Der Australian Cattle Dog – ein intelligenter und hart gesottener Arbeitshund

Cattle Dogs haben einen besonders ausgeprägten Hüteinstinkt


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Der Australian Cattle Dog hatte in früheren Zeiten gleich mehrere Namen: So hieß er „Red Heeler“, „Blue Heeler“, „Queensland Heeler“ und „Speckled Heeler“. In Fachkreisen findet man heute zudem die Abkürzung ACD. Er ist ein recht robuster, flinker und kompakter Hund, dessen Erziehung nicht allzu schwierig ist, wenn er mit der gegebenen Konsequenz erzogen wird.

Geschichte und Herkunft Australian Cattle Dogs

Steckbrief Australian Cattle Dog

  • Ursprungsland: Australien
  • Standardnummer: 287
  • Widerristhöhe: Rüden: 46-51 cm, Hündinnen: 43-48 cm
  • Gewicht: 14 bis 22 kg
  • Verwendung: Hütehund
  • FCI-Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
  • Sektion 2: Treibhunde(ausgenommen Schweizer Sennenhunde). Ohne Arbeitsprüfung.

Frühe Siedler Australiens begannen einst, diese Hunde für das Treiben großer Rinderherden zu züchten. Man nimmt an, dass die ersten, aus England exportierten Hunde den Vorfahren des Old English Sheepdogs ähnelten. Es stellte sich jedoch heraus, dass diese Tiere für das dortige Klima völlig ungeeignet waren.

Im Jahre 1830 wurde ein blaugetupfter „Drover Dog„ – eine Art Collie – aus Nordengland nach Australien eingeführt. Diesen Hund kreuzte man mit den dortigen Dingos. Rund 10 Jahre später entstand daraus die Rasse der „Hall’s Heeler“.

Hunde dieser neu entstandenen Arbeitshunderasse waren in der Lage, halb wilde Rinderherden unter den harten klimatischen und landschaftlichen Bedingungen Australiens über Hunderte von Kilometer zu treiben.

Es gilt als sicher, dass auch der Australian Kelpie mit eingezüchtet wurde, während spätere Berichte, dass auch Dalmatiner und Bullterrier eingekreuzt wurden, eher ins Reich der Anekdoten gehören.

Fakt ist, dass bei der Zucht auf Arbeitsleistung und weniger auf Schönheit geachtet wurde.

1903 wurde der 1. Standard für den Australischen Cattle Dog verfasst. Darin hieß es, dass er ein kleiner, untersetzter blauer Dingo sei. Zwei Mal wurde der Standard noch abgeändert, bis der aktuelle FCI-Standard feststand.

Video zur Rasse Australian Cattle Dogs

Australian Cattle Dog [2018] Rasse, Aussehen & Charakter

Erscheinungsbild des Australian Cattle Dogs

Der Australian Cattle Dog trägt die FCI-Standard-Nummer 287. Er gehört zur Gruppe 1 – Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde) – sowie zur Sektion 2 – Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde).

Die FCI legt eine Widerristhöhe von 46 bis 51 Zentimeter beim Rüden und 43 bis 48 Zentimeter bei der Hündin fest. Der Cattle Dog bringt je nach Geschlecht zwischen 14 und 22 Kilogramm auf die Waage. Seine mittlere Lebenserwartung liegt bei 10 Jahren.

Diesen Hund gibt es in verschiedenen Fellfärbungen. So findet man ihn rot oder blaugrau gesprenkelt, aber auch einfarbig blaugrau vor; ebenso kann er blaugrau getüpfelt sein. Typisch sind seine lohfarbenen bis weissen Abzeichen.

Das wetterfeste Fell, das durch eine dichte Unterwolle quasi ein doppeltes Haarkleid darstellt, ist hart, kurz, dicht und anliegend.

Wesen und Charakter Australian Cattle Dogs


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Australian_Cattle_Dog_Hunderasse _2 Es ist nicht ganz einfach, diese Rasse zu beschreiben, da der Cattle Dog von seinem Wesen her sehr unterschiedlich sein kann. Generell ist er aber ein unermüdlicher, intelligenter und hart gesottener Arbeitshund. Auch heute noch wird er in seiner Heimat Australien zum Hüten großer Rinderherden eingesetzt. Sein immer noch ausgeprägter Hüteinstinkt zeichnet ihn als einen zuverlässigen und strebsamen Arbeiter aus.

Seiner Familie gegenüber ist er sehr liebenswürdig. Manch Australian Cattle Dog entpuppt sich nach getaner Arbeit als richtiges Schmusetier. Rüden können allerdings sehr rangbewusst und dominant sein, was auch zu Problemen mit Artgenossen führen kann. Fremden gegenüber ist der Heeler eher zurückhaltend.

Wer ihn als reinen Familienhund halten möchte, der sollte unbedingt darauf achten, dass der Australian Cattle Dog neben den üblichen Spaziergängen auch noch anderweitig beschäftigt wird, den Eintönigkeit ist gar nichts für ihn.

Auch die Ausbildung zum Rettungshund ist für dieses intelligente Tier keinerlei Problem. Sein Naturell als Hütehund lässt ihn selbstständig denken und handeln und so ist es schwierig bis unmöglich, ihn zum absoluten Gehorsam zu erziehen. Vieles macht er aus Liebe zu seinem Besitzer, erwartet dafür aber nach getaner „Arbeit“ Bestätigung.

Auslauf und Pflege Australian Cattle Dogs

Viel Bewegung und geistige Arbeit sind für Hunde dieser Rasse ein Muss! Tägliche Spaziergänge reichen ihm nicht aus. Er muss gefordert und gefördert werden. Hundesport wie Obedience, Discdogging und Agility oder eine Ausbildung zum Rettungshund sind ebenso angesagt wie das Nebenherlaufen bei Reitausflügen oder Radtouren.

Welpen werden übrigens weiß geboren. Tiere mit bleibender weißer Färbung sind leider sehr häufig von angeborener Taubheit betroffen. Auch erbliche bedingte Erblindungen können bei dieser Rasse häufiger auftreten.

Das beste Hundefutter für den Australian Cattle Dog sollte aus einer ausgewogenen Mischung hinsichtlich Nährstoffen, Vitaminen und kohlehydratereicher Kost (bei stärkerer Betätigung im Hundesport) bestehen.

Regelmäßiges Bürsten seines Fells und die Kontrolle von Augen, Ohren und Pfoten dankt der urwüchsige und agile Vierbeiner mit einer ansonsten robusten Gesundheit.

Australian Cattle Dogs in Not

Immer wieder kommt es vor, das ein Australian Cattle Dog in Not kommt, da der Besitzer mit der Erziehung überfordert ist und den Hund dann in ein Tierheim abgibt. Um dem vorzubeugen, sollte eine Welpenerziehung frühzeitig beginnen. Hier kann der Besuch einer Hundeschule sehr sinnvoll sein.

In Tierheimen findet man auch des Öfteren Mischlingswelpen, die sehnsüchtig auf einen liebevollen Besitzer warten. Also: Bevor man einen Züchter aufsucht, einfach mal in ein paar Tierheimen vorbeischauen!