Der Dogo Canario – Der Spanier, den beinahe nichts aus der Ruhe bringt

Verwandt mit der spanischen Dogge: der Dogo Canario ist ein Hund mit starkem Schutztrieb


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Bei guter Sozialisierung ist der Dogo Canario friedliebend und gutmütig

Der Dogo Canario kommt heute hauptsächlich als Wachhund auf den Kanarischen Inseln zum Einsatz. Er ist eine Kreuzung zwischen dem ehemals auf den Kanaren lebenden „Majonerio“ und der spanischen Dogge, welche Invasoren auf den Kanarischen Inseln zurückliessen.

Der Dogo Canario hat seinen Ursprung in Spanien beziehungsweise auf den Kanaren, vorwiegend Gran Canaria und Teneriffa. Er zählt zu einer sehr alten Hunderasse , die bereits Ende des Mittelalters bekannt war und die einen vielseitigen Einsatz fand. Heute wird der Dogo Canario auf den Kanaren hauptsächlich als Wachhund eingesetzt.

Geschichte und Herkunft

Steckbrief Dogo Canario

  • Ursprungsland: Spanien
  • Standardnummer: 346
  • Widerristhöhe: Rüden: 60 – 66 cm, Hündinnen: 56 – 62 cm
  • Gewicht: Rüden: 50 – 65 kg, Hündinnen: 40 – 55 kg
  • Verwendung: Terrier
  • FCI-Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
  • Sektion 2.1: Molossoide, Doggenartige Hunde

Auf dem Festland Spaniens entstand gegen Ende des Mittelalters eine Art von Hund, die verschiedentliche Aufgaben zu bewältigen hatte und dieses auch mit Eifer und Erfolg tat: Man setzte diese Hunde zum Packen von großem wie auch kleinem Wild, zum ausdauernden Treiben von zumeist Rinderherden, zum traditionellen Kampf gegen Stiere sowie als Wach- und Schutzhund ein. Damals hatten diese spanischen Doggen jedoch noch nicht den kompletten Namen „Dogo Canario“, das kam erst später. Die spanischen Invasoren nahmen diese spanische Dogge sogar als Kriegshunde mit auf die Fahrt zur Eroberung Südamerikas. Etliche dieser Hunde blieben dabei auf den Kanarischen Inseln zurück, wo sie weiter gezüchtet wurden. Da es dort aber weder Stiere noch Wild gab, verloren sie diesen Aufgabenbereich und wurden mehr und mehr zum Bewachen von Familie, Haus und Hof eingesetzt. Allmählich verfestigte sich auf den zu Spanien gehörenden Inseln der Zusatz „Canario“ – für Kanaren -, so dass die Hunde fortan Dogo Canario hießen. Erst 2001 kam es durch die FCI zur Anerkennung dieser Hunderasse mit diesem Namen. Dann wiederum dauerte es 10 Jahre, bis die endgültige Anerkennung stattfand. Da der Dogo Canario spanischer Abstammung ist, wäre sicher auch ein spanischer Name für diesen Hund passend. Vorschläge für Hundenamen finden Sie in unserem Namensverzeichnis.

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Erscheinungsbild

Der Dogo Canario trägt die FCI-Standardnummer 346 und wird dort in die Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde) sowie die Sektion 2 – Molossoide – und Untersektion 1 – Doggenartige Hunde – unterteilt. Bei einer Schulterhöhe von 56 bis 68 cm sowie einem Gewicht von 40 bis maximal 60 kg zählt der Dogo Canario zu den mittelgroßen Hunden. Seine Lebenserwartung liegt bei 9 bis 11 Jahren. Das raue, kurze sowie pflegeleichte Fell ohne Unterwolle ist entweder falb oder in den Schattierungen schwarz über grau und braun bis hin zu hellen Tönen wie Blond gestromt, wobei kleinere weiße Abzeichen und Platten erlaubt sind. Die Maske des Dogo Canario jedoch ist stets dunkel. Der für Molosser typische massige Schädel mit mittelgroßen Ohren, die man früher kupierte, ist ein weiteres „Markenzeichen“. Diese Ohren sind fein behaart und fallen leicht an den Seiten herab. Wenn sie nach hinten geklappt sind, sind sie rosa. Ebenfalls molossertypisch ist der muskulöse Körper.

