Räude
Räude beim Hund
Räude – lateinisch Scabies – sind Milbenerkrankungen bei Tieren, die vereinzelt auch auf den Menschen übergehen können, wo sie dann eine Art Pseudo-Krätze auslösen. Die kleinen Milben bleiben keineswegs bei ihrem Wirt sondern ziehen weiter, was eine enorm hohe Ansteckungsgefahr bedeutet. Übertragen wird die Räude durch Körperkontakt sowie durch den Kontakt mit dem Schlaf- und Liegeplatz des Hundes. Besonders auf Waldspaziergängen kann sich der Hund sehr schnell die Milben einfangen, deren Überträger der Fuchs ist. Räude lässt sich – je nach Milbenart – Gruppierungen unterteilen.
Symptome und Krankheitsverlauf
Zu den möglichen Symptomen der Räude zählen in erster Linie Haarausfall und Schuppenbildung im Augen-, Vorderbein- und Mundwinkelbereich, gerötete Flecken auf der Haut, kahle Stellen im Fell sowie wunde Stellen vorwiegend zwischen den Zehen, auf der Nase und über den Augen. Gleichzeitiger Juckreiz verschlimmert die Sache noch um ein Vielfaches. Besonders weiße und Airdale Terrier sowie Shar Pei werden häufig von der Demodex-Räude befallen. Diese kleinen Parasiten nisten sich in den Haarbälgen der Hunde ein und verursachen keinen Juckreiz, weshalb man den Befall erst sehr spät bemerkt. Haarausfall, der zumeist auf Gesicht und Beine begrenzt ist, ist die Folge. Die hochgradig ansteckende Sarcoptes-Räude wird durch Grabmilben hervorgerufen. Diese Parasiten bohren sich durch die Haut des Hundes und graben – wie der Name verrät – dort ihre Gänge. Starker Juckreiz ist die Folge. Leider geht dieser auch häufig mit offenen Hautstellen sowie bakteriellen Sekundärinfektionen einher. Die Sarcoptes-Räude beginnt sehr oft im Gesicht – da besonders am Ohr – sowie an den Beinen. Haarausfall sowie Schorf- und Krustenbildungen sind weitere Symptome des Befalls.
Medikamente und Heilungschancen
Junge, widerstandsfähige Hunde genesen in der Regel rasch und zumeist ohne tierärztliche Hilfe. Baden, nährstoffreiches Futter sowie Nahrungsergänzungen erhöhen den Heilungsprozess ebenso wie Fettsäuren – etwa in Leinöl – und weitere Öle zum Einreiben. Der Tierarzt wird dem Patienten in aller Regel ein Milbenmittel und/oder ein Antibiotikum verordnen. Ferner ist eine Stärkung des Immunsystems angesagt. Während die Demodex-Räude bei normalem Verlauf innerhalb von 8 Wochen selbstständig heilt, bedarf die Sarcoptes-Räude unbedingt medikamentöser Therapie. Daher wird der Tierarzt auch ein Grabmilben abtötendes Medikament verordnen. Generell kann gesagt werden, dass die Heilungschancen bei Räude sehr gut sind, dass in vielen Fällen die Krankheit von alleine ausheilt, dass es aber auch Räude-Formen gibt, die mithilfe des Futters sowie einiger Öle oder auch medikamentös behandelt werden müssen. Die Tiermedizin verwendet in erster Linie Avermectine und lokal angewandte Waschungen.
Vorbeugung
Da die Sarcoptes-Räude hochgradig ansteckend ist und auch die anderen Formen der Räude übertragbar sind, sind absolute Sauberkeit und Hygiene das A und O. Ansonsten kann man keine weiteren Vorbeugemaßnahmen treffen.


