnder Kriminalhauptkommissar Veigl in mehreren Tatortfolgen gerne von seinem Dackel Oswald begleiten. Und wenn nicht der Löwe den Platz im bayerischen Wappen einnehmen würde, so müsste er dem Dackel zustehen.

Heute ist der Sausage Dog oder Weenie Dog, wie man ihn im Englischen insbesondere in den USA nennt, mit Berühmtheiten wie Adele, David Hasselhoff und Clint Eastwood längst international zum Gesellschaftshund avanciert. Auch David Bowie liebte seinen Weenie namens Doxie über alles.

 
 

Geschichte und Herkunft des Dackels

 

Steckbrief Dackel

  • Ursprungsland: Deutschland
  • Standardnummer: 148
  • Widerristhöhe: nicht von der FCI festgelegt
  • Brustumfang (von der FCI festgelegt): Standard Dachshund > 35 cm, Zwergdachshund 30 – 35 cm, Kaninchen-Dachshund < 30 cm
  • Gewicht: bis ca. 9 kg
  • Verwendung: Jagdhund
  • FCI-Gruppe 4: Dachshunde
  • Sektion 1: Dachshunde. Mit Arbeitsprüfung

Man geht davon aus, dass es die kleinen Hunde mit ihren kurzen, krummen Beinchen und einem ausgeprägten Jagdinstinkt bereits im Mittelalter in Deutschland gab. 1560 wurde in Aufzeichnungen von Hunden erzählt, die in Fuchs- oder Dachsbauten krochen. Vermutlich wurde der Dackel zu diesem Zweck zielgerichtet aus der Bracke gezüchtet. Allerdings ist es auch wahrscheinlich, dass dackelähnliche Hunde schon vor Jahrtausenden existierten, denn bereits in altägyptischen Gräbern fand man Skulpturen, die sehr ähnlich aussehende Hunde darstellen.

1840 waren im ersten deutschen Hundestammbuch schon 54 Dackel eingetragen, und 39 Jahre später stellte man einen ersten inoffiziellen Rassestandard auf. 1888 gründeten Klaus Graf Hahn und Emil Ilgner den ersten Deutschen Teckelclub.

Auch Napoleon Bonaparte war ein begeisterter Anhänger der flinken und kurzbeinigen Hunde. Gerne ließ er sich mit seinen Dackeln abbilden und gab einem seiner Lieblinge sogar den Namen „Napoleon“. Die letzten Dackel, die Napoleon besaß, wurden sogar direkt neben seinem Sarkophag beerdigt. 

Insbesondere beim Adel besaßen die kleinen Hunde einen privilegierten Status und waren an vielen Königshöfen in ganz Europa beliebt. So hielt sich Kaiser Wilhelm II. einen Dackel namens Erdmann, dem er nach seinem Ableben ein Mausoleum errichtete, was die Aufschrift „Andenken an meinen treuen Dachshund Erdmann (1890-1901)“ trägt. Auch Queen Victoria verliebte sich in den kleinen Dachshund und später erlag sogar Queen Elizabeth II. dem Charme des Dachshunds, obwohl sie ja als ein ausgemachter Fan der Welsh Corgis gilt. So züchtete sie einige Dorgis, indem sie ihre geliebten Corgis mit Dackeln kreuzte.

Ende des 19. Jahrhunderts begann man den Dackel auch außerhalb adeliger Kreis zu züchten, ein offizieller Rassestandard wurde aber erst 1925 festgestellt. Im Laufe der Jahre gewann der Dackel die Herzen vieler Hundefreunde und verbreitete sich in ganz Europa.

Ganz besonders in Deutschland avancierte der kurzbeinige Vierbeiner zu einem der beliebtesten Hunde und wurde alsbald ein gern gehaltener Familienhund. Im Jahr 1972, zu den olympischen Spielen in München, diente er als buntes Maskottchen namens Waldi und hielt in nahezu jedem Haushalt als Plüschtier oder Schlüsselanhänger Einzug. Unvergessen und heutzutage Kult ist auch der Wackeldackel der besonders in den 1960er und 1970er Jahren seinen Platz auf so mancher Hutablage einer gutbürgerlichen deutschen Limousine fand.

Selbst bei Künstlern war der Dackel äußerst beliebt: Pablo Picasso besaß einen Dackel namens Lump, der ihm auf Schritt und Tritt folgte. Und Andy Warhol dienten seine Dackel namens Archie und Amos als Motiv in etlichen seiner Werke.

