Der Pumi – Der kleine Unbekannte aus Ungarn

 

Pumis sind intelligente Hütehunde, die auch heute noch zur Treibjagd eingesetzt werden.

 

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Der Pumi stammt aus Ungarn. Er ist eine Kreuzung aus dem Puli, deutschen Terriern und französischen Hütehunden.

Der intelligente Pumi ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt: Er ist vom Wesen her sehr mutig, was auch auf seine „Terrierwurzeln“ zurückzuführen ist.

Der Pumi ist ein bei uns bislang wenig bekannter Hund, der aus Ungarn stammt und vom Wesen her terriertypische Eigenschaften besitzt. Er gehört zu den Hütehunden und ist sowohl in Europa als auch in den USA, aber überwiegend in Ungarn anzutreffen.

 
 

Geschichte und Herkunft des Pumis

 

Steckbrief Pumi

  • Ursprungsland: Ungarn
  • Standardnummer: 56
  • Widerristhöhe: (von FCI festgelegt) Rüden: 41 bis 47 cm, Hündinnen 38 bis 44 cm.
  • Gewicht: (von FCI festgelegt) Rüden: 10 bis 15 kg, Hündinnen 8 bis 13 kg.
  • Verwendung: Terrier ähnlicher Treibhund mit gut entwickeltem Spürsinn.
  • FCI-Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
  • Sektion 1: Schäferhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Beim Pumi handelt es sich um eine recht alte Hunderasse, deren Wurzeln wahrscheinlich bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. Zu dieser Zeit wurde die Haltung von Merinoschafen aus Deutschland und Frankreich in Ungarn populär. Begleitet wurden die Schafe von deutschen Terriern und französischen Hütehunden, die sich mit den dort lebenden, wesentlich zottigeren Pulis verpaarten, woraus der Pumi entstand.

Andere Quellen sprechen davon, dass der Pumi eine Kreuzung zwischen Puli und Deutschem Spitz sei, wofür es aber keine eindeutige Beweise gibt. Erste Erwähnungen der Rasse (zunächst noch ohne Unterscheidung zwischen Pumi und Puli) gab es bereits Ende des 18. Jahrhunderts. Noch bis 1920 wurde der Pumi als „westungarischer Puli“ bezeichnet. Vier Jahre später führte man ihn in Ungarn erstmals als eigene Hunderasse, und 1954 erkannte die FCI den Hund als neue Rasse an.

Während sich Pulis wegen ihres besonderen Haarkleids zunehmend zu ausgefallenen Begleithunden entwickelten, setzte man den Pumi weiterhin als robusten und vielseitigen Gebrauchshund auf den Höfen Ungarns ein, wo er in erster Linie zum Hüten und Treiben von Vieh verwendet wurde. Sogar als Jagdhund fand er seinen Einsatz.

Außerhalb Ungarns trifft man den Pumi nach wie vor sehr selten an und in Deutschland erblicken laut dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) nur etwa ein Dutzend Welpen pro Jahr das Licht der Welt.

 

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Aussehen des Pumis

 

Der Pumi trägt die FCI-Standardnummer 56 und gehört zur Gruppe 1, der Hüte- und Treibhunde. Ferner zählt er mit der Sektion 1 zu den Schäferhunden. Gemäß Rassestandard sollten Rüden eine Widerristhöhe von 41 bis 47 cm erreichen, während Hündinnen etwa 38 bis 44 cm groß werden dürfen.

Die mittelgroßen und je nach Geschlecht 8 bis 15 Kilogramm schweren Hunde erreichen ein durchschnittliches Lebensalter von 12 bis 13 Jahren. Es soll sogar schon Hunde gegeben haben, die bis zu 19 Jahre alt wurden. Das Deckhaar sollte nicht zu drahtig sein und ist von zottiger, lockiger und welliger Struktur. Es ist mittellang und darunter findet sich eine weiche Unterwolle. Obwohl es zunächst so erscheinen mag, verfilzt das Fell nicht.

Das Haarkleid des Pumis ist von der FCI in folgenden Farben zugelassen:  Schwarz, Weiß, Grau (in unterschiedlichen Nuancen), sowie Falb („Falb“ bedeutet ein Grundton von Crème über Gelb bis Rot). Bei Falb wird eine dunkle Maske gern gesehen. Graue Pumis sind bei der Geburt meist schwarz und werden mit zunehmendem Alter grau.

