Der Kuvasz – ein Herdenschutzhund mit dem Aussehen eines Bären

 

Ein Kuvasz gehört in die Hände eines erfahrenen Hundebesitzers

 


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 Der Kuvasz ist ein großer Herdenschutzhund und stammt aus Ungarn. Früher wurde er zum Bewachen großer Viehherden gehalten.

Der Kuvasz ist ein recht großer, elfenbein-weißer Herdenschutzhund, der eine gewisse Ähnlichkeit mit einem (Eis)Bären hat. Ähnliche Hunde gab es bereits etwa 400 Jahre nach Christi. Bei den Vertretern dieser Rasse handelt es sich um große Individualisten, die sehr intelligent, selbstständig aber auch sehr treu sind.

Sie lieben es, ihre „Herde“ zu beschützen, benötigen aber unbedingt ein eigenes Rückzugsgebiet. Der Kuvasz ist kein Anfängerhund! Das sollte unbedingt bedacht werden, wenn man mit dem Gedanken spielt, einen Kuvasz Welpen zu erwerben.

 
 

Geschichte und Herkunft des Kuvasz

 

Steckbrief Kuvasz

  • Ursprungsland: Ungarn
  • Standardnummer: 54
  • Widerristhöhe: Rüden: 71 bis 76 cm, Hündinnen: 66 bis 70 cm
  • Gewicht: Rüden: 48 bis 62 kg, Hündinnen: 37 bis 50 kg
  • Verwendung: Schutzhund, Wachhund, Spürhund
  • FCI-Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
  • Sektion 1: Schäferhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Archäologen fanden bei Ausgrabungen im alten Sumer, das südlich von Akkad in Mesopotamien liegt, kleine Tontafeln, auf denen Hunde abgebildet sind, die dem heutigen Kuvasz sehr ähnlich sehen. Auf diesen Tontafeln werden die abgebildeten Hunde mit KU-AS-SA bezeichnet. So ist vom Namen her hier bereits eine Ähnlichkeit mit dem heutigen Namen „Kuvasz“ erkennbar. Man kann davon ausgehen, dass die Magyaren Kuvasz ähnliche Hunde zu Zeiten der großen Völkerwanderung (ab 375 n. Chr.) von Asien nach Ungarn mitbrachten.

Der Name „Kuvasz“ entstammt dem türkisch-asiatischen Raum und leitet sich von dem Wort Kawash oder Kawass ab, was so viel wie „Bogenschütze“ oder „bewaffneter Sicherheitswächter“ bedeutet. Hirten hielten in früheren Zeiten den mutigen, zähen und klugen Kuvasz, um ihre Herden vor wilden Tieren und Dieben zu schützen. Sein helles, elfenbeinfarbenes Fell half den Hirten nachts, den Kuvasz zuverlässig von einem angreifenden Wolf zu unterscheiden.

Nachdem man immer weniger Viehzucht betrieb und den Ackerbau intensivierte, wurde der Kuvasz „arbeitslos“ und nur noch zum Bewachen der Gehöfte und Ländereien eingesetzt.

Auch heute noch ist er in Ungarn als zuverlässiger Wachhund für Haus und Hof anzutreffen. Im 15. Jahrhundert hielt man den Kuvasz am Königlichen Hof Ungarns, wo er zur Wolfs- und Bärenjagd verwendet wurde. Nicht selten diente er zudem als Geschenk in den Kreisen des Hochadels. Erst 1905 begann man mit der gezielten Zucht des Kuvasz.

Zur Zeit des 2. Weltkrieges allerdings wurde die Zucht nahezu ausgesetzt, und erst nach Kriegsende gelang es einigen wenigen Hundezüchtern, die Existenz dieser Hunderasse wieder aufleben zu lassen. Heute wird er bei uns in Deutschland meist als Familien- und Begleithund gehalten.

Beim Ungarn-Aufstand im Jahr 1956 wurden viele Hunde, die Haus und Hof bewachten und verteidigten, erschossen. Selbst heute ist der Kuvasz selten anzutreffen. In Deutschland werden ungefähr 50 Welpen pro Jahr geboren.

