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Hundeblog

Hunderziehung!?

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Infoblatt zur Hundeerziehung

Hundebeauftragter der Gemeinde Binningen (Schweiz)

STEFAN K. WITTLIN

Kynologe-Hundetherapeut-Tierpsychologe-Buchautor

CH-4102-Binningen-BL

0041 61 421 03 92


©copyright by stefanKwittlin©

Hundeerziehung!? Was ist denn das?

“Es gibt keine dummen oder bösen Hunde, es gibt nur dumme Besitzer”

Diesen Satz werden Sie ganz bestimmt von mir hören, wenn wir uns das erste Mal treffen werden. Ich bin überzeugt, dass diese Aussage auf jeden Hund zutrifft. Ausgenommen sind natürlich Hunde, die an einem gesundheitlichen Defekt leiden, der leider erst (zu) spät als solcher erkannt wurde. Ganz bestimmt ist auch nicht jeder Besitzer dumm. Aber…. leider liegt es doch in so vielen Fällen beim Besitzer und dessen Verhalten. Unwissenheit ist da wohl am meisten schuld. Genau dort möchte ich auch helfen, um aus dieser Unwissenheit herauszuhelfen. Ob Ihr Hund nun ein kleiner Welpe ist oder ein ausgewachsener und sogenannter Problemhund, wir werden in jedem Fall mit unserem gemeinsamen Training schrittweise und wie folgt vorgehen:

1. Ich möchte Sie und Ihre im gleichen Haushalt lebende Familie und natürlich Ihren Hund kennen lernen. Ich werde Ihnen in Ihrem Heim erklären, wie ich mir die zukünftige Arbeit am und mit dem Hund vorstelle. Es ist sehr wichtig, dass alle beteiligten Familienangehörigen anwesend sind. Leben doch alle für mehr oder weniger lang sehr eng mit dem Hund zusammen.

2. Um auch Ihren Hund zu „beschnuppern” und selbstverständlich auch er mich, werde ich zusammen mit Ihnen und dem Hund für einen „Schnupperspaziergang” etwa 1 Stunde an die frische Luft gehen. Das gibt mir die Gelegenheit herauszufinden, wie und auf was er reagiert. Genau so sehe ich dann auch, wie Sie sich als Hundehalter verhalten. Ohne groß Worte zu verlieren, möchte ich Ihnen beiden einfach zuschauen, um so schon die ersten Erkenntnisse zu „sammeln“!

3. Wir werden uns anschließend mindestens 2 x in der Woche zu einem Training mit dem Hund treffen. Je nach Gelehrigkeit des Hundes und des Besitzers(!), können wir die Anzahl der Stunden erhöhen oder reduzieren. Ich möchte Sie an dieser Stelle schon einmal warnen. Es kann und wird je nach dem sehr laut zu und her gehen. Ich werde Sie bei auftretenden Fehlern sofort und eben manchmal laut darauf aufmerksam machen. Aber keine Angst, ich beiße nicht…. ! Etwa in der Hälfte des Trainings werde ich meine beiden eigenen Hunde in das Programm mit einbeziehen. Dies, um Ihrem Tier die Möglichkeit zu geben, sich auch mit fremden Hunden „sozial” zu verhalten. Wie soll ein Hund sich nämlich sozial verhalten, wenn ihm nie die Möglichkeit gegeben wird, dies zu lernen? Aber keine Angst, obwohl meine Hunde sehr groß sind, gibt es keinen Grund zur „Panik“. Beide sind ausgebildet und werden als Therapiehunde eingesetzt.

