Der Riesenschnauzer – der sanfte Riese bewachte früher auch Brauereifuhrwerke

 

Große Treue und Anhänglichkeit zeichnen den Riesenschnauzer aus

 


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Der Riesenschnauzer ist eine der drei Schnauzer Varietäten, die von der FCI alle als separate Rassen geführt werden.

Der Riesenschnauzer – Schnauzer werden in drei Kategorien eingeteilt: Zwergschnauzer, Mittelschnauzer und Riesenschnauzer. Letzterer ist – wie der Name bereits verrät – der größte seiner Familie.

Im Prinzip zählen Schnauzer und Pinscher zum gleichen Rassetypus. Sie unterscheiden sich lediglich in der Beschaffenheit ihres Fells.

Früher herrschte der rauhhaarige Typus vor, den man einst „rauhhaarigen Pinscher“ nannte. Der Riesenschnauzer zählt zu den anerkannten Gebrauchshunderassen und zeichnet sich neben seiner Größe durch Belastbarkeit, Sensibilität und Selbstsicherheit aus.

Auch wenn er sehr wachsam ist, verrät der sanfte Blick unter den buschigen Augenbrauen, dass er trotz „harter Schale“ einen weichen Kern besitzt, und ein sehr familienbezogener sowie kinderlieber Zeitgenosse ist.

 
 

Geschichte und Herkunft des Riesenschnauzers

 

Steckbrief Riesenschnauzer

  • Ursprungsland: Deutschland
  • Standardnummer: 181
  • Widerristhöhe (von FCI festgelegt): 60 bis70 cm
  • Gewicht (von FCI festgelegt): 35 bis 47 kg
  • Verwendung: Gebrauchshund, Begleithund
  • FCI-Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
  • Sektion 1: Pinscher und Schnauzer. Mit Arbeitsprüfung.

Der Riesenschnauzer stammt ursprünglich aus Baden Württemberg und ist eine sehr alte Hunderasse. Seine Herkunft geht auf die Biberhunde des Mittelalters und heimische Schäferhunde zurück.

Anfänglich verwendete man Riesenschnauzer als Wach- und Hütehunde auf den Almen Süddeutschlands. Ihre Aufgabe war es, große Schaf- und Rinderherden zu treiben und zusammenzuhalten.

Die „rußigen Bärenschnauzer“ (so nannte man sie damals) wurden später auch zur Bewachung und Begleitung der Pferdefuhrwerke eingesetzt, die dem Transport von Bier von den Brauereien zu den Wirtschaften dienten. Diese Tatsache verlieh den Hunden auch den Spitznamen „Bierschnauzer“.

Als man zu Beginn des 20. Jahrhunderts verstärkt mit der Zucht von Rassehunden begann, erkannte man schnell das große Potenzial des robusten und intelligenten Vierbeiners und begann den Riesenschnauzer gezielt zu züchten.

1909 zeigte man einen Riesenschnauzer erstmalig auf einer Hundeausstellung in München, und 1913 begann man, die große Hunderasse zuchtbuchmäßig zu führen. Nachdem sich die widerstandsfähigen und respekteinflößenden Hunde im Ersten Weltkrieg als zuverlässige Diensthunde bewiesen hatten, verwendete man den Riesenschnauzer ab 1925 auch als Rettungs- und Polizeihund.

Daneben wird der Hund wegen seines hervorragenden Spürsinns bis heute als Rauschgift- und Sprengstoffsuchhund eingesetzt, allerdings ist er wegen seiner Disposition zu Hüftgelenksdysplasie und seinem manchmal sturen Naturell auf diesem Aufgabengebiet inzwischen immer seltener anzutreffen. 

In den 1930er Jahren war der Riesenschnauzer der beliebteste der drei Schnauzer Varietäten, während er ab den 1950er Jahren in punkto Beliebtheit von seinem kleinsten Bruder, dem Zwergschnauzer abgelöst wurde.

 

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Aussehen des Riesenschnauzers

 

Der Riesenschnauzer besitzt wie sein kleinerer Bruder einen quadratisch kräftigen Körperbau, und wirkt dabei eher kompakt als schlank. Er wird unter der FCI-Standardnummer 181 geführt, wobei er der Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde) und der Sektion 1.2. – Schnauzer – angehört.