Weiße Abzeichen auf der Brust, die nicht größer als 3 cm sind, werden, ebenso wie etwas weiße Fellfarbe an den Zehen, toleriert. Insgesamt sollten die Hunde aber immer einfarbig sein.

Der Körperbau des Pumis ist kräftig und muskulös. Dabei besitzt er einen recht kurzen, nach hinten abfallenden Rücken sowie einen länglichen Kopf mit spitzem Fang. Die V-förmigen Ohren des Hundes stehen mit geknickter Spitze nach oben ab. Die hoch angesetzte Rute ist über den Lenden gekringelt.

 

Wesen, Charakter und Erziehung des Pumis

 

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Von seinem Wesen her ist der Pumi Terriern, die ja zu seinen Vorfahren gehören, sehr ähnlich: Er ist sehr lebhaft, forsch und couragiert. Pumis sind intelligent, verspielt und besonders aufmerksame Beobachter. Sie wollen konsequent erzogen werden, was aber dadurch erleichtert wird, dass die Hunde spielerisch und mit Freude lernen.

Auch heute noch wird der Pumi in seinem Heimatland Ungarn als Treibhund für Großvieh eingesetzt. Sein guter Spürsinn und seine Fähigkeit, sich gegenüber Raubwild gleichermaßen zur Wehr setzen zu können wie gegenüber unerwünschten Nagetieren, machen ihn zu einem beliebten „Allrounder“ als Hütehund. Er liebt es, selbstständig zu arbeiten. Selbst als Wachhund wird der aufmerksame Vierbeiner verwendet, allerdings neigt er zum ausgiebigen Kläffen.  

Das temperamentvolle Wesen und der ausgeprägte Arbeitswillen des Pumis verlangen stets nach Aufgaben, um ausgelastet zu sein. Daher sind die Hunde für Anfänger weniger gut geeignet. Langweilt sich ein Pumi, wird er sich eigene Beschäftigungen suchen, die seinen Besitzer eher weniger erfreuen werden.

Seinem „Rudel“ gegenüber verhält sich der Hund besonders treu und loyal. Fremden begegnet er meist skeptisch. Hier sollte man aufpassen, dass unbekannte Personen oder Kinder den Hund nicht unbedacht und spontan anfassen oder streicheln, da der Pumi einfach seine Zeit braucht, um mit Fremden warm zu werden.

Trotzdem liebt der Vierbeiner Streicheleinheiten und die Bindung zum familiären Rudel wird umso stärker ausfallen, je mehr Zuwendung der Hund bekommt. Da der Pumi sich und seine Familie im Ernstfall entschlossen zu verteidigen weiß, und eine gewisse Schärfe mit sich bringt, die ihm der Terrier vererbt hat, ist eine verantwortungsvolle Erziehung vom frühen Alter an wichtig.

Ideal ist es, wenn man bereits mit dem Welpen eine Hundeschule besucht, und so im gemeinsamen Spiel mit Artgenossen die Sozialisierung des jungen Hundes frühzeitig festigt.

 
 

Typische Rassekrankheiten des Pumis

 

Der Pumi ist eine gesunde und robuste Hunderasse, nur Fell- oder Hautprobleme tauchen gelegentlich auf. Manche Quellen behaupten, dass bei Pumis mit weißem Fell rassetypische Krankheiten häufiger seien, daher ist es besser, auf die Zucht mit weißen Exemplaren zu verzichten.

 

Auslauf, Pflege und Haltung des Pumis

 

Wenn der Pumi in der Familie gehalten werden soll, braucht er neben physischer Auslastung unbedingt auch ausreichend mentale Beschäftigung. Ideal ist hier ein Hundesport wie Obedience, Agility oder Leistungshüten.

Pumis sind keineswegs Hunde für Vollzeit Berufstätige in einer engen Stadtwohnung. Zwar könnte er bei genügend Beschäftigung prinzipiell auch in einer Wohnung ohne Garten gehalten werden, jedoch schätzt er es, wenn er entsprechenden Auslauf im eigenen Garten bekommt, und diesen auch bewachen kann. In Mehrfamilienhäusern könnte es eventuell Probleme wegen seiner ausgeprägten Bellfreude geben.