In den USA steht der Weenie heute auf Platz 13 der beliebtesten Hunderassen und kann schon fast als Modehund bezeichnet werden, während die Beliebtheit in Deutschland ihren Zenit längst überschritten hat, da die Zahl neugeborener Welpen von Jahr zu Jahr kleiner wird. Sicher ist dies nicht zuletzt bedingt durch das steigende Interesse an anderen kleinen Hunderassen wie z.B. dem Jack Russel Terrier oder dem Mops.

 

 
 

Video zur Rasse des Dackels

 
► Dackel [2019] Rasse, Aussehen & Charakter
 

Aussehen des Dackels

 

Der Dackel erhielt von der FCI die Standardnummer 148. Er zählt mit der Gruppe 4 und Sektion 1 zu den Dachshunden. Im Gegensatz zu anderen Hunderassen wird die Größe des Dackels nicht durch die Widerristhöhe definiert, sondern anhand des Brustumfangs gemessen.

Die Rasse wird in drei Varianten unterteilt: In den Dachshund, auch Teckel genannt, mit einem Brustumfang von mehr als 35 Zentimeter, den Zwergdachshund oder Zwergteckel, mit einem Brustumfang von 30 bis 35 Zentimeter, sowie den Kaninchen-Dachshund oder Kaninchenteckel, der einen Brustumfang bis zu 30 Zentimeter hat.

In jeder dieser drei Varianten gibt es sowohl Kurzhaar-, als auch Langhaar- und Rauhaardackel. Die Fellfarbe kann unifarben, mehrfarbig und gestromt sein. Der FCI-Standard schließt weiße Dackel mit oder ohne Abzeichen aus. Auch schwarze Dackel ohne Abzeichen sind von der FCI nicht zugelassen.

Allen gemein ist der niedrige, kurzläufige, lang gestreckte Körper. Das Gewicht sollte 9 Kilogramm nicht überschreiten. Trotz seiner geringen Größe ist der Dackel sehr muskulös. Mit seinen großen hängenden Schlappohren ist sein Gesichtsausdruck treu und liebenswert, daher spricht man auch vom “Dackelblick“.

Die verkürzten Läufe, die eigentlich eine standardisierte Fehlbildung sind, sind das Ergebnis einer gezielten Selektion in der Züchtung.

 

Wesen, Charakter und Erziehung des Dackels

 


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Der Dackel ist bekannt für sein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, was auch gemeinhin mit “Sturheit” bezeichnet wird. Diese Charaktereigenschaft ist bei der Jagd besonders wichtig, denn beim Stellen des Dachses in seinem Bau muss er ganz alleine Entscheidungen für sich treffen. Aufgrund dieser Eigenart sind die Erziehung und die Ausbildung des Dackels in erfahrene Hände zu legen, und man sollte so früh wie möglich damit beginnen.

Wenn man einen Welpen kaufen will, kann man also getrost auch gleich das Abo in der Hundeschule mit bestellen. Sein Selbstbewusstsein und Eigensinn kann schnell dazu führen, dass der kleine Hund größeren Artgenossen gegenüber nicht genügend Respekt zeigt und schon mal in Konfrontationen mit anderen Hunden gerät. Auch seinem Besitzer gegenüber versucht er immer wieder, seinen Willen durchzusetzen. Als besonders dickköpfig gilt die Varietät des Rauhaardackels.

Auch heute werden Teckel häufig zur Jagd verwendet. Sie sind ideale Stöberhunde. Drückjagden und das Verfolgen der „Wundfährte“, also der Fährte des angeschossenen Wildes, sowie das „Totsuchen“ sind die optimalen Einsatzgebiete für den Dackel.

Heute wird der „Teckel“ (so nennt man ihn in der Jägersprache) bevorzugt als Familienhund gehalten und leistet gerade älteren Menschen und Alleinstehenden liebevoll Gesellschaft.

 

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Auslauf, Pflege und Haltung des Dackels

 

Dackel können einen sturköpfigen Charakter entwickeln, wenn sie nicht konsequent erogen werden. Auch der Jagdtrieb ist stark ausgeprägt.Der Dackel ist ein quirliger kleiner Kerl, der sich gerne bewegt und ebenso gerne spielt. Daher sollte man ihm genügend Auslauf, sprich ausreichend Spaziergänge anbieten. Er kann sowohl in Stadtwohnungen als auch auf dem Land gehalten werden.

Da er einen ausgeprägten Jagdinstinkt hat, muss man bedenken, dass er – wenn er nicht richtig erzogen ist und von der Leine gelassen wird – durchaus auch schon mal abhauen und wildern kann. Je nach Fell bedarf der Dackel unterschiedlicher Intensität an Pflege.

