Magendrehung beim Hund

 

Die Magentorsion kann lebensbedrohlich sein und erfordert ein sofortiges medizinisches Eingreifen

 

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Eine Magendrehung kann für den Hund den Tod bedeuten. Bei diesem medizinischen Notfall ist sofortiges Handeln erforderlich.

Eine Magendrehung muss nicht die Folge unkontrollierten Fressens sein. Trotzdem sollte man seinem Hund lieber mehrere kleine, als eine große Mahlzeit am Tag verabreichen. Grundsätzlich sind große Hunde eher gefährdet, eine Magendrehung zu bekommen.

Eine Magendrehung, auch als Magentorsion oder Magenvolvulus bezeichnet, ist ein schwerwiegender und lebensbedrohlicher Zustand, bei dem sich der Magen des Hundes um seine eigene Achse dreht. Die Magentorsion ist ein absoluter Notfall, der jeden Hund treffen kann. Besonders gefährdet sind große Hunde.

Der allgemeinen Meinung, dass Magendrehungen nur dann vorkommen, wenn der Hund viel gefressen hat und anschließend tobt, stehen Untersuchungen entgegen, die zu dem Ergebnis kamen, dass etliche der betroffenen Hunde einen leeren Magen hatten und viele des Nachts eine Magendrehung bekamen. Die tatsächlichen Ursachen sind noch nicht hinreichend bekannt, allerdings kann man anhand zahlreicher Untersuchungen einige Risikofaktoren benennen.

Gefährdet sind insbesondere Hunde, welche durch Inzucht genetisch vorbelastet sind und mittelgroße bis große Hunderassen mit einem tiefen Brustkorb. Auch alte, nervöse und ängstliche Hunde, sowie Hunde, die besonders hektisch ihr Hundefutter verschlingen, haben ein erhöhtes Risiko für Magendrehungen.

Zudem kann ein nicht geeignetes Futter das Risiko für Magentorsionen erhöhen: Fettreiches Trockenfutter und auch angefeuchtetes Futter, das mit Ascorbinsäure versetzt ist, sowie große Futterportionen, erhöhen das Risiko einer Magendrehung signifikant. Rüden sind doppelt so häufig betroffen wie Hündinnen.

Zusammenfassend erhöhen folgende Faktoren das Risiko einer Magendrehung:

 
 
  • Rasse: Große Hunderassen mit tiefen Brustkörben, wie Deutsche Doggen, Deutscher Schäferhund, Rottweiler und viele andere, haben ein höheres Risiko für Magendrehungen.
  • Alter: Magendrehungen treten zwar oft bei Hunden mittleren Alters oder älter auf, aber sie können grundsätzlich Hunde jeden Alters betreffen.
  • Fressverhalten: Hunde, die große Mahlzeiten schnell verschlingen oder große Mengen Wasser nach dem Essen trinken, sind meist anfälliger für eine Magentorsion.
  • Bewegung nach dem Essen: Intensive körperliche Aktivität kurz nach dem Fressen erhöht das Risiko für eine Magendrehung.
  • Vererbung: Es gibt Anzeichen dafür, dass auch genetische Faktoren eine Rolle spielen.
  • Fütterung: Die Verwendung von erhöht stehenden Futternäpfen oder das Füttern einer einzigen großen Mahlzeit pro Tag können das Risiko erhöhen.
 

Symptome und Krankheitsverlauf

 

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Die Magendrehung ist ein absoluter Notfall. Um den Hund das Leben zu retten, ist meist ein sofortiger, chirurgischer Eingriff vonnöten.

Eine Magendrehung ist ein absoluter Notfall, in dem Sie sofort eine Tierklinik aufsuchen sollten. Hier hilft in der Regel nur noch eine schnelle Operation.

Wenn Sie bei Ihrem Hund Anzeichen einer Magendrehung vermuten, wie z.B.  erfolgloses Erbrechen, aufgeblähter Bauch, Unruhe oder Apathie, sollten Sie sofort einen Tierarzt, bzw. besser gleich eine Tierklinik, aufsuchen. Magendrehungen sind medizinische Notfälle, die eine schnelle Behandlung erfordern.

Bei einer Magendrehung dreht sich der Hundemagen um die eigene Achse, wobei Blutgefäße sowie Speiseröhre und Darm abgeschnürt und unterbrochen werden. Die abgeklemmten Blutbahnen führen rasch von Kreislaufproblemen bis hin zum Kollaps. Da der Magen verschlossen ist, kommt es zu dessen Aufgasung, wodurch beim Hund ein aufgeblähter, harter Bauch erkennbar wird.