4. Genau die gleiche Disziplin die ich vom Hund erwarte, verlange ich ganz klar auch von Ihnen. Die beiden wohl wichtigsten Worte sind für alle Beteiligten LIEBE und KONSEQUENZ! Zwei Worte, die Sie immer und immer wieder von mir hören werden. Die beste Erziehung nützt nichts, wenn (auch nur ab und zu) beide Augen zugedrückt werden und Sie dem Hund etwas erlauben, was er nicht soll oder darf. Ich lege also sehr großen Wert auf die so dringend nötige Disziplin auf beiden Seiten. Nur so erreichen wir gemeinsam das so wichtige Ziel, nämlich einen Hund zu haben, der gehorcht und gut erzogen ist. Verstehen Sie mich bitte aber nicht falsch! Ich bin ein großer Gegner von jeglicher militärischen Hundedressur. Der Hund soll/muss ganz klar Hund bleiben dürfen und kein abgerichtetes Zirkustier werden. Eine sanfte aber konsequente Erziehung, so dass Sie und auch der Hund große Freude am gemeinsamen Zusammenleben haben.
Jeder Hund will und muss wissen woran er ist. Selbstverständlich auch, wie weit er beim Menschen gehen kann. Es ist meines Erachtens hier sogar der Vergleich mit der Kindererziehung erlaubt, oder hätten Sie gerne Kinder die nicht folgen…. ? Mit Bestimmtheit sind/waren Ihnen bei der Erziehung der Kinder auch Liebe und Konsequenz mit die wichtigsten Faktoren. So ist eben auch genau bei den Hunden. Erfolg ist aber in den meisten Fällen nicht schon nach einem halben Tag sichtbar. Lassen Sie also bitte Ihrem Hund, Ihnen und auch mir die nötige Zei,t um „erfolgreich“ zu sein!

5. Nach dem hoffentlich für alle Beteiligten positiven Verlauf des Trainings, werde ich Sie und Ihren Hund sich „selbst überlassen“. Ich bin aber immer, sowie zu jeder Zeit sehr gerne behilflich. Ich bleibe selbstverständlich Ihr Ansprechpartner für alle Fragen oder bei eventuell neuen Problemen. Wenn immer es nötig ist, bin ich für Sie und Ihren Hund da. Vieles kann auch mit einem kurzen Telefongespräch geklärt resp. gelöst werden. Scheuen Sie sich also nicht, mich zu kontaktieren. Immer unter dem bekannten Motto: „Lieber zu früh als zu spät“!
Es freut mich sehr, an dieser Stelle erwähnen zu dürfen, dass ich nicht nur das Vertrauen vieler Hundebesitzer genießen darf, sondern auch sehr eng mit Herrn Doktor R. Tschäppett, Leiter der „Animal Health Clinic“ in Binningen zusammenarbeite. Als erfahrener Veterinär überweist er oft Patienten zu mir. Ich bin sehr stolz, dass gerade er als so erfahrener und bestausgewiesener Facharzt so eng mit mir als Therapeut zusammenarbeitet! Ich bin ihm dankbar für sein großes Vertrauen!

Ich freue mich jetzt schon auf eine schöne und mit Sicherheit erfolgreiche Zeit mit Ihnen und Ihren treuen Freund auf vier Pfoten!

Stefan K. Wittlin

Copyright by swi03

HUNDEERZIEHUNG!?

“Der Hund kann und weiß viel mehr als der Mensch sich das je vorstellen kann”

Tipps & Tricks !

Einleitend möchte ich Ihnen nochmals ans Herz legen, dass die besten Tricks und Tipps nichts, aber auch gar nichts nützen, wenn sie nicht konsequent und immer gleich eingesetzt werden! Zur Umsetzung dieser Hilfen benötige ich „Werkzeuge“. Jetzt werden Sie sich bestimmt fragen, ob ich noch bei Sinnen bin! Ich bin es…. , benutze ich dieses Wort doch nur als Synonym anstatt das lange Wort Erziehungshilfen! Es ist absolut legitim, solche Hilfen auch zu nutzen. Im Falle von z.B. „Gutzis“ ist es aber enorm wichtig, dass diese sehr gezielt und nie im Übermaß benutzt werden. Am Anfang des Trainings darf man aber ruhig ab und zu richtig in die Gutzitasche greifen. Immer vorausgesetzt, dass bei erfolgreichem Lehrgang später die Gutzis wieder reduziert werden! Ebenso muss immer darauf geachtet werden, dass Sie die Anzahl vom normalen Futter wieder abziehen. Sehr wichtig und ausreichend ist auch, dass Sie immer nur Getreide- Gutzi verwenden. Alle anderen wären nicht nur übertrieben sondern auch sinnlos im Rahmen der Nahrungsausgewogenheit!

