Der Rhodesian Ridgeback – auf der Spur des Löwen

Der Ridgeback ist auch als Fährten- und Rettungshund gut geeignet


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Hunderasse _Rhodesian_Ridgeback1Der Rhodesian Ridgeback – Ursprünglich für die Löwenjagd gedacht, hält der Rhodesian Ridgeback heute immer häufiger als Familienhund Einzug in die deutschen Haushalte. Allgemein kann man sagen, dass dieses vielfältig einsetzbare Tier ein eleganter, würdevoller, ausdauernder und intelligenter Hund ist, der Fremden gegenüber zunächst einmal zurückhaltend reagiert.

Trotz seiner imposanten Erscheinung ist er ein freundlicher, ruhiger und weitestgehend aggressionsfreier Artgenosse, der gerne viel Zeit mit seiner Familie verbringt, ausgiebige Spaziergänge schätzt und sehr kinderlieb ist. Allerdings sollte man ihn wegen seiner Größe und der damit verbundenen Kraft nicht unbeaufsichtigt mit kleinen Kindern alleine lassen.

Diese – ihrer hohen Intelligenz entsprechend – nicht unbedingt blind gehorsamen Hunde benötigen eine konsequente, starke Hand, was wiederum einen erfahrenen Hundebesitzer voraussetzt.

Berühmte Besitzer eines Ridgebacks sind oder waren Prince Rainier, Grace Kelly, Blake Griffin oder Errol Flynn. Auch der Schauspieler Erol Sander erfreut sich der Gesellschaft eines Rhodesian Ridgebacks namens „Massai“.

Geschichte und Herkunft des Rhodesian Ridgebacks

Steckbrief Rhodesian Ridgeback

  • Ursprungsland: Südafrika
  • Standardnummer: 146
  • Widerristhöhe (von FCI festgelegt): Rüden 63 bis 69 cm, Hündinnen  61 bis 66 cm
  • Gewicht (von FCI festgelegt): Rüden ca. 36,5 kg, Hündinnen ca. 32 kg
  • Verwendung: Jagdhund (Großwild, Löwen)
  • FCI-Gruppe 6: Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen
  • Sektion 3: Verwandte Rassen. Ohne Arbeitsprüfung.

Bislang ist der Rhodesian Ridgeback die einzige anerkannte Hunderasse, die nachweislich aus dem Süden Afrikas stammt. Ihr Ursprung liegt in der Zeit der Kapkolonie, die 1652 begann und 1910 endete. Frühe Pioniere verpaarten ihre mitgebrachten Hunde, wie z.B. den Bloodhound und die Deutsche Dogge, mit den teildomestizierten Hunden der Hottentotten, die schon damals den typischen Rückenkamm besaßen.

Ihre Aufgabe bestand darin, in einem Rudel Großwild, vorwiegend Löwen, aufzuspüren und einzukreisen. Bis vor Kurzem veranlasste der britische Rasseclub, dass alle Welpen ohne den typischen Rückenkamm getötet wurden. Dies behielt man glücklicherweise nicht bei. Heute lassen viele Züchter Hunde, die keinen Ridge besitzen, sterilisieren. So schließt man aus, dass Hunde ohne Ridge zur Zucht verwendet werden.

Nach Deutschland wurde die Hunderasse in den Fünfzigerjahren eingeführt, und 1963 gab es hierzulande den ersten Wurf aus einer planmäßigen Zucht. 1992 stufte man den Rhodesian Ridgeback in Bayern als „gefährlichen“ Hund ein, was sich aber nicht halten konnte, so dass er 10 Jahre später wieder von dieser Liste gestrichen wurde.

Video zur Rasse des Rhodesian Ridgebacks

Rhodesian Ridgeback [2018] Rasse, Aussehen & Charakter

Erscheinungsbild des Rhodesian Ridgebacks

Der Rhodesian Ridgeback ist eine anerkannte Hunderasse der FCI Gruppe 6, Sektion 3, mit der Standard Nr. 146 und zählt zu den Schweiß- und Laufhunden. Er ist der Kategorie „große Hunde“ zuzuordnen.

Laut Rassestandard darf das männliche Tier eine Widerristhöhe von 63 – 69 cm erreichen, während die Hündin 61 – 66 cm messen sollte. Das festgelegte Gewicht liegt, je nach Geschlecht, zwischen 32 und 36,5  kg. Die Hunde erreichen ein durchschnittliches Alter von 13 Jahren

Ridegbacks sind muskulös, stark gebaut und strahlen Eleganz aus. Typisch ist der „ridge“, der dem Hund seinen Namen gab. Dieser entsteht dadurch, dass die Haare am Rücken in Gegenrichtung zu denen am restlichen Körper wachsen. Der etwa 5 cm breite Kamm beginnt unmittelbar hinter den Schultern, grenzt sich klar ab, ist symmetrisch und wird zu den Hüften hin schmäler. Der Rückenkamm darf nur zwei gegenüberliegende Wirbel mit der gleichen Form, auch crowns genannt, aufweisen.

Das Fell ist kurz, dicht, glatt und glänzend. Die Farbe variiert von weizenfarben bis hin zu einem hellen rot-braun. Ein geringer Anteil an Weiß im Haarkleid ist erlaubt. In entspannter Haltung darf der Hund keinerlei Falten am Kopf aufweisen. Bei einer schwarzen Nase hat der Ridgeback dunkle, und bei einer braunen Nase bernsteinfarbene Augen.