Ehe es zum Schlimmsten kommt, kann man weitere Symptome wie Speichelfluss, blasse Schleimhäute, sowie übermäßiges Hecheln beobachten. Brechversuche scheitern, und der Hund ist nicht mehr in der Lage zu trinken. Da es bei einer Magendrehung um Leben und Tod geht, muss SOFORT gehandelt und eine Tierklinik aufgesucht  werden.

Die Symptome und der Krankheitsverlauf können sich schnell verschlimmern, daher ist eine schnelle tierärztliche Versorgung unabdingbar. Oftmals entscheiden nur wenige Stunden über Leben und Tod des Tieres.

Typische Symptome bei einer Magendrehung sind:

  • Plötzliche Unruhe und Angst: Hunde erscheinen von einem Moment auf den anderen oft ängstlich, unruhig oder gestresst.
  • Versuchtes Erbrechen ohne Erfolg: Der Hund bemüht sich zu erbrechen, aber es kommt nichts oder nur wenig heraus.
  • Aufgeblähter Bauch: Der Bauch des Hundes kann sich stark aufblähen sowie fest und hart anfühlen. Dies ist oft ein auffälliges Anzeichen einer Magendrehung.
  • Speicheln und Schlucken: Der Hund sabbert übermäßig und schluckt wiederholt.
  • Erhöhte Herzfrequenz: Ein erhöhter Puls des Hundes ist feststellbar.
  • Atembeschwerden: Der Hund zeigt Schwierigkeiten beim Atmen oder keucht.
  • Zyanose: Die Schleimhäute (z.B. Zahnfleisch, Maul) erscheinen bläulich, was auf einen Sauerstoffmangel hinweist.
  • Anzeichen von Schwäche oder beginnender Kollaps: Betroffene Hunde werden allmählich schwächer und können schließlich vollständig kollabieren.

Der Krankheitsverlauf einer Magendrehung kann sehr schnell fortschreiten und lebendbedrohlich werden. Anfangs können die Symptome auch mild sein, aber sie verschlechtern sich meist in kürzester Zeit. Unbehandelt kann eine Magendrehung zu schwerwiegenden Komplikationen wie Gewebenekrosen (dem Absterben von Gewebe) führen, was in der Folge eine Sepsis (Blutvergiftung) auslöst. Darüber hinaus kann der veränderte Blutfluss zu lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Problemen führen.

 

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Behandlung und Therapie

 

Da es sich hierbei um einen Notfall handelt, der zumeist einen sofortigen operativen Eingriff erfordert, sollte die Behandlung ausschließlich in einer Tierarztpraxis oder in einer Klinik vorgenommen werden. Eine nicht sofort eingeleitete Operation würde den schnellen Tod des Tieres bedeuten.

Aber selbst bei einem erfolgreichen Eingriff ist nicht gewährleistet, dass der Hund überlebt. Nicht selten sterben die Patienten nach etwa 2-3 Tagen an einem akuten Herzversagen oder einer Blutvergiftung. Die Behandlung einer Magendrehung erfolgt chirurgisch oder nicht-chirurgisch, abhängig von der Schwere des Zustands.

Die gängigen Behandlungsmethoden bei einer Magendrehung sind folgende:

 
 
  • Stabilisierung und Notfallbehandlung: In der Klinik wird Ihr Hund zunächst stabilisiert. Dazu gehören Maßnahmen wie die Gabe von intravenösen Flüssigkeiten, Sauerstofftherapie, Schmerzmittel und Medikamente zur Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems.
  • Dekompression: Um den Druck im aufgeblähten Magen zu reduzieren, führt der Tierarzt eine Magensonde ein, um Gase und Flüssigkeiten abzuleiten.
  • Manuelle Repositionierung des Magens: In einigen Fällen wird der Tierarzt versuchen, den Magen manuell in seine normale Position zurückzubringen, bevor eine chirurgische Intervention erforderlich ist. Dies ist jedoch nicht immer möglich und hängt von der Schwere des Falles ab.
  • Chirurgische Entdrehung (Gastropexie): Oftmals hilft nur eine chirurgische Entdrehung des Magens und die Fixierung des Magens an der Bauchwand (Gastropexie). Damit werden auch zukünftige Magendrehungen verhindert. Der Eingriff kann mithilfe einer offenen Bauchoperation oder eines minimal-invasiven Verfahrens – wie der laparoskopische Gastropexie – durchgeführt werden.
  • Entfernung von totem Gewebe: Falls eine Gewebenekrose auftritt, muss das abgestorbene Gewebe entfernt werden.

Die Prognose für Hunde mit einer Magendrehung hängt von der Schwere des Zustands ab und wie schnell mit der Behandlung begonnen wird. Je früher die Behandlung erfolgt, desto besser sind die Chancen auf eine erfolgreiche Genesung.