Aber nun zu ein paar Tipps in Sachen Hund und Meister:

1. Verbal ( gesprochene Worte ) Befehle

Ein Hund kann je nach dem 240 ( + – ) Befehle verstehen, resp. diese dann auch richtig umsetzen. Der wohl wichtigste Punkt bei den verbalen Befehlen ist, dass immer die genau gleichen Worte benutzt werden. Ohne Disziplin von Seiten des Besitzers geht auch hier gar nichts. Ausdauer und immer wieder die selben Worte wiederholen, nur so kommt man zum ersehnten Ziel.
Die Wortwahl ist jedem einzelnen Besitzer überlassen. Ich bin jedoch der Meinung, dass man mit klaren und kurzen Befehlen am besten fährt. Von einer leider viel zu beobachtenden „Baby– Sprache” mit dem Hund, rate ich ganz klar ab. Also bitte vergessen Sie Worte wie „Gasseli go, Pfuieli“ oder womöglich noch „Mammeli cho und Leineli aalege….“! Reden Sie mit dem Hund ganz normal und geben ihm klare Befehle wie „aus, Platz, Sitz usw.“! Denken Sie daran, dass SIE dem Hund sagen müssen, was er machen soll oder was Sie von ihm verlangen. Geben Sie also alles einen (immer gleichen!!) Namen. Wie so oft auch unter Menschen, ist in der Beziehung zu Ihrem Hund die Kommunikation das A und O einer guten Zusammenarbeit resp. Zusammenleben. Reden Sie mit ihm und sagen Sie dem Hund was Sie vorhaben. Sie werden erstaunt und überrascht sein, wie viel Ihr Hund versteht und wenn nötig auch befolgt. Was ich immer wieder erstaunlich finde ist, dass es viele Menschen gibt die glauben, dass der Hund „sitzt, weil sitz eben sitz heißt“! Der Hund ist zwar ein sehr gescheites Tier aber…. er versteht den Sinn eines Wortes nicht wie wir, sondern zählt ganz einfach eins und eins zusammen. Was soviel heißt, dass wenn der Meister „sitz“ sagt er das tut, was ihm der Meister zu diesem Wort/Laut gezeigt und gelernt hat. Sie könnten ihm also auch beibringen, dass er sich auf das Kommando „Coca- Cola“ hinsetzt! Wichtig ist also nicht was Sie sagen, sondern wie und was Sie ihm zum jeweiligen Wort gezeigt haben. Die Stimme ist somit eines der wichtigsten Werkzeuge! Gerade eben auch in welcher Tonlage und Lautstärke Sie etwas sagen, ist von immenser Wichtigkeit! Der Hund weiß genau zu unterscheiden!
Auch hier erlauben Sie mir bitte den Vergleich mit der Kindererziehung. Sie können sich mit Bestimmtheit an Ihre Kindheit erinnern. Ihre Mutter rief Sie z.B. zu sich, um ihr etwas zu helfen. Beim ersten Ruf ist die Stimme auf einer ganz normalen Lautstärke und hat noch eine gewisse Lieblichkeit darin. Beim zweiten Ruf wird das ganze etwas lauter und bestimmter…. aber das Kind kommt immer noch nicht zur Hilfe. Schlussendlich kommt der dritte und finale Ruf!
Dieser ist nun sehr laut und enthält eine Bestimmtheit, die Sie schon als Kind als letzte Warnung empfanden. Wenn ich jetzt nicht gehe dann…. gibt’s Ärger!
Das Kind kommt also zur Mutter, weil es ja keinen Streit haben möchte mit Mami. Genauso, aber auch wirklich genauso ist es beim Hund! Manchmal wartet auch er bis zum Letzten…. ! Er weiß klar zu unterscheiden, wie Sie etwas meinen. Ob es nun lustig ist, Sie traurig sind oder einfach eine andere Tonart wählen…. der Hund merkt dies ganz genau und reagiert dann auch dementsprechend!

2. Nonverbale ( Handzeichen, Pfiffe etc. ) Befehle

Auch im nonverbalen Bereich ist ein Hund ein Meister. Er kann sich spielend Dutzende von Handzeichen und oder Pfiffe merken und diese ebenfalls umsetzen. Ein ausgebildeter Hund (z.B. Border- Collie), der von einem Schäfer ausgebildet wurde, kennt spielend 150 und mehr(!) Pfiffe. Er kann diese dann auch gezielt in „Taten” umsetzen. Eine solche „Schäferhund“ Ausbildung dauert in etwa 4 – 5 Jahre. Ein Tier mit dieser speziellen Ausbildung ist ein sehr wertvoller Kamerad und kostet bis zu 20’000 Franken ! In England und Australien finden überall Meisterschaften mit solchen Hunden statt. In unserer Gegend und dem restlichen Europa sind solche Meisterschaften (leider) eher selten, aber vorhanden. Als Rasse werden wie schon erwähnt, hauptsächlich Border-Collies eingesetzt. Genau wie bei den verbalen Befehlen gilt auch bei den Handzeichen und Pfiffen eine absolute Disziplin.

