Der Komondor – der „König“ der Hirtenhunde

 

Komondore sind sehr eigenständige und wachsame Herdenschutzhunde

 


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Der Komondor ist eine Herdenschutzhund, handelt eigenständig und gilt als guter Wachhund.Der Komondor ist ein sehr großer ungarischer Hirtenhund, der auch „König der Hirtenhunde“ genannt wird. Der Name wird auf der ersten Silbe betont und unterschiedlich interpretiert bzw. übersetzt: Einerseits wird behauptet, er stamme vom ungarischen Wort „komor“ ab, was übersetzt „düster“ bedeutet, andere wiederum meinen, das Wort „Kommandeur“ sei an der Namensgebung beteiligt gewesen.

Sicher jedoch ist, dass der stattliche Komondor einst Viehzüchtern und Hirten im asiatischen Raum, sowie in der Türkei und in Ungarn eine unersetzliche Hilfe bei ihrer Hütearbeit war. Charakteristisch für den Komondor ist sein verfilztes Zottelfell, das entgegen der Meinung vieler kaum haart.

 
 

Geschichte und Herkunft des Komondors

 

Steckbrief Komondor

  • Ursprungsland: Ungarn
  • Standardnummer: 53
  • Widerristhöhe: Rüden: ab 70 cm, Hündinnen: ab 65 cm
  • Gewicht: Rüden: 50 bis 60 kg, Hündinnen: 40 bis 50 kg
  • Verwendung: Hirtenhund
  • FCI-Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
  • Sektion 1: Schäferhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Komondore sind eine sehr alte Hunderasse. Man schätzt, dass sie bereits vor über 2000 Jahren existierten. So entdeckte man beispielsweise bei Ausgrabungen in Ur, der Stadt, die laut Altem Testament Heimat Abrahams gewesen sein soll, Tontafeln, auf denen große, zottelige Hunde – den heute bekannten Komondors ähnlich – mit Rindern zu erkennen waren. Des Weiteren zeigten sie die Inschrift KU-MUND-UR, was auf eine Ähnlichkeit mit der heutigen Namensgebung hindeutet.

Ferner fand man heraus, dass diese Hunde im 9. Jahrhundert aus der Pannonischen Tiefebene – auch bekannt als Karpatenbecken – nach dem heutigen Ungarn gelangt sein sollen. Die Bezeichnung „Ungarischer Hirtenhund“ findet sich jedoch erst 1544 wieder.

Sicher ist, dass der heutige Komondor für Nomaden der damaligen Zeit lebensnotwendig war, weil dieser wachsame, robuste Hund ihre Existenzgrundlage, die Viehherden, sehr selbstständig und sicher bewachte, schützte und verteidigte. Dabei ging es nicht nur darum, die Herden zusammenzuhalten und vor Diebstahl zu bewahren, auch waren diese imposanten Hunde in der Lage, teils sogar schon alleine aufgrund ihrer Anwesenheit, also ihrer beeindruckenden Erscheinung, Raubtiere wie Wölfe und Kojoten, zu vertreiben.

Da es im asiatischen Raum zu extremen Klimaverhältnissen kommt – Sommer mit Temperaturen von über 30°C aber auch lange, harte Winter von -30°C -, passte sich das Haarkleid des Komondors schnell an. Erst als die Nomaden immer seltener wurden und auch die Viehherden mehr und mehr von den Bildflächen verschwanden, wandelte sich das Bild der Hundebesitzer: Immer mehr Menschen fanden an diesem Hütehund Gefallen und brachten ihn in Städte und Dörfer. Sehr beliebt war er auch in einigen Fürstenhäusern Europas. So hielten sich beispielsweise nachweislich das Haus Thurn & Taxis aber auch Kaiser Wilhelm II. Komondore.

