Der Alano Español – ein Bodybuilder auf vier Beinen

 

Alanos gelten als direkte Nachfahren der römischen Kampfhunde

 

Der Alano Español ist als Molosser auch mit der Deutschen Dogge verwandt und von kräftiger Statur.


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Der Alano Español – In den romanischen Sprachen steht die Bezeichnung „Alano“ allgemein für massige, muskulöse Hunde vom Molossertyp. Und so nennen die Spanier beispielsweise auch die Deutsche Dogge Alano Alemán. Man nimmt an, dass der Alano ein direkter Nachkomme der römischen Kampfhunde ist.

Die Fédération Cynologique Internationale (kurz FCI) hat den Alano Español bislang nicht anerkannt. Dennoch wird die Hunderasse in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg auf den Rasselisten der „gefährlichen Hunde“ geführt. In Spanien hingegen wird der Alano vom heimischen Zuchtverband Real Sociedad Canina de España anerkannt.

 
 

Geschichte und Herkunft des Alano Español

 

Steckbrief Alano Español

  • Ursprungsland: Spanien
  • Standardnummer: nicht FCI anerkannt
  • Widerristhöhe: Rüden 58 bis 63 cm, Hündinnen 55 bis 60 cm
  • Gewicht: 25 bis 40 kg
  • Verwendung: Wachhund

Die Herkunft des Alanos kann nicht genau lokalisiert werden. Sicher jedoch ist, dass bereits um das Jahr 1350 herum – ebenso wie im späteren 15. Jahrhundert – Hunderassen in den damaligen Jagdbüchern beschrieben wurden, die dem Alano Español ähnelten. So schildert schon Gaston Phoebus, seines Zeichens jagdaffiner Adliger aus dem Süden Frankreichs, den Alaunt (französisch für „Alano“) als überaus kampffreudigen Vierbeiner, der durch seine breite und recht kurze Schnauze hervorragende Eigenschaften als Saupacker mitbrachte, und zudem als Metzgerhund eingesetzt werden konnte.

Bevorzugt brauchte man den hochläufigen Molosser also für die Jagd auf Wildschweine und anderes wehrhaftes Wild. Beim Schlachten ungebärdiger Rinder hingegen half er, die Tiere  zusammenzutreiben sowie zu bändigen und schließlich so festzuhalten, dass der Schlachter die Rinder mit einem gezielten Axthieb töten konnte. Die Schriften von Gaston Phoebus sind also ein Beleg dafür, dass Vorfahren des Alano Español bereits in Südfrankreich existierten und sich dann auch in Spanien weiter verbreiteten. Noch heute setzt man den Alano in Andalusien und in der Gegend um Salamanca zum Hüten, Treiben und Bewachen großer Viehherden ein.

Besonders beliebt war und ist er in Spanien auch heute noch als Beschützer der heimischen Höfe und Ländereien. Gerne wird der Alano auch mit dem Presa Canario (früherer Name: Dogo Canario) verwechselt, der auf den Kanarischen Inseln beheimatet ist. Man nimmt allerdings an, dass der Presa Canario, der im Gegensatz zum Alano Español von der FCI anerkannt wurde, vom Alano abstammt, denn als die Spanier zu Zeiten der Eroberung Südamerikas auf den Kanaren Halt machten, ließen sie wohl einige Alanos zurück, aus denen sich später der Presa Canario entwickelte. Aufgrund der großen Ähnlichkeit der beiden Rassen wird unter Kynologen heiß diskutiert, ob beide Rassen nicht zu einer einzigen Rasse zusammengeführt werden könnten.

Alanos gelten zudem als die Ahnen ähnlicher Rassen wie des Cane Corso, des Dogo Argentino oder des Fila Brasileiro. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war er wegen seiner Entschlossenheit und Stärke insbesondere bei Bullenkämpfen beliebt. Aufgrund der im 20. Jahrhundert verstärkten Durchmischung der Rasse mit anderen Hunden drohte der Alano als Hunderasse allerdings auszusterben. Erst Ende des letzten Jahrhunderts begann man wieder mit der planmäßigen Zucht reiner Alanos. In den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Bayern ist für die Haltung eines Alano Español eine gesonderte Bewilligung erforderlich.