Während die Kurzhaar- und Rauhaardackel lediglich ein einmaliges Bürsten pro Woche benötigen, sollte man die Langhaardackel täglich kämmen, um Verfilzungen vorzubeugen. Selbstverständlich sollten regelmäßige Untersuchungen beim Tierarzt sowie Impfungen sein.

 

Rassetypische Krankheiten beim Dackel

 

Leider werden die kurzen Beinchen dem Dackel oftmals zum Verhängnis: An den Läufen können sich frühzeitig Verknöcherungen bilden, was in der Folge zu krummen Gliedmaßen führt.  Außerdem sind Dackel wegen ihres langen Rückens im Verhältnis zur Körpergröße besonders anfällig für eine spezielle Form des Bandscheibenvorfalls, nämlich die Dackellähme.

Dabei werden Nerven abgeklemmt und der Hund verliert meist über seine Hinterläufe die Kontrolle, Dackellähme kann nicht geheilt, sondern nur gemildert werden. Wenn erstmal eine Lähmung eingetreten ist, können nur die Symptome der Dackellähme mit Physiotherapie, Medikamenten oder einer entsprechende Operation gelindert werden.

Man sollte daher Übergewicht vermeiden und stets für ausreichende und richtige Bewegung des kleinen Kerlchens sorgen. Eine gut trainierte Rückenmuskulatur und ein moderates Körpergewicht unterstützt die Wirbelsäule und beugt einem Bandscheibenvorfall vor. Treppensteigen kann das Entstehen der Dackellähme fördern. Daher ist es besser, wenn sie Ihren Liebling auf den Arm nehmen, wenn Sie z.B. im dritten Stock wohnen und täglich viele Treppen überwinden müssen.

Rauhaardackel gelten übrigens als robusteste Varietät der Rasse.

 
 

Dackel in Not

 

Da der Dackel gerade in der Stadt auch bei Senioren recht beliebt ist, kommt es des Öfteren vor, dass Dackel in Not geraten, weil ein Hundebesitzer schon ein Alter erreicht hat, in dem er für seinen Hund nicht mehr in vollem Umfang sorgen kann, bzw. in ein Altenheim muss oder selber pflegebedürftig wird.

In Tierheimen findet man aber auch immer wieder Mischlingswelpen vor. Dabei können je nach weiterer eingekreuzter Rasse interessante Mischlinge entstehen. Hinsichtlich der ausgewachsenen Größe und des Körperbaus kann es immer wieder eine Überraschung sein, einen Welpen in Not aufzunehmen, worüber man sich bewusst sein sollte.

 

Häufig gestellte Fragen zum Dackel

 
Sind Dackel für Anfänger geeignet?

Der Dackel stellt durchaus Ansprüche bezüglich einer erfolgreichen Erziehung. Gerade sein Jagdtrieb kann Problem bereiten, wenn man ihn von der Leine lässt. Manchmal zeigen die kleinen Kerlchen ein gehöriges Maß an Sturheit und lassen sich schlecht abrufen, wenn man sie nicht konsequent erzogen hat. Daher ist der Dackel als Anfängerhund nur bedingt geeignet. Ursprünglich war der Dackel ein Hund, der mit seinen kurzen Beinchen speziell zur Jagd auf den Dachs gezüchtet wurde. Heute ist er als Familienhund sehr beliebt. Seinem Bedürfnis nach Auslauf entsprechend, reichen dem verspielten Hund meist gemütliche Spaziergänge, wo er nach Herzenslust schnüffeln kann. Das macht ihn als Begleiter gerade bei älteren Menschen beliebt. 

Wie viel kostet ein Dackel?

Für einen Dackel mit Stammbaum muss man bei einem seriösen Züchter mit einem Preis ab etwa 1.000 € rechnen. Dackel sind Hunde, die recht gut ein paar Stunden alleine bleiben können und eigen sich daher auch gut für berufstätige Menschen. Allerdings sollte man das Alleinbleiben auch üben. Idealerweise verlässt man dabei das Zuhause zunächst nur für wenige Minuten, ohne den Hund groß zu beachten. Winselt der Hund, reagiert man am besten nicht auf ihn. Bleibt der Hund ruhig, sollte man ihn ausgiebig mit Leckerli bei der Rückkehr belohnen. So kann man nach und nach die Zeit der Abwesenheit steigern und den Dackel an ein längeres Alleinsein gewöhnen. 

Was ist die Dackellähme für eine Krankheit?

Die Dackellähme ist eine der häufigsten Erkrankungen beim Dackel und nicht heilbar. Hierbei werden Nerven abgeklemmt und die Hunde können ihre Hinterläufe nicht mehr kontrollieren.