Toxoplasmose bei Hunden

 

Toxoplasmose beim Hund wird meist durch Katzenkot übertragen, aber auch der Verzehr von rohem Fleisch kann die Krankheit auslösen

 

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Toxoplasmose beim Hund: Katzen stellen für die Toxoplasmose den Hauptwirt dar. Hervorgerufen wird die Krankheit durch den protozooischen Parasiten, welcher der einzige Vertreter seiner Gattung Toxoplasma gondii ist.

Besonders Welpen, junge Hunde und schwangere Hündinnen sind gefährdet – die Toxoplasmose kann durch im Katzenkot enthaltene Eier oder auch durch den Genuss von rohem Schafs-, Ziegen- oder Schweinefleisch übertragen werden.

Toxoplasmose ist eine parasitäre Infektion, von der normalerweise eher Katzen betroffen sind. Sie wird durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursacht. Obwohl auch Hunde Toxoplasmose bekommen können, sind sie in der Regel nicht der primäre Wirt für diesen Parasiten.

Der Lebenszyklus des Erregers Toxoplasma gondii beinhaltet hauptsächlich Katzen als Endwirte, in denen sich der Parasit vermehrt und Eier (Oozysten) produziert, die mit dem Kot ausgeschieden werden. Die Infektionskrankheit kann übrigens auch auf den Menschen übertragen werden.

Meist erfolgt die Infektion durch die im Katzenkot enthaltenen Eier, allerdings besteht eine noch größere Ansteckungsgefahr beim Verzehr rohen Schafs-, Ziegen- oder Schweinefleischs. In der Regel sind Welpen, junge Hunde und trächtige Hündinnen verstärkt von Symptomen einer Toxoplasmose betroffen, während andere Hunde oftmals symptomfrei bleiben.

Hunde infizieren sich meist folgendermaßen mit einer Toxoplasmose:

  • Verzehr von infiziertem Fleisch: Hunde können sich mit Toxoplasma gondii infizieren, wenn sie rohes oder unzureichend gekochtes Fleisch von Tieren fressen, die den Parasiten beherbergen. Dies passiert beispielsweise bei der Jagd oder durch das Füttern von rohem Fleisch.
  • Kontakt mit Katzenkot: Hunde infizieren sich z.B. auch mit Toxoplasmose, indem sie sich in Bereichen aufhalten, die mit kontaminiertem Katzenkot (enthalten Oozysten) verschmutzt sind.
  • Verzehr von infizierten Beutetieren: Hunde können sich auch mit dem Toxoplasmose Erreger anstecken, wenn sie Nagetiere oder Vögel fressen, die bereits von Toxoplasmose betroffen sind.
  • Übertragung von der Mutter auf die Welpen: Es ist möglich, dass eine Hündin eine Toxoplasmose-Infektion auf ihre Welpen überträgt, wenn sie während der Trächtigkeit erstmals infiziert wird.
  • Kontakt mit infizierten Tieren: Obwohl Hunde normalerweise nicht der primäre Wirt für Toxoplasma gondii sind, können sie sich anstecken, wenn sie in Kontakt mit infizierten Tieren geraten.
 
 

Die meisten Hunde zeigen keine Symptome einer Toxoplasmose, und wenn sie es tun, sind die Symptome normalerweise mild und unspezifisch. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Hund an Toxoplasmose erkrankt sein könnte, sollten Sie dennoch schnell einen Tierarzt aufsuchen. Nur der Tierarzt kann die richtige Diagnose stellen und angemessene Behandlungsmaßnahmen für Ihren Liebling einleiten.

 

Symptome und Krankheitsverlauf

 

Die Symptome einer Toxoplasmose variieren, aber viele infizierte Hunde zeigen auch gar keine offensichtlichen Anzeichen. Wenn aber Symptome auftreten, können sie mild bis schwer sein und den Symptomen anderer Krankheiten stark ähneln, was eine Diagnose oftmals erschwert. Die Toxoplasmose ist vor allem für schwangere Hündinnen, sowie für Welpen und junge Hunde gefährlich, da es hier häufig zu schwereren Infektionen kommt.

Diese gehen einher mit Brechdurchfällen, wobei dem Körper Flüssigkeit sowie notwendige Nährstoffe entzogen werden. Eitriger Nasenausfluss, Husten, Herz- sowie Augenerkrankungen und eine Gelbsucht sind weitere Folgen. Im schlimmsten Fall wird die Toxoplasmose chronisch und mündet in eine Gehirnhautentzündung.

