Bobtail
Der Bobtail – ein Fellknäuel mit starker Persönlichkeit
Allgemeines über den Bobtail
Wenn das zottige Fell des lebhaften Bobtails beim Laufen im Wind fliegt, sind nicht nur die Kinder von dieser schönen Hunderasse angetan. Ursprünglich war der Bobtail mit seiner Abstammung von den kontinental-europäischen Hirtenhunden eher ein Arbeitstier als ein Modehund. Bobtail bedeutet „Stummelschwanz“, was auf die sehr kurze Rute zurückgeht, während die offizielle Bezeichnung Old English Scheepdog (Altenglischer Schäferhund) ist.
Die aus Großbritannien stammende Rasse besitzt die FCI-Standard-Nr. 16 und gehört zur Gruppe 1 (Hütehunde und Treibunde – ausgenommen Schweizer Sennenhunde); Sektion 1(Schäferhunde). Der robuste und sehr intelligente Hund liebt Kinder und Familienanschluss. Er fungiert gerne als Beschützer seines „Rudels“. Charakteristisch ist die eigenartige, etwas scheppernde Tonlage seines Gebells. Bereits die Welpen sollten an die intensive Fellpflege gewöhnt werden. Menschen, bei denen nicht Bequemlichkeit und Sauberkeit des Haushaltes an erster Stelle stehen, finden im Bobtail einen verspielten und treuen Gefährten.
Geschichte und Herkunft des Bobtails
Seine arbeitsreiche Vergangenheit – Hirtenhund und Viehtreiber – Man vermutet, dass der Bobtail Vorfahren unter den Treibhunden hat und mit den europäischen Schäferhunden ein gewisse Verwandtschaft zeigt. Nachdem der Wolf auf der britischen Insel nicht mehr zum Hüten der Herden eingesetzt wurde, begannen wohl südenglische Farmer in Wales diese Rasse zu züchten, die sich im 18.Jahrhundert mit dem gewohnten Aussehen etablierte. Als der Bobtail im 19.Jahrhundert seine Arbeit als Hirtenhund verlor, begann seine Karriere als Modehund und immer stärker auch als Familienhund.
Die langhaarige Hundeschönheit ist kein Modeaccessoire – Die Rassezucht bewahrte den Bobtail zwar vor dem Aussterben, brachte aber für den ursprünglichen Hund Nachteile, wie ein zum Teil aggressiveres oder schüchternes Wesen mit sich. Von Haus aus ist der Bobtail verträglich und ohne Nervosität. Eine Werbeaktion machte die frisierte Variante des Bobtails weltweit bekannt und beliebt. Es ist erfreulich, dass der selbstbewusste Hund mit seiner ansteckend guten Laune, wieder so sein darf wie er ist, ergänzt durch eine liebevolle und konsequente Erziehung.
Erscheinungsbild
Der kraftvolle, mittelgroße Bobtail mit dem beeindruckenden Haarkleid gehört zu den zotthaarigen Hirtenhunden. Charakteristisch ist sein wiegender Gang, der etwas Bärenartiges hat. Die Fellfarbe besitzt alle Nuancen von Grautönen sowie bläuliche Töne mit zum Teil weißen Abzeichen. Die Schulterhöhe beträgt beim Rüden mindestens 61 Zentimeter und bei der Hündin mindestens 56 Zentimeter. Das Gewicht liegt zwischen 30 und 35 Kilogramm. Die Haare fallen dem Bobtail über die Augen und auch seine kleinen Pfoten sind mit Fell überzogen Die Lebenserwartung des Bobtails liegt ca. 12 bis 14 Jahren.
Wesen/Charakter des Bobtails
Intelligent bis zur leichten Dickschädeligkeit – Der Bobtail hat in der Regel ein fröhliches und ausgeglichenes Naturell. Mitunter ist er kühn, jedoch ohne Aggressivität. Da er sehr gelehrig ist, wurde er auch schon als Fährten- und Rettungshund eingesetzt. Er ist Menschen und anderen Hunden gegenüber sehr verträglich. Auffallend ist das liebevolle Verhalten Kindern gegenüber. Eine enge Bindung an seinen Besitzer bw. an die Familie ist dem Bobtail sehr wichtig. Wenn die Familie mit dem Wohnmobil in den Urlaub fährt, kommt er auch gerne mit.
Der Bobtail – lebhaft und treu – Erhält der Bobtail seine Portion Zeit, Auslauf und Beschäftigung ist er ein sehr sympathischer vierbeiniger Geselle. Mit seinem Erbe als Treib- und Hütehund ist er wachsam (ohne ein Wachhund zu sein). Wenn der Bobtail auch verträglich ist, kann er einen Besucher erschrecken, indem er ihm die Vorderpfoten auf die Schulter legt. Sein intelligenter Blick verrät, dass er seine eigenen Ideen entwickeln kann. Mit einem Bobtail kommt selten Langeweile auf.
Auslauf/Pflege
Früher Arbeitsfreude – heute Lust an Bewegung und Beschäftigung – Eine Stadtwohnung ist nicht das Richtige für einen Bobtail, schon gar nicht ein kleines Appartement.
Er benötigt viel Auslauf, egal wie das Wetter ist. Ein Haus mit Garten ist ideal. Ein zweistündiger Spaziergang täglich hält den Bobtail bei Laune. Es kann sein, dass er von seinem Ausflug Stöckchen sowie in seinem wetterfesten Fell Sand und Blätter mit nach Hause bringt. Wenn der Bobtail auch ein Kinderfan unter den Hunden ist, sollte man Kind und Hund im Blick behalten.
Das schöne Haarkleid – nicht ohne Pflegeaufwand zu haben – Bei der Anschaffung eines Bobtails sollte man bereit sein, ca. vier Stunden für die Fellpflege auf zu wenden. Bei schlechtem Wetter, bei dem er auch gerne draußen ist, kann es noch etwas länger dauern. Das Fell des Bobtails ist jeden Tag mit Bürste und Kamm zu pflegen. Ein Zurückschneiden der Haare ist zwar praktischer aber nicht mehr so authentisch. Auch ab und zu ein Bad ist anzuraten. Dabei sollte man aber auf Shampoo verzichten, da dadurch die Haut austrocknen kann. Unter seinem dichten Haarkleid sollte man ihm auch kein Übergewicht anfüttern. Der unwiderstehliche Hundeblick des Bobtails zeigt, dass er auch ein guter Schauspieler ist.


