Der American Pit Bull Terrier – ist er wirklich ein Kampfhund?

Der Pit Bull ist ein dominanter Hund mit hohem Durchsetzungsvermögen, gilt aber auch als kinderlieb


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Der American Pit Bull Terrier gilt als Kampfhund wurde ursprünglich zur Jagd auf Ratten gezüchtet.

Der American Pit Bull Terrier ist ursprünglich eine Kreuzung aus Bulldogge und Terrier. Man nennt ihn auch ganz einfach „Pitbull“. Er ist nicht von der FCI anerkannt.

Geschichte und Herkunft des American Pit Bull Terriers

Steckbrief American Pit Bull Terrier

  • Ursprungsland: Vereinigte Staaten von Amerika
  • Standardnummer: nicht FCI anerkannt
  • Widerristhöhe: Rüden: 46-53 cm, Hündinnen: 43-51 cm
  • Gewicht: 18 bis 27 kg

Einst wurden die Vorfahren dieser Hunde in England in den Arbeitersiedlungen zur Jagd auf Ratten eingesetzt. Auch Wettkämpfe wurden veranstaltet. Gewonnen hatte der Hund, der am meisten Ratten tötete. So sicherte er seinem stolzen Besitzer ein teilweise sehr hohes Preisgeld.

Bis man Tierkämpfe 1835 generell verbot, traten die damals „Bull and Terrier“ genannten Hunde in den Arenen auch gegeneinander an. Auswanderer nahmen die Hunde mit in die USA, wo man bis heute illegale Hundekämpfe veranstaltet. Man züchtete weiter und gab den Hunden den Namen „American Pit Bull“, wobei sich das englische Wort „Pit“ mit „Wettkampfarena“ übersetzen lässt.

Schnell erfreuten sich die mitgebrachten Hunde wachsender Popularität. Um 1900 wurde die Rasse vom neu gegründeten United Kennel Club anerkannt, der damals als professioneller Veranstalter von Hundekämpfen galt.

Dies führte zu einer Spaltung der damaligen Züchter, und Streitigkeiten begleiteten fortan die Zucht der Rasse. Während ein Teil Wert auf gute Kampfeigenschaften des Hundes legte, favorisierte der andere Teil die Zucht eines friedlichen Hundes mit guter Eignung als Familienhund.

In den USA wurde in den 30er Jahren das Bild des friedlichen und kinderlieben Pitbulls geprägt, so spielte in der Kinoserie „Die kleinen Strolche“ ein Pitbull namens „Pet the Pup“ Seelentröster und Spielkamerad der Kinder. Um sich von der Szene der unseriösen Kampfhund-Züchter abzugrenzen, nannte man die Hunde fortan „American Staffordshire Terrier“.

Die American Staffordshire Terrier wurden 1936 vom American Kennel Club und später von der FCI anerkannt, während die Züchter der „scharfen“ Version keinen Wert auf eine Anerkennung legten, ihre Hunde weiter American Pit Bull Terrier nannten und die Veranstaltung illegaler Hundekämpfe fortsetzten.

Video zur Rasse des American Pit Bull Terriers

American Pit Bull Terrier [2019] Rasse, Aussehen & Charakter

Erscheinungsbild des American Pit Bull Terriers

Rüden erreichen eine Widerristhöhe zwischen 46 und 53 Zentimeter, während Hündinnen mit 43 bis 51 Zentimeter etwas kleiner sind. Das Gewicht liegt je nach Geschlecht zwischen 13 und 27 Kilogramm. Er kann bis zu 12 Jahre alt werden.

Das kurze, dichte und glänzende Fell darf nach United Kennel Club Standard alle Farben und Zeichnungen außer merle aufweisen. Auch blaue Augen sind nicht zulässig. Das Aussehen der Hund kann sehr unterschiedlich sein, da als erstes Züchtungsziel ursprünglich eine hohe Kampfbereitschaft stand. Hunde, die Menschen attackierten, wurden als sogenannte „man biter“ von der Zucht ausgeschlossen.

Wesen und Charakter des American Pit Bull Terriers


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Der Pitbull gilt als Kampfhund, ist aber Menschen und Kindern gegenüber normalerweise ein friedlicher Hund.Stammt der Hund von einem seriösen Züchter, der Wesensmerkmale wie eine erhöhte Kampfbereitschaft in seiner Zucht unterbindet, geht von dem Vierbeiner bei guter Sozialisierung keine Gefahr aus.

Im Gegenteil: Der intelligente und kräftige Hund ist seinem Rudelführer gegenüber bei konsequenter Erziehung treu ergeben, gutmütig, liebt Kinder und besitzt für gewöhnlich eine hohe Reizschwelle.

Leider wurde der Hund in der Vergangenheit nur zu oft von unseriösen Züchtern auf Schärfe und Aggressivität hin gezüchtet und Halter, die einen Minderwertigkeitskomplex kompensieren müssen, missbrauchten ihn als lebende Waffe.

Grundsätzlich kann eine falsche Zucht und Sozialisation aber Hunde jeder Rasse zu potentiell aggressiven Hunden machen. Es gibt Studien, die zu dem Ergebnis kommen, dass vom Pitbull keine rassespezifische Aggressivität ausgeht.

Da die Zuchtstandards bei dieser Rasse aber nach wie vor unklar sind und somit immer wieder genetisch bedingt Hunde mit hohem Aggressionspotential auch illegal ihren Weg nach Deutschland finden können, sollte man bei Erwerb und Haltung dieser Rasse äußerst vorsichtig und kein Hundeanfänger sein.

Zudem unterliegt die Haltung der Hunde in nahezu allen Bundesländern strengen Auflagen. Während er als Wachhund weniger geeignet ist, kann man ihn gut als Rettungshund einsetzen. Auch als Spürhund für Sprengstoff oder Rauschgift eignet er sich.

Auslauf und Pflege des American Pit Bull Terriers

Der Pitbull will, genau wie andere Hunde, sowohl mental als auch körperlich gefordert werden. Er liebt Apportierspiele und Hundesportarten wie Flyball, Obedience oder Agility.

Gelegentlich treten bei dieser Rasse eine Schilddrüsenunterfunktion und der so genannte „Graue Star“, eine Trübung der Augenlinse auf. Hohe Temperaturen mag der Pitbull nicht besonders. Das Fell ist pflegeleicht, regelmäßiges Bürsten genügt.