Der Thai Ridgeback – ein familienfreundlicher Dickkopf

 

Der Thai Ridgeback zählt zu den Pariahunden und ist eine der ältesten Hunderassen

 


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Die Hunderasse Thai Ridgeback ist eine der ältesten Hunderassen. Sie stammt von den urtümlichen, wild lebenden Pariahunden ab.Der Thai Ridgeback – Bei dem Thai Ridgeback handelt es sich um eine sehr alte Hunderasse, die zu den Pariahunden, also zu den Hunden vom Urtyp zählen. Allein schon wegen der Einsamkeit ihrer Heimat wurden diese Tiere in der Vergangenheit nur selten gekreuzt.

Früher setzte man den Thai Ridgeback als Begleiter von Pferdefuhrwerken aber auch als Wachhund ein. In den östlichen Regionen Thailands nahm man ihn gerne zur Jagd mit.

Heute hält man den Thai Ridgeback zumeist als Familienhund. Den auffallenden „ridge“, also den Haarkamm auf dem Rücken, findet man nur bei diesen Hunden sowie beim wesentlich bekannteren Rhodesian Ridgeback vor. Es konnte bislang jedoch nicht geklärt werden, ob beide Rassen miteinander verwandt sind.

Der Thai Ridgeback hat sich im Laufe der Jahrhunderte perfekt an die warmen und oft feuchten klimatischen Bedingungen Thailands angepasst. Ihr kurzes Fell und ihre Robustheit machten die Hunde zu effektiven Arbeitstieren in den dortigen tropisch-monsunalen Lebensräumen.

Seine Charakterstärke und einzigartige Erscheinung machen den Thai Ridgeback zu einer faszinierenden Rasse, die nicht nur in ihrer Heimat, sondern heute auch in anderen Teilen der Welt geschätzt wird.

 
 

Geschichte und Herkunft des Thai Ridgebacks

 

Steckbrief Thai Ridgeback

  • Ursprungsland: Thailand
  • Standardnummer: 338
  • Widerristhöhe: (von FCI festgelegt) Rüden 53,5 cm bis 63,5 cm, Hündinnen 48,5 cm bis 58,5 cm
  • Gewicht: (nicht von FCI festgelegt) je nach Geschlecht 16 kg bis 34 kg
  • Verwendung: Jagdhund, Begleithund
  • FCI-Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
  • Sektion 7: Urtyp-Hunde zur jagdlichen Verwendung. Ohne Arbeitsprüfung.

Die Rasse der Thai Ridgebacks, die bereits in thailändischen Schriften vor mehr als 350 Jahren erwähnt wurde, ist eine besonders alte Hunderasse. Man nimmt an, dass sie auf die Pariahunde, also solche, die ursprünglich herrenlos und verwildert herumliefen, zurückgeht.

Der Thai Ridgeback stammt aus dem Osten Thailands und breitete sich von den Provinzen Chanthaburi und Rayong allmählich westwärts aus, bis er schließlich Bangkok erreichte, wo man sich bewusst mit seiner Zucht befasste. Bis dato waren diese Hunde nahezu gänzlich von anderen Rassen isoliert, da sie hauptsächlich in einsamen Gegenden vorkamen. Sie wurden zur Jagd verwendet oder als Begleiter der Fuhrwerke und als Wachhunde gebraucht.

Während der Thai Ridgeback in seiner ursprünglichen Heimat seit langem existierte, wurde er erst in den letzten Jahrzehnten international bekannt. Im Laufe der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde der Japan Kennel Club auf den Thai Ridgeback aufmerksam und legte 1990 einen ersten Rassestandard fest. In den 1990er Jahren begannen Enthusiasten schließlich weltweit, diese Rasse zu züchten. 1993 wurde der Thai Ridgeback von der Kennel Association of Thailand (KAT) anerkannt. Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) erkannte die Rasse im Jahr 2003 offiziell an.

Selbst in Thailand ist der Thai Ridgeback heute nicht mehr allzu verbreitet, man schätzt ihren Bestand in Thailand auf rund 2.500 Tiere. Im Schweizer Kanton Genf steht der Thai Ridgeback auf der Rasseliste der potentiell gefährlichen Rassen und ihre Haltung ist untersagt. Heute wird die Rasse in Deutschland durch den Club für Exotische Rassehunde vertreten und es werden im Jahr etwa 20 bis 30 neugeborene Welpen beim VDH registriert.

