Der Miniatur Bullterrier – verspielt, kinderlieb und lebhaft

 

Vorfahren des Miniatur Bullterriers sind die Bulldogge und der Weiße Englische Terrier

 


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Der Miniatur Bullterrier ist eine Miniaturversion des Bullterriers. Für die Haltung der Rasse gibt es keine Beschränkungen.

Der Miniatur Bullterrier ist – wie bereits der Name verrät – eine Miniaturausgabe des (Standard) Bullterriers. In seinem Herkunftsland Großbritannien zählt er zu den Hunden der vom Aussterben bedrohten Hunderassen.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung sind im Prinzip sowohl der Miniatur Bullterrier, wie auch sein großer Bruder, der Standard Bullterrier, dem Menschen sehr freundlich gesinnte Hunde, die gleichermaßen treu, mutig und furchtlos sind.

Gerade der Standard Bullterrier wird vielerorts als Kampfhund und „blutrünstige Bestie“ gesehen und in etlichen Bundesländern als „gefährliche“ Hunderasse gelistet.

In Wahrheit aber ist er verspielt, lebhaft und sehr kinderlieb. Das Gleiche gilt mindestens auch für den Miniatur Bullterrier: Sein Vorteil aber ist, dass seine Haltung im Gegensatz zu seinem größeren Bruder nirgendwo reglementiert ist.

 

Geschichte und Herkunft des Miniatur Bullterriers

 

Steckbrief Miniatur Bullterrier

  • Ursprungsland: Großbritannien
  • Standardnummer: 359
  • Widerristhöhe: bis 35,5 cm
  • Gewicht: Rüden: ca. 15 kg, Hündinnen: ca. 11 kg
  • Verwendung: Terrier
  • FCI-Gruppe 3: Terrier
  • Sektion 3: Bullartige Terrier. Ohne Arbeitsprüfung.

Die Vorfahren des heutigen Miniatur Bullterriers sind, ebenso wie des Standard Bullterriers, die Englische Bulldogge, sowie der heute nicht mehr existierende Weiße Englische Terrier. Man vermutet, dass im Laufe der Jahre auch der Greyhound, der Pointer und sogar der Dalmatiner eingekreuzt wurden, um der Rasse mehr Farbe und Eleganz zu verleihen.

In historischen Aufzeichnungen ist belegt, dass der Miniatur Bullterrier bereits um 1821 herum erstmals gezüchtet wurde. Zahlreiche Varianten kamen in den Züchtungen vor. Vor allem die Ohren veränderten sich immer wieder, das Stehohr hat sich heute jedoch durchgesetzt. Das größte Problem, was auch heute noch besteht, ist, dass immer wieder zu große Welpen geboren werden, die nicht dem 2011 von der FCI geschaffenen Rassestandard entsprechen.

Das für den Hund charakteristische Downface mit der typischen, konvexen und langgezogenen Schnauze und dem keilförmigen Schädel entwickelte sich erst in späteren Züchtungen, und ist vor allem den Bemühungen des englischen Tierhändlers James Hinks zu verdanken. Einen ersten Hund, der diese typischen Merkmale aufwies, stellte man 1862 aus.

Der Miniatur Bullterrier, auch Toy Bullterrier genannt, wurde ursprünglich für die Jagd auf Ratten und Marder gezüchtet. Allerdings „erfreute“ er sich in Mittelengland – dort wo die großen Industrien beheimatet waren – auch einer weiteren Aufgabe: Er wurde, ebenso wie sein großer Bruder, zu den berühmten Hundekämpfen eingesetzt, die glücklicherweise bereits 1835 verboten wurden. Seine Schnelligkeit, sein Mut, sowie seine ihm leicht anzuerziehende Aggressivität machten ihn hierbei zu einem sehr „erfolgreichen“ Hund. 1972 kam der Miniatur Bullterrier erstmals nach Deutschland und 2011 erkannte die FCI den Hund endgültig an.

 

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Video zur Rasse des Miniatur Bullterriers

 
Miniature Bull Terrier: Informationen zur Rasse
 

Aussehen des Miniatur Bullterriers

 

Der Miniatur Bullterrier ist eine von der FCI unter der Standardnummer 359 anerkannte Hunderasse der Gruppe 3 (Terrier), sowie Sektion 3 Bullartige (Terrier). Auch der „Deutsche Club für Bullterrier“ führt seit 2011 Standard- und Miniaturbullterrier als separate Rassen.

