Das Italienische Windspiel – ein extrem anhänglicher Windhund mit starkem Jagdinstinkt

Das Italienische Windspiel ist auch unter dem Namen Italian Greyhound bekannt


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Das Italienische Windspiel wird auch Italian Greyhound genannt.

By christina (Flickr), via Wikimedia Commons

Das Italienische Windspiel ist im Prinzip die Miniaturausgabe des großen Greyhounds. Bekannt ist der aus Italien stammende Hund auch unter den Bezeichnungen „Piccolo Levriero Italiano“ oder „Galgo Italiano“, sowie unter den liebevollen Spitznamen „IG oder Iggy“.

Bei dieser Hunderasse handelt es sich um den idealen Hund für Allergiker, da er kaum bis gar nicht haart. So klein wie er ist, benötigt er dennoch sehr viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Da er in vielerlei Hinsicht sehr empfindlich ist, bedarf er der besonderen Pflege. So sind Italienische Windspiele beispielsweise extrem kälteempfindlich und anfällig für verschiedene Krankheiten.

Geschichte und Herkunft des italienischen Windspiels

Steckbrief Italienisches Windspiel

  • Ursprungsland: Italien
  • Standardnummer: 200
  • Widerristhöhe (von FCI festgelegt): 32 bis 38 cm
  • Gewicht (von FCI festgelegt): max. 5 kg
  • Verwendung: Rennhund
  • FCI-Gruppe 10: Windhunde
  • Sektion 3: Kurzhaarige Windhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Bereits vor vielen tausend Jahren existierten diese kleinen Windhunde. Abbildungen aus dem Alten Ägypten zeigen, dass Vorfahren dieser Rasse schon vor mehr als 6000 Jahren existierten. Man nimmt an, dass Seefahrer die Tiere ab dem 5. Jahrhundert vor Christus von Ägypten nach Italien mitbrachten.

In Rom wurden die kleinen Vierbeiner schnell die Lieblingshunde der Patrizierinnen. Im 14. Jahrhundert fand eine allmähliche Verbreitung dieser Rasse über ganz Europa – vor allem über die Länder mit warmem Klima – hinweg statt.

In erster Linie waren sie dort an den verschiedenen Höfen beheimatet. Friedrich II., König von Preußen, soll sogar 40 dieser Windspiele besessen haben. Auch Queen Anne, Queen Victoria und Katharina die Große, die über ein halbes Jahrhundert lang die Regentschaft Russlands führte, begeisterten sich für die zierlichen Vierbeiner.

Seine größte Bekanntheit erlangte der Italian Greyhound in der Renaissance. Zahlreiche Künstler verewigten ihn in ihren Werken. Während des 17. und 18. Jahrhunderts waren Reisen nach Italien eine beliebte Zeiterscheinung, und man brachte sich als Souvenir einen kleinen Windhund mit.

Video zur Rasse des italienischen Windspiels

Italian Greyhound [2019] Rasse, Aussehen & Charakter

Erscheinungsbild des italienischen Windspiels

Das Italienische Windspiel ist eine von der Fédération Cynologique Internationale anerkannte Hunderasse und trägt die Standard-Nummer 200. Diese Hunde zählen zur Gruppe der Windhunde – Gruppe 10 – sowie zur Sektion 3 – Kurzhaarige Windhunde. Als Ursprungsland gilt Italien.

Der Rassestandard legt eine Widerristhöhe von 32 bis 38 Zentimeter fest. Dabei darf das Gewicht 5 Kilogramm nicht überschreiten. Damit zählt er zu den kleinen Hunden. Windspiele erreichen ein Alter von 12 bis 15 Jahren.

Die zarten Hunde haben ein kurzes, anliegendes, feines und seidiges Fell, das kaum haart. Es gibt sie in verschiedenen Nuancen der Farben Grau, Schwarz und Isabella, was einen hellgelb-beigen Farbton bezeichnet. Dabei sind nur einfarbige Hunde erlaubt, weiße Abzeichen an Pfoten und Brust werden von der FCI aber toleriert. Die Rasseclubs der USA und Großbritanniens erlauben auch zweifarbige Hunde. Der Körperbau ist lang und gestreckt, auch der Kopf hat eine schmale und längliche Form.