Mit einer von der FCI festgelegten Widerristhöhe von 60 bis 70 cm sowie einem ebenfalls vorgegebenen Gewicht von 35 bis 47 kg gehört er zu den großen Vertretern unter den Hunden. Dabei erreicht der Riesenschnauzer ein Alter von 10 bis 12 Jahren.

Das Fell des muskulösen Hundes ist drahtig und hart, sowie mit dichten Deckhaar versehen, wobei die vorherrschenden Farben Schwarz oder Pfeffer-Salz sind. Charakteristisch für den Riesenschnauzer sind der Bart und die buschigen, leicht über die Augen hängenden „Brauen“. Mit seinem nach hinten abfallenden Rücken nimmt er beim Stehen die für den Schnauzer typische Haltung ein.

 

 

Wesen, Charakter und Erziehung des Riesenschnauzers

 


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Der Riesenschnauzer hat einen besonders wachsamen und ausgeglichenen Charakter. Er ist bei guter Erziehung besonders folgsam und kinderlieb.

Viel Eigensinn, aber auch viel Familiensinn, das sind zwei Charaktereigenschaften, die den Riesenschnauzer besonders gut beschreiben. Seine Aufforderungen zum Spiel oder zur Beschäftigung zeigt der sanfte und manchmal sturköpfige Riese seinem Besitzer gerne durch Körperkontakt, wie z.B. mit einem sanften Stupser oder Rempler nach dem Motto: “ Los jetzt, unternimm was mit mir, mir ist schon wieder langweilig!“

Als agiler Gebrauchshund liebt er es, engagiert zu arbeiten, und so ist er in seinem Tatendrang manchmal nur schwer zu bremsen. Auch eine große Wachsamkeit kann man dem Riesenschnauzer attestieren. Seine Sinnesorgane sind sehr gut entwickelt, und er ist äußerst gelehrig. Das, sowie die Tatsache, dass er über viel Kraft, eine hohe Ausdauer und enorme Schnelligkeit verfügt, machen ihn zu einem gut auszubildenden Hund.

Aber auch als Familienhund wird der gutmütige Hunderiese gerne gehalten. Gegenüber seinen Lieben ist der Riesenschnauzer ein verschmuster und anhänglicher Hund, während er auf Fremde zunächst eher zurückhaltend bis misstrauisch reagiert. Riesenschnauzer zeichnen sich durch eine große Treue und Anhänglichkeit gegenüber ihren Lieben aus, dennoch muss unbedingt auf viel liebevolle Konsequenz in seiner Erziehung geachtet werden. Im Zusammenspiel mit Kindern zeigt er sich sehr behutsam, da er eine recht hohe Reizschwelle besitzt, was für seine kleineren Brüder nicht unbedingt gilt.

Am besten besuchen Sie mit Ihrem Riesenschnauzer schon im Welpenalter eine gute Hundeschule, um dem Hund den nötigen Grundgehorsam anzuerziehen und ihn in speziellen Welpenspielstunden mit Artgenossen zu sozialisieren. Dann werden Sie später auch einen verträglichen und ausgeglichenen Vierbeiner erhalten. 

Bei seiner Haltung muss man darauf achten, dass der Hund stets seine Aufgaben bekommt. Ideal sind Hundesportarten und Beschäftigungen, die ihn mental und physisch gleichermaßen fordern. Gerne wird der Riesenschnauzer bei Zoll, Militär oder bei der Polizei als Diensthund eingesetzt. Aber auch für andere Tätigkeiten eignet er sich hervorragend: 

Gerne arbeitet er z.B. auch als Rettungs- oder Lawinensuchhund. Übrigens ist der Riesenschnauzer eine Art „Spätentwickler“, der erst im Alter von 2 bis 2 ½ Jahren als erwachsen gilt, und dafür bis ins hohe Alter einen großen Spieltrieb behält. Trotz seinem für einen Hund dieser Größe quirligen Wesen strahlt er eine innere Ruhe und Gelassenheit aus, die ihn zu einem besonders anpassungsfähigen und sanftmütigen Begleiter für die Familie machen.

 
 
 

Typische Rassekrankheiten des Riesenschnauzers

 

Riesenschnauzer neigen eher zu genetisch bedingten Krankheiten als die kleineren Brüder. Obwohl es in der Zucht strenge Auflagen gibt und erblich vorbelastete Hunde von der Zucht ausgeschlossen werden, können Hüftgelenksdysplasie und Erkrankungen an den Knien auftreten.