 

Herdenschutzhunde

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Aussehen des Komondors

 

Komondore sind eine von der FCI anerkannte Hunderasse mit der Standard-Nummer 53. Sie werden zur Gruppe 1 – den Hüte- und Treibhunden – sowie zur Sektion 1 – Schäferhunde – gezählt. Als Ursprungsland gilt Ungarn. Bei diesen Hunden handelt es sich um sehr große, robuste und langlebige Hütehunde. Sie können 13 Jahre und älter werden; einige Hunde dieser Rasse haben nachweislich sogar ein Alter von 17 Jahren erreicht. Rüden sollen gemäß Rassestandard ein Mindestmaß von 70 cm erreichen, während Hündinnen mindestens 65 cm groß sein sollten. Dabei bringen die Hunde je nach Geschlecht zwischen 40 bis 60 kg auf die Waage.

Typisch für den Komondor ist sein zotteliges, verfilztes Haar. Dieses wird bis zu 9 cm lang und fügt sich beim Haarwechsel mit dem ausfallenden Fell zu so genannten Zotten oder Schnüren zusammen, welche dann bis zum Boden herabhängen können. Dabei sind sowohl die langen, krausen und harten Deckhaare, als auch die eigentliche weiche Unterwolle weiß. Im Laufe der Jahre verändert sich die Haarfarbe und geht in einen elfenbeinfarbenen Ton über.

Bis das Fellkleid des Komondors sein typisches Aussehen hat, dauert es etwa 3 bis 4 Jahre. Überhaupt ist dieser Hund ein „Spätzünder“: Frühestens mit 2 Jahren sind Rüden körperlich ausgewachsen, ihren wirklichen, kompletten Entwicklungsabschluss haben sie erst mit 3 Jahren erreicht. Hündinnen sind rund 18 Monate früher erwachsen.

Das beeindruckende Haarkleid des Komondors schützte ihn einst vor den Bissen wilder Tiere. Zudem schützt es ihn auch heute noch (bei Bedarf) vor extremen Witterungsverhältnissen und Temperaturschwankungen. Was den Körperbau dieses Hundes anbelangt, so kann er mit gut entwickelten Muskeln, schweren Knochen, kräftigen Beinen und recht großen Pfoten aufwarten.

Die wunderschönen, dunklen, mandelförmigen Augen sowie die Schlappohren sind beim Komondor so gut wie nicht zu erkennen, da sein zotteliges Fell auch den gesamten Kopf bedeckt. Seine Rute ist niedrig angesetzt und neigt sich nach unten, wobei die Spitze leicht nach oben gebogen ist. Auch diese ist dicht behaart.

 

Wesen, Charakter und Erziehung des Komondors

 


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Komondore brauchen eine konsequente Erziehung. Sie haben einen dominanten Charakter.Diese sehr intelligenten und selbstständigen Hunde sind nicht nur sehr mutig, sie sind zudem auch extrem wachsam, ruhig, ausgeglichen, treu, anhänglich und selbstbewusst. Ein Komondor bellt wenig, vielmehr agiert er eigenständig und vertreibt so manchen potentiellen „Feind“ alleine durch seine imposante Erscheinung.

Er ist ein leidenschaftliches Arbeitstier und verteidigt sein Terrain sehr zuverlässig. Am liebsten hält er sich im Freien auf. Dabei ist er tagsüber ein sehr ruhiger, entspannter Hund, während er des Nachts patrouillierend sein Gelände einschließlich seines „Rudels“ bewacht. Keineswegs ist der Komondor jedoch ein Ketten- oder Zwingerhund. Da Komondore sehr dominant sind, ist die Erziehung nicht immer ganz einfach.

So lässt er sich beispielsweise auch keineswegs zum absoluten Gehorsam erziehen, sondern behält sich stets ein Stück eigenen Charakter und Willen. Gewalt und Ungerechtigkeit nimmt er ebenso übel wie Dominanz und Härte. Komondore gehören in die Hände von erfahrenen Hundekennern. Fremden gegenüber ist dieser Hund meist misstrauisch, und es ist nicht ganz ungefährlich, als Unbekannter ein von einem Komondor bewachtes Gelände zu betreten. Erschwerend kommt hinzu, dass man als Fremder die Gestik des Hundes wegen des Zottelfells nicht erkennen und deuten kann.