Immer wieder die genau gleichen Zeichen und/oder Pfiffe geben, sowie diese immer und immer wieder wiederholen! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sinnvoll ist, den meisten verbalen Befehlen auch gleich noch ein Handzeichen oder einen Pfiff beizufügen.

3. Allgemeine Bemerkungen

Nennen Sie also wie schon erwähnt bitte alles beim Namen, dann versteht Ihr Hund mehr als Sie glauben. Behandeln Sie ihn bitte nicht wie „ein kleines oder großes Dummerchen”, das sowieso nichts versteht. Gerade bei den kleineren Rassen wird IMMER und immer wieder der kapitale Fehler gemacht, dass der Hund nicht mehr Hund sein darf. Er wird meist und überall getragen und als Krönung wird ihm gar noch ein Mäntelchen angezogen, wenn’s mal regnet oder kalt ist! Bitte nicht so! Auch der kleinste Hund möchte und muss herumtoben können, Spaziergänge über längere Strecken machen und vor allem auch den Kontakt zu anderen Hunden (inkl. der großen Rassen) pflegen! Ein Hund gleich welcher Rasse oder Größe kann sich nur sozial verhalten, wenn ihm dazu auch die Möglichkeit gegeben wird dies zu lernen. Hunde die auf den Arm genommen werden, sobald ein anderer daher kommt, können so NIE lernen, wie sie mit ihren Artgenossen umzugehen haben. Geben Sie ihm dazu keine Gelegenheit, entsteht aus Ihrem Liebling garantiert ein „kleiner oder großer Kläffer“!
Glauben Sie mir, es gibt KEINE dummen Hunde (immer ausgenommen kranke natürlich)! Ein Hund ist immer nur so gut oder eben so schlecht, wie sein Meister dies zulässt! Jeder Hund hat das Recht, für „voll genommen“ zu werden. Also, bitte verhätscheln Sie ihn nicht, denn dann besteht nämlich die Möglichkeit, dass Sie Ihren Hund wirklich in ein (selbst produziertes) Dummerchen verwandeln! Ich selbst kann Ihnen als Besitzer von 2 sehr großen Hunden so manche Geschichte erzählen. Sie glauben gar nicht, was es alles gibt…. !? Ich habe aufgehört zu zählen, wie viel sogenannte Hündeler die Straßenseite wechseln, nur weil ich (resp. meine Hunde) ihnen entgegen komme.
Ich weiß, es gibt leider immer noch (zu) sehr viele verantwortungslose Hundebesitzer, die mit ihren großen oder sehr starken Hunden überhaupt nicht umgehen können. In den meisten Fällen sind solche Hunde nur aus Prestigegründen angeschafft worden. Von Erziehung haben diese Hunde eben leider noch nicht viel oder gar nichts gehört/gespürt. Mit gespürt meine ich selbstverständlich NICHT Schläge oder Ähnliches. Mit Gewalt kann man einen Hund oder ein Tier im Allgemeinen sowieso nicht erziehen. Das Resultat ist oder wäre schrecklich für das Tier und den Besitzer.
Was jeder Hund dringend brauch,t ist also ganz klar Geborgenheit, Liebe und das Wissen, dass am Ende der Leine ein Mensch ist, der weiß was er macht und was er will. Nur mit einer guten und harmonischen Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier erreichen wir was wir alle wollen. Dies ist ein toller Hund, der nicht wie eine Maschine abgerichtet ist! So erzogen, dass ALLE ob nun klein oder groß, ob nun Mensch oder Tier, Freude an ihm haben können!

