Die Tiroler Bracke – ein Jagdhund mit feinster Nase und hervorragendem Orientierungssinn

 

Wie alle Bracken, stammen auch die Tiroler Bracken von der Keltenbracke ab

 

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Die Tiroler Bracke ist ein Jagdhund, der nur jagdlich gehalten werden sollte. Geschieht dies, ist die Erziehung des Hundes nicht allzu schwer und der Hund auch als Familienhund geeignet.

„Tiroler Bracke detail“ von Fotting. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0 de über Wikimedia Commons

Tiroler Bracken sind Jagdgebrauchshunde, die für die Jagd im Wald und in den Bergen eingesetzt werden. Haupteinsatzgebiet der Tiroler Bracke ist die Jagd auf Schalenwild.

Unter „Schalenwild“ versteht der Jäger alle zu den Paarhufern gehörenden Wildtiere, so z.B. Rot-, Dam-, Muffel-, oder Schwarzwild. Gerne verwendet man die Tiroler Bracke wegen ihrer besonders guten Nase auch als Schweißhund für die Nachsuche auf verschiedene Wildtiere. Hier kommt der Bracke ihr ausgeprägter Mut und ihre hohe Wildschärfe zugute. 

Daneben setzt man sie zur lauten Jagd auf Füchse und Hasen ein. „Laute Jagd“ (Brackierjagd) ist ein Begriff aus der Jägersprache und bedeutet, dass die Hunde unter dem für Jagdhunde typischen Gebell Wild aufstöbern und den Jägern zutreiben. 

Tiroler Bracken zeichnen sich zudem durch ein besonders charakterfestes Wesen aus. Als ihre Vorfahren gelten die Keltenbracken, aus denen später die Alpenbracken hervorgingen.

 

 
 

Geschichte und Herkunft der Tiroler Bracke

 

Steckbrief Tiroler Bracke

  • Ursprungsland: Österreich
  • Standardnummer: 68
  • Widerristhöhe: (von FCI vorgegeben) Rüden 44 bis 50 cm, Hündinnen 42 bis 48 cm
  • Gewicht: (nicht von FCI vorgegeben) 15 bis 22 kg
  • Verwendung: Gebrauchshund für Wald- und Bergjagd
  • FCI-Gruppe 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
  • Sektion 1.2: Mittelgroße Laufhunde. Mit Arbeitsprüfung (Brackier- und Schweißprüfung).

In früherer Zeit sicherten Bracken unseren Vorfahren das Überleben, denn sie garantierten den Jagderfolg und machten es dem Menschen möglich, seinen Speiseplan mit dem Fleisch der erlegten Beute aufzuwerten. So galten Hunde mit intelligentem Spürsinn und hervorragender Nase als besonders wertvoll. Die Germanen schätzen denn auch den Wert eines Schweißhundes höher ein als den eines Pferdes.

Es wird angenommen, dass die Tiroler Bracke – wie auch alle anderen Bracken – von der Keltenbracke abstammt. Bereits Kaiser Maximilian I. nahm in Tirol solche Tiere um das Jahr 1500 zur Jagd mit. In seinen Jagdbüchern kann man nachlesen, dass er die Leithunde für seine Jagdmeute mit Tiroler Bracken besetzte.

Etwa um 1860 fing man mit der Reinzucht in Tirol an und begann die nach Region unterschiedlichen Schläge der Bracken in die heute bekannten Bracken-Rassen aufzuteilen. Waren einst mehrere Zuchtlinien in Tirol beheimatet, so gibt es heute nur noch die roten und die schwarzroten Farbschläge der Tiroler Bracke. Im Laufe der Jahre entstanden neben der Tiroler Bracke auch die Schwarzwildbracke und die Brandlbracke. Im Vergleich zu den letzteren beiden hat die Tiroler Bracke einen ausgeprägteren „Brand“, was bedeutet, dass ihr Fell mehr braune Farbe aufweist.

1896 stellte man auf einer Hundeausstellung in Innsbruck die Tiroler Bracke erstmalig der breiten Öffentlichkeit vor und ein erster Rassestandard wurde festgeschrieben. 1908 kam es zur offiziellen Anerkennung dieser Rasse. 1954 wurde die Tiroler Bracke von der FCI anerkannt und 1994 nahm man die Tiroler Niederbracke aus dem Standard heraus. 