Leider kann man auch bei einem gesunden Welpen mit Hundeeltern, die negativ auf HD getestet wurden, keine Garantie dafür abgeben, dass der Hund in seinem späteren Leben nicht doch Gelenkerkrankungen entwickelt. Insbesondere in der Wachstumsphase sollte man daher eine zu starke Belastung der Gelenke, z.B. beim Treppensteigen vermeiden. Auch Epilepsie oder Krebs an den Zehen können auftreten. Erfahrene und verantwortungsvolle Züchter werden einen Interessenten immer auf mögliche Krankheiten hinweisen. 

 

Auslauf, Pflege und Haltung des Riesenschnauzers

 

Der Riesenschnauzer benötigt viel Bewegung in Form von ausgiebigen Spaziergängen oder Wanderungen, möchte aber auch gerne mental ausgelastet werden. Er ist sehr klug und besonders widerstandsfähig gegenüber unterschiedlichen klimatischen Verhältnissen.

Einen Hundesport wie Agility betreibt man mit dem Riesenschnauzer am besten nur, wenn der Tierarzt „grünes Licht“ dafür gegeben hat, dass die Gelenke des Junghundes bereits so weit entwickelt sind, dass sie auch stärkeren Belastungen, wie z.B. bei Sprüngen, standhalten und keinen Schaden nehmen. Generell sind große und schwere Hunde für Agility weniger geeignet, da die Belastungen für Hüften und Gelenke doch recht hoch sind. 

Sehr geeignet für den Riesenschnauzer ist hingegen z.B. Obedience, hier kann der zuweilen etwas eigensinnige Riesenschnauzer seinen Gehorsam unter Beweis stellen und zeigen, dass er gerne lernt. 

Zur Fellpflege dieser Hunderasse benötigt man ein wenig Zeit: So sollte der Hund regelmäßig – mindestens dreimal im Jahr – geschoren oder getrimmt werden. Aber auch Bart und  Augenbrauen kämmt man am besten wöchentlich. Wer dies beachtet, der kann auch mit weniger lästigem Haarverlust bei seinem Hund rechnen.

 
 

Riesenschnauzer in Not

 

Warum gerät ein Riesenschnauzer in Not? Nun, die Gründe hierfür können vielfältig sein: Da kann es der Beruf erfordern, dass man umziehen muss und am neuen Wohnort sind die Mieten so hoch, dass eine große Gartenwohnung oder ein Haus mit Garten nicht finanzierbar sind.

Soll der Hund dann trotzdem in einer Wohnung gehalten werden, was nicht zu empfehlen ist, muss zumindest für ausreichend Auslauf, evtl. auch durch einen Hundesitter garantiert werden. In der Regel sollte sich eine Lösung finden lassen, die es ermöglicht, weiter mit seinem Liebling ein gemeinsames Leben zu führen.

Traurigerweise ist bei manchem Hundebesitzer die Schwelle, sich von seinem Hund zu trennen, doch sehr gering. Da wird ein Urlaub geplant und festgestellt, dass der Hund da nicht ohne Weiteres mitgenommen werden kann.

Dabei gibt es inzwischen auch ausreichend Angebote für einen Urlaub mit Hund. Zur Not kann man den Hund auch in einer Hundepension abgeben. Das alles ist besser und dem wehrlosen Tier gegenüber fairer, als den Hund im Tierheim abzugeben.

 

Häufig gestellte Fragen zum Riesenschnauzer

 
Wie groß werden Riesenschnauzer?

Riesenschnauzer werden je nach Geschlecht zwischen 60 und 70 cm groß. Die Hunde erreichen ein Gewicht von 35 bis 47 kg. Das Fell ist in Schwarz oder Peffer-Salz von der FCI zugelassen. Typisch für den Riesenschnauzer ist der „Bart“ und die buschigen Augenbrauen. 

Ist der Riesenschnauzer ein guter Wachhund?

Riesenschnauzer sind hervorragende Wachhunde. Ihre Erziehung sollte allerdings vom Welpenalter an mit Konsequenz erfolgen, da sie zur Sturheit neigen. Das kinderliebe Wesen zeichnet den Riesenschnauzer aber auch zu einem guten Familienhund aus. Gerne werden sie auch bei der Polizei oder als Rettungshunde eingesetzt.