Der Staffordshire Bullterrier ist ein zäher, kompakter und wie tiefer gelegt wirkender Hund

Kinderlieb, freundlich und mutig -- der „Staffbull“ ist bei guter Sozialisierung auch als Familienhund geeignet


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Der Staffordshire Bullterrier – nicht zu verwechseln mit dem American Staffordshire Terrier – ist ein zäher, sehr kompakter Vierbeiner vom Molossertyp. Man nennt ihn auch liebevoll „Staffie“. Dieser mutige Hund, der in etlichen Bundesländern als Listenhund geführt wird, ist allerdings auch nur so aggressiv, wie sein Mensch ihn macht. Eine konsequente und liebevolle Hundeerziehung macht auch ihn zu einem angenehmen und kinderlieben Begleiter für die Familie.

Geschichte und Herkunft des Staffordshire Bullterriers

Steckbrief Staffordshire Bullterrier

  • Ursprungsland: Grossbritannien
  • Standardnummer: 76
  • Widerristhöhe (von FCI festgelegt): Rüden und Hündinnen zwischen 35,5 und 40,5 cm
  • Gewicht (von FCI festgelegt): Rüden 13 bis 17 kg, Hündinnen 11 -- 15,5 kg
  • Verwendung: Begleithund
  • FCI-Gruppe 3: Terrier
  • Sektion 3: Bullartige Terrier. Ohne Arbeitsprüfung.

Schon vor 250 Jahren lebten in England Hunde, die man als die Vorfahren des Staffordshire Bullterriers ansieht. Die kleinen, bullige Vierbeiner wurden vor allem von Bergleuten Mittelenglands gehalten und gezüchtet. Der Staffie entstand durch eine Kreuzung des Bulldog mit dem Black and Tan Terrier.

In den Arbeitersiedlungen lebten sie mit ihren Familien auf engstem Raum und wurden dafür eingesetzt, Kinder zu hüten und Ratten zu vernichten. So erhielt der Staffordshire Bullterrier auch den Beinamen „Nanny-Dog“. Aus der Rattenjagd entwickelte sich ein recht blutiger Wettkampf – das Rattenbeißen -- bei dem es darauf ankam, in möglichst kurzer Zeit so viele Ratten wie möglich zu töten.

Auch Kämpfe Hund gegen Hund gab es, und wer in der Arbeiterschaft etwas auf sich hielt, ließ seinen damals noch „Bull-and-Terrier“ genannten Hund in der Arena antreten. Mit Wettgewinnen konnten die Arbeiter ihr kärgliches Einkommen aufbessern.

Als erstes Land Europas verbot England 1835 Tierkämpfe und man konzentrierte sich in der Zucht der Staffies auf Eigenschaften wie z.B. Familientauglichkeit. Etwa 100 Jahre später – 1935 – wurde der Staffordshire Bullterrier als eigene Hunderasse anerkannt, und Eigenschaften wie Kinderfreundlichkeit Intelligenz und Familientauglichkeit stehen heute gemäß Rassestandard bei der Zucht im Vordergrund.

In seinem Heimatland Großbritannien zählt er zu den beliebtesten Hunderassen. Nicht verwechseln darf man ihn allerdings mit dem größeren American Staffordshire Terrier, der zwar direkt von ihm abstammt, sich aber seit Anfang des 20.Jahrhunderts in den USA zu einer eigenen Rasse entwickelt hat.

Video zur Rasse des Staffordshire Bullterriers

Staffordshire Bullterrier [2019] Rasse, Aussehen & Charakter

Erscheinungsbild des Staffordshire Bullterriers

Der aus Großbritannien stammende Staffordshire Bullterrier trägt die FCI-Standard-Nummer 76. Er zählt zur Gruppe 3, den Terriern, sowie zur Sektion 3, den Bullartigen Terriern. Sowohl Größe als auch Gewicht sind von der FCI festgelegt. Die Widerristhöhe sollte bei Rüden und Hündinnen zwischen 35,5 und 40,5 Zentimeter liegen.

Dabei ist bei Rüden ein Gewicht zwischen knapp 13 und 17 Kilogramm erwünscht, während die Hündin mit 11 bis 15,5 Kilogramm etwas leichter sein darf. Die Hunde erreichen ein Alter von 12 bis 14 Jahren.

Die Fellfarben des Staffordshire Bullterriers sind vielfältig; von Rot über Falb bis hin zu Weiß, Blau oder Schwarz sind alle Farben erlaubt. Man findet ihn sowohl in jeder Schattierung gestromt, als auch gestromt mit weißen Abzeichen. Schwarz mit bräunlichen oder leberfarbenen Tönen ist nicht erwünscht.

