Der Barsoi war einst der Nationalhund Russlands

Der russische Windhund fasziniert mit eleganter Erscheinung und edlem Wesen


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Foto: Tina Döring / www.barsois-von-der-nebelhoehle.de

Beim Barsoi – dessen russischer Name „Russkaya Psovaya Borzaya“ ist – handelt es sich um einen Russischen Windhund, der ein edles Erscheinungsbild abgibt. Der Name Barsoi entstammt dem russischen Begriff „borsy“, was so viel wie „schnell“ bedeutet. Dies weist bereits auf seine enorme Geschwindigkeit hin, die er im freien Lauf ewrreichen kann.

Dieser Hund mit dem recht spitz und lang zulaufenden Kopf benötigt viel Platz und Auslauf. Dabei kommt es häufiger vor, dass er – wenn er nicht konsequent und richtig erzogen wird – jagt. Wie alle Windhunde legt er dabei ein enormes Tempo vor.

Geschichte und Herkunft des Barsois

    Steckbrief Barsoi

  • Ursprungsland: GUS
  • Standardnummer: 193
  • Widerristhöhe: Rüden: 75-85 cm, Hündinnen: 68-78 cm
  • Gewicht: 25 bis 48 kg
  • Verwendung: Jagdwindhund, Rennhund und Coursing-Hund.
  • FCI-Gruppe 10: Windhunde
  • Sektion 1: Langhaarige oder befederte Windhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Bereits im 13. – 15. Jahrhundert setzte man den Barsoi im damaligen Russland zur zur berittenen Hetzjagd auf Hasen, Füchse, Antilopen und Wölfe ein. Der heute existierende Borzoi, der damals als DER Windhund schlechthin galt, wurde aus rund 10 verschiedenen Windhund-Schlägen gezüchtet.

Bis um das Jahr 1914 war der Barsoi der Nationalhund Russlands und es gab sogar ein Gesetz, welches für den Diebstahl dieser Hunde empfindliche Strafen vorsah. Erst Ende des vergangenen Jahrhunderts gelangte der Barsoi in andere Länder und seitdem findet diese Hunderasse immer mehr Liebhaber.

Die russische Revolution und deren Folgen erschwerten die Zucht des Barsois enorm. In anderen Ländern hingegen etablierte sich diese Hunderasse immer mehr. Erst Ende des vergangenen Jahrhunderts gelangte er nach Deutschland.

Windhunde

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Video zur Rasse des Barsois

Barsoi [2018] Rasse, Aussehen & Charakter

Erscheinungsbild des Barsois

Der Barsoi erhielt von der FCI die Standard-Nummer 193, wobei er der Gruppe 10 – Windhunde – und der Sektion 1 – langhaarige oder gefederte Windhunde – zugeordnet wurde. Als wünschenswert gemäß Rassestandard gilt eine Widerristhöhe von 75 – 85 Zentimeter beim Rüden und 68 – 78 Zentimeter bei der Hündin. Damit zählt er zu den großen Hunden.

In Ausnahmefällen können Borzois sogar bis zu 95 cm groß werden. Trotz dieser stattlichen Größe bringt er je nach Geschlecht nur 25 bis 48 kg auf die Waage. Seine Lebenserwartung beträgt etwa 10 – 12 Jahre. Typisch für ihn ist die elegante, edle Gesamterscheinung. Für seinen langen schmalen Kopf hat er relativ kleine Ohren. Die Augen sind groß, mandelförmig und haselnussbraun.

Während die Nase und die Lefzen schwarz sind, sind für das Fell sämtliche Farben außer schokoladenbraun und blau erlaubt. Der Borzoi kann sowohl ein unifarbenes, als auch ein auf weißem Grund geschecktes Haarkleid vorweisen. Dabei ist die Behaarung an den Rippen, an Vorder- und Hinterhand sowie an den Flanken lang und sehr fein. Ansonsten ist das Haar eher kurz und dicht.

Wesen und Charakter des Barsois


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Foto: Tina Döring / www.barsois-von-der-nebelhoehle.de

Der beinahe aristokratisch wirkende Barsoi ist entgegen seinem ersten Eindruck, den er einem vermittelt, ein gelehriger, treuer sowie liebenswerter Hund, der sich gut als Familienhund eignet. Er ist keineswegs hektisch, sondern strahlt vielmehr Ruhe und Gelassenheit aus. Mut und Selbstbewusstsein zeichnen ihn jedoch aus, wenn es darauf ankommt, „sein“ Herrchen oder Frauchen zu beschützen.

Fremden gegenüber übt er zunächst Zurückhaltung, und auch anderen Hunden begegnet er mit einem gewissen Misstrauen. Der Barsoi sollte eher in einem Haus mit Garten gehalten werden, auf jeden Fall benötigt er genügend Bewegungsfreiheit, was schon aufgrund seiner Körpergröße nur in einem größeren Umfeld gut möglich ist.

Man darf nicht außer Acht lassen, dass der Russische Windhund von Haus aus ein Vollblutjagdhund ist. Das macht sich vor allem dann unangenehm bemerkbar, wenn man ihn von der Leine los macht und sein Jagdtrieb in ihm erwacht. Da er eine enorm gute Sehkraft hat und von großer Schnelligkeit ist, kann es vorkommen, dass er beim Spaziergang so manchen Hasen entdeckt, dem er nachstellt. Bei guter Hundeerziehung sollte er aber sofort wieder zurückkehren.

Auslauf und Pflege des Barsois

Der Barsoi ist in mehrerlei Hinsicht etwas anspruchsvoller: Die täglichen Spaziergänge sollten durch Beschäftigungen ergänzt werden, bei denen sein enormer Bewegungsdrang und sein Hang nach Geschwindigkeit befriedigt werden.

Hier bietet sich das Coursing an. Auch das Laufen auf einer Rennbahn macht dem Windhund Spaß und sorgt für eine artgerechte Bewegung. Er eignet sich keinesfalls für die reine Zwingerhaltung.

Grundsätzlich ist der Barsoi eine gesunde Rasse. Hüft- und Ellenbogendysplasie sowie angeborene Augen- und Herzerkrankungen waren vor den 1970er Jahren fast unbekannt, können in jüngster Zeit durch intensive Zucht aber verstärkt auftreten.

Die Fellpflege ist etwas aufwändiger: Tägliches Kämmen und Bürsten gehören zum Pflichtprogramm. Auch benötigt er aufgrund seiner Größe ein ausgewogenes Hundefutter. Nach dem Fressen sollte der flinke Jäger eine Ruhephase einlegen, da diese Rasse sehr anfällig für Magendrehungen ist.

Barsois in Not

Barsois wollen viel beschäftigt werden. Mancher Hundebesitzer erkennt, dass er aufgrund Zeitmangels dem Hund diese Beschäftigung nicht bieten kann. Die Konsequenz ist, dass manche dieser wunderbaren Windhunde in Not kommen, weil der Besitzer die Anschaffung nicht genügend überdacht hat. 

Auch hinsichtlich der Hundeerziehung ist beim Barsoi zu bedenken, dass er einen ausgeprägten Jagdtrieb hat, was ein Abrufen nicht immer einfach macht. Daher sollten diese Dinge auch rechtzeitig in einer Hundeschule antrainiert werden.