Infoblatt Ernährung
Infos zur richtigen Ernährung von Hunden
Hundebeauftragter der Gemeinde Binningen
Kynologe-Hundetherapeut-Tierpsychologe-Buchautor
CH-4102-Binningen-BL
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Information- Ernährung, Gutzi’s usw.! ©swi04
(Gutzis = Leckerlis auf Schwitzerdütsch!)
„Die Besitzer von übergewichtigen Hunden bringen es sogar noch fertig, dass sie dem Tier dafür die Schuld geben“ ©swi04
Was soll mein Hund essen? Warum hat mein Hund oft Durchfall? Wieso isst er nur das eine aber das andere nicht? Wie viel Gutzi’s (deutsch: Leckerli) soll oder darf der Hund bekommen? ….ja aber wissen sie, er ist halt ein Feinschmecker und nimmt nur das beste!?
Diese Liste der Fragen könnte noch seitenlang so weitergeführt werden! Bringt aber alles und dem Hund schon gar nichts!
Also, dann fangen wir mal an mit dem Thema:
Futter…. aber welches und vor allem welches nicht!?!
Das richtige Hundefutter
Hunde und ihre Mägen resp. Verdauungsapparate haben sich in den letzten 50 Jahren mehr als verändert! Vorbei die Zeiten in denen man dem Hund nur die menschlichen Essens- Abfälle verfütterte. Heute gibt es auf dem Markt jegliches und vor allem top- ausgewogenes Hundefutter! Es enthält alles was der Hund zum gesund sein / bleiben benötigt. Vitamine, Eiweiß, Spurenelemente und alles was es braucht um gesund und fit zu bleiben.
Ich empfehle gerne (und fast ausschließlich) jegliches Trockenfutter. Es gibt Produkte in fast jeder Preisklasse. In der heutigen Zeit ist es fast nicht mehr möglich ein wirklich „schlechtes Futter“ auf den Markt zu bringen. Es bleibt dem Halter (und seinen finanziellen Möglichkeiten) überlassen für welche Preiskategorie er sich schlussendlich entscheidet. Eines ist wie gesagt klar, dass Supermärkte wie auch spezialisierte Tierdiscounter gute Ware anbieten. Keiner könnte/würde sich heute erlauben minderwertige oder gar schlechte Ware anzubieten. Die Preise bewegen sich zwischen angemessen und übermäßig (oft auch unnötig) teuer. Ich will aber noch einmal betonen, dass bei uns in der Schweiz eigentlich überall sehr gutes Futter zu haben ist.
Sie erkennen bald einmal ob Ihrem Hund das Futter gut bekommt! Erkennen kann man dies am Fellglanz sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand des Tieres. Nicht zuletzt auch am täglichen Kotabsatz der immer in gleicher „Qualität“ sein muss. Absolut WICHTIG bei der ganzen Sache ist, dass Sie unbedingt bei einem Futter resp. einer Marke bleiben. Nichts schlimmeres für den Hundemagen, wenn wahllos das Futter gewechselt wird. Bleiben Sie dem Futter und dessen Marke treu. Der Hund wird es Ihnen schlussendlich danken. Dies in dem er keine Probleme mit der Gesundheit im Allgemeinen und schon gar nicht mit der Verdauung hat. Leider ist es Tatsache, dass Minimum jeder dritte Hund Probleme mit der Verdauung hat. Dies ist aber ganz klar der Fehler dessen der das Futter verteilt! Und bitte keine Ausreden wie ….ja der Bello, der hat dieses und jenes nicht gern und das und dies mag er aber ganz doll….! Bitte bedenken Sie, dass die Futtermittelindustrie für die Halter arbeiten und nur indirekt für das Tier. Damit meine ich, dass es eben NICHT der Hund ist, der die kleinen „Fröschlein und lustigen Kügelchen“ witzig und gut findet. Nein, es ist der Halter der dies „schnüggelig“ und weiß ich was findet!
Was der Hund will und braucht ist ganz einfach Kontinuität was das Futter anbelangt. Das heißt, dass es ihm absolut und zu „399% wurscht“ ist, wenn er jahrelang das selbe Futter erhält! Nein, es ist sogar sehr gut für ihn und seine Gesundheit!
Was Sie tun können ist, dass Sie sagen wir mal einmal in der Woche einen vegetarischen Tag einführen. Dann füttern Sie z.B. nur (natürlich genügend!) einen Flockenmix mit oder ohne Hundeteigwaren. All dies erhalten Sie in guten Fachgeschäften zu angemessenem Preis.
Für den Fall der Fälle, dass der Hund mal Durchfall hat, gibt es eine gute und auch einfache Lösung. Verzichten Sie für einen Tag auf das Futter und stellen Sie aber sicher, dass er genügend trinkt. Am zweiten Tag füttern Sie ihm Puffreis. Dies erhalten Sie auch beim Fachhändler. Für kleine Hunde reicht es, wenn Sie in Migros oder COOP die runden Reiswaffeln kaufen und dem Hund trocken und ohne Zusatz geben. Bauen Sie so langsam seinen Verdauungsapparat wieder auf. Am dritten Tag dann streuen Sie ein wenig normales Futter zum Reis. Den Reis dann von Mahlzeit zu Mahlzeit reduzieren. Am Schluss haben Sie mit dem Hund eine schonende Diät durchgeführt und ihm geht es so, sehr schnell viel besser! Tja, so einfach ist das!