 

Herdenschutzhunde

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Aussehen des Kuvasz

 

Der Kuvasz – auch unter der Bezeichnung Ungarischer Hirtenhund bekannt – zählt zur Gruppe 1, der Hüte- und Treibhunde, sowie zur Sektion 1, den Schäferhunden. Der Rasse wurde die FCI-Standard-Nummer 54 zugeordnet. Mit einer von der FCI festgelegten Widerristhöhe von 71 bis 76 cm beim Rüden und 66 bis 70 cm bei der Hündin zählen die Vierbeiner zu den „Riesen“ unter den Hunden. Je nach Geschlecht wiegt der Kuvasz zwischen 37 und 62 kg und hat eine Lebenserwartung von bis zu 13 Jahren.

Sein Fell ist weiß bis elfenbeinfarben, die Haut stark pigmentiert und schiefergrau. Ballen, Lefzen, Lidränder und Nasenspiegel hingegen sind schwarz. Während der Kopf, die Ohren und die Pfoten mit kurzem, geradem Haar bedeckt sind, ist das übrige Fell lang und gewellt, bis hin zu gelockt. Der allein durch sein Aussehen beeindruckende Hund hat dunkle, wachsame Augen, deren starken Ausdruck man nur schwer widerstehen kann. Sein Körper ist muskulös und dennoch von eleganter Statur.

 

Wesen, Charakter und Erziehung des Kuvasz

 


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Der Kuvasz hat einen sehr selbständigen Charakter. Er braucht eine konsequente Erziehung und viel Erfahrung in der Haltung von Hunden.

Der Kuvasz, dessen Erziehung in die Hände erfahrener Hundebesitzer gehört, hat eine sehr ausgeprägte Persönlichkeit. Er ist ein extrem zuverlässiger und wachsamer Hund, der ein enormes Rangordnungsempfinden hat. Das kann besonders dann zu Schwierigkeiten führen, wenn sein Besitzer ihm nicht eindeutig zeigt, wer der Rudelführer ist. Fremden gegenüber ist der Kuvasz eher misstrauisch. So sind in seiner Erziehung besonders die ersten 1,5 Lebensjahre entscheidend, um aus dem Kuvasz einen friedlichen und gut sozialisierten Hund zu machen.

Der temperamentvolle und hochintelligente Herdenschutzhund handelt am liebsten selbstständig. So bewacht er auch ohne besondere Befehle Haus und Hof ausgesprochen zuverlässig. Er liebt und beschützt seine Familie mit Hingabe, allerdings braucht er auch unbedingt einen Ort, an den er sich bei Bedarf zurückziehen kann. Dies gilt besonders dann, wenn Kinder mit zum „Rudel“ gehören.

Kann man nicht garantieren, dass die Kinder den Hund in Ruhe lassen, wenn dieser das will, so sollte man – zum Schutz beider Parteien – auf die Haltung eines Kuvasz‘ unbedingt verzichten. So groß der Hund ist, so ausgeprägt ist auch seine Sensibilität. Er sucht den Kontakt zu „seinem“ Rudelführer und fühlt sich am wohlsten, wenn er in dessen Leben permanent mit eingebunden wird. Der Kuvasz liebt es, sich im Freien aufzuhalten.

Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass dieser Individualist unter den Hunden nicht zum absoluten Gehorsam taugt. Deshalb ist auch von einer Ausbildung zum Schutzhund abzuraten. Mit anderen Hunden verträgt sich der Kuvasz meist nicht besonders gut und verhält sich dominant. Im Kanton Tessin in der Schweiz wird der Kuvasz auf der Liste der „gefährlichen“ Hunderassen geführt. Die Haltung dort muss genehmigt werden.

 
 

Typische Rassekrankheiten des Kuvasz

 

Grundsätzlich ist der Kuvasz eine sehr gesunde und robuste Hunderasse. Da er zu den sehr großen Hunden zählt, zeigt er allerdings auch er eine verstärkte Disposition zu Hüft- und Ellbogengelenksdysplasie. Auch Allergien und Hautprobleme können auftreten. Am besten informiert man sich bei einem seriösen Züchter vor dem Welpenkauf über durchgeführte Vorsorgeuntersuchungen und Gentests. So kann garantiert werden, dass die Elterntiere frei von HD und anderen Erbkrankheiten sind. 

Wegen der genetischen Disposition zu HD sollte man zudem darauf achten, in der Wachstumsphase nicht ein besonders an Nährstoffen reiches und/oder sehr kohlehydratehaltiges Futter zu geben, da dies durch zu schnelles Wachstum Fehlbildungen der Gelenke begünstigen kann. Auch intensives Treppensteigen vermeidet man in der Wachstumsphase des schweren Hundes besser.