Er hat einen funkelnden, intelligenten Blick und besitzt einen starken Kiefer mit einem perfekt schließenden Scherengebiss. Speziell die Eck- und Fangzähne sind gut entwickelt. Die ziemlich hoch angesetzten Ohren liegen am Kopf an. Die Rute ist am Ansatz kräftig und verjüngt sich allmählich, sie darf niemals gekringelt sein.

Wesen und Charakter des Rhodesian Ridgebacks


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Der Rhodesian Ridgeback braucht viel Auslauf.

In manchen Ländern wird der Rhodesian Ridgeback auch heute noch zur Jagd auf Großwild eingesetzt, was sein festes, gehorsames und ausdauerndes Wesen beweist. Da er ruhig und anpassungsfähig ist, kann er auch sehr gut als Familienhund gehalten werden. Er weist keinerlei Anzeichen von Aggressivität oder Scheu auf. Ganz im Gegenteil, er ist ausgeglichen, nervenstark und ehrlich.

Niemals würde ein Rhodesian Ridgeback blindwütig oder heimtückisch reagieren. Seiner Familie – seinem Rudel – gegenüber ist er sehr anhänglich und wachsam, wobei er auch ohne besondere Ausbildung sein Territorium akribisch bewacht und verteidgt. Als ehemaliger Löwenjäger besitzt er eine hohe Reizschwelle und eine blitzschnelle Entscheidungsfähigkeit, gepaart mit einer ausgeprägten Klugheit hinsichtlich des eigenen Überlebens.

Gerne begleitet der Rhodesian Ridgeback seinen menschlichen Rudelführer auch zur Arbeit, wo er geduldig und ruhig im Büro abliegt. Selbst der Besuch eines Restaurants kann trainiert und ohne Schwierigkeiten durchgeführt werden.

Der sensible Hund braucht neben dem engen Kontakt zum Besitzer aber auch Aufgaben. Er bedarf einer liebevollen aber straffen Führung und einer kompetenten Aufsicht. Ihm liegt zwar die Jagd im Blut, aber er kann, neben seiner hervorragenden Eigung für die Fährten- und Schweißarbeit, auch gut zum Rettungshund ausgebildet werden. Selbst ältere Hunde sind noch lernfähig und lernbereit. Eine Ausbildung zum „scharfen“ Schutzhund wird man aber kaum erfolgreich mit ihm abschließen können. Wer sich für einen Hund dieser Rasse entscheidet, der sollte bereits besser etwas Erfahrung in der Hundehaltung haben.

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Auslauf und Pflege des Rhodesian Ridgebacks

Hundesport wie Agility oder Lure-Coursing sind die ideale Ergänzung zu ausdehnten Spaziergängen. Beim Lure-Coursing, werden auf einem freien Feld Umlenkrollen in die Erde gesetzt, über die an einem Zugseil eine Hasenattrappe in hoher Geschwindigkeit gezogen wird. Damit simuliert man eine Hasenhetze, bei der die Beute auch Haken schlägt und die jagenden Hunde mitdenken und sich stets auf Richtungswechsel einstellen müssen.

Eine Zwingerhaltung kommt für den Rhodesian Ridgeback keineswegs infrage. Auch die Haltung in einer typischen Stadtwohnung kann man nur bedingt befürworten. Da es sich um einen typischen Laufhund handelt, dürfte klar sein, dass er mehrmals am Tag für eine längere Zeit Auslauf benötigt. Ideal ist es auch, mit ihm zu joggen oder ihn neben dem Fahrrad herlaufen zu lassen.

Ridgebacks können an Hüftdysplasie erkranken. Anfällig ist die Rasse auch für Dermoid Sinus, einem genetischen Defekt, der schon in der embryonalen Phase zur Bildung einer Zyste, meist im Nackenbereich oder am Ansatz der Rute, führt. Die Zyste ist beim neugeborenen Welpen schwer zu erkennen und macht sich meist als kleine Beule oder winziger Haarwirbel bemerkbar. Sie kann sich entzünden und muss entfernt werden, da sie unbehandelt auch zum Tod führen kann. Übrigens können von Dermoid Sinus auch Hunde ohne Ridge betroffen sein.

Das kurze Fell ist pflegeleicht. Ein wöchentliches Striegeln mit regelmäßiger Ohr-, Pfoten- und Zahnpflege reicht völlig aus. Ridgebacks fressen für ihr Leben gerne, daher achtet man am besten durch eine ausgewogene Kost darauf, dass der ehemalige Löwenjäger seine schlanke Linie behält.

Rhodesian Ridgeback in Not

Die inzwischen große Beliebtheit des Rhodesian Ridgebacks bringt es mit sich, dass auch immer wieder ein „Ridge“ in Not gerät und in einem der vielen Tierheime ein armseliges Dasein fristen muss. Will man einen Ridgeback Welpen kaufen, so ist es sicher zweckmässig, auch ein paar Tierheime zu besuchen oder ein wenig im Internet zu recherchieren, denn manchmal findet sich auch ein Junghund, der dringend ein neues Zuhause sucht.

Berücksichtigen sollte man hier auch die vielen Mischlingswelpen, die in Tierheimen abgegeben werden. Manchmal ist da auch eine Kreuzung mit einem Rhodesian Ridgeback dabei, die vielleicht besonders apart sein kann. Natürlich kann man sich bei einem Mischlingswelpen nie sicher sein, wie der erwachsene Hund konkret aussehen wird.