 

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Aussehen des Thai Ridgebacks

 

Der Thai Ridgeback ist eine vom weltweiten kynologischen Dachverband, der Fédération Cynologique Internationale, anerkannte Rasse und trägt die Standard-Nummer 338. Er gehört zur Gruppe 5, den Spitzen sowie Hunden vom Urtyp, und zur Sektion 7, den Urtypen/Hunde zur jagdlichen Verwendung. Als Heimatland gilt Thailand. Hunde dieser Rasse haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 12 bis 13 Jahren. Rüden sollten gemäß Rassestandard eine Widerristhöhe von 53,5 cm bis 63,5 cm erreichen, während Hündinnen 48,5 cm bis 58,5 cm groß sein dürfen.

Je nach Geschlecht, sollten die Hunde ein Gewicht (welches nicht von der FCI festgelegt ist) von 16 kg bis 34 kg vorweisen. Das kurze, glatte Fell ist weich und samtig. Auf dem Rücken wächst der so charakteristische Haarkamm, der „ridge“. Das bedeutet, dass hier auf einem bestimmten Streifen das Haar in die andere Richtung als normalerweise – nämlich nach vorne – wächst. Dabei kann der ridge unterschiedliche Formen und Größen haben.

Elterntiere, die keinen ridge besitzen, bekommen keine Zuchtzulassung. Der typische ridge reicht von den Schultern bis zur Hüfte, wobei die Länge variiert. Gemäß Rassestandard sollte sich der ridge vom restlichen Haarkleid sauber absetzen und idealerweise symmetrisch verlaufen. Ein schmal ausgeprägter Ridge wird bevorzugt. 

Von der Farbe seines Haarkleids her ist der Thai Ridgeback rot, blau, schwarz oder hell falbfarben (isabella). 

Rote Hunde sollten eine schwarze Maske vorweisen. Der mittelgroße Thai Ridgeback hat einen recht muskulösen Körper, ohne jedoch massig zu wirken. Dabei ist er geringfügig länger als er in seinem Widerrist hoch ist. Auffallend sind die mittelgroßen, dreieckigen, hochstehenden Ohren, welche seitlich am Kopf angesetzt sind. Die Rute verjüngt sich zur Spitze hin und wird in einer leichten Kurve nach oben getragen.

 

 

Wesen, Charakter und Erziehung des Thai Ridgebacks

 


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Thai Ridgebacks haben manchmal einen sturköpfigen Charakter und brauchen eine konsequente Erziehung.Thai Ridgebacks sind aktive, lebhafte Hunde, die gerne toben und spielen. Sie können schnell sowie ausdauernd laufen und verfügen über ein enormes Potenzial an Sprungkraft. Man schreibt den Hunden eine besonders hohe Intelligenz und Sensibilität zu, allerdings neigen sie auch zur Dickköpfigkeit. Der Thai Ridgeback ist keineswegs unterwürfig, was von seinem Besitzer eine geduldige aber auch unbedingt konsequente Erziehung verlangt.

Wer beim Thai Ridgeback allerdings einen bedingungslosen Gehorsam erwartet, sollte sich besser für eine andere Hunderasse interessieren.

Der Thai Ridgeback gehört in die Hände eines erfahrenen Hundebesitzers. Bei richtiger Erziehung erweist er sich als treuer, liebevoller und freundlicher Familienhund. Sein neugieriges Wesen und der ausgeprägte Spieltrieb erleichtern seine Erziehung erheblich.

Dieser robuste Hund, der sich noch viel von seiner Urtümlichkeit bewahren konnte, ist zudem aufmerksam und wendig sowie selbst in schwierigem Gelände trittsicher, was ihn vor allem in früheren Zeiten zum idealen Jagdbegleiter für die Sichtjagd machte.

Aber auch als Wach- und Begleithund – vor allem für Pferdefuhrwerke – wurde er eingesetzt. Heute wird er eher als Familienhund gehalten. Seinem hohen Bewegungs- und Beschäftigungsdrang sowie dem noch gut ausgeprägten Jagdtrieb kann man am besten entgegenkommen, indem man ihn für einen Hundesport begeistert.

Mit Kindern versteht sich ein Thai Ridgeback normalerweise gut und zeigt ein besonders empathisches Wesen, allerdings sollte man insbesondere kleine Kinder nicht mit dem Hund unbeaufsichtigt lassen, denn diese können den sensiblen Hund durch unberechenbare Bewegungen und plötzliches Geschrei schnell irritieren. 

