Das Löwchen – der kleine Franzose ist auch für Allergiker geeignet

die gelehrigen Löwchen, auch „petit chien lion“ genannt, lassen sich leicht erziehen


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Löwchen

By Jappitoo („Own work“), via Wikimedia Commons

Löwchen – Alternativname Petit chien lion – sind kleine Gesellschaftshunde, die besonders durch ihren hocherhobenen Kopf sowie ihren forschen Gang bestechen. Ihren Namen tragen sie von der auffälligen Mähne, die oftmals noch dadurch betont wird, dass der Hund entsprechend geschoren wird. Als Heimat des Löwchens wird heute offiziell Frankreich aufgeführt, obwohl eine Belgierin und ein Deutscher für den Fortbestand der Rasse sorgten. Die größte Verbreitung dieser kleinen Hündchen findet man derzeit in Großbritannien.
Löwchen haben einen relativ geringen Bewegungsbedarf, sind leicht zu erziehen, bedürfen jedoch eines höheren Pflegeaufwands. Obwohl sie wie ein Schoßhündchen erscheinen – und dieses auch sein können – sind sie eher ein charmanter, interessanter und abwechslungsreicher Begleiter des Menschen. Über seine optische „Schönheit“ bestehen die unterschiedlichsten Meinungen. Übrigens: Löwchen haaren nicht und sind daher besonders für Allergiker geeignet.

Geschichte und Herkunft

Steckbrief Löwchen

  • Ursprungsland: Frankreich
  • Standardnummer: 233
  • Widerristhöhe: 26 bis 32 cm
  • Gewicht: ca. 6 kg
  • Verwendung: Gesellschaftshund
  • FCI-Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde
  • Sektion 1.3: Bichons und verwandte Rassen. Ohne Arbeitsprüfung.

Löwchen gab es – vor allem im Mittelmeerraum – bereits im 13. Jahrhundert, und erstaunlicherweise hat sich seither diese Rasse in ihrer Art und in ihrem Aussehen auch kaum verändert. Schon damals wurden diese Hunde ausschließlich als schmückender und unterhaltsamer Begleiter des Menschen gezüchtet und gehalten. Sie waren typische Modehunde des damaligen weiblichen Adels. Als Beleg wusste beispielsweise ein Schriftsteller aus dem 14. Jahrhundert von seinem Besuch in der berühmten Kathedrale von Amiens zu berichten, dass er dort unter einem Grabmal noch eine Steinplatte mit dem Abbild zweier Löwenhündchen entdeckt habe. Rund 100 Jahre später malte Lucas Cranach d. Ä. einen kleinen „Löwen“ in seinem Bildnis der Katharina von Mecklenburg. Weitere bekannte Künstler wie etwa David Teniers d. J., Jan van der Heyden, Jan Brueghel d. Ä. oder auch der Bildhauer Abraham Bosse verewigten diesen kleinen Hund in ihren Werken. Allerdings ist es nicht immer ganz eindeutig, ob es sich wirklich um das heutige Löwchen oder aber um einen ähnlich geschorenen, anderen Bichon oder Pudel handelte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es kaum noch Löwchen, was sich jedoch glücklicherweise wieder ändern sollte. 1976 erhielt der kleine Löwenhund seine Rasseanerkennung durch den British Kennel Club, und 1995 kam es zur Änderung des FCI-Standards.

