Der Afghanische Windhund – eine langhaarige, exotische Hundeschönheit

Der Afghane – Schnell wie der Wind, mutig wie ein Löwe und treu bis in den Tod


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Afghanischer WindhundDer Afghanische Windhund (kurz „Afghane“) ist eine anmutige und stolze Erscheinung, die eine fernöstliche Unergründlichkeit ausstrahlt. Die aus dem Hochland des Hindukusch stammende alte Windhundrasse wird in Afghanistan als „Thasi“ bezeichnet. Unter den dreizehn Windhunderassen erfreut sich der Afghanische Windhund weltweit großer Beliebtheit.

Mit seinem langen, seidigen Fell und seinem eleganten Gang ist er eine beeindruckende Erscheinung. Dieser selbstbewusste und freiheitsliebende Hund spricht jedoch nicht unbedingt auf konventionelle Erziehungsmethoden an. Während er sich im Haus ruhig verhält, kann im Freien der Jagdtrieb mit ihm durchgehen. Der Afghane ist freundlich zu Kindern und Artgenossen. Schön charakterisiert ein afghanischer Spruch das Wesen dieses Hundes: „Schnell wie der Wind, mutig wie ein Löwe und treu bis in den Tod.“

Geschichte und Herkunft des Afghanischen Windhundes

Steckbrief Afghanischer Windhund

  • Ursprungsland: Afghanistan
  • Standardnummer: 228
  • Widerristhöhe: Rüden: 68-74 cm, Hündinnen: 63-69 cm
  • Gewicht: 20 bis 30 Kilogramm
  • Verwendung: Windhund
  • FCI-Gruppe 10: Windhunde
  • Sektion 1: Langhaarige oder befederte Windhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Es gibt keine exakten Hinweise auf den Ursprung des Afghanischen Windhundes. Bereits auf 4000 Jahre alten Höhlenmalereien sind Hunde zu sehen, die dem heutigen Afghanischen Windhund im Aussehen ähneln. Ebenso sind die Umrisse seines Erscheinungsbildes auf antiken griechischen Wandteppichen zu finden. Man vermutet, dass Vorfahren dieser Rasse aus dem Nahen Osten nach Afghanistan kamen und Nomaden dort mit der Züchtung des heutigen Afghanen begannen.

Die früh eingewanderten Hunde besaßen bereits ein langes Fell, das sie gegen die kalte Gebirgsluft schützte. Der Afghane hat Ähnlichkeit mit dem Persischen Windhund Saluki und dem kirgisischen Windhund „Taigan“. Es wurden zwei Varianten des Afghanischen Windhundes gezüchtet, wobei sich der Gebirgs-Typus (Ghazni) gegenüber dem Wüsten-Typus (Bell-Murray) durchsetzte.

Die mutigen und selbstständigen Vierbeiner wurden zum Bewachen der Schafherden und zur Jagd von Hasen, Gazellen und sogar Schneeleoparden eingesetzt. Mit ihrem „königlichen Aussehen“ wurden sie auch vom Afghanischen Adel als Begleithund sehr geschätzt und zur Jagd mit dem Falken mitgenommen. Aufgrund eines Verbotes, den Afghanischen Windhund zu exportieren, gelangte er erst mit englischen Offizieren im 19.Jahrhundert nach Europa.

Als Captain Barff auf einer Ausstellung im Crystal Palace von London seinen „Zardin“ präsentierte, stieß die exotische Rasse auf lebhaftes Interesse. Auch Königin Victoria begeisterte sich für den wunderschönen und repräsentativen Hund.

Video zur Rasse des Afghanischen Windhundes

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Erscheinungsbild des Afghanischen Windhundes

Der Afghane besitzt den Status eines Nationalhundes und wurde in den 30er Jahren von der FCI als Hunderasse anerkannt. Er zählt zur Gruppe 10 (Windhunde), Sektion 1 (langhaarige oder befederte Windhunde) und besitzt die Standard-Nr. 228.

Laut FCI sollten die Rüden eine Widerristhöhe von 68 bis 74 Zentimetern erreichen, während Hündinnen zwischen 63 und 69 Zentimetern groß werden dürfen. Das Gewicht von Rüden und Hündinnen ist nicht festgelegt und liegt zwischen 20 und 30 Kilogramm. Der Afghane wird 10 bis 13 Jahre alt.