Die fast zerbrechlich erscheinenden Beine sind – wie auch die aufwärts geschwungene Rute – sehr lang und filigran. Die dreieckigen Ohren trägt der Hund nach vorn geklappt. Dunkle, mandelförmige Augen blicken wach und aufmerksam in die Welt und verleihen dem Hund einen anmutigen und edlen Ausdruck.

Wesen und Charakter des italienischen Windspiels


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Italienisches Windspiele sind sehr kälteempfindlich.Die kleinen, temperamentvollen Italienischen Windspiele sind elegante, charmante, extrem anhängliche, zurückhaltende, verschmuste, sehr intelligente und schnelle Hunde mit einem hohen Bewegungsdrang. Als Begleit- und Gesellschaftshunde eignen sie sich hervorragend. Immer und überall wollen die kleinen Vierbeiner dabei sein, was aufgrund ihrer Größe auch meistens möglich ist.

Das Alleinsein verträgt der außergewöhnlich verschmuste Hund gar nicht. Er liebt den ständigen Kontakt mit „seinem“ Menschen über alles. Damit er sich nie alleingelassen fühlt, ist es von Vorteil, wenn man ihn zusammen mit einem weiteren Hund – am besten gleicher Rasse – hält.

Italienische Windspiele sind klein und „niedlich“, versprühen einen ganz besonderen Charme und wecken Beschützerinstinkte. Dabei vergisst der Mensch gerne mal, dass auch dieser Hund eine konsequente – aber liebevolle – Erziehung benötigt.

Da der kleine Hund sehr intelligent ist, weiß er natürlich auch schnell Defizite in der Erziehung auszunutzen. Schnell macht sich dann die Tatsache bemerkbar, dass Italienische Windspiele zur Selbstüberschätzung neigen.

Wer den zarten Windhund in der Familie leben lässt, sollte darauf achten, dass Kinder beim Spiel besonders vorsichtig mit ihm umgehen, da er häufig zu Verletzungen neigt.

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Auslauf und Pflege des italienischen Windspiels

Auch wenn er wie ein Schoßhund wirken mag, er ist ein Windhund und braucht dementsprechend artgerechten Auslauf. Lange, ausgiebige Spaziergänge sind notwendig. Die Chance, sich gelegentlich bei einem Sprint über kurze Strecken zu beweisen, macht ihn rundherum glücklich. Wie sein großer Bruder besitzt auch er einen ausgeprägten Jagdinstinkt. Erwacht dieser und stellt er einem flüchtenden Tier nach, so kommt der kleine, flinke Windhund in der Regel nicht auf Kommando sofort wieder zurück.

Leider ist er wegen seines dünnen Fells und einer kaum vorhandenen Fettschicht sehr kälteempfindlich, Schnee, Kälte oder Regen mag er gar nicht und friert sehr schnell. Das bedeutet, dass er im Winter bei frostigem Wetter auf jeden Fall ein Mäntelchen tragen sollte. Sommerliche Temperaturen hingegen steigern sein Wohlbefinden.

Windspiele sind anfällig für manche Krankheiten wie Epilepsie, Hodenhochstand oder Patella-Luxation, bei der es zu Verschiebungen der Kniescheibe kommt. Die Rute und die dünnen Beinchen können natürlich leichter brechen, als bei Hunden, die einen schwereren Körperbau haben. Hauptschwachpunkt sind aber die Zähne, daher ist eine intensive, tägliche Zahnpflege wichtig.

Auch beim kleinsten Bruder des großen Greyhounds kann bei körperlicher Überanstrengung die sog. Greyhoundsperre auftreten. Dabei übersäuert die Muskulatur und es kann zu Krämpfen kommen. Ein Symptom dafür ist dunkler, bräunlicher Urin. Gegenüber Narkosemitteln bzw. Anästhetika, die auf Barbituraten basieren, besteht beim kleinen Windspiel, ähnlich wie bei anderen Windhunden, einen erhöhte Empfindlichkeit.

Da er kaum bis gar nicht haart, ist er ein idealer Hund für Allergiker. Das kurze Fell bedarf keiner besonderen Pflege. Regelmäßiges Bürsten kann gut in die täglichen Streicheleinheiten mit einbezogen werden. Wichtig ist auch, dass der kleine Vierbeiner ein spezielles Halsband bekommt, da er wegen seines extrem schmalen Kopfes viel zu rasch aus den handelsüblichen Halsbändern herausschlüpfen kann.