Am besten bietet man dem Hund genügend Rückzugsmöglichkeiten und erzieht seine Kinder auch so, dass sie wissen, dass diese Rückzugsorte für sie tabu und nur dem Hund vorbehalten sind. Wie bei den meisten anderen Hunderassen, ist es auch beim Thai Ridgeback sinnvoll, frühzeitig eine Hundeschule zu besuchen um dem Hund Grundkommandos beizubringen und ihn mit anderen Welpen im gemeinsamen Spiel erfolgreich zu sozialisieren.

 

Typische Rassekrankheiten des Thai Ridgebacks

 

Glücklicherweise ist der Thai Ridgeback ein sehr robuster Hund und wenig anfällig für genetisch bedingte Krankheiten. Da die Rasse aber nur wenig verbreitet ist, besteht stets die Gefahr von Inzuchten. In der Regel bereitet am ehesten der „ridge“ gesundheitliche Probleme, denn ähnlich wie der Rhodesian Ridgeback kann auch der Thai Ridegback an Dermoid Sinus (DS) erkranken.

Hierbei handelt es sich um einen genetischen Defekt, der zur Zystenbildung im Bereich des Nackens oder am Ansatz der Rute führen kann. Die Zyste kann sich bereits in der embryonalen Phase bilden und ist bei einem neugeborenen Welpen kaum zu erkennen. Zunächst macht sich die Zyste lediglich durch einen winzigen Haarwirbel oder eine kleine Beule bemerkbar. Sie kann zu lebensbedrohlichen Entzündungen führen und sollte unbedingt rechtzeitig entfernt werden.

Manche Hunde neigen zur Hüftgelenksdysplasie, was aber durch Röntgen des Skelettapparates der Elterntiere ausgeschlossen werden kann.

 

Auslauf, Pflege und Haltung des Thai Ridgebacks

 

Da es sich hier um einen sehr aktiven, lauffreudigen und ausdauernden Hund handelt, benötigt er auch entsprechend viel Auslauf. Ein Haus mit Garten ist ideal. Dabei ist zu beachten, dass ein Zaun im Prinzip für diese Hunde kein wirkliches Hindernis darstellt, da sie über eine enorme Sprungkraft verfügen. Keineswegs ist er für eine Stadtwohnung geeignet.

Sein Besitzer sollte ebenfalls (sportlich) aktiv sein. „Couch Potatoes“ sind für die Haltung des agilen Hundes ungeeignet. Gerne begleitet der Hund seinen Besitzer beim Joggen, Radfahren oder Reiten. Er liebt neben Agility auch Hundesportarten wie Dog Dancing oder Dog Frisbee. Der ausgeprägte Jagdtrieb des Thai Ridgebacks erschwert den freien Auslauf des Hundes leider erheblich und es passiert sehr schnell, dass er während des Spaziergangs Kleintieren wie Hasen, Vögeln oder Katzen nachstellt. 

Auch  Mantrailing oder Fährtenarbeit kommen für einen Thai Ridgeback wegen seines hervorragenden Geruchsinns infrage. Wer den Hund mit einem Geschirr führen möchte, sollte beachten, dass sich der gelenkige Hund sehr geschickt aus einem nicht 100%ig sitzenden Geschirr zu zwängen vermag. Somit sind bei der Verwendung eines Geschirrs ein sicherer Sitz und eine gute Passform besonders wichtig. 

Die Fellpflege ist sehr einfach und wenig zeitaufwändig. Gelegentliches Bürsten ist ausreichend.

 

 

Häufig gestellte Fragen zum Thai Ridgeback

 
Ist der Thai Ridgeback gefährlich?

In Deutschland wir der Thai Ridgeback in keinem Bundeland auf der Liste der „gefährliche Hunde“ geführt. In der Schweiz hingegen gilt er im Kanton Genf als „Kampfhund“. Ein Thai Ridgeback kann aber ein liebevoller und kinderlieber Familienhund sein, wenn man ihn vom Welpenalter an konsequent und mit Geduld erzieht. 

Wie sieht der Thai Ridgeback aus?

Die Hunde erreichen, je nach Geschlecht, eine Widerristhöhe zwischen 48,5 cm und 63,5 cm und zählen damit zu den mittelgroßen Hunden. Sie wiegen zwischen 16 und 34 kg. Typisch für den Thai Ridgeback ist der „ridge“, ein Haarkamm, der sich auf dem Rücken bildet und dessen Haar in die entgegengesetzte Richtung wächst wie das übrige Fell. Ansonsten hat nur der Rhodesian Ridgeback dieses Erscheinungsmerkmal vorzuweisen.