Leishmaniose – eine Tropenkrankheit beim Hund


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Die Sandmücke überträgt Leismanien Erreger

Die Nase eines Hundes ist die bevorzugte Einstichstelle der Sandmücken, welche die Leishmaniose übertragen.
Foto: Margot Harde@pixelio.de

Die Leishmaniose zählt zu den am häufigsten nach Deutschland eingeschleppten Tropeninfektionskrankheiten. Bekannt wurde sie 1900, als der Tropenarzt Sir W. Boog Leishman erstmals in Indien die Leishmanien-Erreger entdeckte. Leishmanien sind Parasiten.Die Leishmaniose, die auch Menschen befallen kann, tritt außer in Australien in allen Erdteilen auf. Bei uns kommen diese Erreger vorwiegend in Mittelmeerländern vor. Es existieren unterschiedliche Leishmanienarten, wobei der Hund am häufigsten mit Leishmania infantum infiziert wird. Die canine Leishmaniose – wie man die Hundeleishmaniose offiziell nennt – wird durch den Stich der Sandmücken oder auch durch eine Bluttransformation sowie eine offene Verletzung übertragen. Die Inkubationszeit beläuft sich auf mindestens 2 Monate. Das Fatale an der Leishmaniose ist, dass die Hundekrankheit häufig erst Jahre nach der Inkubation ausbricht, wenn niemand mehr an den Aufenthalt in einem Urlaubsland denkt. Besonders Tiere aus dem Ausland – vorrangig aus dem Mittelmeerraum – tragen den Erreger in sich, ohne dass es zu Hundekrankheitssymptomen kommt. Das sollte man beim Import von Hunden aus fremden Ländern bedenken.

Symptome und Krankheitsverlauf

Aufgrund der Tatsache, dass es mindestens neun verschiedene Leishmania-infantum-Stämme gibt, können auch die Symptome unterschiedlichster Art sein. Je nach Verbreitungsgebiet gibt es verschiedene Erreger sowie Verläufe. Erste Symptome können Durchfall, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Haut- sowie Fellveränderung, Lahmheit und Fieber sein. Der Tierarzt wird eine Vermehrung der Leishmanien in den weißen Blutkörperchen, sowie damit verbunden eine Blutarmut feststellen können. Nicht selten ist der Hund von offenen Hautwunden befallen, die vermehrt im Kopfbereich, sowie an den Beinen auftreten. Diese schlecht heilenden Wunden verkrusten, brechen aber immer wieder auf. Haarausfall ist eine weitere Folge. Zudem sind Augenerkrankungen, Nasenbluten und geschwollene Lymphknoten erkennbare Symptome. Auch ein Nierenversagen ist nicht selten, da sowohl die verabreichten Medikamente, als auch die Leishmanien selber diese Organe angreifen. Sollte der Hund unangenehm aus dem Maul riechen, so kann man von einer Schädigung der Nieren ausgehen. Auch andere Organe wie die Leber oder der Darm können in Mitleidenschaft gezogen werden. Gelenk-, Muskel- und Nervenentzündungen sind weitere Beispiele möglicher Symptome.

Leishmaniose beim Hund: Erkennen, Verstehen, Behandeln

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Behandlung und Therapie


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Auch Antibiotika kommen gegen die Leishmaniose zum Einsatz

Leishmaniose Erreger können gegenüber manchen Wirkstoffen Resistenzen entwickeln – daher werden auch die Antimykotika und Antibiotika Amphotericin B und Aminosidin eingesetzt.

Die Behandlung der caninen Leishmaniose ist häufig sehr langwierig und teuer. Eine vollständige Heilung ist in der Regel nicht möglich, vielmehr konzentriert sich die Behandlung auf die Elimination der Erreger und die Stärkung der körpereigenen Abwehr. Zu Beginn der Behandlung sollte zunächst nach dem Gebiet, in dem sich der Hund infiziert hat, gefragt werden. Da die Erreger und somit auch der Verlauf regional unterschiedlich sind, wird der Tiermediziner sich die Behandlung der jeweiligen Länder zu Eigen machen. Nicht selten endet die Erkrankung trotz intensiver Therapie tödlich. Es gibt beinahe ebenso viele Behandlungsmethoden und Medikamente wie es Erreger und Symptome gibt. Viele der verwendeten Medikamente haben mehr oder weniger unliebsame um nicht zu sagen fatale Nebenwirkungen. So bleibt es beim behandelnden Arzt, dieses abzuwägen und Entscheidungen zu treffen. Eines der meistverwendeten Medikamente ist der Wirkstoff N-Mathylglucamin-Antimonat – bekannt unter dem Handelsnamen Glucantim -, welcher per Injektion an 20-30 Tagen hintereinander verabreicht wird. Magen-Darm-Beschwerden sowie schmerzhafte Schwellungen an den Einstichstellen sind mögliche Nebenwirkungen. Seit 2004 ist das in den 90er Jahren entwickelte Miltefosin zur Leishmaniosebehandlung hierzulande zugelassen. Auch hierbei können Magen-Darm-Probleme als mögliche Nebenwirkungen auftreten. Zumeist mit einem anderen Medikament in Verbindung oral verabreicht wird auch der Wirkstoff Allopurinol. Da Leishmanien Resistenzen gegenüber bestimmten Wirkstoffen, also Arzneimitteln, entwickeln können, kann sich die Behandlung durchaus auch darin belaufen, dass das Antimykotika und Antibiotika Amphotericin B und Aminosidin zum Einsatz kommt.

Vorbeugung (Impfschutz)

Eine ganz lapidare vorbeugende Maßnahme ist die Tatsache, dass man den Hund einfach nicht mit in gefährdete Gebiete nimmt beziehungsweise, dass man sich keinen Hund aus dem Mittelmeerraum zulegt. Will man auf beides – aus verständlichen Gründen – nicht verzichten, so sollten folgende Vorsorgeregelungen getroffen werden: Da die Sandmücken nur bei Temperaturen über 20°C sowie in der Nacht unterwegs sind, sollte man den Hund in dieser Zeit möglichst nicht raus lassen sowie Fenster und Türen mit Mückennetzen verhängen. Im Ausland erhält man zudem ein Mückenspray, welches für ein paar Stunden wirkungsvoll ist. In Deutschland besteht der einzige Schutz, der wirkungsvoll ist, in einem Protektor-Halsband, das gleichzeitig vor Flöhen und Zecken schützt. Eine Impfung gegen die Leishmaniose ist – anders als in anderen Ländern – hierzulande nicht zulässig. Wie bereits erwähnt, gibt es Hunde, deren Leishmaniose-Austestung positiv war, bei denen es aber noch nicht zum Ausbruch der Hundekrankheit gekommen ist. Diese Tiere sollten nach Möglichkeit keineswegs geimpft oder narkotisiert werden, da dadurch unter Umständen ein Leishmaniose-Schub ausgelöst werden könnte. Ferner ist besondere Vorsicht walten zu lassen, wenn die offenen Hautwunden des infizierten Tieres versorgt werden, da hierbei eine besonders große Gefahr der Ansteckung des Menschen besteht.