Zu seiner Familie hingegen geht der Komondor eine sehr enge Bindung ein und lässt diese auch schnell seine Gefühle erkennen. Als Familienhund ist er nur bedingt tauglich, da er sich speziell für Kinder – schon alleine wegen seiner Größe und seines Gewichts – keineswegs als Spiel- und Kuschelpartner eignet. Seinen Artgenossen gegenüber verhält er sich prinzipiell souverän und dominant.

Weitere Hunde in der Familie dominiert er gerne und beschützt sie ähnlich wie den Rest der Familie. Auch heute noch werden Komondore in erster Linie als Wach-, Hüte- und Herdenschutzhunde eingesetzt. In den USA hat man erkannt, dass er der ideale Hund ist, um Viehherden vor Kojoten zu schützen. Im Kanton Tessin, in der Schweiz, ist die Haltung eines Komondors bewilligungspflichtig, da er dort auf der Rasseliste der möglichen gefährlichen Hunderassen steht.

 
 

Typische Rassekrankeiten des Komondors

 

Komondore sind robuste Hunde, die nur selten unter Erbkrankheiten leiden. Einzig Hüftdysplasie, kann, wie bei allen großen Hunderassen, gelegentlich auftreten. Nach dem Fressen ist es gut, dem Hund etwas Ruhe zum Verdauen zu gönnen, denn auch Magendrehungen können manchmal auftreten.

 

Auslauf, Pflege und Haltung des Komondors

 

Komondore brauchen auf jeden Fall ein eigenes Gelände, das eingezäunt ist und auf dem sie freien Auslauf haben. Keinesfalls sind sie Stadthunde, die sich in einer kleinen Mietwohnung halten lassen. Auch Treppen sollten vermieden werden. Zwar geht der Hund gerne mit seinem Besitzer spazieren, besitzt aber keineswegs einen ausgeprägten Bewegungsdrang.

Wichtig ist, diesen Hunden Aufgaben zu geben, damit sie sich nicht zu einem gestörten Hund entwickeln. Die Fellpflege des Komondors ist ein wenig arbeitsintensiv: Die Haare müssen auseinandergezogen (gezottet) werden, um eine große, flächendeckende Verfilzung zu vermeiden. Auf keinen Fall sollte das Fell gewaschen werden, da ansonsten der Fettgehalt des Haarkleides, der das Fell und somit den Hund schützt, seinen natürlichen Wert verliert.

 
 

Wer glaubt, mit diesem üppigen Haarkleid würde der Komondor im Sommer schwitzen, der irrt. Die Problematik hoher Temperaturen regelt der Hund ganz selbstständig: Er sucht sich ein schattiges Plätzchen und ruht. Seinem Naturell entsprechend ist er sowieso erst gegen Abend und in der Nacht aktiv, wenn es sich bereits abgekühlt hat.

Da Komondore, ähnlich wie Katzen, sehr stark an ihrer Umgebung hängen, sind sie Hunde, die eher ungern auf Reisen gehen. Zudem binden sie sich auch sehr stark an eine Bezugsperson. All das muss man berücksichtigen, wenn man gerne öfters woanders Urlaub machen möchte. Eine Hundepension kann hier nur eine absolute Notlösung sein, besser ist es ein Familienmitglied oder eine/n guten Freund*in für die Betreuung des Hundes während der Urlaubszeit zu gewinnen.

 

Häufig gestellte Fragen zum Komondor

 
Wie sieht ein Komondor aus?

Komondor Rüden werden mindestens 70 cm groß, während Hündinnen eine minimale Größe von 65 cm haben sollten. Die Hunde haben ein langes wetterfestes Fell, das die für den Hund typischen Zotten ausbildet. Das helle, elfenbeinfarbene Haarkleid schützt den Hund auch perfekt vor extremen Temperaturen. 

Wie alt wird ein Komondor?

Der Komodor ist eine sehr robuste und gesunde Hunderasse. Die Hunde können ein Alter von 13 Jahren und mehr erreichen. Komondore sind Spätzünder: Rüden sind erst nach drei Jahren komplett ausgereift, Hündinnen allerdings schon nach 18 Monaten. Vom Wesen her ist der Komondor ein selbständig handelnder Hund, der durchaus dominant ist und konsequent erzogen werden muss.