 
 

Vorbeugung

 

Die beste Maßnahme, um einer Magendrehung vorzubeugen, ist die Durchführung einer prophylaktischen Gastropexie, insbesondere bei Hunden, die anfällig für diesen Zustand sind, wie bestimmte große Rassen. Die Gastropexie kann während einer geplanten Operation durchgeführt werden, um den Magen sicher an der Bauchwand zu befestigen und so das Risiko einer Drehung zu reduzieren.

Ansonsten gibt es ein paar Regeln, die man durchaus beachten kann, um einer Magendrehung vorzubeugen. Zum einen sollte man beherzigen, seinem Hund lieber mehrere kleinere Mahlzeiten statt einer großen zu füttern. Zum anderen sollten die bereits bezüglich des Hundefutters erwähnten Risiken ausgeschlossen werden. Trockenfutter, die Fleischmehl mit Knochenanteil enthalten, senken das Risiko zudem erheblich.

Ferner ist es ratsam, den Fressnapf immer direkt auf den Boden zu stellen. Abwechslungsreiches Hundefutter sowie kein übermäßiges Toben oder Stress nach der Fütterung gehören ebenso zu den vorbeugenden Maßnahmen. Lassen Sie am besten regelmäßige tierärztliche Untersuchungen bei Ihrem Hund durchführen und achten Sie auf Anzeichen von Unwohlsein bei Ihrem Liebling, um frühzeitig auf mögliche Probleme reagieren zu können.

Hier einige Tipps, um einer Magentorsion vorzubeugen:

  • Prophylaktische Gastropexie: Bei Hunden, die anfällig für Magendrehungen sind, insbesondere bei großen und tiefbrüstigen Rassen, kann eine prophylaktische Gastropexie in Erwägung gezogen werden. Diese Operation beinhaltet das Fixieren des Magens an der Bauchwand, um eine Drehung zu verhindern. Ihr Tierarzt wird Sie gerne beraten, ob dies für Ihren Hund sinnvoll ist.
  • Fütterungsmanagement: Vermeiden Sie es, Ihrem Hund große Mahlzeiten auf einmal zu geben. Stattdessen teilen Sie die tägliche Futtermenge besser in mehrere kleine Mahlzeiten auf. Dadurch wird das Risiko eines übermäßig aufgeblähten Magens nach dem Fressen reduziert.
  • Langsames Fressen fördern: Verwenden Sie spezielle Futternäpfe, die ein gefräßiges Schlingen verhindern, oder streuen Sie das Futter auf dem Boden (z.B. auf einem Tablett) aus, um Ihren Hund dazu zu bringen, langsamer zu essen.
  • Ruhe nach dem Essen: Vermeiden Sie intensive körperliche Aktivität und Training direkt nach dem Essen, um das Risiko einer Magendrehung zu minimieren.
  • Vermeidung von Stress: Auch Stress kann ein Auslöser für Magendrehungen sein. Reduzieren Sie daher Stresssituationen, wenn möglich.
  • Regelmäßige Bewegung: Angemessene, regelmäßige Bewegung und Spaziergänge tragen dazu bei, die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden Ihres Hundes zu fördern und Stress abzubauen.
  • Schärfen Sie Ihr Bewusstsein für das Krankheitsbild einer Magendrehung: Als Hundebesitzer sollten Sie sich der Anzeichen einer Magendrehung bewusst sein, um schnell reagieren zu können. Wenn Sie Symptome wie einen aufgeblähten Bauch, Unruhe, erfolgloses Erbrechen oder Atembeschwerden bemerken, sollten Sie sofort tierärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Selbst bei der Einhaltung der o.g. Vorbeugungsmaßnahmen besteht keine Garantie, dass eine Magendrehung vollständig verhindert werden kann. Einige Hunde sind trotz aller Vorkehrungen eher anfällig für eine Magentorsion. Fragen Sie daher am besten Ihren Tierarzt, wie die besten Vorbeugungsstrategien für Ihren Hund aussehen könnten.

 

Video – Magendrehung beim Hund

 
Absoluter Notfall die Magendrehung beim Hund
 

Wie erkenne ich, ob mein Hund eine Magendrehung hat?

Typische Anzeichen für eine Magendrehung sind unter Anderem: Ein aufgeblähter Bauch, Brechversuche ohne Erfolg, verstärktes Speicheln und Schlucken, plötzliche Unruhe oder Angst und bläuliche Schleimhäute am Maul und dem Zahnfleisch aufgrund von Sauerstoffmangel. 

Wie lange kann ein Hund mit Magendrehung leben?

Wir einen sofortige OP in einer Tierklinik eingeleitet, bestehen gute Chancen, dass der Hund gerettet werden kann. Der chirurgische Eingriff sollte allerdings nicht spätester als vier Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome durchgeführt werden. Ohne den Versuch einer manuellen Repositionierung des Magens bzw. eines chirurgischen Eingriffs hat der Hund keine Überlebenschance.