Ähnlich wie der Standard Bullterrier, ist auch der Miniatur Bullterrier sehr muskulös, hat einen kompakten Körperbau und starke Knochen. Seine Widerristhöhe sollte laut FCI 35,5 cm (bei beiden Geschlechtern) nicht überschreiten. Das Gewicht ist nicht vorgegeben, man kann aber generell sagen, dass Hündinnen durchschnittlich etwa 11 kg auf die Waage bringen, während die männlichen Tiere rund 15 kg wiegen.

Die Lebenserwartung der Toy Bullterrier liegt zwischen 11 und 14 Jahren. Das Fell der Hunde ist kurz und glatt, die Haarfarbe sehr unterschiedlich. Es kommen die Varianten Weiß, Rehbraun, Weiß mit Braun, Schwarz, Gestromt sowie Dreifarbig vor. Ein gesprenkeltes weißes Haarkleid ist nicht erwünscht. Blau und
Leberbraun als Fellfarben sind sogar höchst unerwünscht.

 

Wesen, Charakter und Erziehung des Miniatur Bullterriers

 

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Der Miniatur Bullterrier hat einen sehr menschenfreundlichen Charakter. Er sollte aber vom Welpenalter an eine gute Erziehung bekommen.Auch wenn der Standard Bullterrier und sein kleiner Bruder, der Toy Bullterrier, oft als „gefährliche“ Hunde angesehen werden, sind sie vom Wesen her in erster Linie das, was ihr Besitzer aus ihnen macht. Richtig erzogen, ist der Miniatur Bullterrier ein zuverlässiger, treuer Begleiter, der sehr freundlich und kinderlieb ist.

Grundsätzlich ist es zwar richtig, dass die Gene auch den Charakter eines Hundes bestimmen, sprich, ob z.B. eine Veranlagung zu einem gesteigerten aggressiven Verhalten vorhanden ist oder nicht. Dennoch wird der Hund in seinem späteren Sozialverhalten zu einem übergroßen Anteil bereits ab dem Welpenalter durch  Erziehung und Sozialisierung geprägt.

Der Miniatur Bullterrier ist ein sehr verspielter, aktiver und mutiger Hund, der durchaus gut als Begleithund einsetzbar ist. Gerne tobt er – nach Terrierart – herum. Man sollte ihn jedoch im Umgang mit Kindern gut im Auge behalten, denn wenn er einmal zubeißt, lässt er sein Opfer nur sehr ungern los.

Lässt man den Miniatur Bullterrier als Welpen gleich von Anfang an mit anderen Hunden spielen, und gewöhnt ihn an Kinder, so gelingt auch seine Sozialisation gut. Wichtig ist dabei, dass andere Hunde und Kinder VOR dem Miniatur Bullterrier in der Familie waren, denn mit „Nachwuchs“ tut er sich schwer. Um einen gut sozialisierten und verträglichen Miniatur Bullterrier zu haben, ist es wichtig, dass man seiner Sturheit und seinem Eigenwillen mit einer strengen und konsequenten Hundeerziehung begegnet.

Am besten gelingt dies in einer ruhigen, ausgeglichenen Umgebung und mit genügend Erfahrung in der Erziehung von Hunden. Ideal ist dazu der Besuch einer Welpenschule.

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Auslauf, Pflege und Haltung des Miniatur Bullterriers

 

Der Miniatur Bullterrier benötigt ausreichend Bewegung und liebt ein abwechslungsreiches Spielangebot. Ein Hundesport wie Agility ist ideal für die Rasse, da man hiermit seinem Drang nach Bewegung entgegenkommt und gleichzeitig die Sozialisation mit anderen Hunden fördert. Sein ganzes Temperament zeigt er in der Begegnung mit anderen Hunden, mit denen er ausgelassen spielen und toben möchte. Tägliche Spaziergänge werden mit Freude angenommen und sollten selbstverständlich sein. Allerdings ist er gewiss kein Leistungssportler, das Laufen neben dem Fahrrad oder das Begleiten beim Joggen wird ihm wenig Freude bereiten.