 

Auslauf, Pflege und Haltung des Kuvasz

 

Dank seines üppigen Haarkleides mit einer dichten Unterwolle machen dem Kuvasz selbst eisige Winter nichts aus. Er ist aber keineswegs ein Hund, der im Zwinger gehalten werden möchte, denn der Kontakt zum Familienverbund ist auch dem ansonsten so eigenständigen Hund wie dem Kuvasz wichtig. Mit etwas Mühe und Einfühlungsvermögen kann der ursprüngliche Herdenschutz- und Wachhund unter Anleitung eines erfahrenen Hundetrainers auch zum Rettungs- und Fährtenhund ausgebildet werden. Für einen Hundesport wie z.B. Agility ist er wegen seiner Größe ungeeignet.

Der besonders resiliente Kuvasz liebt das Leben im Freien, braucht viel Bewegung, die er durch regelmäßige und ausgiebige Spaziergänge bekommen sollte. Ideal für seine Haltung ist ein großes, eingezäuntes Grundstück, wo er nach Herzenslust „Streifendienst“ leisten und bewachen kann. Wenn es nicht zu heiß ist, läuft der Kuvasz auch gerne neben dem Fahrrad her, wobei 15 Kilometer am Stück (bei Übung sogar mehr) kein Problem für den konditionsstarken Hund darstellen sollten. Falls man ihn als Welpen daran gewöhnt, neben einem Pferd herzulaufen, so kann man ihm auch auf diese Art die notwendige Bewegung verschaffen.

Das dichte Haarkleid des Kuvasz‘ muss regelmäßig gebürstet werden. Ein Reinlichkeitsfanatiker darf man nicht sein, denn zur Zeit des Fellwechsels neigt der Kuvasz dazu, sehr stark zu haaren. Ohren und Pfoten sollten regelmäßig untersucht und gepflegt werden.

 
 

Kuvasz in Not

 

Wer einen Kuvasz Welpen erwerben will, muss unbedingt berücksichtigen, dass sich der Kuvasz nicht für Hundeanfänger eignet. Bezüglich seiner Erziehung ist er sehr anspruchsvoll und der frühzeitige Besuch einer Hundeschule ist absolut anzuraten. Ein guter Züchter wird dazu sicher wertvolle Tipps geben können. Die Hunde sind besonders gute Wachhunde, haben einen starken Schutztrieb und sollten keinesfalls in einer Stadtwohnung gehalten werden. 

Auch sich verändernde Lebensumstände eines Hundebesitzers, z.B. der Umzug in die Stadt, können zur Folge haben, dass ein Kuvasz im Tierheim abgegeben werden muss. Mancher Hundehalter kann vielleicht auch nicht mehr soviel Zeit in den Hund investieren, wie es eigentlich nötig wäre.

Um Abhilfe zu schaffen, kann hier vielleicht ein Hundesitter helfen, der sich am Tag 2 bis 3 Stunden um den Hund kümmert und diesen ausführt. Aber gerade dies setzt auch eine gute Sozialisierung voraus, denn viele professionell arbeitende Hundesitter haben gleich mehrere Hunde, die sie gemeinsam „Gassi“ führen. Daher muss sich der Kuvasz dann auch unbedingt mit anderen Hunden gut verstehen.

 

Häufig gestellte Fragen zum Kuvasz

 
Ist der Kuvasz ein gefährlicher Hund?

In Deutschland steht der Kuvasz in keinem Bundesland auf der Rasseliste der gefährlichen Hunde. Im Kanton Tessin in der Schweiz muss seine Haltung bewilligt werden. Der Kuvasz ist ein eigenständig handelnder Hund und wurde früher zum Bewachen großer Viehherden verwendet. Er muss sehr konsequent erzogen werden und ist nicht für Anfänger geeignet. 

Wie alt wird der Kuvasz?

Der Kuvasz wird etwa 13 Jahre alt. Rüden werden 71 bis 76 cm groß, während Hündinnen gemäß Rassestandard etwa 66 bis 70 Widerristhöhe erreichen sollten. Die Hunde haben ein dichtes weiß bis elfenbeinfarbenes Fell und wiegen je nach Geschlecht zwischen 37 und 62 kg.