Das Haarkleid ist kurz, glatt und dicht. Der Kopf des Staffs ist breit und kurz. Er hat kleine Rosenohren oder auf halber Höhe gekippte Ohren. Trotz seines untersetzten Aussehens ist er wider Erwarten sehr flink unterwegs, was sicherlich von seiner ursprünglichen Aufgabe als Rattenfänger herrührt.

Wesen und Charakter des Staffordshire Bullterriers


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Von Natur aus ist er ein liebenswürdiger, treuer aber auch sehr dominanter und hartnäckiger Hund. Seine Vergangenheit als „Nannydog“ macht ihn zu einem gutmütigen Vierbeiner, der mit den Kindern seiner Familie sehr viel Geduld aufbringt. Er ist sehr menschenbezogen, wachsam und stets bereit “sein“ Rudel gegen Eindringlinge zu verteidigen. Der Staffie muss frühzeitig sozialisiert und an andere Hunde gewöhnt werden. Wichtig ist eine konsequente Erziehung, die man nicht einem Hundeanfänger überlassen sollte.

Leider wurde und wird er in manchen Zuchtlinien nach wie vor als Hund mit erhöhtem Aggressionspotential gezüchtet, obwohl der Rassestandard aggressive Hunde ausdrücklich ablehnt. Der Import dieser Vierbeiner nach Deutschland ist daher auch verboten. In den meisten Bundesländern wird er als „gefährliche Hunderasse“ eingestuft. Das hat zur Folge, dass der Staffie strengen Halterbeschränkungen unterworfen ist. Auch in vielen anderen europäischen Ländern sind Haltung und Zucht der Hunde streng reglementiert oder verboten.

2018 versuchte die Organisation PETA beim britischen Parlament zu erwirken, dass der Staffordshire Terrier in die 1991 geschaffene Liste des „Dangerous Dog Act“ (ähnlich unserer in den Bundesländern bekannten „Kampfhunde“- Listen) aufgenommen wird. Dies hätte Haltung und Zucht der Hunde in England verboten. PETA unterstütze den Vorschlag in dem Glauben, man könne so verhindern, dass Staffies in eine Welt grausamer Behandlung und des Missbrauchs (aufgrund der oft stattfindenden Abgabe in Tierheime, Zwingerhaltung u.Ä.) geboren werden. Die sicher zunächst gut gemeinte Initiative von PETA wurde durch eine Petition mit über 180.000 Unterschriften aber glücklicherweise verhindert.

Auslauf und Pflege des Staffordshire Bullterriers

Der Staffie ist sehr anpassungsfähig, was auch die Haltung in einer Stadtwohnung ermöglicht. Trotz seines eher plumpen Aussehens ist er durchaus schnell auf den Beinen, liebt ausgediente Spaziergänge und sinnvolle Beschäftigung. Sogar als Rettungshund findet er Verwendung.

Genetisch bedingt können Krankheiten wie Hüftgelenks- und Ellbogendysplasie vorkommen. Auch Verrenkungen der Kniescheibe und Erkrankungen der Augen, wie der Graue Star, sind für die Rasse typisch. Das kurze Fell ist sehr pflegeleicht. Regelmäßiges Bürsten genügt. Die Kontrolle der Ohren und der Pfoten sollte auch regelmässig erfolgen.

Staffordshire Bullterrier in Not

Die traurige Tatsache, dass es immer wieder Hundehalter gibt, die den Staffordshire Bullterrier bewusst auf Schärfe und Aggression abrichten, bringt es mit sich, dass nicht wenige Staffordshire Bullterrier in Not kommen. So kommt es häufiger vor, dass ein Vermieter den „scharfen“ Hund in seinem Haus nicht duldet und den Hundehalter zur Abgabe des Hundes zwingt. Ein weitere Ursache dafür, dass ein Stafford in Not geraten kann und in einem Tierheim abgesetzt wird, ist oft auch die hohe Hundesteuer, die mancherorten für den Hund zu bezahlen ist.

Natürlich gibt es gerade auch in den Sommermonaten immer wieder Fälle, in denen der Hund einfach irgendwo ausgesetzt oder angebunden wurde, weil ein Hundebesitzer in den Urlaub fahren will und nicht weiß, wie und wo er den Hund unterbringen kann.  Dabei gibt es immer mehr Angebote für den Urlaub mit Hund. Ansonsten kann auch eine Hundepension weiterhelfen, dem Liebling für ein paar Tage oder Wochen ein Dach über dem Kopf zu geben.