Auch heute noch ist die Tiroler Bracke ein beliebter Jagdgebrauchshund und wird in Tirol in erster Linie von Berufsjägern zur Schweißarbeit und zum „Brackieren“ (Aufstöbern und Treiben des Wildes in Richtung des Jägers) verwendet. Während Englische Bracken, wie z.B. der Beagle oder der Harrier meist in der Meute gehalten werden und man auch in der Meute mit ihnen jagt, ist die Tiroler Bracke nicht für die Jagd in der Meute geeignet. Sie braucht stets einen engen Kontakt zu ihrem Besitzer bzw. Jagdführer.

In Deutschland werden heute etwa 50 bis 90 Welpen neu geboren und in der Regel nur an Berufsjäger abgegeben. Hierzulande wird die Tiroler Bracke vom Klub Tirolerbracke Deutschland e.V. betreut.

 

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Aussehen der Tiroler Bracke

 

Die FCI hat die Rasse 1954 anerkannt und ihr die Standard-Nummer 68 zugewiesen. Sie zählt zur Gruppe 6 – Lauf- und Schweißhunde – sowie zur Sektion 1 – Laufhunde – und zur Untergruppe 1.2 – Mittelgroße Laufhunde. Als Heimatland gilt Österreich. Sie haben eine mittlere Lebenserwartung von 9 bis 15 Jahren, je nach Gebrauch.

Während die Rüden gemäß Rassestandrad eine Schulterhöhe von 44 bis 50 cm erreichen sollten, dürfen Hündinnen mit 42 bis 48 cm etwas kleiner sein. Das nicht festgelegte Gewicht der Hunde liegt bei 15 bis 22 Kilogramm. Das Fell der Tiroler Bracke ist grob, stockhaarig und dicht mit mäßiger Unterwolle. Dabei existieren zwei Farbschläge: der rote sowie der schwarzrote Schlag. Erlaubt ist ebenso Dreifarbigkeit in Form von weißen Abzeichen. Die roten Tiroler Bracken können ein rotes, hirschrotes oder rotgelbes Fell besitzen.

Hunde des schwarzroten Schlags haben einen schwarzen Mantel oder Sattel mit einem roten, in der Regel nicht scharf abgegrenzten Brand an Brust, Bauch, Kopf und Läufen. Beide Farbschläge können weiße Abzeichen auf Pfoten und Brust tragen. Manche Hunde weisen auch, ähnlich wie die Brandlbracke, kleine hellbraune bzw. lohfarbene Abzeichen über den Augen auf, daher nennt man sie in der Jägersprache auch gerne Vieräugl.

Vom Körperbau her sind die Tiroler Bracken sehnige, muskulöse Hunde mit einer mäßig abfallenden Kruppe und geringfügig länger als hoch. Ihr breiter Schädel weist einen deutlichen Stop auf. Die breiten, hoch angesetzten Ohren sind zur Spitze hin abgerundet und hängen herunter. Die gut behaarte Rute wird gerade bis säbelförmig getragen.

 

Wesen, Charakter und Erziehung der Tiroler Bracke

 

Bracken sind wahre Jagdspezialisten, vielseitig und insbesondere im bergigen Gelände einsetzbar.


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Als echter Jagdhund ist die Tiroler Bracke ein selbstständig und leidenschaftlich arbeitender Vierbeiner mit viel Ausdauer, einer guten Spürnase sowie einem hervorragenden Orientierungssinn und enormer Konzentrationsfähigkeit. Aufgenommene Fährten sowie aufgespürtes Wild zeigt die Bracke durch Spurlaut (ein für Jagdhunde typisches Gebell, das eher an ein „Jaulen“ erinnert) an. Diese Form des Jagens nennt man in der Jägersprache auch Brackieren. Dabei positionieren sich meist mehrere Jäger an Stellen, an denen z.B. Füchse oder Hasen ihre Laufwege haben. 

Sodann lässt man die Bracken frei und diese suchen sich eine geeignete Fährte, die sie mit zunehmend spurlautem Gebell verfolgen, je näher sie an das gejagte Wild herankommen. Dabei lassen sich die Hunde weder von ihren vierbeinigen Jagdgenossen noch von Schüssen ablenken. 

Tiroler Bracken sind Solojäger. Bei der konzentrierten Verfolgung der Fährte sind die Hunde meist langsamer als das Wild und weit genug entfernt, als dass ein Sichtkontakt möglich wäre. Trifft eine Bracke direkt auf das Wild oder kommt sie in Sichtnähe des Wildes, kann der Jäger dies an einer schnelleren Abfolge ihres spurlauten Gebells hören.

