Die Französische Bulldogge – klein, kompakt und stur

Eigenwilligkeit, gepaart mit einem treuen Wesen kennzeichnen die Französische Bulldogge


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Die Französische Bulldogge – auch unter der Bezeichnung Bouledogue français geführt – ist eine recht kompakte Hunderasse , die mit einigen zuchtbedingten Problemen zu kämpfen hat, aber wesentlich lieber und freundlicher ist, als es ihr Gesichtsausdruck vermuten lässt.

Geschichte und Herkunft

Steckbrief Französische Bulldogge

  • Ursprungsland: Frankreich
  • Standardnummer: 101
  • Widerristhöhe: 30 bis 35 cm
  • Gewicht: Rüden: 9–14 kg, Hündinnen: 8–13 kg
  • Verwendung: Gesellschafts- und Begleithund
  • FCI-Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde
  • Sektion 11: Kleine doggenartige Hunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Man sagt der Französischen Bulldogge nach, sie sei aus der englischen entstanden, welche zunächst zu Hundekämpfen verwendet wurde. Als man den Hundekampf verbot, versuchte man, friedlichere sowie kleinere Hunde zu züchten, und so kam das Ergebnis des Toy-Bulldogs – des Spielzeug-Stierhunds – zustande, welcher sich besonders in Frankreich und Belgien großer Beliebtheit erfreute. In Frankreich wurde er sogar – mittels Kreuzung mit dem Terrier – als Jagdhund eingesetzt. Spitzenklöppler und Weber in Teilen Englands waren in erster Linie Hundezüchter dieser kleinen Bulldoggenart. Im Jahre 1836 wurden sie erstmals offiziell auf einer Hundeausstellung präsentiert. Wenig später, kurz vor der Jahrhundertwende, wanderten zahlreiche englische Spitzenklöppler nach Frankreich, in die Nähe von Calais, aus. Da sie ihre kleinen Bulldoggen mitnahmen und weiterzüchteten, kam diese Hunderasse rasch nach Frankreich. Schon bald kehrte die Hunderasse jedoch nach England zurück, wurde aber wegen der aufrechten Ohren von den Einwohnern belächelt und kaum akzeptiert. Den ersten Verein für die Zucht dieses Hundes, welcher zunächst „Terrier-Boules“ genannt wurde, gründete man 1880. Acht Jahre später wurde der erste Standard festgelegt. Der heutige Standard wurde erst viel später, nämlich 1931/32, festgelegt. 1948 sowie 1986 wurde er überarbeitet. Erst 1987 wurde die Hunderasse der Französischen Bulldogge durch die FCI anerkannt. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Französische Bulldogge zunächst von einfacheren Leuten gezüchtet wurde und erst mit dem Kauf eines weißen Hundes dieser Hunderasse durch König Eduard VII. seine offizielle Anerkennung erhielt. Welcher Hunderasse die heutige Französische Bulldogge letztendlich ihr Aussehen zu verdanken hat, ist nicht mehr genau nachvollziehbar, jedoch erinnern die kurze, gedrehte Rute sowie die vorstehenden Augen stark an den Mops.

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Video zur Rasse der Französischen Bulldogge

Erscheinungsbild

Die Französische Bulldogge gehört zu der von der FCI anerkannten Standardrasse mit der Nummer 101. Man zählt sie zur Gruppe 9 – Gesellschafts- und Begleithunde – sowie zur Sektion 11 – kleine doggenartige Hunde. Als Herkunftsland wird Frankreich genannt. Mit einer Widerristhöhe von 30 bis 35 cm und einem Gewicht von 8 bis 15 kg zählt dieser kräftige, muskulöse Hund zu den Kleinhunden. Er weist einen breiten, massigen, kantigen und flachen Schädel mit kräftigen Unterkiefern mit Vorbiss auf. Seine Augen befinden sich in Nasenhöhe. Die fledermausförmigen, aufrecht stehenden Ohren sind oberhalb der Augen angesetzt. Sein Gesichtsausdruck wird durch die bis zur Augenhöhe reichenden Stirnfurche sowie die lose, weiche und mit symmetrischen Falten versehene Kopfhaut nebst den dicken, dunklen Lefzen bestimmt. Dieser wird nicht selten von depressiv bis bösartig beschrieben. Markenzeichen sind unter anderem auch seine etwas krummen Vorderläufe. Er hat ferner eine kurze, tief angesetzte Knickrute und ein sehr feines, kurzes sowie glänzendes Haar. Sein Unterbauch weist nur sehr wenig Fell auf. Die gängigen Farben der Französischen Bulldogge reichen von weiß über rehfarben bis gescheckt und gestromt. Es sind alle Farben erlaubt. Die Französische Bulldogge hat eine Lebenserwartung von 8 bis 10 Jahren.