Weil es sich bei dem Toy Bullterrier um einen sehr anhänglichen Hund handelt, sollte man eine Zwingerhaltung vermeiden, denn er benötigt stets intensiven menschlichen Kontakt. Gegen eine Haltung in einer Stadtwohnung spricht nichts, solange genügend Auslauf gewährleistet wird. Erhält der Miniatur Bullterrier nicht genügend Bewegung und mentale Auslastung, so kann er übermütig und unbeherrschbar werden. Hat er genügend gespielt und getobt, faulenzt er aber auch gerne auf der heimatlichen Couch.

Die Pflege des Hundes ist recht einfach: Das kurze Fell sollte einmal wöchentlich gebürstet werden. Pfoten, Zähne und Ohren kontrolliert man idealerweise auch am besten regelmäßig. Gutes und ausgewogenes Hundefutter sollte selbstverständlich sein.

 

Rassetypische Krankheiten beim Miniatur Bullterrier

 

Mini Bullterrier haben Rassedispositionen für folgende Erbkrankheiten:

  • PLL – Primäre Linsenluxation, eine Augenkrankheit, die zur Erblindung führen kann
  • LAD – Letale Acrodermatitis, man erkennt die Krankheit bereits im Welpenalter an Knochen- und Kieferdeformationen
  • Aortenstenose – Verengung der Hauptschlagader im linken Herzen
  • Taubheit – Insbesondere bei reinweißen Exemplaren
  • Allergien – Insbesondere Ohrenentzündungen, Juckreiz, Zwischenzehenzysten und Durchfall
  • Zwischenzehenzysten – Kleine Bläschen, die zwischen der Außenseite der Pfote und den Zehen auftreten
  • Patellaluxation – Ausrenkung der Kniescheibe

Um die Vererbung von genetisch bedingten Krankheiten zu vermeiden, ist es sehr wichtig, dass Züchter mit der Vererbungslehre vertraut sind und Kreuzungen mit Umsicht vornehmen. Ein gesunder Hund sollte es Ihnen auf alle Fälle wert sein, sich eingehend mit der Züchtersuche zu befassen, und lieber etwas länger auf den Familienzuwachs zu warten, wenn der Züchter Ihres Vertrauens aktuell keinen Wurf parat hat oder man noch etwa warten muss, bis die kleinen Hunde abgegeben werden können. Weitere Infos dazu hier: https://www.mini-bull-terrier.de/gesundheit.html

Für viele erblich bedingte Krankheiten gibt es heute glücklicherweise Gentests. Fragen Sie Ihren Züchter nach dementsprechenden Nachweisen.

 

 
 

Toy Bullterrier in Not

 

Meist hat es mit einer falschen Erziehung zu tun, dass Hundehalter mit dem Charakter des Miniatur Bullterriers nicht klar kommen und als letzten Ausweg den Gang zum Tierheim sehen. Auf diese Art und Weise sind sicher schon etliche Toy Bullterrier in Not geraten. Das muss, wie oben bereits erwähnt, nicht sein, wenn man dem Hund bereits im jungen Alter gut und kompetent erzieht.

Bevor man einen Miniatur Bullterrier Züchter aufsucht, ist ein Gang ins Tierheim absolut sinnvoll, denn des Öfteren warten auch hier Exemplare dieser Rasse auf ein neues verständnis- und liebevolles Zuhause. Zuvor sollte man aber auch die Sozialisierung des kleinen Bullterriers aus dem Tierheim genau prüfen und den Hund mehrere Male besuchen, und mit ihm Gassi gehen, um zu testen, ob und wie man zusammen passt.

 

Häufig gestellte Fragen zum Miniatur Bullterrier

 
Ist der Miniatur Bullterrier gefährlich?

Im Gegensatz zu seinem großen Bruder, dem Standard Bullterrier, wird der Miniatur Bullterrier in keinem Bundeland auf einer Rasseliste der „gefährlichen“ Hunde geführt. Miniatur Bullterrier sind sehr menschenfreundliche und verspielte Hunde, die bei guter und früher Sozialisation auch gut in der Familie gehalten werden können. 

Wie groß darf ein Mini Bullterrier sein?

Der Miniatur Bullterrier darf bei beiden Geschlechtern gemäß Rassestandard eine maximale Widerristhöhe von 35,5 cm erreichen. Die Hunde haben ein kurzes und glattes Haarkleid, das in nahezu allen Farben und auch gestromt zugelassen ist. 

 

Foto 1 : Diana Lukas / www.vom-emkental.de
Foto 2 : Diana Lukas / www.vom-emkental.de