Das Wild ist normalerweise bestrebt, zu seinem Ausgangspunkt zurückzukommen. Meist laufen die gejagten Tiere dabei in einem Radius von mehreren hundert Metern. Das bedeutet, dass ein Jäger seine Position oftmals nicht ändern muss, um das Wild zu erlegen. Die Bracke treibt das Wild dem Jäger sozusagen direkt „in die Arme“. Auch wenn Tiroler Bracken für sich jagen, sind die Erfolgsaussichten auf der Jagd deutlich höher, wenn mehrere Hunde und Jäger im Einsatz sind.

Auch für die Nachsuche (Nachsuche bedeutet die Verfolgung der „Wundfährte“ bzw. Blutspur des angeschossenen oder verletzten Wildes) setzt man die Tiroler Bracke gerne ein. Der Jäger nennt dies auch Schweißarbeit. Damit verletztes Wild nicht unnötig langem Leid ausgesetzt bleibt, ist eine zielsichere und schnelle Schweißarbeit des Hundes besonders wichtig.

Tiroler Bracken sind sehr menschenbezogen, jedoch als Familienhunde nur dann geeignet, wenn sie zudem jagdlich geführt werden oder aber zumindest Aufgaben bekommen, die sie eigenständig lösen können und ihre Spürnase gefordert ist. Bei einem jagdlichen Gebrauch ist die Erziehung einer Tiroler Bracke normalerweise einfach, denn die Hunde gelten als lernwillig und leichtführig. Ihr loyales Wesen und der kinderfreundliche Charakter machen sie, immer vorausgesetzt, dass ihr jagdliche Aufgaben zukommen, auch zu einem guten Familienhund. Daneben zeichnen sie sich durch ein wachsames Wesen aus.

Bei falscher oder fehlender Sozialisierung oder mangelnder Auslastung können Bracken allerdings ein extrem nervöses Verhalten entwickeln. 

 

Typische Rassekrankheiten der Tiroler Bracke

 

Tiroler Bracken sind gesunde und robuste Jagdhunde, die glücklicherweise so gut wie gar nicht von Erbkrankheiten betroffen sind.

 

Auslauf, Pflege und Haltung der Tiroler Bracke

 

Keineswegs ist diese Rasse für eine Stadtwohnung und kurze Spaziergänge um den Block geeignet. Idealerweise gehört die Tiroler Bracke in die Hände eines auf dem Land wohnenden Jägers. Dabei ist ein Haus mit großem und eingezäuntem Garten, in dem sich die Tiroler Bracke frei bewegen kann, bestens geeignet. Tiroler Bracken wollen jagdlich arbeiten und sind äußerst wetterfeste Hunde, denn weder ein winterliches Schneetreiben noch ein heftiges Sommergewitter etwas anhaben kann.

Diese temperamentvollen Hunde benötigen unbedingt viel Auslauf sowie Beschäftigung. Eine Zwingerhaltung darf man dem menschenbezogenen Hund, der auch den Familienanschluss braucht, keinesfalls antun. Was die Fellpflege der Tiroler Bracke angeht, so ist diese recht einfach: Das kurze Stockhaar benötigt lediglich gelegentliches Bürsten.

 

Häufig gestellte Fragen zur Tiroler Bracke

 
Was kostet eine Tiroler Bracke?

Ein Tiroler Bracke Welpe mit offizieller Ahnentafel kostet bei einem seriösen Züchter zwischen 1.000 € und 1.500 €. Eine erwachsene Tiroler Bracke, die bereits jagdlich ausgebildet wurde, ist deutlich teurer. Bracken sollten unbedingt nur jagdlich gehalten werden, da sie bei fehlender Auslastung schnell ein nervöses Naturell entwickeln können. 

Wie sieht eine Tiroler Bracke aus?

Die Hunde erreichen, je nach Geschlecht, eine Widerristhöhe zwischen 42 cm und 50 cm. Sie wiegen etwa 15 bis 22 kg. Die Hunde haben ein kurzes, stockhaariges Fell, das in den Farbschlägen Rot und Schwarzrot erlaubt ist. Tiroler Bracken haben einen sehnigen und muskulösen Körperbau und eignen sich besonders für die Jagd im Gebirge.