Hier haben wir einige der möglichen Symptome einer Toxoplasmose beim Hund aufgelistet:

  • Fieber: Eine erhöhte Körpertemperatur ist oft ein Anzeichen für eine Infektion.
  • Appetitlosigkeit: Typisch sind ein vermindertes Interesse am Fressen oder auch ein völliger Appetitverlust.
  • Lethargie: Der Hund fühlt sich schwach oder müde und ist weniger aktiv als üblich.
  • Gewichtsverlust: Ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust kann auftreten.
  • Erbrechen und Durchfall: Verdauungsstörungen wie Erbrechen und Durchfall treten verstärkt auf.
  • Atemprobleme: Manchmal zeigen sich auch Atemprobleme bei infizierten Hunden.
  • Neurologische Symptome: In schweren Fällen kann die Infektion das Nervensystem beeinträchtigen und zu neurologischen Symptomen wie Koordinationsstörungen, Muskelzittern, Anfällen oder Verhaltensänderungen führen.
  • Augenentzündungen: Typisch sind auch Entzündungen an den Augen, was zu Rötungen oder Trübungen führt.
  • Nasenausfluss: Auch eitriger Nasenausfluss ist ein typisches Symptom einer Toxoplasmose.

Viele Symptome bei einer Toxoplasmose sind eher unspezifisch und können auch bei anderen Krankheiten auftreten. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund an Toxoplasmose erkrankt sein könnte, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen, der die Infektion mithilfe eines Bluttests zuverlässig diagnostizieren kann.

 
 

Behandlung und Therapie

 

Zunächst einmal muss der Tierarzt feststellen, ob tatsächlich der Toxoplasmose Erreger für die Unpässlichkeiten Ihres Lieblings verantwortlich ist. Ein Bluttest zur Diagnose von Toxoplasmose kann verschiedene Methoden umfassen, um Antikörper gegen den Toxoplasma gondii Parasiten nachzuweisen.

Mithilfe eines serologischen Tests sucht man nach Antikörpern gegen Toxoplasma gondii im Blut des Hundes. Es gibt zwei Haupttypen von Antikörpern, die auf eine Infektion hinweisen können: IgM und IgG.

IgM-Antikörper deuten normalerweise auf eine aktuelle oder kürzlich erfolgte Infektion hin, während IgG-Antikörper auf eine vergangene oder länger zurückliegende Infektion hinweisen. Ein positiver serologischer Test allein ist jedoch keine definitive Diagnose und sollte durch weitere Tests bestätigt werden.

Gebräuchliche serologische Tests, die zur Diagnose von Toxoplasmose beim Hund verwendet werden können, sind u.A.:

  • ELISA-Test (Enzyme-Linked Immunosorbent Assay): Der ELISA-Test ist eine gängige Methode zur Messung von Antikörpern im Blut. Er wird verwendet, um sowohl IgM- als auch IgG-Antikörper gegen Toxoplasma gondii nachzuweisen. Dieser Test gibt Aufschluss darüber, ob der Hund eine aktive Infektion oder eine frühere Exposition gegenüber dem Parasiten hatte.
  • IFA-Test (Indirekter Immunfluoreszenztest): Der IFA-Test ist ein weiterer serologischer Test, der angewendet wird, um Antikörper im Blut nachzuweisen. Er basiert auf der Fähigkeit von Antikörpern, mit fluoreszierenden Markern zu interagieren, um das Vorhandensein von Toxoplasma-Antikörpern im Blut sichtbar zu machen.
  • Western Blot: Auch dieser Test wird eingesetzt, um spezifische Antikörper gegen Toxoplasma gondii im Blut zu identifizieren. Meist dient dieser Test dazu, die Genauigkeit von positiven Ergebnissen aus anderen serologischen Tests zu bestätigen.

Die Interpretation der Testergebnisse sollte immer von einem Tierarzt durchgeführt werden, da sie das klinische Bild des Hundes, die Symptome und den möglichen Krankheitsverlauf berücksichtigen müssen. Ein positiver Test auf Toxoplasmose bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass der Hund krank ist, da viele Hunde nur eine subklinische oder selbstlimitierende Infektion ausbilden.

Nur ein Tierarzt kann anhand der Testergebnisse und der klinischen Untersuchung eine genaue Diagnose stellen und eine angemessene Behandlung empfehlen. Der Beginn der Therapie muss auf jeden Fall ansetzen, wenn die Toxoplasmose noch nicht weit fortgeschritten ist. Eine Verabreichung von Antibiotika sowie eine Sulfonamidkur sind indiziert. Eine rechtzeitig eingeleitete Behandlung ist erfolgsversprechend und vermeidet einen chronischen Verlauf mit den weiter oben beschriebenen gravierenden Folgen.