Wer sich in Deutschland für einen Alano Español interessiert, wendet sich am besten an den Alano Club e.V. Hierüber kann man auch direkt Kontakt zu den wenigen in Deutschland ansässigen Züchtern aufnehmen.

 
 

Aussehen des Alano Español

 

Der Alano Español ist eine spanische Hunderasse, die nicht vom größten kynologischen Dachverband, dem Fédération Cynologique Internationale (kurz FCI), jedoch von der Real Sociedad Canina de España anerkannt ist. Dort wird diese Rasse unter der Standard-Nummer 406 geführt. Bei dieser Hunderasse handelt es sich um einen mittelgroßen Vierbeiner vom Molossertyp. Hündinnen haben bei einem Gewicht von etwa 25 bis 35 kg eine Widerristhöhe von etwa 55 bis 60 cm.

Rüden hingegen wiegen bis zu 45 kg und erreichen eine Höhe von rund 60 bis 63 cm. Der Alano Español trägt ein kurzes, raues Haarkleid ohne Unterwolle, wobei die Farben Gestromt und einfarbig Rot, Sandfarben oder Falb sein können. Weiße Abzeichen sind möglich. Der mittelgroße Hund hat einen kraftvollen und muskulösen Körperbau. Sein recht wuchtiger Kopf mit einem deutlichen Stopp und breitem Fang sitzt auf einem sehr muskulösen Hals, die Brust ist ebenfalls breit und massig.

Die mit kräftigen Muskeln versehenen Vorderläufe sowie die etwas längeren Hinterpfoten verleihen dem Hund ebenso wie der stark ausgeprägte Bauch sein typisches Aussehen. Die verhältnismäßig kleinen Ohren sind V-förmig. Die hoch angesetzte, recht lange Rute läuft zur Spitze hin verjüngend aus.

 

Wesen, Charakter und Erziehung des Alano Español

 

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Der Alano Español stammt vom römischen Kampfhund ab. Er hat einen sehr dominanten Charakter und braucht eine besonders konsequente Erziehung.

© SnowbunnyShowbunny at en.wikipedia

Der in Deutschland nur wenig verbreitete Alano Español ist ein Hund mit einer beeindruckenden Durchsetzungskraft. Er ist gehorsam, geduldig, zuverlässig, nervenstark, treu und stets dominant. Allein schon sein eher ernster Blick signalisiert Strenge und Wachsamkeit. Und somit ist er auch der ideale Hund für den Wach- und Schutzdienst.

Seinem Besitzer und dessen Familie gegenüber zeigt er sich treu und kinderlieb, Fremden gegenüber verhält er sich eher zurückhaltend. Auch wenn der Alano grundsätzlich eine molossertypisch hohe Reizschwelle hat, zögert er bei Gefahr jedoch nicht, auch mal anzugreifen, um „sein“ Rudel entschlossen zu verteidigen.

Der Alano verfügt über einen starken Schutztrieb und einen ausgeprägten Territorialinstinkt. Dennoch wird er nie nervös oder unkontrolliert aggressiv reagieren, sondern seine Verteidigungsbereitschaft stets vorher durch entsprechende Zeichen ankündigen.

Geeignet ist diese Hunderasse vor allem als Wach- und Schutzhund, aber auch zum Treiben und Bewachen einer Herde größerer Tiere kann er gut eingesetzt werden.

Keinesfalls gehört der Alano in die Hände von Anfängern. Er bedarf einer konsequenten und erfahrenen Erziehung, sowie einer selbstbewussten Führung. Alanos wollen sich auf „ihren“ Rudelführer verlassen können und können nur dann bedingungslos vertrauen, wenn Herrchen oder Frauchen dem Hund auf souveräne Art und Weise beweisen, wer der „Herr“ im Haus ist. 