Selbstverständlich verrate ich nicht alle meine Tricks! Aber keine Angst, ich mache nichts Verbotenes mit den Tieren, die mir anvertraut werden. Ich liebe diese Tiere zu sehr, um ihnen auch nur ein Haar krümmen zu können ! Ich bin aber der Meinung, dass es durchaus legitim ist, dass ein Trainer so seine „Berufsgeheimnisse“ hat und diese auch für sich behalten darf…. !
Abgesehen von meinen „Geheimrezepten” werde ich Ihnen aber gerne das weiter geben, was mir und schon vielen Hundebesitzern geholfen hat, Ihren Hund erfolgreich zu erziehen. Erwarten Sie jetzt aber nicht, dass ich mit irgend welchen Zaubertricks arbeite. Nein, meine große Hilfe beim Training eines jeden Hundes ist, dass ich mich mit der Psyche des Tieres befasse und dieses dann zu meinem Nutzen umsetze. Tönt ganz einfach oder? Ist es aber mit Bestimmtheit nicht! Braucht es doch viele Jahre enges Zusammenleben mit dem Tier, um dem Hund auf seine „Schliche” zu kommen. Ich habe in all den Jahren genügend Zeit gehabt (und habe sie immer noch!) um meine, wie auch viele andere Hunde zu beobachten, sowie ihr Verhalten zu studieren. Ich bin zum Schluss gekommen, dass Hunde (spez. als Welpen & Junghunde) sehr, sehr viel mit Kindern gemeinsam haben. Sie glauben es mir nicht? Ich bin aber davon überzeugt und bin mit meiner „Arbeit am Hund“ sowie die „Arbeit mit Kind“ zu folgender Schlussfolgerung gekommen:
Wer Kinder so erzieht oder erzogen hat, dass sie zu „mehr oder weniger” folgsamen und in allen Bereichen aufgeschlossenen Mitgliedern der Gemeinschaft (Familie & Gesellschaft) werden, der hat auch mit der Erziehung eines oder mehreren Hunden keine oder eher wenig Probleme. Einfacher ausgedrückt meine ich, dass die Erziehung eines Kindes und die eines Hundes sehr, sehr viel gemeinsam hat.
Zeigen Sie Ihrem Hund die Welt und lassen Sie ihn immer und immer wieder spüren, wie sehr Sie Ihn mögen. Erlauben Sie ihm aber nicht mehr, als dass Sie auch Ihrem Kind erlauben oder erlaubten. Sind Sie wenn nötig streng, aber immer mit dem richtigen Maß und den richtigen Mitteln/Werkzeugen. Lassen Sie es den Hund spüren, wenn er etwas falsch gemacht hat oder frech war. Tadeln Sie ihn ruhig mit Worten und glauben Sie mir, er wird Sie verstehen! In Fällen wo Worte nichts mehr nützen MÜSSEN Sie auch mal Taten folgen lassen. Mit Taten meine ich nicht, dass Sie ihren Hund schlagen sollen! Machen Sie es aber wie die Mutterhündin und „tschuppeln„ Sie ihren Hund am Nacken und zeigen ihm so, dass das was er gerade gemacht hat „böse und schlecht„ war oder ist. Zögern Sie nicht, packen Sie ruhig kräftig zu. Es wird ihm mit Bestimmtheit nicht weh tun. Im Gegenteil, er wird Sie mit großen Augen anschauen und Sie mit der Pfote um Vergebung bitten. Gleich welche Grösse Ihr Hund hat oder einmal bekommen wird, er wird Sie deshalb nicht hassen oder sich gar rächen wollen an Ihnen. Nein, wie auch ein Kind sehen will, wie weit es gehen kann, so tut es auch Ihr Hund. Er geht bis an seine (Ihre!) Grenze und manchmal eben darüber hinaus. Gerade dann ist es Zeit für Sie, sofort zu handeln und tatkräftig einzugreifen! Aber bitte nie einen Hund strafen, wenn der Grund/Tat schon lange zurückliegt! Er kann sich nämlich schlichtweg nicht mehr erinnern, was er denn falsch gemacht haben sol. Er würde diese Strafe also missverstehen und sie wäre 100% nutzlos!
Der Hund muss (und will das auch) wissen, wo er steht. Sie müssen ihm die Rangordnung ganz klar aufzeigen. Zuerst kommen Sie als „Leittier”, dann das Rudel (Ihre Familie inkl. Kinder, gleich welchen Alters) und erst dann kommt er. Er ist also am Schluss dieser Rangordnung und muss sich diesem auch bewusst sein. Dass der letzte Platz aber nicht unbedingt auch der schlechteste sein muss, dafür sind Sie mit Ihrer Liebe dem Tier gegenüber zuständig.