Wesen/Charakter der Französischen Bulldogge


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Franzoesische_Bulldogge

Die etwas gedrungen wirkende Französische Bulldogge zeichnet sich durch ihre Eigenwilligkeit – welche leicht bis hin zur Sturheit gereicht -, ihren Mut aber auch ihre Entschlossenheit aus. Alle drei Charaktereigenheiten fundieren auf den ursprünglichen Einsatz bei der Rinderhatz sowie bei Hundekämpfen. Aufgrund dieser starken Eigenschaften empfiehlt es sich, diese Hunderasse so früh wie möglich zu sozialisieren, um Ärger zu vermeiden. Neben diesen kämpferischen Eigenarten bietet sich die Französische Bulldogge auch als verspielte, ausgeglichene sowie lebhafte Hunderasse an und wird gerne zum Familienhund gewählt. Gerne übernimmt diese Hunderasse die Oberhand, daher ist eine gute Hundeerziehung besonders wichtig. Da diese Hunderasse sehr gerne spielt, kann man sich deren Bewegungs- und Spieldrang gut zu eigen machen und in die Hundeerziehung mit einflechten lassen. Der ausgeprägte Beschützerinstinkt kann dabei auch gerne mal unschönere Folgen nach sich ziehen. Seinen Besitzern gegenüber ist die Französische Bulldogge stets treu ergeben und anhänglich. Allerdings kann sie auch extrem stur sein. Wie viele Extremzüchtungen neigt auch die Französische Bulldogge zu Hundekrankheiten und Problemen. Das beginnt bereits bei der Geburt, denn leider kommt es aufgrund der gedrungenen Körperproportionen kaum zu einer problemlosen Entbindung. Aufgrund der verkürzten Atemwege gehört Asthma zu einer der häufigen Hundekrankheitsbilder. Durch das kurze Fell aber vor allem den nahezu nackten Bauch ist diese Hunderasse – besonders im Winter – anfällig: Nicht selten hat der Hund mit Erkältungskrankheiten zu kämpfen. Auch die pralle Sonne wird von dieser Hunderasse nicht besonders gut vertragen, was speziell im zunehmendem Alter des Hundes zu bedenken ist. Am besten ist es, vor dem Kauf einen seriösen Französische Bulldogge Hundezüchter genauestens dazu zu befragen. Aufgrund der Tatsache, dass der Hund nicht viel Platz braucht, kann man ihn auch gut in einer Stadtwohnung halten. Gerne wird er von älteren Menschen gewählt, was aber eine vorherige gute Hundeerziehung voraussetzen sollte, was zu berücksichtigen ist, wenn man einen Hund kaufen will. Die Französische Bulldogge schnarcht und ist kurzatmig.

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Auslauf/Pflege

Die eher unbewegliche optische Erscheinung der Französischen Bulldogge sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch dieser Hund – besonders in seiner Jugend – Auslauf braucht. Mit zunehmendem Alter kann – aufgrund der immer fortschreitenderen Kurzatmigkeit sowie des eventuellen Asthmas – der tägliche Spaziergang auch schon mal abgekürzt werden. Auch Kurzhaar-Hunderassen bedürfen der Fellpflege! Und so sollte die Französische Bulldogge ebenfalls täglich gebürstet werden, um den Glanz des Fells zu erhalten. Dabei ist das Fell ebenfalls mit einem Hundehandschuh abzureiben. Wichtig ist es ferner, dass man die Hautfalten täglich reinigt weil ansonsten durch die Verschmutzungen böse Entzündungen entstehen können. Ebenso gehört das Eincremen dazu. Die regelmäßige Kontrolle der Ohren ist eine Selbstverständlichkeit.

Französischen Bulldogge in Not

Wie Hunde anderer Rassen auch, gerät auch manchmal eine Französische Bulldogge in Not.  Es kommt vor, dass ein älterer Mensch  in ein Altenheim oder ein betreutes Wohnen umziehen muss, wo der Hund nicht mitgenommen werden kann. Findet sich sonst niemand, der den kleinen Hund aufnehmen  kann, muss er im Tierheim abgegeben werden.  Wer einen reinrassigen Welpen will, wird wohl den Hundezüchter aufsuchen müssen. Eine interessante Alternative könnten aber auch Französische Bulldogge Mischlingswelpen sein, die man mit ein wenig Glück auch in einem Tierheim oder einer Hundeauffangstation finden kann.