Die Fellpflege ist recht einfach: Regelmäßiges Kämmen des lockigen Fells (ein Mal pro Woche), am besten mit einem Kamm mit groben Zinken, ist angesagt. So lassen sich unangenehme Verfilzungen vermeiden. Gut ist es, wenn man schon den kleinen Welpen an diese Pflegerituale gewöhnt. Zunächst kann man dazu eine weiche Bürste verwenden. Ausgiebiges Loben nach erfolgter Fellpflege stärkt die auch die spätere Bindung von Hund und Halter. 

Auch Krallen und Ohren des Pumis bedürfen einer intensiven Kontrolle: Für die Ohren verwendet man dazu am besten einen geeigneten Ohrenreiniger für den Hund. Bewegt sich der Pumi zu wenig und läuft sich die Krallen nicht ab, oder ist er schon älter, kann es nötig werden, die Krallen mithilfe einer speziellen Krallenschere zu kürzen. Von Zeit zu Zeit kann man die Hunde auch trimmen, was normalerweise aber nur bei Pumis mit besonders weichem Fell vonnöten ist. Dazu verwendet man ein spezielles Trimmmesser und zupft hiermit die losen Haare aus dem Fell. 

Ist das Deckhaar eher drahtig, so wie es auch der Rassestandard vorsieht, kann man auf das Trimmen meist verzichten. Rund um die Augen kürzt man das Fell am besten ein wenig, damit der vierbeinige Freund seine freie Sicht behält und es zu keinen Reizungen der Augen kommt. Auch rund um den After sollte man aus hygienischen Gründen das Haarkleid ein wenig zurückschneiden. Positiv ist auch, dass der Pumi nicht haart, was ihn für Allergiker geeigneter macht.

 
 

Pumi in Not

 

Wenn man beim Pumi die grundlegenden Merkmale einer guten Erziehung beachtet, sollte auch die Haltung des erwachsenen Hundes nicht allzu schwer fallen. Gerät ein Pumi in Not, so hängt dies oft mit einer wechselnden Lebenssituation seines Herrchen oder Frauchen zusammen. Und wie so oft kann der Grund sein, dass sich der Hundehalter vor dem Kauf nicht genügend über die Konsequenzen der Haltung eines Hundes bewusst geworden ist.

Da steht dann plötzlich eine berufliche Veränderung an, die einen Umzug in die nächste Stadt erforderlich macht. So ist dann leider nur das Tierheim ein (vorerst) letztes Zuhause, das dem Hund ein Dach über dem Kopf anbieten kann.

Manchmal ist es aber auch so, und dies sind immer die besonders traurigen Fälle, dass ein Urlaub vor der Tür steht und ein Hundebesitzer nicht weiß, wo man den Hund vorübergehend unterbringen kann. Dabei gibt es inzwischen eine Menge Möglichkeiten, einen Urlaub mit Hund zu verbringen. Und wenn es gar nicht anders geht, kann der Hund auch einmal in einer guten Hundepension untergebracht werden.

 

Häufig gestellte Fragen zum Pumi

 
Was ist der Pumi für eine Hunderasse?

Der Pumi ist ein ungarischer Hütehund. Er ist ursprünglich eine Kreuzung aus dem ebenfalls aus Ungarn stammenden Puli und den mit Merinoschafen nach Ungarn zugewanderten Terriern aus Deutschland, sowie Hütehunden aus Frankreich. Pumis haben ein temperamentvolles Wesen, sind wachsam und lieben es, selbstständig zu arbeiten. 

Wie viel kostet ein Pumi Welpe?

Für einen Pumi Welpen mit Ahnentafel muss man bei einem seriösen Züchter zwischen 800 € und 1.200 € bezahlen. Die Hunde sind mit einer Widerristhöhe von 38 bis 47 cm mittelgroß und haben ein dichtes Fell, das von der FCI in den Farben Schwarz, Grau, Falb oder Weiß zugelassen ist. Da sie keine Harre verlieren, sind sie auch für Allergiker geeignet.