Zeigen Sie ihm so oft es geht, dass Sie ihn gern haben und „knuddeln” Sie ihn so richtig durch. Glauben Sie mir, mit einer gesunden Mischung aus Tadel und Liebe ist Ihr Hund absolut glücklich und zufrieden.
Er will einfach und immer wieder wissen, woran er ist. Zeigen Sie ihm das und sind somit glücklicher Besitzer eines tollen Kameraden auf vier Pfoten! Ein Hund, der ein schönes Zuhause hat, sieht auch keinen Grund dieses zu verlassen oder auszureißen. Auch hier ziehe ich wieder die Parallele zu einem Kind.

Ein Kind oder Jugendlicher sieht doch auch absolut keinen Grund von zu Hause ab zu hauen, stimmt’s?! Wenn es ein gutes Verhältnis mit den Eltern hat, sich wohl und geborgen fühlt, bleibt es doch noch so gerne dor,t wo es geliebt, umsorgt und nicht zuletzt „gefüttert“ wird. Genau diese Liebe und Geborgenheit sollen Sie Ihrem Hund auch geben und bieten. Glauben Sie nun aber ja nicht, dass ich meine Hunde „verhätschle” und sie wie kleine Kinder behandle/betrachte. Ich sehe nur, dass es wie gesagt, Parallelen gibt zwischen der Hunde- und Kindererziehung.

Der Hund ist und bleibt ein Tier! Er soll unter keinen Umständen mehr Rechte haben als der Mensch. Er soll nicht alles dürfen und er will dies auch nicht. Er ist gewohnt, sich zu unterordnen aber verlangt zu Recht, meine ich, dass er geliebt wird, als das was er ist. Als Freund, Beschützer und wenn nötig Retter in der Not! Diese Rolle spielt er nicht, nein! Diese Rolle liegt ihm im Blut und er macht dies „für’ s Leben gern“!

Ein Hund macht nie etwas nur „ein bisschen“! Alles was er tut macht er zu 100%! Er setzt sich für Sie ein und gibt Ihnen doppelt bis dreifach Ihre Liebe zu ihm zurück!

“Der Hund ist der Elefant unter den Haustieren… er vergisst nie”

Diese, wie auch unzählig andere Gründe machen dieses Tier so einzigartig. Nicht umsonst werden die Hunde ja als „beste Freunde der Menschen“ bezeichnet. Ich glaube dies nicht nur, sondern erlebe es tagtäglich!
Eine Entscheidung, sich einen Hund zu kaufen/anzuschaffen ist keine einfache. Man muss sich absolut im Klaren sein, was alles auf einen zukommt! Leider und traurigerweise haben sich diese Frage immer noch zu viele Menschen eben nicht gestellt! Sie kaufen einen Hund zur Weihnacht und bis im Februar sind sie schon müde! Müde, um sich um das Tier „artgerecht“ zu kümmern. Immer noch zu viele Hunde leiden täglich vor sich hin. Keiner hat oder nimmt sich Zeit für ihn. Er wird dann bald einmal zum fünften Rad am Wagen und eigentlich gar nicht mehr gebraucht.
Genau aus diesen und noch viel mehreren Gründen heißt es beim Hundekauf wirklich Augen auf!

“Der Hund gehört zur Familie wie das Familienbüchlein”

Ich persönlich, wüsste nicht, wo ich ohne meine Hunde wäre. Sie haben mir (einzeln & zusammen) geholfen, wo sie nur konnten. Sie tun dies immer noch täglich und mit der gleichen Intensität wie am ersten Tag. Sie geben mir alles, was sie haben an Liebe und Treue!

“Der böse und dumme Hund führt meistens die Leine”

Nehmen wir uns also auch an der Nase und geben dem Hund das, was er verdient. Geben wir ihm also unsere volle Aufmerksamkeit und Liebe. Nur so werden und bleiben Hund und Mensch das, was sie seit Hund- erten von Jahren sind, nämlich richtige…. FREUNDE !

© Stefan K. WITTLIN ©

Binningen im November 1999
©swi03

Wittlin’s Zitate unter: www.aphorismen.de
_________________
Stefan K. Wittlin
Tierpsychologe / Kynologe

CH-Binningen-BL
hundetherapie@hotmail.com

Bei Fragen zum Thema dieses Infoblattes können Sie gerne den

Hundetherapeuth Stefan K. Wittlin kontaktieren

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