Dabei ist seitens der Besitzer vom Welpenalter an Einfühlungsvermögen und Geduld gefragt. Geschieht dies nicht oder ist die Rangordnung zwischen Hund und Halter nicht geklärt, kann der Alano ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotenzial für seine Umgebung darstellen.

 

Typische Rassekrankheiten des Alano Español

 

Normalerweise ist der Alano Español eine robuste Rasse mit guter Gesundheit. Verantwortungsvolle Züchter sollten ihre Zuchthunde dennoch auf Hüftgelenks- und Ellbogendysplasien hin mittels Röntgen untersuchen, um eine erhöhte Disposition beim Nachwuchs ausschließen zu können. Des Weiteren kann der Alano manchmal von Magendrehungen betroffen sein. Daher ist es wichtig, den Hund lieber mehrmals täglich kleine Futterrationen zu verabreichen und ihm genügend Zeit zum Verdauen zugeben, bevor man mit ihm wieder aktiven Beschäftigungen nachgeht.

 

Auslauf, Pflege und Haltung des Alano Español

 

Dieser Hund will gefordert werden! Um einen Alano Español artgerecht zu halten, muss man ihm Aufgaben geben, die seinem Charakter im Innersten entsprechen: Am liebsten bewacht der Hund ein großes Areal und sorgt dabei für den Schutz aller Bewohner dieses Areals, einerlei, ob es sich dabei um Zweibeiner oder weitere Vierbeiner handelt. Für das Leben in einer Stadtwohnung ist der Alano überhaupt nicht geschaffen. 

Wie die meisten Hunde seiner Größe und Statur benötigt auch der Alano genügend Bewegung und Auslauf, ganz besonders dann, wenn das Grundstück, das er bewachen darf, eher klein ist. Für einen Hundesport wird man einen Alano wohl eher nicht begeistern können. Eher motivieren lässt er sich für eine Begleitung beim Radfahren oder auf ausgedehnten Joggingtouren, denn für einen Molosser zeigt der Alano mit seinen recht langen Beinen eine durchaus erstaunliche Ausdauer und Laufbereitschaft.

Die Pflege des Fellkleides hingegen ist weniger zeitaufwändig, denn Alanos verlieren glücklicherweise nicht allzu viele Haare: Regelmäßiges Bürsten erscheint dennoch angebracht, schon alleine, um den Schmutz aus dem Fell zu entfernen, wenn der Hund von ausgiebigen Streifzügen zurückkehrt.

Wichtig ist zudem die regelmäßige Kontrolle und Pflege der Ohren, da hier leicht Entzündungen entstehen können. Auch die Falten im Gesicht des Hundes bedürfen einer wiederkehrenden Reinigung, da sich sonst schnell entzündliche Hautreaktionen entwickeln. Ebenso muss man ein Augenmerk auf die Länge der Krallen des Hundes haben; werden sie zu lang, was besonders ältere Hunde betrifft, die sich nicht mehr so viel bewegen, besteht eine erhöhte Verletzungsgefahr.

 

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Häufig gestellte Fragen zum Alano Español

 
Woher kommt der Alano Español?

Der Alano Español kommt aus dem südlichen Spanien, genauer aus Andalusien. Er wurde früher besonders zur Wildschweinjagd und dem Bewachen großer Viehherden eingesetzt. Auch als Wachhund großer Gehöfte kam er zum Einsatz. Der besonders muskulöse Vierbeiner hat kurzes und raues Deckhaar ohne Unterwolle. Als Fellfarben kommen einfarbig Rot, Falb- oder Sandfarben und Gestromt vor. Rüden wiegen etwa 45 kg und erreichen eine Widerristhöhe von 60 bis 63 cm. Hündinnen werden etwa 55 bis 60 cm groß und haben ein Gewicht von etwa 25 bis 35 kg. 

Was hat der Alano Español für einen Charakter?

Der durchsetzungsstarke und nervenstarke Hund gehört nicht in Anfängerhände. Er ist sehr wachsam und hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Der Alano Español ist nicht von der FCI anerkannt und wird in den Bundesländern Bayern, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen auf der Liste der „gefährlichen“ Hunde geführt.