Deutsche Dogge
Die Deutsche Dogge – ein imposanter Auftritt
Allgemeines
Die Deutsche Dogge ist ein sehr imposanter, großer Hund, der sich nicht nur durch seine Eleganz als Vorzeigehund sondern auch durch sein Wesen als liebevoller Familienhund eignet. Sie mag Kinder wie auch Katzen und beteiligt sich gerne am Familienleben. Deutschland wird ihr als Ursprungsland zugeordnet. Sie ist auch unter den Namen Ulmer Dogge, Hatzrüde, Saupacker, Grosse Dogge sowie Dänische und Englische Dogge in der Literatur zu finden.
Geschichte und Herkunft
Die großen, kräftigen, kurzbehaarten Kampfhunde, die die Assyrer bereits vor mehr als 4000 Jahren besaßen, können als die Urahnen der Deutschen Dogge angesehen werden. Man nimmt an, dass es die Kelten waren, die die Stammeltern der heutigen Deutschen Dogge nach England und Irland brachten. Im 2. Jahrhundert wurden sie zu römischen Zirkuskämpfen eingesetzt, woraus sie zumeist als Sieger hervorgingen. Wesentlich genauer lässt sich der Weg der Deutschen Dogge ab Beginn des 16. Jahrhundert verfolgen. Denn damals wurde in England eine kräftige, hochbeinige Dogge importiert, die aus Kreuzungen zwischen dem Mastiff sowie dem irischen Wolfshund entstanden war. Das Einkreuzen eines Windhundes verlieh ihm zusätzliche Eleganz. Mit Beginn des 17. Jahrhunderts begann die Zucht in Deutschland, dennoch lief diese Hunderasse weiterhin bis ins vergangene Jahrhundert hinein unter der Bezeichnung „Englischer Hund“.
Die zur Jagd gehaltenen Hunde genossen an den Fürstenhöfen teilweise besondere Privilegien. Nach Beendigung der Hetzjagdphase wurden die Doggen zu wahren Liebhaberhunden. Sie genossen verschiedene Bezeichnungen. Unter dem Namen „Deutsche Dogge“ wurde erstmals 1878 in Berlin diese Hunderasse ausgestellt.
Otto von Bismark hielt sich über 60 Jahre lang Doggen. Noch heute kann man bei seinem Schloss Friedrichsruh einen Friedhof finden, wo seine Doggen mit Grabstein begraben wurden.
Erscheinungsbild
Die Deutsche Dogge – mit der FCI-Standardnummer 235 – gehört der Gruppe 2 – Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde – sowie mit der Sektion 2 – Molossoide – der Untersektion 2.1 – Doggenartige Hunde – an.
Mit einer Widerristhöhe von ab 80cm beim Rüden sowie ab 72cm bei der Hündin zählt sie zu den weltweit größten Hunderassen. So hält beispielsweise in Tuscon/Arizona eine Deutsche Dogge mit einer Schulterhöhe von 1,09m, einer Gesamtlänge ab Schwanzspitze bis Maul von 2,20m sowie einem Gewicht von 111kg den derzeitigen Weltrekord. Das Normalgewicht einer Deutschen Dogge beträgt in der Regel 50-65kg bei der Hündin und bis zu 95kg beim Rüden. Trotz seines Gewichts, seiner Größe sowie seines kräftigen Körperbaus ist die Deutsche Dogge eher eine edle Erscheinung, die sich mit Stolz und Eleganz bewegt und präsentiert. Der lang gestreckte Kopf mündet in einen langen, kräftigen Hals. Die Schnauze ist nahezu quadratisch, und die Ohren hängen unkupiert herab, während sie kupiert lang, spitz und aufstehend sind. Markenzeichen sind die stark links und rechts am Kopf herunterhängenden Lefzen.
Wesen und Charakter der Deutschen Dogge
Dem Wesen nach sind Deutsche Doggen sensibel, freundlich und gutmütig sowie anschmiegsam und treu. Es wird ihnen nachgesagt, dass sie eine sehr hohe Reizschwelle haben. Trotz ihrer sehr engen, anhänglichen Beziehung zu ihrem Besitzer ist die Deutsche Dogge keineswegs als unterwürfig zu bezeichnen. Fremden gegenüber reagiert sie eher misstrauisch. Mit anderen Hunden kommt sie sehr gut zurecht. Die meisten Doggen werden als Prestigehunde gehalten, allerdings gehören sie zu der Hunderasse, die vielfältig einsetzbar ist. So können sie sowohl als Wach- und Schutzhund, als auch als Jagdhund ausgebildet werden. Als Wachhund sind sie – aufgrund ihrer äußeren, Angst einflößenden Erscheinung sowie ihres Misstrauens Fremden gegenüber besonders geeignet.
Gut sozialisierte Hunde können durchaus mit anderen Haustieren gehalten werden. Ohne eine entsprechende Erziehung sowie durch eine schlechten, nicht artgemäße Behandlung kann eine Deutsche Dogge durchaus aggressiv werden, was wiederum sehr gefährlich für andere werden kann.
Auslauf/Pflege
Deutsche Doggen haben sehr viel Temperament und benötigen daher viel Auslauf, den man ihnen am besten ohne Leine gewährt. Daher empfiehlt es sich auch nicht, diese Hunderasse in Stadtwohnungen zu halten. Auch sollte man bedenken, dass junge wie auch alte Doggen keine Treppen steigen können beziehungsweise sollen, und wer kann schon ständig einen derartig schweren Hund tragen?
Aufgrund seiner Körperkraft benötigt dieser tollpatschig wirkende Hund eine sehr konsequente wie auch strenge und liebevolle Erziehung.
Die Fellpflege der Deutschen Dogge ist recht einfach. Beim Bürsten ist jedoch unbedingt darauf zu achten, dass der Hund auf einer weichen Unterlage liegt, um Liegeflecken zu vermeiden. Generell sollten dem Hund weiche Unterlagen ausreichend zur Verfügung stehen. Da die Deutsche Dogge sehr anfällig ist – etwa 28% sterben vor dem 5. Lebensjahr – ist ein kontinuierlicher Tierarztbesuch unabdingbar. Impfungen sollten selbstverständlich sein.