Ich will nochmals betonen, dass Sie dem Hund nur schaden wenn Sie meinen, dass er jeden Tag Abwechslung und sonstiges Spezialfutter braucht. Was ich auch immer wieder höre ist, dass Besitzer mir sagen: „…. aber wissen sie, er nimmt halt nur das Futter der Marke so und so!“ Entschuldigen Sie, aber da verstehe ich die Welt nicht mehr!?
Sagt der Hund was auf den Tisch kommt oder der Halter? Auch hier vergleiche ich das ganze mit der Erziehung eines Kindes. Dort ist es doch ganz normal, dass „gegessen wird was auf den Tisch kommt“!
Wieso lassen sich so unendlich viele Hundehalter von ihren Tieren an der Nase herum führen? Der Hund bestimmt wo es lang geht! Nein, dass darf nicht sein! Wenn er (gerade als Junghund) seine Nase rümpft wenn er sein Essen sieht, gibt es nur eine Therapie! Diese heißt ganz klar: „Wer nicht will…. hat gehabt“! Tönt hart, ist es aber nicht! Glauben Sie mir, nach der zweiten Verweigerung hat der Schlingel auf vier Beinen so starken Hunger, dass er das angeblich schlechte Futter als wunderbar empfindet! Solange das Futter qualitativ in Ordnung, nicht abgestanden oder schimmlig ist, gibt es keinen Grund für den Hund dieses Essen zu verweigern! Er wird bald einmal begreifen, dass es für ihn angenehmer ist wenn er isst was im Topf ist, als wenn er Hunger leidet! Ich wiederhole also, Sie sind der Meister und sagen was gegessen wird! Und lassen Sie sich bitte nicht von der Industrie veräppeln und geben dem Tier nicht jedes noch so verführerische Hundekonfekt oder sonst so ein unnötiges Zusatzfutter! Nachstehend nochmals alles in Stichworten:
JA-gerne!!
Trockenfutter (Vollnahrung)
Hundeteigwaren
Gutzi aus Getreide
Getreideflocken- Mix
Hartes Brot
NEIN- bitte nie!
Katzenfutter
Tischresten vom Mensch
Gewürzte Speisen
Gutzi mit Fleisch, Fisch etc.
Abgestandenes Fressen (8-tung!! Bakterien!)
Wurstwaren oder Frischfleisch (absolut unnötig!)
Bitte beachten Sie, dass Sie immer frisches Futter zubereiten. Niemals schon angewässertes Trockenfutter zu einer späteren Mahlzeit geben. Dies BITTE NIE! Es entstehen sehr schnell Bakterien und sonstige Keime die dem Hund schaden! Isst er mal nicht alles auf (was durchaus mal vorkommen kann, aber kein böses Zeichen sein muss!), dann nehmen Sie diesen Rest weg und vernichten ihn. Also immer alles frisch! Genauso ist es wichtig, dass Sie wenn immer es geht die Fütterungszeiten gleich halten. Genügend FRISCHES Wasser muss für den ganzen Tag immer bereitstehen!
Zu den Gutzi möchte ich noch folgendes loswerden!
Bitte benützen Sie Gutzi die nur Getreide enthalten. Es ist absolut unnötig Ihrem Hund zur Belohnung oder als „Werkzeug“ (Sie erinnern sich!) nochmals Fleisch zu geben! Sie essen ja auch nicht zum Zmorge, Znüüni, Zmittag, Zvieri und zum Znacht immer und nur Fleisch!? Es/Er braucht das alles nicht! Zusätzlich enthalten sehr viele fleischhaltige Gutzis schon Maden und sonstige Fremdlinge die Ihr Hund nicht braucht…….! Und BITTE denken Sie immer daran, dass Sie nicht wahl- und sinnlos Gutzis verfüttern! Nein, es muss mit der Tagesration stimmen, ansonsten Ihr Hund bald einmal zu einem „runden Fass verkommt! Übergewicht bei Hunden ist leider, leider Gottes viel zu oft Hauptgrund für gesundheitliche Probleme! Zu viele Tiere leiden sehr unter ihrem unnötigen Fettpolster!
Also, füttern Sie bitte richtig und immer mit Verstand!
