Miniatur Bullterrier
Der Miniatur Bullterrier – verspielt, kinderlieb und lebhaft
Allgemeines
Der Miniatur Bullterrier ist – wie bereits der Name verrät – eine Miniaturausgabe des Bullterriers. In seinem Herkunftsland Großbritannien zählt er zu den Hunden der vom Aussterben bedrohten Rassen. Im Prinzip ist er – entgegen der weit verbreiteten Meinung – ein dem Menschen sehr freundlich gesinnter Hund, der viel Beachtung braucht, treu und furchtlos ist. Letzteres sorgt u.a. dafür, dass er vielerorts als „Kampfhund“ und „blutrünstige Bestie“ gilt. In Wahrheit aber ist er verspielt, lebhaft und sehr kinderlieb. Alles in allem kann man behaupten: Der Miniatur Bullterrier ist so, wie ihn sein Mensch macht!
Geschichte und Herkunft
Die Vorfahren des heutigen Miniatur Bullterriers sind die Bulldogge sowie der heute nicht mehr existierende Weiße Englische Terrier. Man nimmt an, dass im Laufe der Jahre auch der Greyhound, der Pointer und sogar der Dalmatiner bezüglich Farbe und Eleganz ihren Beitrag geleistet haben. Sicher jedoch ist, dass zwischen dem 18. und dem 19. Jahrhundert in England eine Kreuzung zwischen dem Pinscher ähnlichen Terrier und der Bulldogge dem heutigen Miniatur Bullterrier den Grundstock bot. Es ist bewiesen, dass diese neue Bullterrierart bereits um 1821 herum entstand. Zahlreiche Varianten kamen in den Züchtungen vor. Vor allem die Ohren veränderten sich immer wieder, das Stehohr hat sich heute jedoch durchgesetzt. Das größte Problem, was sich auch jetzt noch fortsetzt, ist, dass immer wieder zu große Welpen geboren werden. Als optimal wird der „Allrounder“, eine Mischung aus der Bulldogge, dem Weißen Englisch-Terrier sowie dem Dalmatiner angesehen. Der Miniatur Bullterrier wurde ursprünglich für die Jagd auf Ratten und Marder gezüchtet. Allerdings „erfreute“ er sich in Mittelengland – dort wo die großen Industrien waren – einer ganz anderen Aufgabe: Er wurde zu den berühmten Hundekämpfen eingesetzt. Seine Schnelligkeit, sein Mut sowie seine ihm leicht anzuerziehende Aggressivität machten ihn hierbei zu einem sehr „erfolgreichen“ Hund.
1972 kam der Miniatur Bullterrier erstmals nach Deutschland.
Erscheinungsbild
Der Bullterrier allgemein ist eine von der FCI anerkannte Hunderasse der Gruppe 3 (Terrier), Sektion 3 Bullartige (Terrier), Standardnummer 11. Hier werden die Miniatur Bullterrier als eine zweite Variante der Klasse „Bullterrier“eingeordnet. Der Deutsche Club für Bullterrier hingegen fasst beide – Standard und Miniatur – zusammen. Ähnlich wie der große Bullterrier ist auch der Miniatur Bullterrier sehr muskulös, hat einen kompakten Körperbau sowie starke Knochen. Seine Widerristhöhe reicht aber gerademal bis maximal 35,5 cm beim Rüden. Im Prinzip gibt es keine offizielle Gewichtsgrenze, man kann aber generell sagen, dass die Hündinnen durchschnittlich etwa 11 kg auf die Waage bringen, und die männlichen Tiere 15 kg wiegen. Ihre Lebenserwartung liegt zwischen 10 und 14 Jahren. Das Fell des Miniatur Bullterriers ist kurz und glatt, die Haarfarbe sehr unterschiedlich. Es kommen die Varianten weiß, braun, weiß mit braun, schwarz, gestromt sowie dreifarbig vor.
Wesen/Charakter des Miniatur Bullterrier
Wie bereits anfänglich erwähnt, ist der Miniatur Bullterrier vom Wesen her das, was sein Besitzer aus ihm macht. Richtig erzogen ist er ein zuverlässiger, treuer Begleiter, der durchaus freundlich und kinderlieb ist. Er ist ein sehr verspielter, aktiver sowie mutiger Hund, der durchaus gut als Begleithund einsetzbar ist. Gerne tobt er – nach Terrierart – herum. Man sollte ihn jedoch im Umgang mit Kindern gut im Auge behalten, denn wenn er einmal zubeißt, lässt er sein Opfer nur sehr ungern los. Lässt man den Miniatur Bullterrier als Welpen gleich von Anfang an mit anderen Hunden spielen, so gelingt auch diese Sozialisation gut. Wichtig ist dabei, dass die anderen Hunde VOR diesem in der Familie waren, denn mit „Nachwuchs“ tut er sich schwer. Um einen gut sozialisierten, gut verträglichen Miniatur Bullterrier zu haben, ist es wichtig, dass man dessen Sturheit und Eigenwille mit einer strengen und konsequenten Erziehung begegnet. Dieses ist hauptsächlich in einer ruhigen, ausgeglichenen Umgebung und mithilfe eines erfahrenen Hundehalters möglich. Zudem sollte alles bereits im frühen Welpenalter geschehen. Hundesport wie Agility ist ideal für diese Rasse, da hier dem Drang nach Bewegung sowie der Sozialisation guter Vorschub geleistet wird. Weil es sich bei dieser Rasse um einen sehr anhänglichen Hund handelt, ist eine Zwingerhaltung auszuschließen, viel eher benötigt er intensiven menschlichen Kontakt. Gegen die gerechte Haltung in einer Stadtwohnung spricht nichts.
Auslauf/Pflege
Der Miniatur Bullterrier benötigt aufgrund seiner großen Agilität viel Bewegung sowie ein großes Spielangebot. Selbstverständlich sind dabei die täglichen Spaziergänge, die er gerne und mit Freude annimmt. Zwar ist er kein ausgesprochener Sporthund, er kann jedoch an das Laufen neben dem Fahrrad oder an das Begleiten beim Joggen gewöhnt werden. Erhält er nicht genügend Auslauf und Angebot, so kann er übermütig und evtl. aggressiv werden. Die Pflege des Hundes ist recht einfach: Das kurze Fell bedarf einmal wöchentlich ein Bürsten, Pfoten, Zähne und Ohren sollten dabei ebenfalls kontrolliert werden. Gutes, ausgewogenes Fressen ist selbstverständlich.