Die elegante, exotisch-orientalische Erscheinung wird ergänzt durch einen leicht federnden Gang. Sein langes, gerades Fell besteht aus dicken Haaren mit einer seidigen Struktur. Die Fellfarben des Afghanischen Windhundes umfassen die Farbtöne Creme, Silber, Sandgelb und Schwarz.

Die Haare sind im Gesicht und am Rücken etwas kürzer. Seine seidigen Kopfhaare werden auch als „topknot“ bezeichnet.

Wesen und Charakter des Afghanischen Windhundes


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Afghanischer Windhund Hunderasse
In seinem Ursprungsland war der Afghanische Windhund eher ein Einzelgänger, der aber im Spielen mit Artgenossen sein lebhaftes Temperament offenbart. Auch der heutige Afghane zeigt ein stolzes und unabhängiges Verhalten, das zuweilen auch eigensinnig sein kann. Manch Besitzer berichtet auch von einem
katzenartigen Charakter.

Manchmal erweckt er den Eindruck, dass er durch Personen, die er nicht mag, gelangweilt hindurch sieht. Hund und Herrchen oder Frauchen müssen gut zueinander passen. Daher ist es am besten, wenn man sich beim Züchter für den Welpen aus einem Wurf entscheidet, der eine besondere Zuneigung zu seinem späteren Besitzer entwickelt.

Da die Afghanen sehr sensibel sind, sind sie nicht unbedingt die richtige Wahl für Anfänger in der Hundehaltung. Bringt der Besitzer jedoch genügend Verständnis für das oft ungewöhnliche Verhalten auf, gilt diese Hunderasse als leicht erziehbar.

Vernachlässigen sollte man diesen stolzen und anhänglichen Hund aber nie. Auch wenn der Afghane überhaupt nicht zu aggressivem Wesen neigt, sollten Kinder etwas älter sein, wenn man diesen Hund als Familienhund halten möchte.

Blinden Gehorsam und Unterordnung darf man von einem Afghanischen Windhund nicht erwarten, denn er wird sich nie wie ein abgerichteter Wach- und Schutzhund verhalten.

Mit seinem manchmal unnahbaren Gesichtsausdruck täuscht er über seine große Empfindsamkeit hinweg. Seinem Besitzer zeigt er jedoch eine enge, innige und liebevolle Verbundenheit.

Auslauf und Pflege des Afghanischen Windhundes

Der Afghane wurde früher zur Jagd auf schnelle Tiere eingesetzt. Dies bedeutet, dass er einen angeborenen Jagd- und Hetztrieb besitzt und im Freien besser an der Leine geführt wird. Ein Afghane wird kaum auf ein Pfeifen und Rufen reagieren und umkehren.

Seinem Bewegungsdrang kann man gut beim Coursing auf der Windhunderennbahn gerecht werden. Ein Afghanischer Windhund kann es dort durchaus Geschwindigkeiten von bis zu 80 Km/h erreichen.

Eine Alternative für ausreichend Bewegung ist die Begleitung seines Besitzers beim Laufen oder Reiten. Vertreter dieser Rasse sind davon begeistert, viel und über große Entfernungen zu rennen, auch wenn sie eher Sprinter als Dauerläufer sind. Auch beim Spielen zeigt der Afghane gerne seinen temperamentvollen Charakter.

Die erblich bedingte Afghanenmyelopathie kann bei manchen Hunden zu einer vollständigen Lähmung der Gliedmaßen führen.

Insgesamt ist er eher pflegeleicht, seine seidige Haarpracht beansprucht aber einige Zeit für das regelmäßige Durchkämmen, Bürsten und eventuelle Baden. Ein ungepflegter Afghane ist nicht nur ein erbärmlicher Anblick, auch der Hund selbst leidet darunter.

Afghanen in Not

Legt man sich einen Afghanen zu, sollte man bedenken, dass diese Hunde sehr viel Auslauf brauchen. Ein seriöser Züchter wird immer genau prüfen, ob der potentielle zukünftige Hundebesitzer wirklich in Frage kommt. Trotzdem passiert es, dass Afghanen in Not geraten, weil der frischgebackene Hundebesitzer feststellt, dass er gar nicht die Zeit für den benötigten Auslauf aufbringen kann.

Daher sollten das Für und Wider der Anschaffung eines solch temperamentvollen Hundes unbedingt genau abgewogen werden, wenn man einen Hund kaufen will. Ein Afghanischer Windhund ist am glücklichsten, wenn man mit ihm regelmäßig die Windhunderennbahn zum Coursing besucht; für Hundesport wie z.B. Agility ist er weniger geeignet.