Diese Schritte sollten Sie bei der Behandlung einer Toxoplasmose gemeinsam mit Ihrem Tierarzt einleiten:

 
 
  • Medikamentöse Behandlung: In der Regel wird der Tierarzt Antiprotozoen-Medikamente verschreiben, die darauf abzielen, den Toxoplasma-Parasiten im Körper des Hundes zu bekämpfen. Das am häufigsten verwendete Medikament ist das Antibiotikum Clindamycin. Die genaue Dosierung und Dauer der Behandlung werden vom Tierarzt basierend auf dem Gesundheitszustand des Hundes festgelegt
  • Symptomatische Behandlung: Je nach den auftretenden Symptomen sind weitere Medikamente oder Behandlungen erforderlich. Meist werden Medikamente gegen Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall verschrieben, um diese Symptome zu lindern. Bei neurologischen Symptomen werden auch Medikamente zur Kontrolle von Krampfanfällen oder anderen neurologischen Problemen verabreicht.
  • Unterstützende Pflege: Während der Behandlung ist es wichtig, dass Sie Ihren Liebling gut pflegen. Dies umfasst die Bereitstellung einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Flüssigkeitszufuhr und Ruhe, um die Genesung zu fördern.
  • Hygienemaßnahmen: Um eine weitere Verbreitung der Infektion zu verhindern, sollten Hygienemaßnahmen ergriffen werden. Das bedeutet, den Kontakt des Hundes mit potenziell kontaminiertem Material, wie z.B. Katzenkot, zu verhindern und sicherzustellen, dass die Umgebung sauber gehalten wird.
 

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Vorbeugung und Impfschutz

 

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Meist wird der Toxoplasmose Erreger durch die Fütterung von rohem Fleisch übertragen.

Da die Toxoplasmose Erreger oft auch durch rohes Fleisch übertragen werden, sollte man bei der Fütterung von rohem Fleisch beim Hund auf hochwertiges und frisches Fleisch achten.

Leider gibt es derzeit keine spezifische Impfung für Hunde, die vor Toxoplasmose schützt. Betrachtet man die Tatsache, dass der Erreger häufig durch rohes Fleisch in den Hund gerät, so kann man unschwer als Vorbeugung die Vermeidung einer Fütterung von rohem Fleisch nennen.

Sollte man dennoch rohes Fleisch füttern wollen (Barfen), ist eine hohe Qualität ein Muss. Im Zweifelsfall sollte man das Fleisch lieber auf mind. 75 Grad für 10 Minuten erhitzen, um Erreger und auch Salmonellen abzutöten. Absolute Hygiene, die eine Vermeidung einer Berührung mit Katzenkot einschließt, ist eine weitere vorbeugende Maßnahme.

Hier finden Sie einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um die Wahrscheinlichkeit einer Toxoplasmose bei Ihrem Hund zu reduzieren:

  • Fütterung: Achten Sie darauf, Ihrem Hund kein rohes oder unzureichend gekochtes Fleisch zu füttern. Vermeiden Sie auch, ihm Fleisch von Wildtieren oder Nagetieren zu geben, da diese den Parasiten in sich tragen könnten.
  • Hygiene: Halten Sie die Umgebung Ihres Hundes sauber und entfernen Sie regelmäßig seinen Kot, um die Wahrscheinlichkeit einer Kontamination zu verringern.
  • Kontakt mit Katzenkot vermeiden: Falls Sie Katzen haben, achten Sie darauf, dass Ihr Hund keinen Zugang zu Katzenkot hat, da dieser Oozysten (Eier) des Parasiten enthalten kann.
  • Jagdverhalten kontrollieren: Wenn Ihr Hund dazu neigt, Beutetiere wie Nagetiere oder Vögel zu jagen, versuchen Sie, sein Verhalten zu kontrollieren, um so den Kontakt mit potenziell infizierten Tieren zu verhindern.
  • Fütterung von hochwertigem Hundefutter: Eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung kann das Immunsystem Ihres Hundes stärken und ihm helfen, allgemein gesund zu bleiben.
  • Vorsicht beim Barfen: Füttern Sie nach der BARF-Methode, so achten Sie bitte darauf, nur absolut hochwertiges und frisches Fleisch zu verfüttern. Ganz sicher können Sie sein, wenn das Fleisch für mind. 10 Minuten auf mind. 75 Grad Celsius erhitzt wird.

Wie erkenne ich eine Toxoplasmose beim Hund?

Typische Symptome einer Toxoplasmose beim Hund sind: Fieber, Appetitlosigkeit, Lethargie, Gewichtsverlust, Erbrechen und Durchfall aber auch neurologische Symptome wie Muskelzittern, Koordinationsstörungen, Anfällen oder Verhaltensänderungen. 

Kann ein Hund Toxoplasmose bekommen?

Ja, ein Hund kann sich, wie auch der Mensch, mit dem Toxoplamose Erreger infizieren. Meist passiert dies durch den Verzehr von rohem und infiziertem Fleisch. Ursache kann aber auch der Kontakt mit Katzenkot sein.