Lassen Sie mich gleich nochmals verschiedene Stichworte und wichtige Fakts aufzählen. Aber zuerst noch eine kleine Bemerkung. Geraten Sie nicht in Panik wenn Ihr Hund mal Durchfall hat. Dies kommt vor allem bei jungen Hunden immer wieder vor. Beobachten Sie das Tier genau! Trinkt es, hat es „glasige“ Augen, mattes Fell etc.? Alles Dinge auf die Sie schauen sollten bevor Sie zum Tierarzt gehen. Meistens handelt es sich nämlich nur um eine kleine Magenverstimmung. Dies kann vorkommen wenn der Hund mal wieder an irgend welchen „Duftmarken“ anderer Hunde geschleckt hat. In solch einem Fall gibt es eigentlich nichts besseres, als dass Sie mit dem Tier eine Dreitages Kur durchführen. Diese verläuft so, dass Sie dem Vierbeiner am ersten Tag NICHTS zu essen geben. Außer Wasser, also bitte gar nichts geben. Was Sie ihm noch geben können ist eine (je nach Größe mehr) Kohletablette. Diese helfen nicht nur dem Menschen sondern wirken auch für Hunde sehr, sehr gut. Eine solche Dreitage- Kur ist schwieriger für Sie als für das Tier…. ich weiß es, glauben Sie mir. Aber wenn der Hund so schnell wie möglich gesund werden soll, dann müssen Sie auch hier wieder Stärke und Konsequenz an den Tag legen! Es liegt also auch hier wieder zur Hauptsache am Menschen!
Am zweiten Tag kontrollieren Sie den Restkot und entscheiden dann, ob Sie noch einen Tag warten oder langsam mit füttern beginnen können. Das beste Futter ist dann wieder Puffreis! Diesen erhalten Sie im Fachhandel oder als Reiswaffeln in Migros oder COOP. Sie geben dann dem Hund (auch wieder der Größe entsprechend) zweimal am Tag diesen Reis. Ich bin der Meinung, dass man ALLE Hunderassen (ob nun krank oder gesund!) jeweils zweimal am Tag füttern sollte. Es ist für den Hund somit zweimal „Weihnachten“ am Tag. Er freut sich nämlich auf das Futter und genießt diesen Teil des Tages ungemein! Bei Hunden ab 20 Kilo ist das Mehrfachfüttern ein absolutes MUSS!
Es ist enorm wichtig, dass Sie dies auch wirklich einhalten. Bei größeren Hunden könnte es sonst zu einer meist tödlich endenden Magendrehung kommen! Diese entsteht, da der Magen zuviel Futter auf einmal aufnehmen muss. Zusätzlich hat sich ein Hund nach dem Essen auch ruhig zu verhalten. Dies Minimum für eine Stunde.
Herumspringen und Tollen soll der Hund nach dem Essen also NIE! Dies würde eine Magendrehung sogar noch fördern!
Also BITTE- immer zwei Mahlzeiten verteilt auf den Tag.
Am dritten Tag können Sie dann langsam mit mischen anfangen. Dies bedeutet, dass Sie normales Futter unter das Reis mischen. Erhöhen Sie anschließend den Normalfutteranteil Stück für Stück, bis dann wieder nur noch Normalfutter in die Schüssel kommt. Diese Kurz-Kur ist also keine Hexerei und schadet dem Tier überhaupt nicht. Nein, er wird es ihnen danken in dem er bald wieder „der Alte“ sein wird!
Also, immer schön daran denken, dass Sie mit dem Futter nicht täglich irgendwelche Experimente machen. Bleiben Sie dem Futter treu von dem Sie überzeugt sind, dass es dem Tier gut bekommt. Es wird ihm nie und nimmer langweilig dabei. Er ist froh und Sie hoffentlich auch, wenn er dann vor Gesundheit und Glanz nur noch so strotzt! Es ist der Mensch der denkt, dass der Hund nur dieses oder jenes gerne mag! Es ist der Mensch der lieber kleine Fröschlein oder Fischlein verfüttert! Es ist doch dem Vierbeiner egal welche Form sein Futter hat. Was ihm wichtig ist, ist doch einzig und alleine, dass er Futter erhält und somit nicht hungern muss.
Der Mensch und nur der Mensch ist es, der ein riesengroßes Brimborium veranstaltet wenn es um die Farbe oder die Formen geht. Sie können sich also sehr viel Zeit und Nerven sparen wenn Sie gelassen und cool bleiben. Ein Hund ist so etwas von genügsam und leicht zufrieden zu stellen. Entscheiden Sie sich also für ein Futter und bleiben Sie dabei! Passen Sie die Menge der Hunde- Größe an und bitte immer daran denken, dass Sie die Gutzis kalorienmäßig von den Tagesrationen abziehen. Ansonsten läuft bald einmal ein übergewichtiger, kugelrunder Hund hinter Ihnen her. Und mit Übergewicht machen Sie dem Tier überhaupt keinen Gefallen. Nein, Sie schaden dem Vierbeiner und ruinieren mit Süßigkeiten und zuviel Futter massiv seine Gesundheit!
„Meine Wissens gibt es kein Tier mit –selbstangefressenem- Übergewicht. Wieder ein Beweis mehr, dass das Tier eben doch –klüger- ist als der Mensch“ ©swi03
Der Hund wird es Ihnen DANKEN, dass Sie so gut zu ihm und seiner Gesundheit schauen!
Stefan K. Wittlin / Hundetherapeut
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Stefan K. Wittlin
Tierpsychologe / Kynologe
CH-Binningen-BL
hundetherapie@hotmail.com
Bei Fragen zum Thema dieses Infoblattes können Sie gerne den
Hundetherapeuth Stefan K. Wittlin kontaktieren