Erscheinungsbild

Löwchen sind eine von der FCI anerkannte kleine Hunderasse, die die Standard-Nummer 233 trägt. Sie gehören der Gruppe 9 – Gesellschafts- und Begleithunde – sowie der Sektion 1 – Bichons – an und zählen hier zu den Petit chiens lion. Bichon, bedeutet übersetzt so viel wie „flauschiger Hund“. Damit steht das Löwchen in enger Verwandtschaft zum Bichon Frisé, zum Malteser, zum Havaneser und einigen anderen kleinen, flauschigen Hündchen. Das Löwchen, auch manchmal „Kleiner Löwenhund“ genannt, hat eine Schulterhöhe von lediglich 25 bis 32 cm und bringt 4 bis maximal 8 kg auf die Waage. Dabei liegt seine Lebenserwartung bei etwa 12 bis 15 Jahren. Das Fell dieses Hundes ist lang, gewellt, seidig, dicht und ohne Unterwolle. Sein typisches Aussehen erhält er durch die entsprechende Schur. Was die Farben anbelangt, so sind nahezu alle Farben außer Braun erlaubt, und es ist gleichgültig, ob der Hund unifarben oder gefleckt ist. Trotz seiner geringen Größe und seinem eher zerbrechlichen Aussehen kann dieses Hündchen einen robusten Knochenbau sowie relativ robuste Gesundheit vorweisen. Er hat einen kurzen, wohl proportionierten Körper, trägt den recht breiten Kopf hoch und bewegt sich recht forsch und selbstsicher. Die großen, dunklen Augen verleihen dem Tierchen einen intelligenten Gesichtsausdruck. Die langen, befransten Ohren hängen herab, und die mittellange Rute, die für Ausstellungen bis auf eine Quaste geschoren wird, wird auf dem Rücken gebogen getragen.

Wesen/Charakter des Löwchen


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Loewchen, auch petit chien lion genannt, lassen sich leicht erziehen.

Löwchen sind sehr gelehrige, selbstbewusste Hunde, die sich leicht erziehen lassen. Sie lassen sich gerne verwöhnen und liebkosen und wickeln mit ihrem Charme die Menschen gerne um den Finger, daher ist eine konsequente Erziehung unumgänglich. Da er gerne spielt und sehr gelehrig ist, kann man ihm sehr leicht kleine „Kunststücke“ beibringen, wie etwa bestimmte Dinge zu holen. Dieses tut er dann mit sichtlichem Vergnügen, fordert jedoch auch stets sein Lob ein. Ferner ist ein Löwchen sehr wachsam, kinderlieb und stets gut gelaunt. Er eignet sich gut als Anfängerhund und fühlt sich sowohl in der Stadt als auch auf dem Land wohl. Hauptsache ist für ihn, dass er bei seinen Bezugspersonen ist. Diesen gegenüber ist er sehr anhänglich und treu, Fremden gegenüber verhält er sich eher reserviert.
Mit seinen Artgenossen verträgt sich ein Löwchen sehr gut, so dass er auch gut als Zweithund gehalten werden kann. Idealerweise kann man ihn auch wegen seiner geringen Größe – beinahe – überall mit hinnehmen.

Auslauf/Pflege

Entgegen der landläufigen Annahme und dem äußeren Erscheinungsbild, benötigt das Löwchen ausreichend Bewegung und Auslauf. Das müssen keineswegs kilometerweite Wanderungen sein, jedoch sollte man ihm auf regelmäßigen Spaziergängen ausreichend Zeit und Platz zum Erkunden und Schnüffeln geben, um die angeborene Neugier dieses kleinen Kerlchens zu befriedigen. In gewissem Maße kann man das Löwchen auch mal neben dem Rad oder dem Pferd herlaufen lassen. Hat er genügend Auslauf und spielt man mit ihm häufig, so kann er durchaus auch in einer kleineren Stadtwohnung gehalten werden. Die Fellpflege hingegen ist da schon wesentlich aufwändiger und zeitraubender, vor allem dann, wenn man ihm sein typisches Aussehen angedeihen lassen will. Damit das Fell des Hündchens schön seidig glänzend bleibt, sollte er häufig gebürstet und/oder gekämmt werden. Das ist deshalb so besonders wichtig, weil Löwchen nicht haaren, und man so die losen Haare aus dem Fell herausbekommt. Nach ausgiebigen Spaziergängen in der Natur sollte zudem das Fell von kleinen Ästen und Pflanzenteilern befreit werden.
Für die typische Löwchen-Frisur muss das Hinterteil inklusive der Rute geschoren werden. Dies kann man durchaus auch einem Fachmann überlassen.