Der gelehrige Hannoversche Schweißhund ist auch als Rettungshund geeignet

Beharrlichkeit beim Jagen und ein sehr guter Geruchssinn zeichnen den Hannoverschen Schweißhund aus


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Hannoverscher Schweisshund Rasse

By Verein Hirschmann (Own work) via Wikimedia Commons

Der mittelgroße, starke Hannoversche Schweißhund ist ein Jagdhund, der ein eher ruhiger Vertreter mit einem sehr eigenen Charakter ist. Bekannt ist diese Rasse auch unter der Bezeichnung Hannoverian Hounds.

Geschichte und Herkunft

Steckbrief Hannoverscher Schweißhund

  • Ursprungsland: Deutschland
  • Standardnummer: 213
  • Widerristhöhe: Rüden: 50 – 55 cm, Hündinnen : 48 – 53 cm
  • Gewicht: Rüden: 30 – 40 kg, Hündinnen : 25 – 35 kg
  • Verwendung: Nachsuchehund, Schweißhund.
  • FCI-Gruppe 6: Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen
  • Sektion 2: Schweißhunde. Mit Arbeitsprüfung.

Die heutigen Hannoverschen Schweißhunde stammen ursprünglich von den Hunden des frühen Mittelalters ab, die damals für das Aufspüren der Blutspuren notwendig waren, wenn man mit Pfeil und Bogen oder Armbrust das Wild erlegt hatte. Diese Leithunde waren vor allem wegen ihrer ausgezeichneten Nasenarbeit aber auch wegen ihrer großen Beharrlichkeit besonders geschätzt. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts betrieb das damalige Königshaus eine Art Eliteschule, in der sowohl Jäger als auch Pferde und Jagdhunde ausgebildet bzw. gezüchtet wurden, den so genannten „Jägerhof“. Aus den alten Schweiß- und Laufhunden sowie den Heidebracken züchtete man dort einen neuen Typ Schweißhund, der sich sowohl in der Statur als auch in der Farbe von den bisherigen Jagdhunden unterschied. 1894 wurde schließlich ein Verein gegründet, welcher sich zum Ziel setzte, den Hannoverschen Schweißhund – der seinen Namen allerdings erst zwei Jahre später erhielt – in Reinzucht heranzuziehen. Noch heute findet im ehemaligen Jägerhof die Ausbildung von Schweißhundeführern und ihren Hunden statt. Auch in den deutschen sowie österreichischen Alpen wollte man die Hannoverschen Schweißhunde zur Jagd verwenden, stellte jedoch sehr schnell fest, dass diese massigen Hunde für das dortige Gelände zu schwerfällig waren. Durch Kreuzung mit verschiedenen Brackenarten entstand letztendlich hier der Bayerische Gebirgsschweißhund.

Der Hannoversche Schweisshund

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Erscheinungsbild

Der Hannoversche Schweißhund ist eine von der FCI anerkannte Hunderasse und trägt die Standard-Nummer 213. Er gehört zur Gruppe 6 – den Lauf- und Schweißhunden – sowie hier zur Sektion 2 – den Schweißhunden. Als Ursprungsland gilt Deutschland. Rüden dieser Rasse erreichen eine Schulterhöhe von ca. 50 bis 60 cm, Hündinnen hingegen nur 48 bis etwa 55 cm. Ihr Gewicht liegt bei 38 bis 45 kg. Hannoversche Schweißhunde haben eine mittlere Lebenserwartung von 12 Jahren.Das Fell des Hannoverschen Schweißhundes ist dicht, voll und glatt, wobei es die Farben Hell- bis Dunkelhirschrot hat. Das Haarkleid kann mehr oder weniger stark gestromt sowie mit oder ohne Maske sein. Von seiner Statur her ist der Hannoversche Schweißhund ein kräftiger, wohlproportionierter, mittelgroßer und eher langgestreckter Hund. Dabei hat er kräftig bemuskelte Vorder- und Hinterläufe, eine breite Brust, die für die Arbeit ein großes Lungenvolumen bietet, eine leicht faltige Stirn, klare, dunkle Augen, mittellange, herabhängende Ohren sowie eine hoch und breit angesetzte, leicht gebogene Rute.

Wesen/Charakter des Hannoverschen Schweißhund


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Diese Rassehunde können selbst über große Distanzen hinweg den Geruch von angeschossenem Wild von anderen Gerüchen unterscheiden und sind in der Lage, diesem – selbst über mehrere Tage hinweg – konzentriert nachzugehen. Sie zählen zu den willigsten und zähesten Jagdhunden überhaupt. Charakteristisch sind ihre enorme Ausdauer sowie ihre große Beharrlichkeit beim Jagen. Gemeinsam mit ihrem Führer bilden sie ein perfektes Team. Und so darf der Hannoversche Schweißhund auch keineswegs eine gewisse Aggressivität und Beißwut vermissen lassen, will er das verletzte Tier stellen. Die Hunde sind zudem sehr gelehrig und vergessen nie, was sie einmal verinnerlicht haben. Ferner besitzen sie ein ruhiges, selbstsicheres sensibles Wesen. Während sie ihrem Besitzer gegenüber treu, aufgeschlossen und ergeben sind, verhalten sie sich Fremden gegenüber eher zurückhaltend. Auch für die Rettungshundearbeit sind sie geeignet, nicht geeignet jedoch sind sie als Begleithunde. Sie gehören auf jeden Fall in die Hände von erfahrenen Jägern, die ihnen eine konsequente, liebevolle sowie geduldige Erziehung angedeihen lassen. Dabei ist kontinuierliches Arbeiten unerlässlich, will man kein gestörtes Tier heranziehen.

Auslauf/Pflege

Der Hannoversche Schweißhund gehört keinesfalls in eine Stadtwohnung, da er viel Auslauf sowie auch eine angemessene Arbeit benötigt. Ideal sind ein Haus mit Garten sowie regelmäßiger Einsatz bei der Jagd. Keineswegs reichen „normale“ tägliche Spaziergänge. Ferner will dieser Hund weder vernachlässigt noch verzärtelt werden: Er ist und bleibt eben ein Jagdhund. Was die Fellpflege anbelangt, so ist regelmäßiges Bürsten ausreichend. Besonders nach der Jagd sollte er zudem auf Parasiten sowie Verletzungen hin untersucht werden. Auch den Ohren und den Augen sollte man besondere Aufmerksamkeit schenken. Häufig stecken Dornen und Grannen zwischen den Ballen, diese müssen unbedingt sofort entfernt werden.

Sonstiges

Hannoversche Schweißhunde fressen gerne, man sollte jedoch darauf achten, dass ihre Futtermenge der körperlichen Arbeit angepasst wird. Keinesfalls sollte der Hund unmittelbar vor der Jagd gefüttert werden, da Magendrehungen die Folge sein können.