Wesen/Charakter des Dogo Canario


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Ein Dogo Canario ist kein Anfängerhund und braucht eine konsequnete Hundeerziehung.

Der Dogo Canario verfügt über einen starken Schutztrieb und setzt eine gewisse Erfahrung in der Haltung und Führung von Hunden voraus.

Der Dogo Canario ist – wie auch sein Verwandter, die spanische Dogge – ein Hund, der sehr ausgeglichen, gutmütig und geduldig ist. Man sagt ihm zurecht Souveränität, Nervenstärke sowie Selbstsicherheit nach, was sicherlich auch in seiner Geschichte begründet ist. Typisch für ihn ist seine laute und tiefe Stimme. Während er seinem Besitzer und seiner Familie ein treuer Wegbegleiter ist, der sich sehr wachsam zeigt, ist er Fremden – auch Hunden – gegenüber eher misstrauisch. Heute wird der Dogo Canario als Wach-, Schutz-, Sport- oder auch Familienhund gehalten. Selbst als Diensthund hat er seine Berechtigung. Seine Hundeerziehung sollte konsequent durchgeführt werden. Dabei ist auf eine möglichst frühzeitige Sozialisation und eine gute Welpenerziehung zu achten. Da er oft und gerne selbstständig handelt, sollte der Dogo Canario in Hände von Hundeprofis kommen. Auch der enorme Schutztrieb kann bei falscher Hundeerziehung zu Problemen führen; daher sollten erfahrene Hundekenner diese Schutzeigenschaften richtig zu lenken wissen und verantwortungsvoll damit umgehen. So muss diese Hunderasse auch in den Bundesländern Brandenburg und Bayern einem Wesenstest unterzogen werden, was mancherlei andere Konsequenzen nach sich zieht. Um keine Verhaltensauffälligkeiten zu produzieren müssen dem Dogo Canario ausreichend Bewegung und Beschäftigung gegeben werden. Leider ist diese Hunderasse vermehrt mit Hundekrankheiten und Behinderungen wie erblich bedingter Hüftgelenkdysplasie, Ellbogendysplasie, krankhafter Veränderung des Rückens, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Zahnfehlern behaftet. Daher sollte man unbedingt einen seriösen Dogo Canario Hundezüchter aufsuchen, wenn man einen Hund kaufen möchte.

Auslauf/Pflege

Keinesfalls gehört der Dogo Canario in kleine Stadtwohnungen; vielmehr benötigt er Raum, um seinem Schutz- sowie Bewegungstrieb nachzukommen. Regelmäßiges Arbeiten, Spazierengehen sowie Sport sollten ihm geboten werden. Seine Fellpflege hingegen ist sehr einfach. Er sollte regelmäßig mit einer entsprechenden Bürste gestriegelt werden.

Dogo Canario in Not

Bisher ist die Rasse des Dogo Canario in Deutschland noch nicht allzu weit verbreitet.  Trotzdem passiert es, dass auch ein Dogo Canario in Not kommt, weil er nicht ganz einfach zu erziehen ist und eine falsche Erziehung Probleme nach sich ziehen kann, die manchen Hundehalter kapitulieren lassen.  Daher sollte man sich sehr gut überlegen, ob ein Dogo Canario die richtige Hunderasse ist, gerade, wenn man als Hundehalter noch Anfänger ist und wenig Erfahrung mit Hunden hat. Die Chance, einen erwachsenen Dogo Canario aus dem Tierheim zu bekommen, ist aufgrund der geringen Verbreitung der Rasse zwar eher klein, doch trotzdem kann sich ein Besuch lohnen. Ein erwachsener Dogo Canario, der aufgrund schlechter Sozialisierung ins Tierheim abgeschoben wurde, wird sicher einige Zeit eine Hundeschule besuchen müssen, um Erziehungsdefizite abzubauen. Vielleicht findet man aber auch einen Dogo Canario Mischlingswelpen aus dem Tierheim, der sich auf ein Zuhause freut.